20: Familiengeschichten
"Onkel Manuele?" Leo sah ihn überrascht und irgendwie erleichtert an.
"Wir klären das drinnen", sagte Manuele knapp und gab mir zu verstehen, den Gefangenen in den Raum zu bringen. Ich stand auf, hielt dabei aber weiterhin Brett Jacobs fest. Flavia und Luca halfen mir dabei, ihn in den Raum zu schieben, da dieser nicht wirklich kooperativ war. Die Tür wurde hinter uns geschlossen und wir setzten den Gefangenen auf einen der Stühle. Luca und Flavia blieben neben ihm stehen, damit er auch ja keine Versuche unternahm, abzuhauen.
"Was hat das zu bedeuten?" Ich drehte mich fragend zu Leos Onkel. Er sah ihm so unfassbar ähnlich. Seine blauen Augen funkelten mir interessiert entgegen, während er sich durch seine schwarzen Haare fuhr und einige nun wahllos abstanden. Er verschränkte seine Arme und lehnte sich an den Tisch, dabei verließen seine Augen nie meine.
"Weißt du, Alexandra, ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht sehr begeistert war, als ich von dir erfahren habe." Kurz sah er zu Leo, da dieser sich nun neben mich gestellt hatte und seinen Onkel ebenso fragend ansah, wie ich.
"Aber wieso?", fragte ich und verschränkte ebenfalls meine Arme. "Ich habe doch nichts getan!" Daraufhin begann Leos Onkel leicht zu lachen und er schüttelte seinen Kopf dabei.
"Du hast wirklich keine Ahnung", murmelte er und sah mich nur noch intensiver an, was mir einen Schauer über den Rücken laufen ließ.
"Keine Ahnung von was?", fragte nun Leo. "Was soll das? Wovon redest du?" Manuele wendete seinen Blick von mir ab und betrachtete seinen Neffen.
"Du weißt nicht, worauf du dich eingelassen hast, mein Junge."
"Ein wenig mehr Kontext wäre hilfreich", warf Flavia dann ein, doch das schien Manuele nicht zu stören. Er sah weiterhin nur mich und Leo an.
"Ich war wirklich nicht zufrieden, als ich erfahren musste, dass mein Neffe, welcher wie ein eigener Sohn für mich ist, etwas mit einer Visconti angefangen hat!" Meinen Nachnamen sprach er mit so viel Ekel und Wut aus, dass es mir einen Stich im Herzen verpasste.
"Hey!", griff Leo sofort ein. "Du kannst nicht einfach so über sie reden!"
"Du hast genauso wenig Ahnung, wie sie, Leo...ansonsten hättest du einen großen Bogen um sie gemacht." Manuele schenkte mir einen missbilligenden Blick.
"Was ist denn das Problem?!", fragte ich nun etwas lauter. Automatisch machte ich einen Schritt auf ihn zu. "Ich habe Leo nie schlecht behandelt!"
"Nein...und genau das hat mich ziemlich zum Grübeln gebracht", gab er zu. Verdutzt sah ich ihn an. Worauf sollte das alles hier hinaus?
"Ich bin raus", hörte ich Flavia sagen.
"Ich kenne deine Eltern, Alexandra", meinte Manuele. Er stellte sich nun richtig hin und schob seine Hände in seine Hosentaschen.
"Ja und?" Leo sah ihn verwirrt an. "Nur, weil du mit denen vielleicht nicht klar kommst, kannst du Alex nicht dafür verantwortlich machen!"
"Rede doch keinen Unsinn, Leo!" Sein Onkel schüttelte den Kopf. "Du hast keine Ahnung, was damals passiert ist, ansonsten wärst du jetzt nicht dabei, sie zu verteidigen."
"Ich heiße Alex", warf ich bissig ein.
"Ist dir etwa noch nie aufgefallen, wieso deine Eltern beide den Namen Visconti tragen?" Manuele trat nun ebenfalls ein paar Schritte näher. "Hast du dich nie gefragt, wieso sie nicht ihre eigenen behalten haben, so wie es üblich ist?"
Ich runzelte meine Stirn und sah ihn verdattert an. "Was?"
"Haben dir deine Eltern nie berichtet, wieso dein Vater den Namen Visconti angenommen hat?" Herausfordernd grinste mich Manuele an. Kurz sah ich zu Leo, doch auch er schien genauso unbeholfen wie ich.
