8: Albtraumhaft
"Alex, ich bewundere dich. Du bist mutig, schlau und wunderschön. Ich will so sein wie du!"
"Alex, Alex! Zeigst du mir, wie du sie erledigt hast?"
"Oh ja! Ich will das auch lernen! Du bist sooo talentiert und ich will endlich mal die Beste im Jahrgang werden!"
"Aber zu erst bin ich dran!"
"Wie wäre es, wenn du uns erstmal sagst, wieso du es gemacht hast?"
Überfordert sah ich von einem zum anderen. Vor mir standen kleine Mädchen und Jungen zwischen acht und dreizehn Jahren, die mich mit großen Augen ansahen. Nun hatte sich ein Reporter vorgedrängelt und bombardierte mich mit Fragen.
"Nun lasst sie erstmal Luft holen, bitte. Sie wird alles genauestens berichten." Eine Hand legte sich auf meine Schulter und ich sah nach links. Dort stand Herr Romano und lächelte mich aufmunternd an. Dabei zwinkerte er, doch ich wusste, dass das alles nur gefälscht war. Ich versuchte seine Hand von meiner Schulter zu schütteln, doch es half alles nicht, er hielt mich nur fester.
"Alexandra! Sagen Sie uns endlich, was genau passiert ist!"
"Bitte, Alex, wir lieben dich doch so!"
"JA! Du bist mein Vorbild!" Ich sah nach unten. Ein kleines Mädchen stand dort. Sie hatte zwei Zöpfe in den Haaren und sah mich aus großen Augen an. Diese Augen strahlten so viel Bewunderung aus, dass mir schlecht wurde. Ich sollte kein Vorbild sein. Ich war ein grausamer Mensch. Ich hatte sie einfach umgebracht!
"Na komm, Alexandra, ich glaube du solltest dich ein wenig ausruhen." Der Druck an meiner Schulter wurde stärker und ich ließ mich von ihm einfach führen. Er drehte mich von der Menschenmenge weg, die nun laut protestierte. Wir verschwanden in einem Gang und die Stimmen wurden immer leiser, je weiter wir uns von ihnen entfernten.
"Wo gehen wir hin?", brachte ich leise hervor. Ich hatte Angst.
"Du glaubst wohl, du bist die Heldin hier, was?", fragte er scharf und schubste mich in einen Raum."Nur weil du sie umgebracht hast, bist du nicht gleich Supergirl!" Langsam kam er auf mich zu und ich ging immer weiter zurück. "Du weißt gar nicht, wie viel Schaden du angerichtet hast, Alexandra! Du hast das Leben aller zerstört! Am liebsten würde ich dich auch einfach-" Ich knallte gegen einen Tisch und konnte nicht weiter zurück. Er kam mir noch näher und hob die Hand. Ängstlich kniff ich die Augen zusammen und hielt mir die Arme schützend vors Gesicht, doch es kam nie etwas.
Plötzlich hörte ich Gemurmel. Vorsichtig machte ich erst ein Auge auf, dann das andere. Verwundert nahm ich die Arme runter. Ich war im Schloss?
"Ah! Alexandra! Wie schön dich zu sehen! Na komm, setz dich, setz dich!" Misstrauisch sah ich zur Königin, die mich zu sich winkte. "Na komm, Liebes." Langsam ging ich auf den langen, gedeckten Tisch zu. Ich setzte mich auf den Platz neben der Königin und ließ meinen Blick schweifen. Gegenüber mir saß Fernando, der mal wieder sein charmantes Lächeln aufgesetzt hatte. Neben ihm saßen die Prinzessinnen Adrianna und Lucía. Mein Blick schweifte nach rechts. Lucrezia grinste mich glücklich an. Wieder sah ich zur Königin. Diese hob nun grinsend ihren vergoldeten Kelch in die Luft. "Auf Alexandra! Sie hat es geschafft. Sie hat uns alle erlöst! Du bist unsere Heldin!"
"AUF ALEXANRA!", rief der ganze Tisch im Chor. Ich sah mir nun die restlichen Personen an. Dort saßen tatsächlich Alfonso, Caruso und Boxi, jeder von ihnen zwinkerte mir zu.
