Kapitel 6 - Die Nacht zu Zweit
Hanji zog kurze Zeit später den Vorhang auf und war recht überrascht auch mich hier anzutreffen. „Levi?! Was machst du hier?!" rief sie verdutzt. „Tch! Kann ein Vorgesetzter sich nicht um Kameraden sorgen?" ich fuhr sie mit meiner strengen Miene an. Ich hatte Glück, das die Hitze in meinen Wangen abgeklungen war. Ich wollte mir nicht im Traum vorstellen was Hanji gemacht hätte, wenn sie diese gesehen hätte. „Wie sieht's aus Vierauge?" fragte ich sie und deutete auf ihre Unterlagen hin. Kurz darauf fing Hanji an Petra's Zustand zu erklären.
Anhand von Petra's sichtbaren Verletzungen die sie ein weiteres Mal begutachtete erklärte sie uns das weitere Vorgehen. „So viel dazu. Da du ja siehst, dass ihre rechte Seite stark betroffen ist. Es ist wichtig, dass sie Bettruhe hat, um innere Verletzungen zu vermeiden. Wenn es Übermorgen Anfängt abzuklingen kann sie die Krankenstation verlassen, dann kommt sicher nichts mehr nach. Allerdings wird sie für die nächsten 3 Wochen vom Training befreit und die Missionen sind ebenfalls tabu."
Man sah Petra an, dass sie die Tatsache über innere Verletzungen genauso mitnahm wie mich. Innere Verletzungen? Meinte sie das ernst? Es war nie die Rede von inneren Verletzungen? Ich bekam leicht Panik als Hanji dies aussprach. Schließlich kannte ich viele Soldaten die an ihren inneren Verletzungen erlagen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach nur Angst, dass Petra dieses Schicksal teilen würde.
Hanji fuhr weiter fort „Ach ja ich hab gehört, dass du einen Ersatz angefordert hast. Da ich für die Ersatzleute zuständig bin, kann ich dir schon direkt sagen, wenn du bekommst mein guter Levi... im Moment sind unsere erfahrenen Soldaten alle selbst als Teammitglied agieren müssen, kann ich dir den Rekruten Kirschstein zusprechen" nachdem sie ihren Satz beendet hatte rückte sie ihre Brille zurecht und überreichte mir den Bericht und ich stand aufgebracht von dem Stuhl auf. „Die Pferdefresse?!? Das ist jetzt nicht dein Ernst oder?" ich überlegte einen Moment ehe ich weiter sprach „Das Titanenbalg und die Pferdefresse in einem Team zu haben endet in einer Katastrophe!" Mir langt eigentlich schon ein Holzkopf in meinem Team, aber 2 das würde alles zerstören was ich aufgebaut hatte. Das kann nicht gutgehen. Das wird niemals im Leben funktionieren.
„Ist sonst alles in Ordnung?" fragte sie nun Petra und legte ihr typisches Grinsen auf. Da diese kein Wort herausbrachte versuchte ich ihr noch ein wenig Zeit zu verschaffen „Vierauge wasch dir das dämliche Grinsen aus dem Gesicht!" meinte ich kalt wie immer zu ihr.
„Ach großer jetzt sei mal nicht so und beruhig dich mal. Dasselbe gilt auch für dich Petra. Wenn du schwerere Verletzungen hättest würde es dir viel viel schlechter gehen." Erklärte uns Hanji nun. Petra fing sich nun wieder und schlug erst Mal vor „Was ist mit Armin Arlert? Er ist ein guter Stratege. Er würde dem Team sehr helfen."
Doch Hanji widersprach ihr sofort nachdem sie sich am Kopf gekratzt hatte „Nein tut mir leid. Der Teamleiter von Arlert, kennt seinen Strategischen Wert und will ihn behalten. Ich könnte noch die Rekruten Springer, Brauss, Fubar oder einen anderen aus dem Rekrutentrupp anbieten, außer Rekrutin Ackermann."
Ich war sprachlos. Typisch ich bekomm wieder nur die Idioten als Aushilfe. Brauss wäre immerhin besser als die Pferdefresse... Sie setzt aber mehr auf Gefühl und Intuition als auf eine spezielle Taktik. Mir wäre tatsächlich Ackerman am liebsten sie hat am meinsten Grips und geht nicht gleich beim ersten Einsatz flöten. Und zudem hätte sie Eren, denn sie auch beschützen will. Aus welchem Grund auch immer. Ich seufzte kurz und dachte dann meine Gedanken weiter Ich werde wohl Jean nehmen müssen, da die anderen noch weniger mit meinem Team kompatibel sind.
