Verlust
Schwer liegt Nebel auf den Fluren
Und die ganze Welt steht still
Rückwärts ticken alle Uhren
Ich doch noch nicht gehen will
Dumpf und hohl sind alle Klänge
Wie ein Traum erscheint die Welt
Höre keine Vogelsänge
Steh allein auf weitem Feld
Die Konturen stumm verwischt
Sind mehr Schatten denn Gestalt
Nebel sich mit Farbe mischt
Weiß der Himmel, grau der Wald
Stille Andacht hält der Wind
Dämmerung mich nicht erreicht
Schwer die Nebelschwaden sind
Fühle mich wie aufgeweicht
Stunden steh ich stumm im Nebel
Lausche, suche still nach dir
Wann reißt du dich los von ihr?
Sie ist so lang schon nicht mehr hier
Wann, mein Herz, gehörst du mir?
Liebe macht blind und taub und stumm
Des nächtens treibt sie dich herum
Lässt nicht los, lässt dich nicht zieh'n
Du kannst nur ohn' dein Herze flieh'n
Schwer liegt Trauer auf der Seele
Und die ganze Welt steht still
Im andern Grabe ich noch fehle
Ich doch noch nicht gehen will
August 2019
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