2: Wiedervereinigung
Tamino hatte das Hotel gar nicht verlassen, so wie ich es eigentlich erwartet hatte. Er führte uns bis hinunter in den Keller und dort liefen wir ziemlich lange und dunkle Gänge entlang. Er hatte sich kein einziges Mal zu uns umgedreht, was mich vermuten ließ, dass er sich ziemlich sicher war, dass wir ihm folgen würden.
"Ich habe kein so gutes Gefühl dabei", wisperte mir Luca plötzlich von der Seite zu. Ich sah zu ihm, doch bevor ich ihm antworten konnte, kam mir Flavia zuvor.
"Hatten deine Eltern bei deiner Zeugung bestimmt auch nicht, aber sie haben sich davon nicht abhalten lassen." Luca drehte sich wütend zu ihr um, doch sie grinste ihn bloß an.
"That was mean", kommentierte James und sah Flavia mahnend an.
"Er hat mir halt eine Vorlage gegeben", zuckte sie mit den Schultern.
"Ich schwöre dir, irgendwann werde ich mich nicht zurückhalten können!", sagte Luca sauer.
"Wir sind gleich da", kam von Tamino und alle verstummten. Ich tauschte einen Blick mit Leo aus. Wo führte er uns bloß hin?
Tamino hielt vor einer Tür an. Sie wurde mal in grau gestrichen, doch die Farbe blätterte bereits ab und das dunkle Holz kam zum Vorschein. Er legte eine Hand an den Türgriff, doch bevor er diesen hinunterdrückte, drehte er sich zu uns um.
"Ihr...ihr solltet vielleicht etwas wissen, bevor wir reingehen." Ich sah ihn abwartend an und hob eine Augenbraue. Sein Blick blieb bei mir hängen und er schien mit sich zu hadern.
"Spuck's schon aus", forderte Leo.
"Nun...also...ihr wisst ja schon, was dieses Projekt beinhaltet-"
"Es ist eigentlich genauso krank wie das der anderen", sagte Christian dazwischen.
"Eben", nickte Tamino. Ungläubig sah ich ihn an. Was hatte er gerade gesagt?
"Wie bitte? Kannst du das nochmal wiederholen?", fragte ich und beugte mich leicht vor.
"Du hast es schon richtig verstanden", meinte er ruhig und sah mir intensiv in die Augen. "Vertrau' deinem Instinkt, Alexandra. Du hast einen guten Riecher für die richtigen Dinge."
"Was soll das heißen?", fragte ich weiter, doch er drehte sich einfach zur Tür und riss sie mit Schwung auf. Ohne sich ein weiteres Mal umzudrehen, ging er wieder los und stieg die Treppe hinauf, die sich nun vor uns erstreckte. Kurz sah ich zu Leo, der meinen Blick erwiderte, dann folgte ich Tamino als Erste. Hinter mir stiegen auch meine Freunde die Treppe hoch.
Tamino legte ein eindrucksvolles Tempo vor, welches ich gerade so halten konnte.
"Wie weit denn noch?", hörte ich Flavia hinter mir, doch keiner antwortete auf ihre Frage. Ich behielt Tamino die ganze Zeit im Blick. Ich hatte Angst, er würde uns in eine Falle locken. Oder dass er uns irgendwo zurückließ. Oder dass er uns irgendwo einsperrte. Oder dass-
"Wir sind da", sagte er und blieb stehen. Ich reagierte leider zu spät, weswegen ich in ihn hineinlief.
"Sorry", murmelte ich und rieb mir über die Stirn, da ich mit dieser gegen ihn geknallt war.
"Denkt an das, was ich euch gesagt habe", meinte er und ignorierte den Vorfall des Zusammenpralls.
"Moment mal!", warf Flavia ein. "Du hast uns nie etwas dazu gesagt, du wolltest, als Christian dich unterbrochen hat und-" Sie stoppte sich selbst, als ich ihr einen vielsagenden Blick zuwarf. "Oh", machte sie und zuckte dann mit den Schultern. "Ich lass' Alex einfach machen."
