1 Kapitel

Kennt ihr das, wenn ihr nicht ihr selbst sein könnt. Ich habe dieses Gefühl in jeder Stunde, jeden Tag und sogar jetzt, obwohl ich träume und es heiße doch, in Träumen sei man frei.

Wenn ich träume, sehe ich eine Welt, die fast meine Heimat sein könnte, denn sie alles, was ich träume. Sie ist wunderschön mit blühenden grünen Wiesen, dort gibt es einen dichte Wald, durch den die Sonne blinzelt, in ihm leben wilde Tier, doch zu mir sind sie wie meine nicht vorhandene Familie. An den Rändern dieses Waldes gibt es einen riesigen tiefen See. Er ist tiefblau und wenn die Sonne auf ihn scheint, glitzert er. An seiner tiefsten Stelle kann man seinen Grund nicht mehr sehen. Über mir sehe ich einen hellblauen Himmel, der stets Wolken los und ohne Vögel ist. Doch an einer Stelle, direkt hinter dem See, hört die Welt einfach auf zu existieren, jedes Mal, wenn ich versuche, etwas Genaues zu erkennen, verschwimmt das Bild oder ich wachte auf, was auch diesmal passierte.

„Nura, schnell, wach auf, sie kommen!“ „Was ist denn los, Nu?“ „Die Stadtwache kommt und du liegst mitten auf dem Bürgersteig.“ „Oh, Mist, warum hast du mich nicht früher geweckt, Nu?“ „Hab ich doch versucht, aber du hast geschlafen wie ein Murmeltier im wahrsten Sinne des Wortes. Du hattest dein Fell an, du musst endlich lernen, deine Gabe zu beherrschen oder du endest wie der Rest deiner Familie.“ Ärgerlich stupste Nu, mein Werok, mich mit seiner Katzenschnauze an, seine kleinen gelben Augen schauten mich mit einem Gemisch an Angst und Wut an. „Oh bitte, sieh  mich nicht so an. Ich habe doch auch Angst, aber was soll ich denn machen, wir beide leben doch auf der Straße und da ist die Angst ein ständiger Begleiter. Ohne die Angst wären wir bestimmt längst schon tot.“ „Sag sowas nicht, ich muss halt noch besser auf dich aufpassen...“ „Mach dir keine Vorwürfe, Nu, du bist auch nur Werok und brauchst deinen Schlaf.“ 

Lieber Leser, du hast dich bestimmt schon gefragt, was ist ein Werok? Ein Werok ist der Teil des Menschen, den man Seele nennt.

Ich lebe im Jahre 2534 und vor ungefähr 50 Jahre kam ein Professor Namens Dr. Maskorus auf die Idee, dass man die menschliche Seele doch vom menschlichen Körper trennen könnte. Er forschte und forschte und fand heraus, dass man die Seele vom Körper trennen kann, nur trotz allem, braucht sie aber eine Hülle oder einen Körper und so beschloss er kurzerhand, die Seele in einen Tierkörper zu stecken. Er entwickelte eine Maschine, die die Seele vom Körper trennen kann und nach mehreren fehlgeschlagen Versuchen schaffte er es endlich: der erste Mensch ohne Seele war geschaffen. Dies alles ist schon lange her und wenn heute ein Mensch geboren wird, kommt er gleich ohne Seele, aber mit einem sogenannten Zwilling, der in einem tierischen Körper steckt, auf die Welt. Aber dieses hatte einen großen Nachteil, den der Erfinder hinter verborgene Türen ausgetüftelt hatte.