"Ich...ich glaub ich muss kurz an die frische Luft", murmelte ich und stand schnell auf, um aus dem Saal zu verschwinden. Ich begab mich in den Garten und lief in das Labyrinth aus Hecken. Schnell hatte ich mich darin verloren und fand den Ausgang nicht mehr.
"Alex? Alex, bist du es?" Ich drehte mich um und blickte in das Gesicht von Letitia und Zoe.
"Was machst du hier?", fragte Zoe.
"Ich...wollte nur frische Luft schnappen."
"Du willst dich wohl verstecken, vor deinen Fans, was?", grinste sie und kam auf mich zu, um mich in ihre Arme zu nehmen. "Das war wirklich großartig von dir!"
"Und ob! Wir könnten dir nicht dankbarer sein!", nickte Letitia. Ich löste mich aus der Umarmung und machte ein paar Schritte zurück, um Abstand zu gewinnen.
"Eh...danke?"
"Nun sei doch nicht so bescheiden!" Zoe zwinkerte mir zu.
"I-Ich muss dann auch mal wieder." Schnell lief ich von den beiden weg. Was war das nur für eine komische Begegnung gewesen?
Ich irrte durch das Labyrinth und suchte verzweifelt nach dem Ausgang. Irgendwann kam ich zu einem kleinen Platz. In der Mitte stand eine Holzhütte, die mich stark an etwas erinnerte. Hatte ich etwa ein Déjà-vu?
Langsam ging ich näher, doch bevor ich durch das Fenster schauen konnte, öffnete sich die Tür und ich schreckte zusammen.
"Alexandra!", wurde ich freudig begrüßt. "Wie geht es dir? Wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen!" Mit geweiteten Augen sah ich den Mann vor mir an. Es war Franco...der Franco, der uns in der ersten Mission im Weg stand.
"Was? Alexandra ist hier?" Nun tauchte auch ein Mädchen auf und meine Augen wurden noch größer.
"Roberta?", fragte ich fassungslos.
"Du erinnerst dich ja an mich", kicherte sie. "Jetzt kann ich immer sagen, dass ich dich schon vorher kannte!"
"Na komm, willst du nicht reinkommen? So eine Heldin wie dich wollen wir doch nicht hier draußen einfach stehen lassen!"
"Was ist hier los?", kam plötzlich noch jemand hinzu. "Alexandra!" Der Mann starrte mich überrascht an, bevor sich seine Miene verdunkelte. "Was hast du hier zu suchen?"
"Hab-hab mich nur verlaufen. Ich geh schon!"
"Hier geblieben!"
"Ach, Giacomo, jetzt sei doch nicht so. Sie ist unsere Heldin!", freute sich Roberta.
"Von wegen Heldin!", spukte mir Giacomo Floretti vor die Füße. Er fuhr sich einmal durch die Haare und starrte mich dann wütend an. "Sie ist unmöglich! Überall mischt sie sich ein!"
"Ehm...eigentlich muss ich jetzt dringend los", murmelte ich und drehte mich schnell von ihnen weg, um dort zu verschwinden, wo ich aufgetaucht war. Sie riefen mir nach, doch ich lief einfach weiter, bis ich mir sicher war, dass mir keiner gefolgt war.
Mal bog ich nach rechts, mal nach links ab. Die nächste war leider eine Sackgasse, doch ich erkannte zwei Gestalten. Vorsichtig ging ich näher und erkannte meine lieben Cousins.
"Alex!", begrüßten sie mich glücklich und umarmten mich.
"Wir sind so froh, dass es dir gut geht!"
"A-aber habt ihr nicht gehört-" , begann ich.
"Doch, doch. Wir haben ALLES mitbekommen", nickte Luca.
"Na ja, sowas kann man nun nicht mehr rückgängig machen...irgendwie schon komisch, ohne sie", meinte Filippo.
"Ich habe jemanden umgebracht!" Plötzlich liefen mir die Tränen nur so an den Wangen hinunter. "Ich habe sie einfach umgebracht..."
"Ach, Alex", seufzten sie.
"Wieso eigentlich immer ich? Immer ich erledige die scheiß Arbeit!" Langsam trat ich von ihnen zurück.
