6: Blau oder Rot?

"Schade, ich wäre gerne länger in New York geblieben", seufzte Flavia, als wir ins Hotel zurück kamen.
"Wir können wiederkommen, sobald wir alles erledigt haben", meinte ich.
"Ha, wer's glaubt. Mit dir hat man immer irgendeine Mission zu erledigen."
"Und das ganze Chaos hat damals mit dieser Roberta begonnen", schüttelte ich leicht den Kopf. "Ich kann nicht fassen, dass das alles zusammenhängt."
"Meinst du echt?", runzelte meine Freundin die Stirn.
"Ich glaub schon. Herr Romano war bestimmt nicht erst seit kurzem auf der anderen Seite. Er und der Direktor der Jungs haben mich und Leo extra auf diese Mission geschickt. Vielleicht dachten sie, sie können uns auf diese Weise loswerden."
"Ich würde ihn echt gerne zur Rede stellen", sagte Flavia.
"Da bist du nicht die Einzige", murmelte ich. Als wir vor unserem Zimmer standen, drehte ich mich zu den anderen. "Wir müssen der Organisation Bescheid geben. Wollt ihr dabei sein oder ist euch das egal?", fragte ich in die Runde. Alle sahen sich einmal an, bevor sie nickten.
"Wir kommen mit", bestätigte Christian. Eliana öffnete die Tür und jeder verteilte sich im Zimmer. Ich hatte mich mit dem Laptop an den Schreibtisch gesetzt. Flavia stand daneben. Dann rief ich sie auch schon an und kurze Zeit später wurde mein Anruf angenommen. Ich erkannte eine Frau, welche uns abwartend musterte.

"Guten Tag, Alexandra", sagte sie und schob ihre Brille zurecht.
"Guten Tag, Frau Santi", begann ich. "Wir wollten Bescheid geben, dass uns die neusten Hinweise nach Washington D.C. führen."
"Hab schon verstanden. Morgen früh wird ein Flugzeug für Sie bereit stehen und ich werde ein Hotel buchen lassen. Machen Sie sich da keine Sorgen."
"Gibt es schon was neues von meinen Eltern?", fragte ich nach, bevor sie sich schon verabschieden konnte. Frau Santi zögerte kurz.
"Sie sind mittlerweile bei uns eingetroffen, ja."
"Echt?" Automatisch rutschte ich vor auf die Stuhlkante und in mir begann es zu kribbeln. "Kann ich mit ihnen reden? Bitte! Ich muss wissen, dass es ihnen gut geht!"
"Es geht ihnen gut, keine Angst. Allerdings werden Sie nicht mit ihnen reden können...nicht jetzt."
"Aber wieso?", fragte ich verwirrt und leicht aufgebracht. "Immerhin sind das meine Eltern! Ich habe doch wohl ein Recht drauf, mit ihnen zu reden!"
"Beruhigen Sie sich, Alexandra."
"Sie sollen sich beruhigen! Sie können mir doch nicht einfach verbieten meine Eltern zu sehen!" Mit Schwung stand ich auf, sodass der Stuhl nach hinten wegrollte.
"Vertrauen Sie mir, Alexandra. Ihren Eltern geht es gut. Sie stehen nur ein wenig unter Schock. Sie werden gerade untersucht-"
"Das heißt, es ist doch etwas mit ihnen!" Auf einmal spürte ich zwei Hände, die sich auf meine Schultern legten.
"Nein, Alexandra, hören Sie mal zu. Ihre Eltern kamen hier ohne große Schäden an. Sie hatten vielleicht ein paar Kratzer, aber das ist ja normal. Sie haben selbst darauf bestanden, untersucht zu werden."
"Wissen Sie denn schon, wie sie es geschafft haben, frei zu kommen?", fragte ich nun ruhiger, da Leo diese Wirkung auf mich hatte.
"Noch nicht, aber sie hatten Hilfe, so viel ist sicher."
"Hilfe?", runzelte nun Flavia die Stirn. "Von wem denn?"
"Das wissen wir leider noch nicht. Aber wo wir gerade bei Komplizen sind, ich würde euch bitten, jemanden ausfindig zu machen."
"Wir haben aber wirklich keine Zeit", meinte ich.
"Es ist der Komplize, der damals ihrer Cousine Marianna Visconti aus der Psychiatrie geholfen hat." Sie redete einfach weiter, ohne meinem Kommentar Beachtung zu schenken. "Glücklicherweise befindet er sich gerade in Washington D.C. und unsere Agenten haben herausgefunden, dass er dort auf einen Ball gehen wird. Leider hat er bemerkt, von wem er verfolgt wird. Deswegen müssten Sie auf den Ball gehen, aber keine Sorge, unsere Agenten werden dort sein und auf Ihr Signal warten, um ihn festzunehmen."
"Und wie sollen wir das machen?"
"Das wissen Sie glaube ich am besten. Ich weiß, dass Sie das können."
"Ach, noch eine Sache", warf Eliana plötzlich ein. "Wir bräuchten noch gefälschte Ausweise, da man hier erst ab 21 wirklich volljährig ist und uns das sehr helfen würde."
"Sie haben vollkommen recht", meinte Frau Santi und notierte sich etwas in ihr Heft. "Ich werde mich sofort darum kümmern, ich hoffe Ihnen werden die Ausweise morgen im Flieger überreicht."
"Danke", sagte ich.
"Keine Ursache. Also viel Erfolg dann", lächelte sie und beendete das Telefonat. Dennoch starrte ich weiterhin auf den Bildschirm.

