Kapitel 2
„Aufstehen”, sagte eine Stimme zu der kleinen schwarzen Kätzin, „Aufstehen, Schattenjunges, gleich ist schon Sonnenhoch.” Verschlafen blickte Schattenjunges auf. Blattsee stand vor ihr und stuppste sie leicht an. Langsam stand Schattenjunges auf und streckte sich. Sie wollte sich ein bisschen die Beine vertreten, also ging sie aus dem Heilerbau raus. Alle, die schon auf der Lichtung waren, starrten sie an. Sie ignorierte das, ging zum Frischbeutehaufen und nahm sich eine Wülmaus. „Guck mal, da ist die aus dem Schattenclan”, flüsterte Fuchsjunges leise zu seiner Schwester, aber laut genug, dass es Schattenjunges hören konnte. Ich muss unbedingt zu Feuerstern. Ich habe Angst, dass es vorher schon passiert. Schattenjunges ging langsam zu einem dunkelbraun getigertem Kater. „Ähm... weißt du, ob Feuerstern da ist? Ich möchte mit ihm sprechen.” Der Kater drehte sich um. „Er ist auf Patrouille. Gerade erst losgelaufen.” „Brommbeerkralle? Ich brauche kurz deine Hilfe!” „Komme, Beerenpfote!” Da war er auch schon weg. Distelpfote kam gerade aus dem Schülerbau. Sie sah Schattenjunges und ihre Mine verfinsterte sich. Sie kam zu Schattenjunges. Löwenpfote trottete ihr hinterher. „Wieso bist du eigentlich hier?”, fauchte Distelpfote. „Ich kann es doch versuchen”, murmelte Schattenjunges. „Sie es doch ein, früher oder später gehst du auch aus diesem Clan!” „Distelpfote! Warum bist du so gemein?”, fragte Löwenpfote. „Sie gehört zum Schattenclan!” „Ich gehörte”, verbesserte Schattenjunges sie. Distelpfote baute sich vor ihr auf. Sie war ein bisschen größer als Schattenjunges. Sie fuhr die Krallen aus. Plötzlich passierte etwas seltsames. Distelpfote erstarrte, als sie auf einmal von Schattenjunges weggeschupst wurde. Schattenjunges kam nun bedrohlich zu ihr. Ihre Augen leuchteten Orange. „Aber... Wie ist das möglich? Hattest du nicht gelbe Augen?”, fragte Distelpfote mit zitternden Stimme. Auch ihr Körper zitterte. Distelpfote sah Schattenjunges direkt in die Augen. Sie waren auf einmal Orange und zerkratzt. Eigentlich könnten die Augen gar nichts mehr sehen, aber es schien so, als könnte Schattenjunges etwas sehen. Schattenjunges holte mit der Pfote aus und traf Distelpfote im Gesicht. Sie jaulte auf, Blut schoss aus der Nase, wo nun ein großer Kratzer drauf war. Schattenjunges schupste Distelpfote nochmal, aber diesmal so hart, dass sie hinfiel. Löwenpfote stürzte sich nun auf Schattenjunges. „Lass meine Schwester in Ruhe!”, rief er, sprang auf Schattenjunges' Rücken und bearbeitete ihn mit den Krallen. Schattenjunges brach unter dem Gewicht von Löwenpfote zusammen, sie war gefangen. Da kam Feuerstern mit der Patrouille zurück ins Lager. Als er sah, dass gekämpft wurde, rannte er sofort hinüber. „Was ist hier los?”, fragte er und nahm Löwenpfote von Schattenjunges hinunter. „Sie hat Distelpfote angegriffen!”, miaute Löwenpfote. Schattenjunges schaute Feuerstern an. Ihre Augen waren auf einmal wieder Gelb und auch nicht mehr zerkratzt. „Schattenjunges, du kommst sofort mit mir in meinen Bau!”, sagte Feuerstern, setzte Löwenpfote ab und ging. Während dem Weg zu seinem Baus sah er Brommbeerkralle. „Wieso hast du den Kampf nicht beendet?”, fragte Feuerstern wütend. Brommbeerkralle schaute ihn verwundert an. „Welchen Kampf?” „Na den von Schattenjunges, Distelpfote und Löwenpfote!” „Ich wusste nicht, dass sie kämpfen. Man hat nichts von einem Kampf gesehen oder gehört.” „Egal”, sagte Feuerstern und drehte sich zu Schattenjunges um. Diese konnte sich kaum auf den Beinen halten. Ihr Fell war blutverklebt. „Ich glaube, du gehst erstmal in den Heilerbau”,miaute er. Schattenjunges lief langsam zum Heilerbau. Dort war schon Distelpfote, die von Blattsee verarztet wurde. „Schattenjunges! Geh weg!”, rief Löwenpfote, doch Schattenjunges blieb. „Warte, ich hole Häherpfote”, murmelte Blattsee und lief tiefer in den Bau. Kurze Zeit später kam sie mit Häherpfote wieder nach vorne. „Kümmere du dich um deine Schwester”, murmelte sie und zeigte mit dem Schwanz auf sie. Sie selber lief zu Schattenjunges. „Oh, du hast stärkere Verletzungen. Ich hole schnell mal etwas.” Schattenjunges legte sich in ihr Nest. Da kam Blattsee. Schattenjunges machte die Augen zu. Dann schlief sie ein.
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