"Alex..."
"Nein", schüttelte ich den Kopf. "Lasst mich einfach in Ruhe. Es soll mich einfach jeder in Ruhe lassen!" Schnell verschwand ich und rannte wieder los. Ich wollte endlich hier raus. Ich konnte nicht mehr!
"Alexandra! Warte doch!" Hinter mir ertönte die fiese Stimme von Evanna Cruz, doch ich legte nur einen Zahn zu.
"Lass mich!", schrie ich.
"Ich tu dir doch nichts! Jetzt können wir doch Freunde werden! Ich bringe Leute um. Du bringst Leute um. Wir können die besten Freunde werden!"
"NEIN!!!" Ich bog schnell rechts ab und nahm sofort die nächste rechts wieder. Evanna war verschwunden, allerdings stand nun Debbie vor mir.
"Ich wusste, du kannst es schaffen!", grinste sie und zwinkerte mir zu. Panisch sah ich mich um und lief davon.
Irgendwann kam ich wieder an einem Platz an. Dort war gerade ein Fest in vollem Gange.
"Da ist sie!", rief jemand. "Unsere Heldin!!" Ich entdeckte Angelica Warren, welche strahlend auf mich zu kam.
"Alex!" Ich drehte meinen Kopf nach links und entdeckte Teresa. Ihr ging es gut!
"Teresa! Du weißt gar nicht, was alles passiert ist! Es ist so schrecklich!", begann ich ihr zu erzählen.
"Aber ich weiß doch alles, du Dummerchen!", sie grinste mich an. "Unfassbar! Endlich ist sie weg. Nun steht uns nichts mehr im Weg!"
"A-aber ich habe wen umgebracht", stammelte ich verzweifelt. "Das wollte ich doch gar nicht!"
"Jetzt sei doch nicht so bescheiden!", kam von Leos Onkel. Ich sah ihn verwirrt an. "Das hast du wirklich gut gemacht. Ich dachte erst, du wärst eine typische Visconti, doch du hast bewiesen, dass du gut genug für Leo bist!"
"Wie bitte?" Ich schüttelte leicht den Kopf und sah ihn aus großen Augen an.
"Willkommen in der Familie!"
"Nein...nein...das will ich doch alles gar nicht!"
"Den Tod kann man nicht ungeschehen machen, Alex!", zwinkerte er mir zu. Mir wurde schlecht.
"Komm her, Alex!" Plötzlich kam Mauro und umarmte mich. Ich blieb angewurzelt stehen. "Du miese Schlange", wisperte er mir ins Ohr. "Das war nie abgesprochen, sie einfach kaltblütig zu ermorden!"
"Aber ich hab doch ni-"
"Hör' mir genau zu, Alexandra. Du glaubst jetzt wahrscheinlich, du bist hier die Heldin schlechthin, doch da hast du dich gewaltig getäuscht!" Plötzlich griff er mein Handgelenk und wirbelte mich herum, sodass er hinter mir stand. Er legte eine Hand um meinen Hals und zog mich nach hinten. Nun war ich seinem Würgegriff unterworfen und versuchte mich zu befreien. Alle anderen waren verschwunden, genauso wie das Fest.
"Mauro, ich dachte, dass-"
"Dass ich sie nicht leiden kann? Falsch gedacht! Sie hat immer nur so getan, als würde sie mich nicht leiden können!"
"Bitte! Ich kriege keine Luft!"
"Kaltblütige Mörder haben es nicht verdient zu leben!", knurrte er und drückte noch fester zu. Ich zappelte wild und versuchte mich von ihm zu befreien, doch es klappte alles nicht. Ich wurde immer schwächer und meine Sicht verschwamm, bis irgendwann alles schwarz war.
Als ich jemanden schluchzen hörte, machte ich die Augen auf. Ich war nicht mehr in dem Labyrinth. Nun stand ich auf einem Friedhof. Ich sah vier Leute vor mir stehen, die auf einen Grabstein starrten.
"Oh nein", hauchte ich. Langsam ging ich auf alle zu und schaffte es, mich durch sie hindurch zu quetschen. Mit Tränen in den Augen sah ich auf den Grabstein.