„Levi, sag mal, das wollte ich eh mal fragen bist du mit ihr Verwandt?" sie war neugierig wie immer. „Woher soll ich das wissen? Ich hab sie zum ersten Mal gesehen als sie hier her kam!" meinte ich etwas verärgert zu ihr. Sie verabschiedete sich nachdem Petra in ihr Bett zurückgefallen war mit den Worten „Naja wie dem auch sei kannst mir ja morgen sagen, wenn du haben möchtest. Bleib nicht mehr so lange. Bis morgen Petra und tschüss großer."
Ich setzte mich nun wieder auf den Stuhl neben Petra's Bett „Ich fass es nicht... warum bekomm ich immer die Idioten ab?" Ich legte meinen Kopf in meine Hände „Wie soll ich bitte schaffen 2 Streithähne zu versöhnen?" Petra rutschte nun ein wenig näher an mich heran und strich mir sanft über meine Hand. Sie versuchte mich zu beruhigen und schaffte es auch. Sie meinte nun zu mir „Mach dir keine Sorgen. Die beiden werden es schaffen sich zusammen zu reißen, wenn es hart auf hart kommt." „Sie haben beide wahnsinnigen Respekt vor dir und werden genau das tun was du ihnen sagst, denn schließlich hängt auch ihr Leben davon ab." ergänzte sie noch. Sie hatte ja recht in meiner Einheit hatte ich das sagen und die beiden Streithähne hatten wirklich Respekt vor mir, dass könnte mir tatsächlich in dieser Situation zugutekommen.
Eigentlich wollte ich dieses Thema gar nicht vor ihr ansprechen, um ihr kein Schlechtes Gewissen zu machen, aber ich konnte nicht anders es wühlte mich innerlich dermaßen auf, dass ich nicht mehr weiterwusste. Schließlich will ich nicht wegen den beiden mein Team verlieren oder noch schlimmer... Ich schaute wieder zu Petra „Entschuldigung. Ich sollte dieses Thema hier nicht überdenken."
Doch senkte auch sie nun ihren Kopf hinab. Sie beugte sich nach wenigen Minuten zu mir herüber und zupfte sanft an meiner Jacke. Ich wusste sofort was sie nun von mir wollte und stand auf. Ich setzte mich nun neben sie aufs Bett. Dort angekommen ging mir wieder diese eine Gedanke im Kopf herum. Ich wollte ihn unbedingt ausprobieren, jedoch wollte ich Petra auch damit überraschen. Ich entschuldigte mich bei ihr bevor ich meine Tat umsetzte. Doch bevor ich anfing merkte ich Petra's verwunderten Blick und war etwas gespannt wie sie auf diese Situation reagieren würde.
Ich legte meine Hände auf Petra's Schultern und drückte sie behutsam hinunter ins Bett. Schließlich wollte ich ihr nicht weh tun. Als sie nun so unter mir lag senkte ich meinen Kopf auf ihre Brust. Ich wollte ihren Herzschlag hören. Ihr Herzschlag beruhigte mich, da er mir signalisierte das sie bei mir war, dass sie noch am Leben war. Sie legte nun ihre Arme um mich und hielt mich so auf ihr fest. Es war angenehm dieses Gefühl von Geborgenheit gab mir eine gewisse Sicherheit, die ich sehr zu schätzen wusste.
Nach einer Weile des Schweigens durchbrach ich die Stille und meinte zu Petra „Danke für alles."
~Petra POV~
Ich strich ihm langsam über seinen Kopf und seufzte dabei wohlig. So mit ihm hier zu liegen gefiel mir. Er vertraute mir und das wusste ich zu schätzen. Doch da ich sein Gesicht nicht sehen konnte bemerkte ich auch nicht, wie er langsam einschlief. Ich wollte ihm mitteilen, dass es auch für mich schön sei und meinte zu meinem Liebsten „Es ist schön... So mit dir hier zu liegen..." doch brauchte es nicht lange, dass auch meine Lieder schwer wurden, jedoch wollte ich noch nicht schlafen und versuchte so lange wach zubleiben wie es mir möglich war.
~Levi POV~
Ich wachte nun langsam wieder aus meinem Schlaf auf und öffnete die Augen mit einem leichten brummen „Mn...". Erst jetzt realisierte ich das ich immer noch auf Petra lag. Mein Kopf schnellte in Sekundenschnelle zu ihr nach oben und ich entschuldigte mich bei ihr „Entschuldigung... wie lange hab ich geschlafen?". Sie sah etwas erschrocken durch meine schnelle Bewegung aus. Mein Blick wanderte nach draußen der Himmel war schon dunkel geworden, was bedeutete das ich mehrere Stunden bei ihr geschlafen haben muss. Sie antwortete mir nachdem sie sich kurz im Raum umgesehen hatte „Bestimmt 2 bis 3 Stunden." Nachdem sie mir dies mitgeteilt hatte legte sie ihre Arm um mich.