"Wenn das jetzt auch geklärt wäre, können wir ja endlich reingehen", sagte Tamino und nickte uns kurz zu. Er öffnete die Tür, welche diesmal in rot gestrichen war und noch neu aussah. Wir traten in einen Raum, welcher mit rotem Teppich ausgelegt war. Es war ein großer Raum mit mehreren Schreibtischen, an denen überall jemand saß. Man hörte das wilde Tippen auf den Tastaturen und aufgeregte Gespräche. Der Raum schien ziemlich düster, obwohl an der Decke ein großer Kronleuchter hing. Die Wände waren dunkel gehalten und keiner schien sich für uns zu interessieren.
"Was ist das hier?", fragte Christian erstaunt und sah sich um, wie wir es alle taten.
"Das ist das Büro der Mitarbeiter, sie klären den ganzen Papierkram und das Langweilige", erklärte Tamino und durchquerte den Raum mit schnellen Schritten. Wir folgten ihm in einen anderen Raum und zum Vorschein kam ein Büro. Es schien gemütlich, doch niemand saß an dem Schreibtisch vor der großen Fensterfront.
"Tamino, was-"
"Setzt euch", unterbrach er Luca. "Ich bin gleich zurück." Er verschwand und ich sah ihm überrascht und verwirrt zu gleich nach.
"Warum will Zoe uns sehen?", fragte Flavia in die Runde und setzte sich auf die Couch. James setzte sich neben sie und daneben Christian. Luca nahm sofort einen der Sessel in Beschlag und Leo den andern.
"Na super. Und wo soll ich mich jetzt hinsetzen?" Ich verschränkte meine Arme.
"Wie wäre es, wenn du dich auf diesen hier setzt?", sagte auf einmal eine Frauenstimme hinter mir und ich drehte mich sofort um. Ich erkannte Zoe, Letitia und Tamino, welcher einen Stuhl trug und ihn mir hinstellte.
"Danke", sagte ich und setzte mich. Zoe ging hinter ihren Schreibtisch und setzte sich ebenfalls. Tamino und Letitia stellten sich neben sie.
"Also, Alexandra", begann sie. "Ich freue mich, euch so früh schon wiederzusehen."
"Ich bin einfach froh, dass wir nicht mehr auf dem Schiff sind", gab ich zu und erwischte Letitia dabei, wie sie versuchte, Leo heimlich zu beobachten.
"Nun denn, ihr fragt euch sicherlich, wieso ich euch holen lassen habe", führte sie fort.
"Durchaus", sagte ich. "Dazu noch von deinem lieben Bruder, den ich so unendlich vermisst hatte."
"Was soll ich sagen", grinste sie in einer Art und Weise, die mir nicht gefiel. "Ich habe einfach ein Gespür für sowas."
"Komm zum Punkt", mischte sich Flavia ein und erhielt daraufhin einen Stoß in die Seite von James. "Au!" Zoes Blick verließ kurz meinen, um meine Freunde zu beobachten, dann sah sie wieder mich an.
"Seit unserer ersten Begegnung hast du mich fasziniert", sagte sie und legte den Kopf ein wenig schief. "Du bist gut, Alexandra. Du wirst es später wirklich mal zu etwas bringen."
"Eh...danke?" Ich wusste nicht genau, wo dieses Gespräch hinführen sollte und das machte mir irgendwie Angst.
"Allerdings habe ich ein paar Fragen an euch", sprach sie weiter.
"Ich auch", sagte ich schnell und erhielt verwunderte Blicke von mehreren Seiten. Ich richtete meinen Blick auf Letitia, welche schnell von Leo weg sah. "Letitia ist zwischendurch total merkwürdig", begann ich und sah aus den Augenwinkeln, wie Zoe ihre Augen leicht weitete. "Sie ist mal super freundlich und lieb, manchmal aber total verrückt und aufdringlich."
"Sie hatte wohl gerade ihre Tage", sagte Zoe schlicht. Mein Kopf schoss in ihre Richtung und ich stand auf.
"So ein Quatsch!", zischte ich. Nun stand auch Zoe auf und stützte sich auf ihren Schreibtisch.
"Worauf willst du hinaus?", fragte sie gefährlich ruhig. Ich machte ein paar Schritte auf den Schreibtisch zu und stützte mich ebenfalls darauf ab. Nun war ich mit ihr auf Augenhöhe und das ziemlich nah.