"Nein...wieso sollten sie? Ist doch nichts dabei", meinte ich dann.
"Normalerweise nicht, da hast du recht, Alexandra", nickte er. "Aber im Falle deines Vaters war das pure Absicht."
"Wie hieß dein Vater denn vorher?", fragte nun Teresa, doch ich zuckte bloß mit den Schultern.
"Weiß ich nicht. Haben sie mir nie gesagt."
"Wäre ja auch schön blöd gewesen", sagte Leos Onkel sofort. "Deine Eltern sind nicht auf den Kopf gefallen. Sie wollten dich schützen."
"Schützen wovor?" Leo sah seinen Onkel abwartend an. "Kannst du jetzt mal zum Punkt kommen?"
"Ihr habt bestimmt schon von der Organisation L'Anima Perfetta gehört, nicht?" Wissend sah Manuele uns an und ich weitete meine Augen leicht. Was hatten die denn jetzt damit zu tun?
"Das waren die, die meine Eltern gefangen genommen haben!" Ich konnte nicht glauben, was das alles miteinander zu tun hatte.
"Was ein witziger Zufall", grinste Manuele.
"Was weißt du?", fragte Leo und spannte sich an.
"Ihr wisst bestimmt, was mit der L'Anima Perfetta passiert ist, nicht?" Manuele sah uns fragend an.
"Sie war mal gut, doch dann hatte man den Boss gestürzt und sie wurde böse", kam direkt von Teresa und Manuele nickte bestätigend.
"Um es genauer zu sagen, wurde der Boss, welcher den Namen Grimaldi trug, gestürzt und ermordet. An seine Stelle rückte dann ein Mann mit dem Namen Cantarini."
"Warte", sagte Leo. "Heißt das etwa-"
"Ja, Leo, dein Urgroßvater war der Gründer der L'Anima Perfetta." Überrascht hob ich meine Augenbrauen und sah zu Leo, welcher selbst noch realisieren musste, was genau sein Onkel uns gerade verkündet hatte.
"Aber was hat das alles mit Alex zu tun?", meldete sich Luca zu Wort.
"Daniele Visconti, Alexandras Vater, wurde mit dem Namen Cantarini geboren", ließ er endlich die Blase platzen.
"Unmöglich!", warf ich sofort ein, doch Leos Onkel schüttelte seinen Kopf.
"Dein Urgroßvater war derjenige, der unseren Vorfahren ermordet hat und sich an die Spitze der Organisation gestellt hat. Er war schon immer gegen eine gute Organisation und begann die böse Zeit mit einem Mord, ironisch, nicht wahr?"
"Und deswegen magst du mich nicht?", fragte ich fassungslos. "Weil ich das Blut der Cantarinis in mir habe?"
"Ich war eine Zeit lang selbst in der L'Anima Perfetta", teilte er uns mit und ignorierte meine Frage. "Dein Großvater hatte das Amt nicht weiter übernommen, im Gegenteil, er hatte sich ferngehalten und wollte, dass sein Sohn in Frieden aufwuchs. Ihm kam Elena Maria Visconti gerade recht, da er durch die Hochzeit einen anderen Namen annahm."
"Wieso hat mein Großvater nicht einfach schon einen anderen Namen angenommen?" Noch immer musste ich diese ganzen Infos verarbeiten. Wieso hatten meine Eltern mir nie davon erzählt?
"Er war zu nah an seinem Vater dran und das wäre für ihn tödlich gewesen. Er hielt seinen Sohn vor der Organisation so gut es ging geheim und war froh, als er endlich nicht mehr den selben Namen trug, wie das Monster seines Großvaters." Manuele schenkte mir einen kalten Blick.
"A-Aber ich habe doch gar nichts damit zu tun", murmelte ich und sah dem Mann vor mir fest in die Augen. "Ich wusste nicht einmal davon!"
"Ich weiß", meinte er nun etwas sanfter. "Ich wollte es erst auch nicht glauben, aber als ich Leo gesehen habe, wie glücklich er mit dir ist, da musste ich mich zwingen, dich nicht als eine Feindin anzusehen, die meine Familie weiterhin auslöschen will." Er kam mir noch näher und betrachtete mich genau. "Ich wusste, du musst etwas besonderes sein, sonst hätte sich mein Neffe nie auf dich eingelassen." Er blieb direkt vor uns stehen und sah Leo einen Moment an, bevor er wieder auf mich blickte. "Ich habe euch im Auge behalten und muss sagen, dass du mich wirklich erstaunt hast, Alexandra."