Durch die Abspaltung hatte der Mensch seine Träume und die Träume des Schlafes an seinen tierischen Zwilling verloren. Da bekanntlich ein Tier nicht träumen kann, (also wie wir Menschen), sind die Träume für immer für uns verloren. Die Erfindung dieser Seelenlosen Menschen hatten dramatische Folgen. Weil kein Mensch mehr Träumte konnte, war unsere Welt grau und trostlos geworden. Und als ob das nicht schon gewesen wäre, übernahm  Dr. Maskorus die Herrschaft über unseren Stadt und nun herrschte er wie ein König über seine Traumlosen Untertanen. Weil er angst hatte, dass durch sein Schaffen zu viele Tiere auf der Welt geben könnte, ließ er alle Tiere egal ob sie Pfoten, Flossen oder Flügel hatten umbringen und ausrotten. Kein Mensch werte sich oder unternahm etwas und wer es doch wagte sich den Männern des Königs in den Weg zu stellen, wurde eben so gnadenlos verfolgt und umgebracht. Egal ob es weinenden Frauen, kraftlose Männer oder hilflose Kinder waren, alles die gegen seine Idee waren wurden aus dem Weg geräumt. Heute gibt es keine Menschen mehr die sich gegen seine Idee stellen. Wenn man heute jemanden fragte: „Weißt was Träume sind?“ Dann antwortete diese Person: „Ich weiß nicht wovon du sprichst, Träume, was ist das?“

„Hay, platz da Mädchen. Der König kommt, verbeuge dich oder verschwinde. Du bist eine Schande für diesen schönen Bürgersteig, so wie du aussiehst.“ Das hörte ich öfter aber es war mir egal. „Ich geh ja schon und verbeugen werde ich mich nicht!“ Hiermit stand ich auf. Die rufe der Stadtwachen halten hinter mir her aber ich beachtete nicht und das hatte einen Grund. Dieser ach so gnädige und gute König war dafür antwortlich das ich obdachlos war oder wie wir es nannten „Frei“ oder „Milro“. In unsere Sprache hieß das soviel wie niemand bestimmt was du zutun oder zu lassen hast. Uns damit waren die ganzen andren Obdachlosen, sorry Milro Kinder gemeint sie saßen eben so wie Nu und ich auf der Straße und konnten nirgends wo hin. Vor diesem König werde ich mich niemals verbeugen. Ganz sicher nicht.

Zusammen mit Nu rannte ich eine neben Straße. Wir krochen in einen alten Katong und Nu schlief sofort in meinem Arm ein. Mir war kalt und das lag nicht nur an meinen löchrigen Klamotten. Nu war meine einzige Familie, ob ich je eine Mutter oder Vater gehabt hatte, keine anung. Ich wusste es nicht, es musste sie ja gegeben haben sonst wäre ich ja nicht hier. Aber ob sie mich ausgesetzt hatten oder ob sie einfach gestorben waren. Wusste ich nicht mehr. Und ehrlich gesagt, es interessierte mich auch nicht. Nu fing an zu schnurren und riss mich aus meinen Gedanken. Sein rot-braunes Fell schimmerte in der dreckigen Sonne. Wenigstens schlief einer von uns gut und wurde nicht gestört. Meine rot-braunen Haare waren lose nach oben, zu einem Dud gebunden, der sich aber schon wieder auflöste. Das meine Bluse und meine Hose einmal  blau und rot gewesen waren,  war heute nicht mehr zuerkennen und das meine Sandalen einmal von schwarzen Stoffresten schnell über zogen worden waren konnte man kaum noch erahnen.

Als ich das nächste mal aufwachte, merkte ich das mein Magen knurrte. Das letzte mal das ich was gegessen hatte war fast 2 Tage her und endsprechend mulmig war mir zu mute. Auch wenn man diese Malzeit nicht als diese bezeichnen kann, es war ein kanten Brot und der Rest eines Fisches gewesen und ich will gar nicht wissen wo die schon elegen hatten. Da hatte es Nu besser er musste nichts essen, denn eine Seele kann ja bekanntlich keine  Nahrung zu sich nehmen, auch wenn sie, in diesem Fall, in einem Katzenkörper steckte. Ich kramte in meinen ausgebölten Taschen, mist, dass ich richtiges Essen heute noch in die Hände bekam hatte sich hiermit erledigt. In unserem Zeitalter war so ziemlich alles knapp oder gar nicht mehr vorhanden was ihr heute so kennt. So war es gekommen, dass unser König und seine Vorgänger unsere noch bestehenden Vorräte ratzuniert hatte. An jedem Monats Anfang wurden seitdem „Koras“ verteilt. Ihr kennt sie war scheinlich unter dem Namen Essenskarten. Jeder normaler Bürger unserer Stadt bekam dann eine genau ausgerechnete menge an Koras. Diese Koras hatten verschiedene Farben, Größen und Formen. An diesen Merkmalen konnte man erkennen ob man Koras für z.B. Brot oder Wasser in den Händen hielt. Diese Sache nur einen Haken wer nicht als „normaler“ Bürger angesehen wurde bekam auch keine Koras und das war ein echtes Problem. Denn es gab weniger normale Bürger als, wie mich ausgestoßene oder andere Obdachlose und wir bekamen „keine“ Koras. Wer also Obdachlos war hatte dadurch drei Möglichkeiten. Entweder man verhungerte, was ich nicht entfehlen kann, ich spreche aus Erfahrung denn ich hatte es probiert, oder man klaute sich welche, was ich meistens tat. Oder man versuchte sich in die normale Welt der Mittelklasse wieder einzugliedern, was nur en wenigsten gelang. Als wie ihr seht ich hatte tolle Möglichkeiten...