"Was hat euch dazu veranlasst, Letitia als euer Testobjekt zu benutzen?", kam die nächste Frage über meine Lippen. Ich beobachtete Zoe dabei, wie sich ihre Kiefermuskeln anspannten und ihre Nasenflügel bebten. Sie sah nach links, wo Tamino stand, doch dieser zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. Nun sah sie über ihre rechte Schulter. Letitia hatte den Kopf gesenkt und die Lippen aufeinander gepresst.
"Ganz recht", hauchte ich provokant. "Sie hat geplaudert. Ist euer Projekt wohl doch nicht so toll, wie ihr dachtet, was?" Zoe sah mich an und ich erkannte pure Wut. Ihre Atmung hatte sich verschnellert und im nächsten Augenblick ließ sie einen wütenden Schrei durchs Büro hallen, während sie sich zu Letitia umdrehte und dabei mit ihren Armen einen Stapel mit Dokumenten vom Tisch schlug, sodass die Zettel durchs ganze Büro flogen.
"Ich wusste es von Anfang an!" Ihre laute Stimme hallte in meinen Ohren. "Ich wusste, dass es zu riskant ist, das erste Objekt einfach frei herumlaufen zu lassen! Ich wusste die ganze Zeit, dass es uns nur in Gefahr bringen würde!" Ich vernahm Schluchzer von Letitia und richtete mich auf. Dabei verschränkte ich meine Arme und sah kurz zu Tamino. Er sah mich mit einem undefinierbaren Blick an, weswegen ich wieder zu den anderen beiden sah. Zoe lief wütend auf und ab und bei Letitia erkannte ich Tränen, die nun auf den dunklen Parkettboden fielen.
"Reg' dich ab, Zoe", sprach nun Tamino. "Schließlich hast du sie als deine Beschützerin eingestellt, als du auf das Schiff geflohen bist." Seine Schwester blieb stehen und drehte sich ruckartig zu ihm um.
"Sag' du mir nicht, was ich tun soll, kleiner Bruder! Du musst kein ganzen Projekt leiten, dich vor einem verrückten Ehemann in Acht nehmen und dich auf einem Kreuzfahrtschiff verstecken!"
"Also wenn sie ihren Ehemann verrückt nennt, dann will ich nicht wissen, wie der drauf ist", vernahm ich Flavias leise Stimme. Zoe schnaubte und griff in ihre Haare. Dann drehte sie sich zu mir um.
"Was soll ich denn machen?", fragte sie mich aufgeregt. "Was soll ich denn bitte machen, hm?! Die erwarten von mir hier alle, dass ich dieses Projekt in bester Weise ausführe und ich weiß einfach nicht, wie ich das machen soll! Wir haben diese blöden Dokumente nicht! Außerdem muss ich aufpassen, nicht von irgendwem im Schlaf einfach umgebracht zu werden!" Sie nahm ihre Arme runter und verschränkte sie. "Und das alles nur, weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort war...wieso musste ich auch genau zu dem Zeitpunkt das Restaurant verlassen, als Franco Melussi umgebracht wurde!" Fassungslos schüttelte sie den Kopf und vergrub ihr Gesicht nun in ihren Händen. Sie wirkte erschöpft und ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
Ich vernahm, wie jemand hinter mir aufstand und sich neben mich stellte. Sofort erkannte ich ihn.
"Franco Melussi?", fragte Leo nach. Zoe nickte leicht.
"Er war einer der nettesten Kollegen die ich hatte. Wir hatten an seinem letzten Projekt zusammen gearbeitet. Ich durfte ein paar Songs für ihn schreiben oder bessergesagt für den Film, in welchem er mitgespielt hat", erzählte sie. Ich sah zu Leo.
"Kanntest du ihn etwa?", forschte ich nach. Sein Blick senkte sich, bevor er zu mir sah.
"Er war ein sehr guter Freund meiner Eltern", erklärte er. Meine Augen weiteten sich leicht und ich zeigte auf ihn.
"Was ist wenn er umgebracht wurde wegen-" Ich stoppte mich selbst und schluckte. Zoe, Letitia und Tamino durften von unserem Hinweis nichts wissen. "Na wegen dieser Uhr, die er trug!" Keiner meiner Freunde widersprach mir, da sie anscheinend verstanden hatten, was ich meinte.