"Dass sie den Komplizen gefunden haben, ist doch eine positive Nachricht, nicht?", fragte Flavia vorsichtig. Ich rührte mich nicht.
"Dann haben wir einen weniger", warf Christian ein.
"Luca und ich gehen freiwillig zu diesem Ball!", verkündete Eliana freudig.
"Good idea", nickte James. "Dann beobachten wir alles im Hintergrund und bereiten uns darauf vor, den festzunehmen."
"Alles okay?", fragte Leo leise, als er sich zu meinem Ohr gebeugt hatte, da er immer noch hinter mir stand und seine Hände auf meinen Schultern ruhten. Kurz schloss ich meine Augen, bevor ich mich umdrehte und meine Freunde ansah. Automatisch nahm Leo seine Hände runter.

"James hat recht, wenn Luca und Eliana zum Ball gehen, dann können sie diesen Komplizen direkt beobachten und wir werden euch währenddessen von außerhalb im Auge behalten. Ihr tragt kleine Kameras und Mikrophone bei euch. Christian wird sich bestimmt auch in die Sicherheitskameras hängen können, damit wir einen gesamten Überblick behalten."
"Okay, so machen wir's", stimmte Luca zu und auch die anderen schienen den Plan zu akzeptieren.
"Alex, wegen deinen Eltern-", begann Flavia, doch ich hob meine Hände, um sie zu stoppen.
"Schon okay, sie werden untersucht und es scheint ihnen gut zu gehen. Ich werde sie schon sprechen können, sobald sie bereit sind." Flavia blieb still und ich mied Leos Blick, da ich bereits wusste, wie er mich ansah.
"Dann lasst uns einen letzten schönen Tag in New York machen", unterbrach Eliana die Stille.

○●○

Am nächsten Morgen stand der Flieger pünktlich bereit. Man hatte uns die Tickets noch zugeschickt, damit wir am Flughafen direkt zu unserem Privatjet gebracht wurden. Alles funktionierte ohne Probleme und wie immer saß ich neben Leo, während sich die anderen im Flieger verteilt hatten. Beim Start hatte ich nach Leos Hand gegriffen, da ich diesen immer noch nicht leiden konnte. Allerdings waren wir nun schon etwas länger in der Luft und ich wollte einmal auf die Toilette, weswegen ich meine Hand aus Leos entfernen wollte. Dieser ließ das aber nicht zu.
"Leo...ich muss auf die Toilette", sagte ich ihm und stand auf, doch er zog mich zurück in meinen Sitz. Leicht beugte er sich zu mir rüber.
"Dir ist schon bewusst, dass ich seit gestern darauf warte, dass du mir sagst, was los ist." Er hob eine Augenbraue und ich biss mir auf die Unterlippe. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Er wusste immer, wenn ich etwas verschwieg und für manche erschein es vielleicht nervig, dass er immer alles wissen wollte, doch es zeigte mir bloß, dass ich ihm nicht egal war.

