A-B-C-D-E Methode

Hellou Leute!

Weil im letzten Kapitel die Weekly Flash Fiction Competition vorgestellt wurde, an der ihr alle schleunigst teilnehmen solltet (😂), wollte ich euch eine Methode vorstellen, die ihr beim Verfassen einer solchen kurzen Geschichte zur Rate ziehen könnt.

Natürlich könnt ihr die Methode auch wunderbar auf größere Geschichten anwenden, weil sich ja nur der Umfang ändert und nicht der Inhalt 👍🏻

Warum diese Formel? Weil mit Formeln alles besser funktioniert - kennt ihr doch bestimmt aus dem Matheunterricht 😂 Natürlich schließt das weiterführendes Denken nicht aus ☝🏻

A-B-C-D-E-Plot-Struktur

Diese Plot Struktur richtet sich darauf, wie eine Geschichte aufgebaut werden sollte, um möglichst schnell (oder in kurzer Zeit) Interesse des Lesers zu erwecken. Und da haben wir doch alle bestimmt nichts dagegen, oder?

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Starten wir mit „A":

„A" steht für Aktion! Bedeutet also, dass ihr gerade kurze Geschichten am besten mit Spannung oder eben mit Aktion starten solltet!

Aktion steht dabei nicht immer für explodierende Autos oder atemlose Hetzjagden, sondern oftmals simple für Handlung, Bewegung statt eines inneren Monologe, Erinnerungen, Erklärungen oder gar dem Aufzählen von Fakten.😪

„B" steht for Backstory (Hintergrundgeschichte):

Das der Hintergrund eures Protagonisten so schnell ins Spiel kommt, ist kein Zufall. Der Hintergrund, seine/ihre Geschichte ist das, was den Leser entscheiden lässt, ob er sich mit der Figur identifizieren kann, ihr/ihm auf den Abenteuern folgen will oder nicht. Baut die Hintergrundgeschichte eurer Figuren deshalb so bald wie möglich aus - nur erzählt nicht alles auf einmal. 😉

„C" steht für Charakter:

Eigentlich logisch, dass der Leser wissen möchte, was die zuvor geschilderte Geschichte aus der Figur gemacht hat, welcher Mensch dabei zum aktuellen Zeitpunkt entstanden ist.

Es ist klar, dass die Figur sich im Laufe der Geschichte noch ändern wird, denn das ist der Kernpunkt einer jeden modernen Geschichte:
Die Entwicklung eines Individuums.

„D" steht für Development (Entwicklung):

Es ist eine irreführende Annahme, dass der Charakter allein, die Geschichte trägt. Manchmal sind die Haupthandelnden uns total unsympathisch, aber wir lesen trotzdem weiter.

Warum?

Zum einen ist es vielleicht, weil wir ihre Art aufgrund der Vorgeschichte entschuldigen können (☝🏻), zum anderen, ist es aber eben dieser Wunsch, dass diese Person sich, aufgrund der Ereignisse der Geschichte zu einem besseren Wesen weiter entwickelt (oder scheitert). 🤷🏻‍♀️

„E" steht für Epiphany/Examination

Der letzte Punkt steht bei dieser Formel - wen verwundert es nicht - für das Ergebnis, die Erleuchtung oder Prüfung. Alles was ihr in der Hintergrundgeschichte und dem Charakter angelegt habt, muss am Schluss einer letzten Prüfung unterzogen werden, um zu beweisen oder widerlegen, ob das Vorhaben geklappt hat oder nicht. Klingt doch logisch oder?

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In kurzen Gattungen wie zum Beispiel einer Flash Fiction, sollte die Struktur in dieser Reihenfolge eingehalten werden, es können aber der Erste (A) oder der Letzte (E) Punkt fehlen.

In längeren Texten hingegen, kann die Reihenfolge einiger Punkte vertauscht werden. Sollte aber bedacht gemacht werden und nie ohne Grund (Spannungsaufbau) ausgelassen werden. ✋🏻

Ein Beispiel gefällig?

Harry Potter:
Die Geschichte beginnt mit Hagrids Aktion auf dem fliegenden Motorrad. Dann wird Baby Harrys Geschichte in groben Zügen besprochen und ab Kapitel eins lernen wie den Charakter von Harry und auch weitere Teile seiner Hintergrundgeschichte (lebt im Schrank etc.) kennen. Die Ist-Lage entwickelt sich, als die ersten Briefe aus Hogwarts ankommen und Harry langsam selbstsicherer wird und seine Fähigkeiten entdeckt. Am Ende eines jeden Bands gibt es eine Auflösung zum, für das Buch, aktuellem Problem und am Ende Harrys komplette Erlösung.

Und auch in wirklich kurzen Geschichten finden wir ein ähnliches Vorgehen:

"For sale: baby shoes, never worn"
Ernest Hemingway

Auch wenn diese „Geschichte" wirklich extrem kurz ist - dafür ist sie übrigens auch bekannt - und viele der Informationen interpretiert werden müssen, so bleibt das Schema gleich: Es startet mit einer Handlung (sale), beschreibt den Hintergrund (Das Kind hat Schuhe, ist somit geliebt/umsorgt) gleichzeitig auch den Ist-Zustand der Figur (es ist ein Kleinkind) und formuliert die Entwicklung (never worn) - die Auflösung bleibt der Autor schuldig, doch aufgrund des kreierten Hintergrunds (liebende Eltern), wird das tragische Ergebnis des Geschilderten deutlich.

Ziemlich strikt nach Formel, oder?

Welche Geschichten folgen eurer Meinung nach diesem System? Gibt es welche, die das absolut nicht tun? Schreibt mir in die Kommentare, damit wir das diskutieren können.

Von mir war es das für heute und ich wünsche Euch eine schöne Woche!

Eure Lemon 🍋

Wer an mehr Schreibtipps interessiert ist, schaut in meine Sammlung 'Schreibtipps by Lemon', in der ich einige der bekanntesten Ratgeber zusammenfasse 🙌🏻

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