"Uhr?", fragte Letitia. Ihre Augen waren noch leicht gerötet. "Was soll an einer Uhr so interessant gewesen sein?"
"Natürlich wegen den Dokumenten!", meinte Zoe und schien nun hellwach. Sie sah zu Leo. "Deine Eltern waren die, die sie von den anderen entwendet haben! Sie waren es, die dafür sterben mussten!"
"Wie einfühlsam", kommentierte Luca, doch Zoe ließ sich nicht beirren.
"Sie haben die Dokumente versteckt und wenn Franco ein guter Freund von ihnen war, dann musste er etwas wissen!" Ruckartig drehte sie sich nun zu Letitia um. "Geh' Melissa holen! Ich habe eine wichtige Aufgabe für sie!" Letitia nickte schnell und verschwand sofort. Kurz drehte ich mich zu meinen Freunden und sah sie mit angehobenen Augenbrauen an, bevor ich diese wieder senkte und zu Zoe sah. Ich spürte Taminos Blick die ganze Zeit auf mir liegen.
"Hm...dieser eine Junge...wie hieß her noch gleich...Nathiel, glaub ich", murmelte Zoe. "Der muss was wissen, der hat Franco umgebracht."
"Ihr wart doch mal gut mit ihm befreundet", kam plötzlich von Tamino und sah Leo, Luca und Christian an. "Als er an unserem Internat war, da habt ihr viel Zeit mit ihm verbracht."
"Und?", fragte Luca und stand auf. "Was willst du damit sagen?"
"Ich will gar nichts damit sagen", grinste der Blonde unschuldig. "Ich hab mich lediglich an Tatsachen erinnert."
"Wenn ihr mit ihm befreundet seid, dann-", begann Zoe, wurde allerdings unterbrochen.
"Wir waren mit ihm befreundet", betonte Christian.
"Ist ja auch egal. Ihr kennt ihn, das bedeutet-"
"Moment mal", sagte Luca. "Tamino müsste genau wissen, dass wir schon lange nichts mehr mit ihm zu tun hatten und da er zu der anderen Seite gewechselt hat, wissen wir gar nichts mehr von ihm."
"Gar nichts?", fragte sie nach. "Aber seine Schwächen müssten doch noch die selben sein."
"Pah", lachte Flavia auf. "Als ob sich pubertierende Jungs, welche dazu noch Spione sind, ihre Schwächen erzählen."
"Also habt ihr rein Garnichts?" Zoe schien fassungslos. "Wie unnütz seid ihr eigentlich?"
"Hey!", mischte ich mich ein. "Ganz vorsichtig. Ihr seid doch selbst nicht besser und wir können auch ganz schnell wieder von hier verschwinden und euch anschwärzen."
"Pft, denkst du wirklich, ich habe Angst vor euch?", meinte sie und sah mich herablassend an. Ich verschränkte meine Arme und sah sie aus verengten Augen an.
"Ich würde uns zumindest nicht unterschätzen."
"Kämpfen kann sie leider wirklich", meldete Tamino sich zu Wort. "Musste ich am eigenen Leib erfahren."
Gerade wollte Zoe etwas dazu erwidern, da wurden wir durch ein Klopfen unterbrochen.
"Herein", sagte Zoe und wir alle starrten zu den beiden Personen, die nun den Raum betraten.
"Entschuldigung, hat etwas länger gedauert sie zu finden", lächelte Letitia entschuldigend. Als ich meinen Blick nun auf die Person richtete, die den Raum hinter Letitia betrat, fiel meine Kinnlade auf den Boden und meine Augen drohten aus dem Kopf zu fallen. Das konnte jetzt aber nicht wahr sein.
Das schwarzhaarige Mädchen schien zu bemerken, dass mehrere erstaunte Blicke auf ihr lagen, weswegen sie zu uns sah und auch in ihrer Position verharrte.
"Kennt ihr euch etwa?", runzelte Zoe die Stirn. Schnell schüttelte ich den Kopf und räusperte mich.