"Jetzt tu' doch nicht so!", keifte mich jemand von der Seite an. Ich sah hoch und entdeckte Nola Pascual, wie sie ein Taschentuch in der Hand hielt und mich böse anfunkelte. "Du bist an allem Schuld!"
"Ich wollte das doch gar nicht!", flüsterte ich.
"Und wieso hast du es dann gemacht?", fragte mich Nathiel von der anderen Seite. Ich sah zu ihm. Auch er starrte mich nur wütend an.
"I-Ich weiß nicht", stammelte ich.
"Ganz einfach weil du eine grausame Mörderin bist! Du hast kein Herz! Eigentlich müsstest DU an ihrer Stelle dort liegen!" Ich drehte meinen Kopf zu Miguel, den ehemaligen Direktor der Jungs.
"Ich hatte wirklich etwas anderes von dir erwartet", meinte nun auch noch Mario. Ich spürte die Tränen an meinen Wagen entlang laufen.
"Bitte versteht doch...das war alles gar nicht so, wie ich es wollte!"
"Aber jetzt ist sie tot!", schrie mich Nola an.
"Sie ist verdammt nochmal tot! Und du darfst einfach weiter herum laufen und lachen, wobei du gleich hinterher müsstest!", schnaubte Nathiel.
"Alexandra", sagte dann eine liebe Stimme. Ich sah hinter den Grabstein. Dort stand Gaia.
"Gaia?", fragte ich. "Ich dachte, du wärst tot."
"Das bin ich ja auch", antwortete sie mir ruhig. "Ich bin bloß der Geist."
"Ich wollte das alles nicht, Gaia! Es tut mir so unfassbar leid!"
"Ich weiß", lächelte sie. "Du konntest nichts dafür. Beide Male konntest du nichts dafür. Du wurdest von deiner Wut getrieben."
"Wieso kann ich mich nicht unter Kontrolle halten? Ich bin ein Monster!"
"Nein, Alexandra, du bist einfach menschlich."
"Menschlich?", fragte ich und meine Stimme brach. "Wie kannst du sowas bitte menschlich nennen? Ich habe zwei Personen einfach umgebracht!"
"Wir werden nicht böse geboren, Alexandra", erklärte sie noch immer sehr ruhig. "Unsere Umwelt macht uns böse."
"Aber-"
"Genauso war es bei ihr." Gaia zeigte auf den Grabstein. "Sie wurde nicht böse geboren, sie wurde so geformt."
"Dann bin ich doch erst recht ein Monster!", schrie ich sie an.
"Nein, Alexandra", sprach sie mit Bedacht. "Du wärst ein Monster, wenn du es ohne Grund getan hättest."
"Aber ich hatte doch keinen guten Grund", schluckte ich, als es mir bewusst wurde.
"Das siehst du erst jetzt, nachdem du deine Wut gestillt hast. Nachdem dich das Monster der Wut verlassen und dich zurückgelassen hat. Du bist wieder du selbst und erkennst, dass es falsch war. Das zeigt, dass du wirklich keine bösen Absichten hattest. Du wolltest dich rächen. Nach all den Jahren wolltest du ihr das einmal heimzahlen, doch die Rechnung war bereits so lang, dass du sie umgebracht hast, um endlich glücklich zu sein."
"Aber ich bin nicht glücklich!"
"Das liegt an deiner Menschlichkeit."
"Was redest du da?", schrie ich sie wieder an. "Ich bin kein verdammter Mensch, sondern ein Monster!"
"Du wirst genug mit deinem schlechten Gewissen bestraft. Dies zeigt deine Menschlichkeit." Ich starrte Gaia fassungslos an. Warum redete sie so viel Schwachsinn? Ich war eine Mörderin!
Mein Blick senkte sich auf den Grabstein. "Es tut mir leid, Marianna."
Ruckartig setzte ich mich auf. Außer Atem strich ich mir die Haarsträhnen von der Stirn und versuchte zu verstehen, was gerade passiert war.
"Alles okay, Alex?", fragte Flavia verschlafen neben mir. "Du hast dich ständig von einer Seite zur anderen gewälzt."
