Tag 1

Vorwort: Ein fröhliches Hallo an alle Leser :3 Für die, die mich noch nicht kennen, ich habe ebenfalls eine Johnny Depp Fanfiktion geschrieben, für die, die gerne FFs lesen.

Nun aber kurz ein paar Worte zu dieser Story hier. Ich bin kein extremer Tom Hiddleston Fan. Das heißt, ich kenne nicht jedes Detail von ihm. Dort und da bekomme ich Informationen mit, aber in erster Linie spiegelt diese FF hier das Bild, welches ich persönlich von Tom habe, wider. Bitte bewahrt euch das im Hinterkopf. Ich hoffe sehr, dass ihr meine Story genießen werdet. :) Nun aber genug gefaselt. Here we go!:


„Oh my..." Das Quieken meines besten Freundes hallte in meinem Kopf nach. „WER käme alles in Frage? Ich glaube, ich höre nicht richtig! Zuerst will Hollywood dein Buch verfilmen und dann bekommst du auch noch richtige Sahneschnittchen als potentielle Schauspieler!"
Ich konnte - wie so oft - einfach nur über Henrik lachen. Er war so süß und herzlich, dass man ihn am liebsten andauernd knuddeln wollte. Wir waren befreundet, seit ich denken konnte. Wenn ich mal nicht an meine Bücher glaubte, dann war er stets zur Stelle und motivierte mich. Er war mein größter Fan, während ich mein größter Kritiker war.
„Du MUSST Tommy nehmen, Darling!", rief er enthusiastisch.
„Mir ist das alles  nicht geheuer...", seufzte ich. „Ich kämpfe immer noch mit Panikattacken und Depressionen. Es ist eine grandiose Gelegenheit, dass Hollywood mein Buch will, aber die Hauptrolle selbst spielen? Aber ich bin keine Schauspielerin."
Henrik sah mich übertrieben konfus an und schüttelte irritiert den Kopf. „Wenn jemand eine perfekte Schauspielerin ist, dann du! Immerhin machst du der Welt dein ganzes Leben lang weis, dass es dir gut ginge.", entgegnete er. „Sag mir bitte nicht, dass du das Angebot ablehnen willst?"
Ich stocherte in meinem Nutellacupcake herum, während er die bunte Glasur von seinem Marshmallowcupcake aß. Henriks Augen musterten mich dabei durchdringlich.
„Ich sag nur, dass ich das wahrscheinlich nicht schaffe.", murmelte ich. „Hollywood ist nicht meine Welt."
„Darling. Du müsstest ja nicht mal nach Hollywood", argumentierte er und legte eine Hand auf meinen Unterarm. „Die Dreharbeiten würden in England und hier in Norwegen stattfinden. Das haben wir alles bereits mit deiner Agentin besprochen. Und ich würde dir nicht von der Seite weichen. Immerhin bin ich dein Personal Assistent." Den letzten Satz kombinierte er keck mit einem Zwinkern, was mich zum Kichern brachte und meine Nerven etwas beruhigte.
„Abgesehen davon!", fügte er aufgeregt hinzu und bekam wieder Funkeln in den Augen. „Du könntest Tom küssen!"
Ich rollte mit den Augen. „Er ist nicht gerade mein Typ. Du weißt, ich mag es lieber dunkelhaarig, Vollbart, Tattoos und so weiter."
„Aber du sagst selbst stets, dass das Äußere keine Rolle spiele und du so etwas eher wie ein Gemälde siehst. Außerdem sagtest du, du fändest, er wäre ein richtiger Gentleman", entgegnete er schmollend.
„Das denke ich, yep. Aber wissen kann ich es nicht.", sagte ich. „Es heitert mich zwar auf, wenn du so schwärmst, nur für mich bleiben es Menschen. Nicht weniger aufregend als die Kassierer im Supermarkt."
Henrik rollte lautstark mit den Augen und fuchtelte mit der Gabel vor unseren Gesichtern. „Du bist soooo langweilig, Liv, Honey!", beschwerte er sich, was mich jedoch erneut zum Lachen brachte. „Genieß es endlich!", sagte er grinsend. „Genieß es, küsse, hab Sex, lache, tanze und mach, was du liebst!"
„Ist gut, aber ich werde nicht anfangen, Stars zu vögeln!", rief ich lachend. „Ich habe nur Sex, wenn ich liebe. Und nicht mal dann habe ich Lust darauf..."
Erneut rollte Henrik übertrieben mit seinen Augen und fuhr sich anschließend durch seine pink-violetten Haare, welche an den Seiten kurz und am Scheitel länger waren. „Ich weiß doch!", seufzte er. Sofort wanderten seine Mundwinkel abermals stark nach oben. „Allerdings verspreche ich nicht, dass ich auch brav bleibe."