"Danke?" Ich war mir noch nicht so sicher, was ich von ihm halten sollte. Schließlich hatte er mehr als deutlich gemacht, dass er meine Familie nicht leiden konnte.
"Ich meine es ernst", sagte er aufrichtig. "Du hast mich beeindruckt und ihr beide habt mich stolz gemacht...ihr alle seid wirklich unfassbar gut." Nun sah er auch zu unseren Freunden und schien sie zum ersten Mal wahr zu nehmen. "Deswegen bin ich auch hier, um euch zu sagen, wo ihr Louis finden könnt und euren Gefangenen abliefern sollt."
"Du?", fragte Leo ungläubig nach. "Raphaella meinte dich?"
"Interessantes Mädchen", lächelte Manuele verschmitzt. "Aber ja, sie meinte mich und ihr habt euren Auftrag wirklich gut erledigt." Sein Blick landete wieder bei mir. "Du hast bewiesen, dass du für Leo wirklich gut genug bist." Empört hob ich meine Augenbrauen.
"Wie bitte? Das war alles ein Test?"
"So ungefähr", grinste Leos Onkel wissend.
"Ich glaub's ja nicht!", regte ich mich auf und sah ihn wütend an. "Darf Leo etwa nicht selbst entscheiden, was ihn glücklich macht und was ihm gut tut? Muss sein Onkel erst seine Freundin testen, um überhaupt sicher zu sein, dass sie zu ihm passt? In welchem Jahrhundert leben wir denn bitte?!" Beruhigend legte mir Leo eine Hand auf die Schulter, was schon deutlich half. Dennoch sah ich den Mann vor mir noch immer mit verengten Augen an.
"Genau so ist es", nickte Manuele grinsend, amüsiert darüber, dass ich ihn wütend ansah. "Du bist etwas wirklich besonderes, Alexandra, das hast du bewiesen und deswegen solltest du dich glücklich schätzen, dass ich dich nicht mehr wegen deinem Namen beurteile."
"Dafür musste ich ja auch nur durch ganz Amerika rennen, danke dafür." Ich presste meine Lippen aufeinander, doch Leos Onkel wirkte nur noch amüsierter darüber. Er sah zu Leo und klopfte ihm auf die Schulter.
"Ich bin stolz auf dich, mein Junge", sagte er. "Deine Eltern wären es auch, wenn sie sehen könnten, was du auf dich nimmst, um ihre Mission zu Ende zu bringen."
"Danke", meinte Leo und meinte es wirklich ernst. Jedes Mal, wenn seine Eltern angesprochen wurden, konnte ich sehen, wie sehr es ihn mitnahm. Er vermisste sie sehr, doch ich konnte es ihm nicht verübeln. Sie mussten tolle Menschen gewesen sein und ich hätte sie unfassbar gerne kennengelernt.
"Wo finden wir denn nun diesen Louis?", unterbrach Flavia diesen sentimentalen Moment. Ich sah zu ihr und versuchte ihr mit meinem Blick zu sagen, dass sie doch sah, dass es für Leo wichtig war. "Was denn?", formte sie stumm mit ihren Lippen, woraufhin ich Luca nur die Augen verdrehen sah.
"Stimmt", sagte Manuele. "Er wartet schon auf euch und wird sich freuen, dass ihr seinen Auftrag so schnell ausgeführt habt. Ihr könnt ihn im Coyote Ugly in New York New York finden."
"Ist das nicht ein Club?", runzelte Eliana die Stirn.
"Club und Bar", hörte ich Christian sagen. Er hatte es bestimmt gerade gesucht.
"Na dann", klatschte ich in die Hände. "Sollten wir keine weitere Zeit verschwenden." Ich sah Manuele an und er erwiderte den Blick. "Danke, würde ich sagen. Jetzt verstehe ich wenigstens, wieso ich so ein Problem für dich dargestellt habe."
"Es war Zeit, dass ihr es erfahrt", meinte er und lächelte mich aufmunternd an. "Ihr seid ein gutes Team. Das meine ich ehrlich."