"Ich weiß", seufzte ich. "Ich weiß doch, dass du merkst, wenn was nicht stimmt und es tut mir auch Leid, dass ich gestern nichts mehr gesagt habe, aber...irgendwie ist das alles zu viel...meine beste Freundin ist verschwunden und-und meinen Eltern geht es gut, doch ich kann sie nicht sehen! Das macht mich fertig, ich will wissen, was passiert ist! Wie wurden sie überhaupt gefangen genommen? Wer hat sie befreit? Wurde ihnen wirklich nichts angetan? Verstehst du? Und jetzt kommt die Organisation und erinnert mich an meine gestörte Cousine und seinen Komplizen...ich weiß nicht, ob uns das wirklich sehr weiterhilft, wenn wir uns den schnappen. Ich meine, klar, ist das schonmal etwas, aber Marianna ist die Böse hier. Sie ist immer noch da draußen und macht uns allen, vorallem mir, das Leben zur Hölle! Leo", ich schluckte. "Ich habe einfach Angst. Ich habe mir so viel Mist eingebrockt! Wir haben so viele Feinde, eigentlich sollten wir nachts kein Auge zu tun, weil die Gefahr besteht, kurzerhand umgebracht zu werden! Sie haben mir erst meine Eltern genommen, jetzt Teresa...ich will nicht, dass sie dich oder Flavia auch noch kriegen...ich brauche dich doch." Ich suchte in seinen Augen eine Antwort. Irgendeine. Doch ich konnte nichts finden. Seine Augen strahlten in einem klaren blau und ehe ich es realisiert hatte, lagen seine Lippen auf meinen. Erleichtert lächelte ich. Als wir uns lösten grinste ich ihn frech an. "Sorry, das war ziemlich kitschig für meine Verhältnisse." Er lachte bloß.
"Ein wenig stimmt das schon, trotzdem bist du perfekt." Wieder drückte er mir einen Kuss auf die Lippen, bevor er meine Hand los ließ. "Jetzt kannst du auch auf die Toilette."
"Wie gnädig von dir", meinte ich und stand auf.

Der restliche Flug verlief ohne Probleme. Als wir in Washington ankamen, wurden wir von einem Shuttleservice zu einem wirklich schicken Hotel gefahren.
"Entschuldigen Sie", sprach Luca den Fahrer an. "Findet hier heute Abend der Ball statt?"
"Das stimmt", nickte dieser und hielt mir die Hand hin, als ich aussteigen wollte.
"Danke", lächelte ich. Er nickte bloß einmal, bevor ich dann mit meinen Freunden das Hotel betrat. Eliana fühlte sich direkt wie in einem gewohnten Umfeld und stolzierte auf die Rezeption zu. Sie checkte für uns ein. Wieder hatten wir zwei Viererzimmer, diesmal mit der Anmerkung, dass Kleider und Anzüge in den Schränken hingen.
"Dann kann Alex sich ja auch hübsch machen und auf den Ball gehen", neckte mich James, welcher begann zu lachen, als ich ihn nicht gerade freundlich musterte.

Als wir in die Zimmer gingen, machte sich Eliana sofort dran, die verschiedenen Kleider anzuprobieren.
"Was meint ihr, lieber blau oder rot?", fragte sie, als sie das blaue anhatte und das rote im Schrank sah. Flavia und ich saßen auf dem Bett und wechselte einen Blick.
"Kackbraun würde eher zu ihrem Charakter passen", murmelte Flavia und ich hielt das Lachen nur schwer zurück.
"Ich glaube rot ist besser", sagte ich.
"Oder blau", meinte Flavia.
"Ihr seid keine Hilfe", meckerte sie, was uns grinsen ließ.
"Nimm' einfach das, worin du dich am wohlsten fühlst", seufzte ich.
"Hach, bin ich aufgeregt!", brabbelte sie plötzlich los. "Endlich können Luca und ich ein wenig Zeit alleine verbringen, nachdem wir solange voneinander getrennt waren!"
"Was sollen denn Tavi und ich sagen?" Flavia schüttelte ihren Kopf, doch Eliana ignorierte sie.
"Nur mein Luca und ich...das wird so romantisch!"
"Bitte nicht zu romantisch, wir können alles sehen und hören", erinnerte sie meine beste Freundin.
"Musst du eigentlich immer etwas an mir auszusetzen haben?", platze Eliana der Kragen. "Ich kann das langsam nicht mehr hören!" Überrascht sahen Flavia und ich uns an. "Ihr seid die ganze Zeit gemein zu mir! Und das zu zweit, sonst immer zu dritt! Ich kann und will das nicht mehr! Ich habe wirklich versucht, nett zu euch zu sein, doch immer wieder kommt ein Kommentar oder ein Spruch und es nervt mich einfach! Wieso akzeptiert ihr mich denn nicht?! Ich schnappe euch nichts weg!"
"Nett?", sagte Flavia sofort und stand vom Bett auf. "Du warst doch nicht nett zu uns! Du bist die größte Zicke, die ich je kennengelernt habe! Du gehst mir so dermaßen auf die Nerven mit deinem Tussi-Gehabe und ständig musst du Luca ablecken!" Gerade wollte ich etwas dazu sagen, doch da reagierte Eliana schon, indem sie Flavia eine klatschte. Erschrocken hielt ich die Luft an. Das war jetzt ein Fehler gewesen.