"Ich habe schlecht geträumt", meinte ich bloß und stand auf, um ins Bad zu gehen.
"Wieder einer deiner Albträume? Worum ging es denn diesmal?", fragte sie besorgt und stützte sich auf einen Arm.
"Nicht so wichtig", winkte ich flüchtig ab und schloss mich im Bad ein. Ich stützte mich am Waschbecken ab und starrte in mein Spiegelbild. Noch immer konnte ich nicht fassen, was da gerade alles passiert war. Die ganze Zeit war ich wirklich von meiner Idee überzeugt, Marianna einfach umzubringen. Wieso träumte ich dann so komisch? Ich würde doch froh sein, endlich meine Cousine vom Hals zu haben. Endlich frei leben, ohne von ihr terrorisiert zu werden.
Kurzerhand entschloss ich mich zu duschen, da es normalerweise half, einen freien Kopf zu bekommen. Ich duschte extra kalt, doch es half kaum. Immer wieder schwebten mir die Wörter von Gaia durch den Kopf: Wir werden nicht böse geboren, unsere Umwelt formt uns so. Was wollte mir mein Unterbewusstsein sagen? Dass ich Marianna einfach in Ruhe lassen sollte? Aber sie wollte mich doch genauso loswerden!
Dann fielen mir plötzlich einige Situationen ein, die ich mit meiner Cousine hatte. Damals im Schloss, da hatte sie mich in der Nacht überrascht und gesagt, ich wäre die Einzige, die sie verstehen könnte. Oder auf der Costa Luminosa, wo sie mir erklärt hatte, dass sie immer so werden sollte wie ich. Außerdem hätte sie mich dort im Fahrstuhl einfach umbringen können, sie war auch kurz davor, doch sie hat es gelassen. Dafür hatte ich ihr dann einen Arm gebrochen, wobei sie sich wieder relativ gering gewehrt hat, für ihre Verhältnisse. Hm...jetzt war ich definitiv verwirrt.
Als ich mit der Dusche fertig war und mich angezogen hatte, wollte ich meine Haare trocknen, allerdings hing der Fön im Zimmer. Ich rubbelte meine Haare mit einem Handtuch etwas trocken, während ich aus dem Bad trat. Überrascht sah ich ins Zimmer, da dort mehr Leute saßen, als zuvor. Ich hatte gar nicht gehört, dass sie herein gekommen waren.
"Endlich kann ich ins Bad", sagte Eliana und stand auf.
"Hey, Alex, wir sind gerade dabei zu verstehen, was mit diesem Schatten Rätsel gemeint ist", erklärte mir Flavia, die sich mittlerweile umgezogen hatte.
"Und was habt ihr bis jetzt?", fragte ich. Dabei versucht ich so normal wie möglich zu klingen und ich mied Leos Blick, da ich wusste, er würde sonst sehen, dass nicht alles in Ordnung war.
"Na ja, noch nicht so viel", gab Luca seufzend zu.
"Ich trockne kurz meine Haare", sagte ich und erntete ein Nicken von meiner besten Freundin. Ich warf das Handtuch auf den Boden und schnappte mir den Fön, den ich sofort anmachte und mit der heißen Luft meine Haare trocknete. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie meine Freunde sich wieder über das Rätsel unterhielten und ich sah in den Wandspiegel vor mir. Wieder begannen sich die Gedanken in meinem Kopf zu drehen.
Sobald ich fertig war, hing ich den Fön wieder in seine Halterung und sah zu meinen Freunden.
"Wir haben was, Alex", berichtete Flavia freudig. "Wir haben beschlossen, erstmal zum Washington Monument zu gehen, da uns das Rätsel von Manuele dort hinbringt und dann nach einem Schatten zu suchen oder so."
"Schatten wird es viele geben", warf ich ein und strich durch meine Haare.
"Wissen wir, aber wie Debbie meinte, es gibt an jedem Ort eine wie sie. Das bedeutet, wir müssen nur wieder so jemanden finden, der uns hilft", erklärte Christian.
"Okay, cool", sagte ich mit einem Schulterzucken. "Dann machen wir uns mal auf den Weg zum Washington Monument."
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