"Eine Frage hätte ich noch", warf ich dann ein. "Wieso immer Konferenzräume? Woher habt ihr die Schlüssel?"
Manuele lachte leicht. "Louis hat ziemlichen Einfluss auf die richtigen Leute." Er zuckte mit den Schultern. "Ihr müsst ihn kennenlernen, um es zu verstehen. Aber er ist nicht jedermanns Typ, entweder man mag ihn oder man hasst ihn. Etwas dazwischen gibt es nicht."
"Wieso haben meine Eltern genau so jemanden ausgesucht?" Leo legte nun seinen ganzen Arm um meine Schultern.
"Weil er sich nicht bestechen lässt oder vom Weg abkommt oder einfach abhaut. Ihr werdet es schon selbst merken." Manuele grinste uns wissend an. "Also dann, ich lasse euch weiter nach den Dokumenten suchen, meine Arbeit ist vorerst erledigt. Louis wird euch eure restlichen Fragen beantworten." Er nahm den Schlüssel zum Konferenzraum hervor und warf ihn Leo zu. Dieser fing ihn locker mit einer Hand auf. "Schließt ab und gebt Louis seine Schlüssel zurück. Ich meldet mich später bei ihm." Er verabschiedete sich von uns und verschwand aus dem Konferenzsaal.
"Das waren ja mal wieder viel zu viele Infos auf einmal", sprach Flavia, nachdem ein wenig Zeit verstrichen war. Sie sah zu Brett Jacobs und klopfte ihm so stark auf die Schulter, dass dieser im Stuhl zusammensackte. "Lasst uns diesen Waschlappen ausliefern und endlich diesen blöden Auftrag beenden. Ich will Louis endlich kennenlernen!"
"Geht schonmal vor", sagte Leo und sah dann zu mir. "Wir kommen gleich nach."
"Wir warten dort, von wo wir eben gekommen sind", teilte Teresa uns mit und öffnete die Tür, um Luca und Flavia durchzulassen, welche unseren Gefangenen fest im Griff hatten.
"Ich lass' euch etwas Privatsphäre", meinte Christian und schaltete wahrscheinlich die Mikros und Kameras aus.
Als wir dann alleine waren, sah ich zu Leo hoch.
"War schon ziemlich, sagen wir mal, interessant", begann ich.
"Tut mir wirklich leid, dass er so eine Show abgezogen hat." Leo zog mich in eine Umarmung und ich legte meinen Kopf entspannt an seine Brust. Ich schloss meine Augen und genoss seine Nähe.
"Schon gut. Du wusstet schließlich auch nichts von unseren Vorfahren und deren verrückten Geschichten."
"Trotzdem." Leo küsste meinen Scheitel und legte dann sein Kinn auf meinem Kopf ab. "Er hat dich nicht sehr freundlich behandelt."
"Besser als letztes Mal", meinte ich und rückte dann etwas von ihm weg, um hochzusehen. "Wenigstens weiß ich jetzt, warum er mich nicht mag."
"Also glaubst du ihm nicht, dass er über deinen Namen hinweg sehen kann?" Leos blaue Augen strahlten mir entgegen. Er strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr und ich musste lächeln.
"Ein bisschen vielleicht...trotzdem habe ich immer das Gefühl, er wird nicht ganz davon loslassen."
"Wir müssen ihn ja nicht so oft sehen", lächelte nun auch Leo und zwinkerte mir zu.
"Wir müssen erstmal lebendig von dieser Mission nach Hause kommen", warf ich grinsend ein.
"Denkst du etwa, wir schaffen das nicht?", fragte er und ich erkannte in seinem Blick, dass er etwas vor hatte. Ich runzelte meine Stirn.
"Was hast du vor?" Alarmiert sah ich ihn an, woraufhin sein Grinsen nur größer wurde.
"Hast du Angst vor mir? Süß."
"Leo! Hör' auf das ständig zu sagen!" Ich sah ihn mahnend an, doch ihm schien das nichts auszumachen, da sein typisches Grinsen blieb.
"Du wirst nur süßer, wenn du dich darüber aufregst." Gerade wollte ich etwas erwidern, da hatte er schon meine Oberschenkel gefasst und hob mich hoch. Erschrocken hielt ich mich an seinen Schultern fest und legte meine Beine um seine Hüfte. Er trug mich wenige Zentimeter zum Konferenztisch und setzte mich ab.