Da ich jedoch nicht aufstehen wollte bleib ich an Petra's Seite und legte meine Arme um sie. Ich wollte sie nun näher zu mir ziehen. „Wie kann sich so etwas nur so gut anfühlen?" frage ich Petra, jedoch erwartete ich keine Antwort von ihr.
Da ich Petra nun in meinen Armen hielt meinte ich zu ihr „ich würde gerne jeden Tag so einschlafen und wieder aufwachen..." Nachdem ich ihr dies mitgeteilt hatte musste ich etwas seufzen. Doch antwortete sie mir schnell „Ich glaube, weil es das ist was man liebe nennt. Mir geht es genauso wie dir. Ich würde auch gerne jeden Abend mit dir einschlafen und beim aufwachen als erstes dein Gesicht sehen oder deine Nähe spüren." Sie strich mir nun sachte über meine schwarzen Haare.
Wann sollen wir es den anderen sagen... oder sollen wir es den anderen überhaupt sagen? Würden sie sich für uns freuen oder würden sie versuchen uns auseinander zu bringen? Es gab so viele Möglichkeiten wie die anderen Reagieren würden und ich wollte kein Risiko eingehen. Ich entschloss mich unsere Beziehung weiterhin geheim zu halten. Es wäre das sicherste für Petra und mich.
Ich streckte mich nun ein wenig um Petra's Hals zu erreichen. Dort angekommen küsste ich sie ein wenig. Ich war unvorsichtig und hinterließ Petra versehentlich einen Fleck. Doch bemerkte ich dies nicht sofort. Sie wendete ihren Kopf von mir ab, um mir noch mehr Platz für mein Vorhaben zu geben. Ihre Atmung wurde immer schneller umso mehr küsse ich auf ihrem Hals verteilte. Sie schenkte mir nur wenige Augenblicke später ein kleines leises stöhnen ihrerseits. Es schien fast so, als ob sie sich durch diese Geräusche von sich erschreckt hatte, denn sie ließ in wenigen Augenblicken ihre Hand zu ihrem Mund schnellen und deckte diesen nun ab.
Ich streckte mich noch ein wenig um an ihr Ohr zu gelangen. Als ich in dessen Nähe war fing ich an in ihr Ohr zu flüstern „Ich liebe dich. Ich würde alles in meiner Macht Stehende tun damit du glücklich bist." Als ich diese Worte an sie gerichtet hatte drehte sie ihren Kopf zu mir und entfernte ihre Hand von ihrem Mund. „Ich liebe dich auch so sehr. Das brauchst du noch nicht mal. Es reicht mir, wenn du einfach nur bei mir bist, dann bin ich am glücklichsten." Sie streckte sich nun mir entgegen und vereinte unser Lippen zu einem sanften Kuss.
Ich erwiderte ihren Kuss sofort, jedoch wollte ich noch mehr. Ich wollte mehr von ihr haben und intensivierte unseren Kuss ein wenig. Als wir diesen wieder trennen mussten schoss mir ein Gedanke durch den Kopf. Du kannst nicht weiter mit ihr gehen! Doch machte mir Petra's Anblick das nicht gerade leichter. Sie atmete schwer und keuchte nach dem Kuss weiter. Sie sah einfach wunderschön au sin diesem Moment.
Ich stützte mich wieder über Petra ab und sah ihr in ihre wunderschönen Augen. „Selbst, wenn ich es nicht muss merk es dir... ich mache wirklich alles um das du mich bittest." Sie lächelte mich nun wieder an und meinte lieb zu mir „Du bist doch verrückt." Ich schaute nun wieder aus dem Fenster und merkte, wie es immer dunkler wurde. Nachdem sie dies gesagt hatte entgegnete ich ihr wieder freundlich „Dann bin ich eben verrückt, doch für dich bin ich das gerne." Ich senkte mich wieder zu ihr hinunter um sie erneut zu küssen. Sie erwiderte diesen Kuss sofort und es fühlte sich fantastisch an.
Ein leises seufzen kam von meinen Lippen „Ich sollte langsam gehen sonst fällt Hanji noch etwas auf..." Ich überlegte kurz ehe ich weitersprach „Sie ist clever... sie könnte schon etwas ahnen. Und das macht mir am meisten Sorgen." Was ist wenn Hanji wirklich schon einen Verdacht hätte... schließlich hat sie mich mittlerweile 3-mal bei Petra im Krankenzimmer erwischt... Ich mache ja sonst auch nie Krankenbesuche... doch dieses Mal ist es eine Ausnahme.