Flavia drehte ihren Kopf zu Eliana und hatte einen Killerblick aufgesetzt. Das bedeutete Krieg. Meine beste Freundin holte aus und man hörte die flache Hand auf Elianas Wange landen. Sofort reagierte Eliana, indem sie ihre Faust in Flavias Bauch rammte. Ich zog bloß scharf die Luft ein, da ich mir vorstellen konnte, wie schmerzhaft das war. Allerdings ließ sich Flavia kaum was anmerken und schon stöhnte Eliana vor Schmerzen auf, als Flavia ihr Knie in Elianas Magengrube gerammt hatte. Nicht lange, da hatte sich die Schwarzhaarige gefasst und warf sich auf Flavia. Diese fiel zu Boden. Ich rückte näher an die Bettkante, um die beiden besser sehen zu können. Sie zogen sich gegenseitig an den Haaren. Nun ergriff Flavia das blaue Kleid, welches Eliana noch trug und riss daran herum. Ein Träger hatte sich bereits gelöst und es war definitiv zerknittert.
"Ich glaube, es wird das rote Kleid", warf ich ein, doch beide ignorierten mich. Flavia hatte es geschafft, beide umzudrehen. Sie zog weiterhin an dem Kleid und Eliana versuchte sie zu stoppen, indem sie meine Freundin am Hals kratze. Irgendwie erinnerte mich diese Szene an die Mission in Spanien, wo sie sich wegen Luca gestritten hatten.

Plötzlich schrie Eliana auf, da Flavia ihr wieder eine geklatscht hatte. Oder auch mehrmals, da ihre Lippe leicht blutete.
"Wie kannst du es wagen", schnaubte sie und drehte wieder beide um. Sie rammte Flavia ihr Knie in die Seite und riss ihr T-Shirt ein.
"Du miese Bitch", knurrte Flavia und packte das Kleid hinten beim Reißverschluss, bevor sie dies auseinander riss. Nun war das Kleid definitiv hinüber. Eliana starrte sie böse an, machte trotzdem weiter, obwohl ihr Kleid oben nicht mehr wirklich hielt.
Auf einmal klopfte es wild an der Tür und ich sprang auf, da die beiden Streithähne nichts mehr mitbekamen. Vor der Tür standen die Jungs, deren Aufmerksamkeit sofort auf den beiden hinter mir lag. Alle außer Leo stürmten an mir vorbei, um die beiden auseinander zu bringen.
"Wieso hast du sie nicht aufgehalten?", fragte Leo, als er eintrat und ich die Tür schloss.
"Dafür war es zu spät", erklärte ich wahrheitsgemäß.
"Und wieso hast du sie nachher nicht auseinander gebracht?"
"Ich bin doch nicht lebensmüde!" Wir sahen den anderen zu, wie sie Eliana und Flavia nur schwer voneinander trennen konnten. "Siehst du, die sind gerade zu dritt und haben Probleme. Wie sollte ich das dann bitte alleine schaffen? Die hätten mich umgebracht!"
"Naw", grinste Leo. "Tut mir Leid, ich habe ganz vergessen, wie schwach und zerbrechlich meine kleine Alex ist."
"Du bist blöd", grinste ich zurück. "Gegen die beiden hat man halt eine Chance!" Ich sah, wie Luca seine Arme um Eliana geschlungen hatte und sie festhielt, während James Flavia hielt. Christian stand dazwischen. Alle drei schienen etwas außer Atem zu sein.