Trotz allem hatte ich immer noch Hunger und so machte ich mich, mit Begleitung von Nu, auf den Weg. Veleicht fand ich ja einen Unforsichtiegen Passanten der noch lose Koras in seiner Tasche geschoben hatte. Und damit unachtsam in der Gegend einen Spaziergang machte und ich schnell aber sicher die Koras abnehmen konnte. Ich hatte Glück ein Mann im Mittlerem Alter ging an mir vorbei und als er anhielt, um sich mit einer Frau zu unterhalten, griff ich in seine Manteltasche und hielt kurz danach vier runde braune Koras in meiner Hand. Kein toller fang, ich hatte vier Milch Koras erwischt. Als ich mich missmutig nach meinem nächsten Opfer umsah, fauchte auf einmal Nu neben mir auf. Ich erkannte diese Art von fauchen sofort, es war ein leises aber bestimmtes Fauchen. Er spürte Gefahr. „Was ist los Nu?“ Fragte ich denn ich hatte nichts bemerkt, was aber nichts heißen musste bei meinem Zustand hätte eine Palastwache vor mir stehen können und ich hätte nichts gemerkt. „Jemand verfolgt uns schon seit einer ganzen Weile und er ist gut, ich habe ihn eben erst bemerkt!“ Es war offensichtlich, er war gekränkt, denn sonst konnte nichts ihn aus der Ruhe bringen und ihm entging nichts. Aber ich merkte auch, er hatte Angst. Und wie zur Antwort sprang er aufmeinen Arm und zeigte mir damit ich sollte vor wem es auch sei davon rennen und ich gehorchte. Aber unser Verfolger tat es uns gleich und als ich mich kurz umdreht weil ich doch wissen wollte wer und auf den Versen war erkannte ich einen Jungen in meinem Alter. Er hatte wie ich ungepflegte Haare und seine Sachen hatten, wie meine, ein Bad nötig, warum er uns verfolgte war mir schleierhaft. Er war wie ich ein Straßenkind. Ich rannte und rannte bis ich nicht mehr wusste wo ich war und auf einmal stand ich vor einer hohen Mauer. Mist, so ein mist aber auch. Kurz darauf hatte er mich eingeholt. Nu sprang von meinem Arm und fing an zuknurren. Zu meinem Schutz baute er sich vor mir auf, dass war süß von ihm aber das würde nichts nützen. „Tja, jetzt hab ich dich du Dieb. Los gib mir die Koras!“ Was bildete der sich ein, aber was gut war er hielt mich für einen Jungen. Mein Körperbau war noch nicht weit vorgeschritten und meine Haare hatte ich erst kürzlich wieder kurz geschnitten. „Ich denke nicht dran. Was kann ich dafür, wenn du dir keine selbst besorgen kannst.“ Angriff, ist die beste Verteidigung. „Du kleines Bist, wirst du jetzt auch frech. Mein Werok hat meine geklauten Koras verloren, da hab ich dich gesehen und jetzt hab ich wieder welche. So ein Glück aber auch.“ Hiermit landete sein Werok auf seiner Schulter. Es war ein kleiner Falke. Sein Gefieder war weiß grau gestreift. „Du solltest dir erst gratulieren wenn du sie hast, aber auch egal. Was kann ich dafür wenn dein Falke zu blöd zum fliegen ist und mal ehrlich warum rennst du mir durch die halbe Stadt wenn du doch dir selber welche klauen kannst?