"Irgendwie glaube ich, dass da mehr hintersteckt", meinte ich dann und sah ihn abwartend an.
"Gut erkannt", nickte er und beugte sich leicht zu mir, um seine Lippen auf meine zu drücken. Sofort erwiderte ich den Kuss und lächelte automatisch. Meine Hände fuhren in seine Haare und ich zog ihn näher an mich.
"Sag's mir", brachte ich zwischen dem Kuss hervor, was ihn wieder grinsen ließ. Schwer atmend löste er sich von mir und sah mich intensiv an. Eine Gänsehaut jagte mir über den Körper. Ich liebte ihn einfach so sehr.
"Find's heraus", neckte er mich.
"Unfair", gab ich bloß von mir und küsste ihn wieder. Diesmal ließen wir früher voneinander ab, wobei Leo meine Haare zur Seite nahm und anfing, meinen Hals entlang zu küssen.
"Sag' du mir erst, was du in diesem Laden ergattert hast", meinte er. Ich schloss meine Augen und biss mir auf die Unterlippe. Ich liebte es, wenn er sich an meinem Hals festsaugte, doch er nutzte das immer zu seinem Vorteil aus und das machte mich wahnsinnig.
"Nein", hauchte ich und versuchte diesmal wirklich stark zu bleiben.
"Wenn es dir so peinlich ist", begann er und pustete leicht an meinen Nacken. "Dann muss es etwas besonderes sein."
"Ha, wenn du nur wüsstest." Ich spürte Leo, wie er sich wieder an meinem Schlüsselbein zu schaffen machte. Dann bemerkte ich, wie er versuchte, etwas aus meiner Hosentasche zu holen. Sofort griff ich nach seiner Hand und versuchte sie aufzuhalten.
"Alex", sagte er bestimmt.
"Leo", antwortete ich in der selben Tonlage.
"Komm schon!"
"Nein! Die ganze Situation war einfach nur peinlich und ich will nicht wissen, was dieser Brett Jacobs jetzt denkt!" Ich öffnete meine Augen und versuchte Leo von mir zu drücken, doch das war gar nicht so einfach. Er hatte sich nun auch aufgerichtet und versuchte weiterhin an meine Hosentasche zu kommen. Irgendwie schaffte er es, beide meine Hände festzuhalten, wozu er nur eine Hand nutzte. Mit der anderen holte er flink den Gegenstand aus meiner Hosentasche. Ich kniff meine Augen zusammen und schüttelte meinen Kopf.
Leo begann zu lachen.
"Grausam, nicht?" Ich traute mich, meine Augen zu öffnen und sah ihn peinlich berührt an. Meine Hände ließ er nun auch los und hielt das Grauen extra so vor mein Gesicht, dass ich es einfach ansehen musste.
"Ein Kondom?", lachte er immer noch. "Das ist dir peinlich?" Ich schob meine Unterlippe vor und verschränkte meine Arme.
"Mir war die ganze Situation halt unangenehm, okay?"
"Alex", grinste Leo und gab mir einen schnellen Kuss. "Du weißt echt nicht, wie unfassbar süß du bist."
"Kannst du mir endlich verraten, wieso du mich immer so nennest?" Leicht schlug ich ihm auf die Brust, doch er schüttelte nur den Kopf.
"Findest du selbst schon heraus, wenn du genau drüber nachdenkst." Dann sah er wieder auf das Kondom, natürlich noch ziemlich amüsiert darüber. "Willst du es wiederhaben oder soll ich es einstecken?"
"Vergiss' es! Ich will dieses Ding nicht wieder haben! Schmeiß' es am besten weg!" Ich schüttelte meinen Kopf.
"Ich stecke es ein", lachte er leicht und ließ es in seiner Hosentasche verschwinden. "Wer weiß, was man in Zukunft so braucht." Er wackelte mit den Augenbrauen und drückte mir noch einen letzten Kuss auf die Lippen. "Na komm, die anderen warten schon." Ich stand vom Tisch auf und verschränkte meine Hand mit Leos, während wir zur Tür gingen.
"Kein Wort zu den anderen!", sagte ich ihm noch.
"Natürlich nicht", grinste er und hielt mir die Tür auf.
Wann war diese Nacht endlich vorbei?
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