"Hört auf!", sagte Christian bestimmend. "Was ist bloß in euch gefahren?"
"Sie hat angefangen!", keifte Eliana.
"Das stimmt doch gar nicht!", zischte Flavia zurück. Sofort landeten die Blicke bei mir und ich zuckte mit den Schultern.
"Irgendwie kann man nicht genau sagen, wer hier Schuld ist, obwohl Eliana zu Erst zugeschlagen hat. Ihr kennt die beiden doch, da baut alles aufeinander auf und auch wenn Eliana mich ebenfalls nicht nett genannt hat, habe ich mich rausgehalten!"
"Ja, ja, Alexandra das Engelchen!", kam von Eliana.
"Eliana!", mahnte Luca und schüttelte den Kopf.
"Seht ihr nicht, was ihr angerichtete habt?", sagte nun wieder Christian und sah beide abwechselnd an. "Elianas Kleid ist total zerstört und ihr seht total demoliert aus!"
"Aber", warf ich ein. "Jetzt wurde Eliana die schwierige Entscheidung der Kleiderfarbe abgenommen. Jetzt muss sie das rote tragen." Leo konnte nicht fassen, was ich gerade gesagt hatte. Er legte einen Arm um meine Taille und zog mich vor sich, um mir dann eine Hand auf den Mund zu legen. "MHMP!", beschwerte ich mich, doch es half nicht. Beleidigt verschränkte ich meine Arme.
"Also", begann Christian wieder. "Wieso schafft ihr es nicht, einmal miteinander auszukommen?"
"Weil die mich doch nur hassen!", sagte Eliana sofort.
"Weil sie so dermaßen nervt und gar nicht versucht, sich uns anzunähern!", kam direkt von Flavia.  
"Gar nicht wahr! Ich wollte schon immer so Freundinnen haben, wie ihr sie seid! Ich war von Anfang an eifersüchtig auf euch, da ihr immer alles zusammen gemacht habt! Ich war immer alleine, ich hatte noch nie eine richtig gute Freundin, der ich wirklich alles anvertrauen konnte!"
"Du blöde-" Doch Flavia stoppte sich selbst. "Wie bitte, was?" Auch ich sah sie überrascht an.
"Ihr habt mich schon verstanden!", keifte Eliana. Flavia drehte ihren Kopf zu mir und Leo nahm die Hand von meinem Mund.
"Und wieso hast du nichts gesagt?", fragte ich sofort. "Wieso hast du dich immer so aufgeführt, als wärst du was besseres?"
"Weil ich...na weil...ach, was weiß ich denn! So bin ich halt! Ich wollte, dass ihr seht, wie cool und stark ich bin! Ich wollte vor euch nicht so dastehen, wie ein schwaches Opfer! Außerdem mochtet ihr mich schon vom ersten Blick an nicht und das hat mich gestört!"
"Deine Art hat es aber nicht besser gemacht", meinte nun Flavia. "Du hast dich immer aufgeführt wie eine Zicke, die sich einfach einmischen wollte. Keiner außer Luca konnte dir das Wasser reichen, das hast du vermittelt!"
"Ich hab's doch versucht", sagte Eliana nun ruhiger. "Als ich Alex das am Times Square erzählt habe, da wollte ich wirklich helfen. Ich wollte, dass ihr seht, dass ich nicht so schlimm bin, sondern eine von euch!" Wieder folgte Stille. Vorsichtig ließen James und Luca die Mädels los. Sofort hielt Eliana ihr Kleid fest, damit es nicht hinunterfiel.

"Wenn das jetzt auch geklärt wäre", sprach Christian vorsichtig, da er wahrscheinlich Angst hatte, dass die beiden wieder aufeinander losgingen.
"Wir haben die Lösung des Rätsels", erklärte Leo. Ich drehte meinen Kopf zu ihm, da er mich noch immer festhielt.
"Tatsache?"
"Die meinen den Schatten", nickte er. "Der Schatten verschwindet mit der Sonne."
"Hm...nicht schlecht." Anerkennend nickte ich.
"Danke", lächelte er verschmitzt.
"Also gehen wir morgen zum Washington Monument und versuchen zu verstehen, wozu wir den Schatten brauchen?"
"Jap, aber heute Abend ist erstmal der Ball", erinnerte uns Luca.
"Wie gesagt", grinste ich nun Eliana an. "Um deine Frage nochmal zu beantworten, ich würde dir raten das rote Kleid anzuziehen, da das blaue wahrscheinlich zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde." Sie verdrehte bloß die Augen, während ich vor mich hin grinste. Ich war einfach nur froh, dass ich nicht auf diesen Ball musste und somit kein Kleid anziehen brauchte.

○●○

Hey, ich wollte nur kurz anmerken, dass ich zur Zeit viel zu tun habe mit Schule (also Abi) und so...deswegen werde ich nicht regelmäßig updaten können :) hoffe ihr könnt das nachvollziehen!

Spy

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