Ich seufzte wieder einmal und nahm anschließend ihre Hand. Ich führte diese immer weiter zu meinem Mund und küsste sie auf den Handrücken. „Ich will noch nicht gehen..." flüsterte ich ihr anschließend noch gedankenverloren zu. Sie schlang nun ihre Arme um meinen Nacken und zog mich zu ihr herunter. Als sie mich an sich gezogen hatte fing sie an zu weinen „Ich möchte nicht, dass du gehst. Ich möchte dich nicht gehen lassen"
Sie hatte es nun wirklich geschafft mir ein schlechtes Gewissen zu bereiten. Die Frau die ich liebte umarmte mich und weinte und was mache ich bei der ganzen Sache... ich kann sie unmöglich jetzt allein lassen... ich kann jetzt nicht gehen...ich kann sie so nicht zurücklassen.
Ich erwiderte ihre Umarmung und neigte mich ihrem Ohr entgegen und flüsterte in dieses „Dann lass mich nicht gehen." Ich lächelte sie nun ein wenig an. Ich wusste das es unklug war hier zu bleiben, dennoch wollte ich sie so nicht zurücklassen. Ich wollte einfach nicht, dass sie sich allein fühlte. Sie antwortete mir mit einer schluchzenden Stimme „Das werde ich auch nicht...noch nicht."
Nachdem sie dies gesagt hatte löste sie unsere Umarmung und wischte ihre Tränen weg. Sie fing langsam wieder an zu lachen, was auch mein schlechtes Gewissen bereinigte. Sie schmiegte sich nun wieder an mich und schloss nach wenigen Minuten ihre Augen. Sie ließ nun ihre Hand durch meine Haare fahren und gab mir einen Kuss ehe sie mich fragte „Deine Haare sind schon wieder nachgewachsen. Soll ich sie dir schneiden?"
Nachdem sie mich darauf hingewiesen hatte das meine Haare länger geworden waren fasste ich sofort nach ihnen. Es stimmte wirklich sie waren wieder länger geworden und ich sollte nicht allzu lang mit dem schneiden warten. Schließlich will ich ja nicht wie das Titanenbalg aussehen. Da ich Petra nicht noch mehr Umstände bereiten wollte meinte ich zu ihr „Mach dir keine Umstände, dass sollte ich noch allein hinbekommen." Sie verstand mich und lächelte mich anschließend an ehe sie meinte „Gut wie du möchtest aber, wenn ich dir helfen soll sag es ruhig." Sie streichelte mir nun über meine Wange und zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen.
Ich wusste, dass ich bald gehen musste, doch wollte ich sie nicht verlassen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hatte ich einfach das Bedürfnis mich gegen die Regeln zu stellen. "Glaubst du Hanji oder ein anderer Soldat kommt heute nochmal vorbei?" fragte ich sie nun mit einem kleinen Hintergedanken. Sollte sie mit nein antworten würde ich bei ihr bleiben. Ich wollte nicht in mein leeres kaltes Zimmer. Hier bei ihr war es viel schöner. Sie gab mir die Geborgenheit nach der ich mich schon so lang sehnte. Ich hoffte inständig, dass sie mir mit nein antwortete.
Ihr Blick wanderte nun zum Fenster nach draußen. Ich sah das sie über meine Frage nachdachte und konnte nur weiter hoffen. Sie antworte mir nach einer gefühlten Ewigkeit „Also jetzt sollte keiner mehr kommen... es sei denn jemand sollte sich was tun... Dann würde hier die ganze Belegschaft antreten." Sie lächelte mich nun an. Ich war froh, dass sie mit nein geantwortet hatte dennoch musste ich bedenken das die Belegschaft wegen eines Notfalls hier stehen und uns erwischen könnte. Aber wie groß ist die Chance das ausgerechnet heute etwas Derartiges passieren würde.
Ich schaute nun wieder zu ihr „Dann werde ich heute bei dir bleiben" meinte ich in einem ruhigen und angenehmen Ton zu ihr. Ich konnte sie heute aus irgendeinem Grund nicht allein lassen. Ich sah das sich ihre Wangen nach meiner Aussage rot gefärbt hatten, doch war es ihr nicht unangenehm sie formte anschließend ihre Lippen zu einem schönen Lächeln das mein Herz erwärmte. Ich umarmte sie nun wieder und flüsterte in ihr Ohr „...sofern du mich lässt." „Natürlich möchte ich das" antwortete sie mir und drückte sich an mich.
Sie rückte immer noch mit roten Wangen ein Stück zur Seite und hob die Decke etwas an. „Hier drunter ist es schön warm, angenehmer als oben".
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