Lachend aßen wir die Cupcakes zu Ende und spazierten anschließend zum Hafen. Links und rechts des Fjords ragten die spitzen Berge empor. Grün und steinig. Kantig und steil. Die Flussader zog sich zwischen den Bergen hindurch. Das Tal bot knapp Platz für unser bescheidenes Fischerdorf.
„Heute Abend soll es einen starken Sturm geben", sagte ein Fischer zum anderen. „Holen wir das Zeug lieber rein."
„Also?", hörte ich Henrik neben mir. Er musterte mich neugierig, während wir den Hafen abgingen. Wir wohnten gemeinsam in einer alten Fischerhütte, die einst seinem Großvater gehört hatte.
„Was denn?", fragte ich unwissend. Ich zog mir meine Mütze tiefer ins Gesicht und richtete meine fuchsroten Locken, welche mir feucht durch den leichten Regen bis knapp über den Hintern hingen, der nicht gerade der Kleinste war. Ich hatte keine Idealmaße, aber ich mochte mich, so wie ich war.
„Na, wen wirst du alles nehmen für die Rollen?", hakte er ungeduldig nach.
„Wird schwierig.", sagte ich. „Ich muss sagen, Tom würde sich tatsächlich gut machen. Mir gefällt, wie er Loki spielt, obwohl ich weder Si-Fiction noch Comic Fan bin und die Darstellung dieses Lokis eigentlich nicht leiden kann. Da mein Roman über mythische Wesen handelt, noch dazu die männliche Hauptrolle ein Antagonist ist, würde es ziemlich gut passen."
„Dem kann ich nur zustimmen", flötete Henrik. „Ich liebe es, dass du den Antagonist und die Protagonistin zusammengebracht hast. Es ist so rawww. Aber weißt du, was ich noch besser finde? Dass der beste Freund der Protagonistin homosexuell ist und einen tollen Fang bekommt. Oh, bitte, darf ich die beiden Rollen aussuchen?"
Er sprang mir förmlich in den Weg und funkelte mich flehend an. Ich lachte leise in mich hinein, ging an ihm vorbei und öffnete die Tür des Bootshauses. Die Inneneinrichtung war antik und der See gewidmet. Wir beide hatten eine Vorliebe für Piraten und das Segeln.
„Ich wollte dir von Anfang an diese Option geben", sagte ich grinsend und warf meine Schlüssel auf den runden Tisch neben dem Eingang, ehe ich die eiserne Treppe hoch zur Galerie und in mein Zimmer ging. Bevor ich die Tür hinter mir schloss, hörte ich noch, wie Henrik jubelte und kicherte.
Am Abend stürmte es tatsächlich sehr schlimm. Die Wände unseres Hauses wackelten, der Wind pfiff gespenstisch durch die Räume, Regen fiel in Massen auf die Erde nieder und Donnergrollen ließen den Boden vibrieren. Es war, als wäre Thor persönlich für den Sturm verantwortlich. Henrik und ich saßen auf dem alten Sofa vor der offenen Feuerstelle in der Mitte des Raumes und sahen uns bei einem Glas Whiskey die Akten der Schauspieler an, die sich bereit erklärt hatten eventuell mitzuspielen. - Besser gesagt, dessen Agenturen dies gesagt hatten. -
„Ihn hier... Und ihn", teilte mir Henrik mit. „Aber versprich mir, dass sie nicht viel ändern. Ich hasse es, wenn Filme komplett von Büchern abweichen."
„Keine Sorge. Ich schreibe das Drehbuch gemeinsam mit einem Profi und lasse das niemals zu", versicherte ich ihm.
„Und du bist dir sicher mit Tom?", fragte er, woraufhin ich nickte.
„Ich werde meinen Agenten anrufen. Er soll sich um alles kümmern.", meinte ich.
„Und wann geht es los?", wollte mein bester Freund wissen. Er rutschte aufgeregt auf dem Sofa herum. Der Sturm draußen hatte für Stromausfall im ganzen Tal gesorgt und fegte einen dicken Ast nach dem anderen gegen die riesige Glaswand. Wir hatten das Fenster einbauen lassen, so dass wir das Meer direkt vor unserer Nase hatten. Als würden wir wie Jesus darüber schweben.
„Das wird sich dann noch herausstellen. Ich denke Mal in zwei Monaten, wenn alles glatt läuft.", antwortete ich.