“ Hoffentlich ließ er jetzt von mir ab. Ich wollte mir meine Milch holen und außerdem musste ich mal. “Das nimmst du sofort zurück, mein Flo kann fliegen er hat sich nur einen Augenblick ablenken lassen und schon hatte ihn ein anderer Werok die Koras gestohlen.“ „Das tut mir aber leit. Du hast meine Fragte nicht beantwortet. Warum läufst du mir nach, wenn du doch selber stehlen kannst? Ich hab´s du kannst es nicht.“ „Was soll ich nicht können?“ Sag mal ist der so schwer von KP oder tut er nur so. „Du kannst nicht stehlen. Dein “Flo“ kann es aber, wie schade nur, dass es zu auffällig ist wenn ein Falke durch die Gegend fliegt. Ich würde ja gerne noch weiter mit dir plaudern aber ich hab noch zu tun, schön Tag noch.“ Hier mit versuchte ich mich an ihm vorbei zu Schlegeln. Zu spät, dieser Junge packte mein Arm. „Wie schade nur das ich dich nicht gehen lassen kann. Los gib mir deine Koras und du kannst gehen wohin du willst, wenn du sie mir nicht gibst... Oh ich würde sie mir geben.“ „Sollte das mir angst machen. Ich habe keine lust dir sie zu geben und ehrlich gesagt ist es mir auch scheiß egal ob du verhungerst oder nicht, lass mich los oder mein Nu kratzt dir deine frechen Augen aus.“ Langsam platzte mir der nicht vorhandene Kragen, für wen hielt der sich. „Dein Mitzehkätzchen macht mir keine Angst, wenn er mich angreift hatte Flos Krallen im Rücken oder an der Kehle und das willst du bestimmt nicht oder?“ „Jetzt reit es entgültig.“ Ich wollte nur weg hier. Ich fing an rot zu sehen und das hieß ich noch ein Wort von ihm und er hätte zwei Katzen vor sich und das durfte auf keinen fall nicht passieren. Nu merkte sofort was mit los war. Wie eine Furie schoss er auf den Jungen los. Ob er nun vorbereitet gewesen war oder nicht, Nu war stinksauer und warf ihn um. Er landete auf dem Rücken. Im nächsten Moment war dieser Flo über ihm und hatte seine Krallen in Nu 's flauschiges Fell gestoßen. Es gab noch einen Nachteil den eben vergessen hatte zu erzählen, wenn dem Werok etwas passiert merkt es der Mensch sofort und zwar so schlimm als würde es ihm zugefügt. Dem entsprechen ging ich in die Knie. Vor schmerz verlor ich die Krontolle und fand mich auf einmal in einem Tigerfell wieder. Mist, mist, mist. Der Falke ließ vor schreck Nu los als er von vier Katzenaugen angestarrt wurde der Junge kam fluchend wieder auf die Füße und stand nicht schlechte. Eine Zeit starrten wir uns nur an. Dann begann er zu lachen, er bekam sich gar nicht mehr ein. „Was ist denn so lustig da dran, bitte?“ Das ließ ihn promt verstummen. Ein kleines Raubtierlächeln konnte ich mir nicht verkneifen. Er schaute mich lange an. Was kugt der denn so? „Ich habe eine Idee, was hältst du davon wenn wir zusammen arbeiten? Ist doch ein tollen Team, zwei Jungs, einer davon ist ein Gestaltwandler und zwei Weroks der eine zu Fuß und der andere in der Luft.“ Wohl eher nicht. Obwohl so dumm ist das gar nicht. „Wie soll das gehen? Ich weiß ja nicht mal deinen ganzen Namen?“ „Ich heiße Florian und das kann gehen wirst schon sehen...“

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