Zwei Monate später
Das Drehbuch war wirklich ein voller Erfolg. Und wenn ich das mit meinem Perfektionismus so empfand, dann bedeutete dies etwas Gutes. Der Film würde sehr ähnlich zu meinem Roman werden. Trotzdem hatte ich Angst. Ich war nicht der Typ für die Öffentlichkeit. Ich hasste Menschen.
Aber wie hätte ich solch ein Angebot schon ausschlagen können? Genau. Gar nicht.
Schließlich war die Zeit gekommen. Der Film war bereits groß angekündigt geworden und die Dreharbeiten begannen.
Angefangen in Norwegen, zum Glück. Schauplatz war Sørfjorden in der Nähe zu Odda. Es war eine atemberaubende Gegend. Vor Drehbeginn hatte man ein paar Tage eingeplant, um die Rollen zu besprechen. Dafür benötigte es natürlich meine Wenigkeit.
Gemeinsam mit Henrik fuhr ich zum Drehort, wo die meisten bereits versammelt waren. Da wir äußerst gut von meinen Romanen leben konnten, hatte auch Henrik seinen Traum als Künstler erfüllen können.  Wir waren beide leicht in der Lage, uns die Zeit für den Film zu nehmen.
Vor Ort gab es ein Lagerfeuer, etwas zu essen und zu trinken. Der Anblick schien so surreal und gleichzeitig alltäglich. 
Lagerfeuer sowie Camping zählten zu meinen liebsten Hobbys. Dieses Mal befand ich mich jedoch inmitten einer Horde von berühmten Stars. Mein Magen rumorte nervös. Ein Teil von mir fragte sich, ob ich gut genug dafür war. Gleichwohl ich wusste, Gevatter Tod war es egal, wer wir schlussendlich waren. Am Ende würden wir dieses Leben alle verlassen. Deswegen hatte Henrik recht und dafür liebte ich ihn, weil er mich stets dran erinnerte, dass es wichtig war, das Leben zu genießen.
Ich raffte meine Schultern, während mein Gepäck in eines der roten Häuschen in der Nähe -welche Touristen im Normalfall buchen konnten - gebracht wurde und hakte mich bei Henrik ein. Gemeinsam gingen wir zum Feuer und begrüßten alle. Zunächst war ich etwas schüchtern und zurückhaltend - so war ich meistens bei Fremden. Mit der Zeit, in der wir über die Rollen und mein Buch sprachen, fasste ich allmählich Mut.
Ich bekam viele Komplimente, was mich sehr in Verlegenheit brachte, nichtsdestotrotz mit Freude erfüllte. Henrik saß links von mir am Baumstamm und Tom rechts von mir. Mein bester Freund stupste mich immer wieder neckisch an. Zugegeben hatte Tom wirklich etwas. Es war nicht sein gewelltes, langes Haar, welches er zurückgekämmt hatte, oder seine azurblauen Augen. Nein. Viel mehr, was sich dahinter befand. Hinter diesem wunderschönen Blau. Es war, als würde ich einen Teil von mir selbst wiedererkennen. Noch dazu war sein Herz aus Gold. Das spürte ich.
Eine Frage riss mich aus der Tagträumerei und im Nu war ich wieder bei meinem Roman und den Charakteren. Erst spät am Abend hatten wir das Wichtigste geklärt und allmählich machte sich jeder auf den Weg in sein Häuschen. Die meisten hatten bestimmt Jetlag. Mir entging nicht, wie Henrik jemandem flirtende Blicke zuwarf.
„Du sabberst ja gleich", kicherte ich in sein Ohr. Doch ich hatte mir ein Eigentor geschossen, denn er revanchierte sich sogleich und nutzte die Gelegenheit, während wir gingen, um mich ganz versehentlich gegen Tom zu schubsen. Ich keuchte überrascht auf und sah dem Mann, der mich gut aufgefangen hatte und nun stützte, perplex in die Augen.
„Alles okay?", fragte er, ebenso überrumpelt wie ich. Dennoch blieb er charmant und hielt mich solange fest, bis meine Knie nicht mehr wackelten.
„Ehm... Natürlich. Tut mir leid...", murmelte ich, nachdem ich mich geräuspert hatte. Er schenkte mir dafür ein warmes und herzliches Lächeln, was mich erneut aus der Fassung brachte.
„Nicht doch.", winkte er ab. „Gute Nacht und schlaf gut."
Ich erwiderte es perplex und starrte ihm förmlich nach.
„Mund zu, sonst schaffen es Fliegen hinein", hörte ich plötzlich Henrik neben mir kichern. Er revanchierte sich immer. In dem Punkt glichen wir uns wie ein Ei dem anderen.
„Pff", schnaubte ich, ging an ihm vorbei und in die Hütte. Meine Wangen glühten - ich hätte meine kalten Hände daran wärmen können. Henrik entfachte amüsiert ein Feuer im Kamin.
„Es scheint dich wohl erwischt zu haben", sagte er grinsend.
„Quatsch", stritt ich ab, während ich mich umzog. Mit einem übergroßen Shirt machte ich es mir schließlich bequem. „Ich war nur überrumpelt. Das ist alles."
„Mhm...ist klar", raunte Henrik belustigt, ehe er sich selbst umziehen ging. Die Nacht schlief ich mehr schlecht als recht. Zum Glück hatte ich meine Notfalltabletten dabei, obgleich ich Schulmedizin hasste. Damit bekam ich immerhin etwas Schlaf.

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