"Melissa war ihr Name?", fragte ich nochmal nach. "Nein...nein, wir kennen keine Melissa, wir...wir hatten nur nicht erwartet, dass...dass eh-"
"Dass sie so hübsch ist", sagte Luca plötzlich und ich verdrehte die Augen, während Flavia ein Würgegeräusch machte.
"Dankeschön", lächelte das Mädchen. Sie hatte ihre sonst hüftlangen, schwarzen Haare auf Schulterlänge gekürzt und klimperte mit ihren Wimpern. Ihre Augen leuchteten in einem schönen Hellgrün und ihre vereinzelten Sommersprossen gaben ihr den letzten Schliff. Sie war wie immer makellos und bildhübsch.
Luca zwinkerte ihr zu und ich sah kurz zu Leo, welcher bloß grinsend mit den Schultern zuckte. Dann fiel mir ein, dass Tamino sie doch eigentlich kennen musste, weswegen ich nun zu ihm sah. Er musste meinen Blick verstanden haben, da er nur wissend lächelte und kaum merklich mit den Schultern zuckte. Was hatte dieser Kerl nur vor?
"Melissa also", grinste Flavia nun überschwänglich und stand auf. Sie ging ein paar Schritte auf das schwarzhaarige Mädchen zu, welche sich ein Lächeln bloß aufzwang, als sie meine beste Freundin ansah. "Wie geht's denn so? Macht die Arbeit Spaß, ja? Immer nach der Nase der Chefin zu tanzen?" Luca wollte automatisch auf Flavia losgehen, doch Leo hielt ihn mit einem warnenden Blick zurück.
"Durchaus", lächelte Melissa. "Zoe ist eine tolle Chefin."
"Danke für die Blumen, aber wir müssen wirklich-", setzte Zoe an.
"Schleimer", hauchte Flavia dem Mädchen vor ihr zu und ich sah, wie sich ihr Gegenüber nur schwer zusammenriss. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und atmete tief durch.
"Ich verbitte mir eine Unterbrechung!", sagte Zoe nun mit Nachdruck. "Melissa, ich brauche dich. Du musst etwas über Franco Melussi herausfinden und was er über die gestohlenen Dokumente wusste! Wir brauchen seine Uhr!"
"Was für eine Uhr? Worum geht es hier eigentlich?" Sie schien sichtlich verwirrt.
"Alles wie beim alten", lächelte Flavia vor sich hin und drehte sich weg, um wieder neben James auf der Couch Platz zu nehmen.
"Sicher, dass ihr euch nicht bereits kennt?", fragte Letitia nun.
"Mehr als sicher", nickte Flavia, doch Letitia sah uns alle nur nachdenklich an.
"Also, was ist jetzt?", meldete sich die Schwarzhaarige zu Wort.
"Ich hatte dir doch erzählt, wieso ich verfolgt werde", meinte Zoe. "Nun haben wir glücklicherweise erfahren, wieso Franco Melussi ermordet wurde. Er hatte eine spezielle Uhr, welche ein wichtiger Hinweis zu den Dokumenten ist!"
"Ach, wirklich?" Sie hob beide Augenbrauen und sah Leo an. Dieser nickte kaum merklich. "Wenn da so ist, dann muss man diese Uhr finden."
"Genau. Und du wirst das erledigen!"
"Was?" Ihre Augen weiteten sich. "A-Aber wieso ich? Ich weiß doch gar nicht, wo ich anfangen soll!"
"Vielleicht helfen dir Alexandra, Leonardo, Luca, Christian, Flavia und James", meinte Tamino und setzte einen unschuldige Blick auf.
"Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist", warf Zoe ein.
"Wieso denn nicht, Schwesterchen", begann Tamino zu lächeln. "Ich bin mir sicher, die werden sich alle super verstehen und uns schnell diese Uhr bringen." Ich sah ihn stirnrunzelnd an, doch er quittierte dies bloß mit einem zwinkern.
"Wir könnten Hilfe gut gebrauchen", sagte Luca, was mich nun gar nicht wunderte. "Leute, wir sind eh schon eine zu wenig..."
"Ja, aber du hast es selbst gesagt", kommentierte Flavia sofort. "Wir brauchen Hilfe."
"Sei' doch nicht immer so gemein! Du kennst sie doch gar nicht!"
"Wenn wir sie als Ersatz für Teresa nehmen, dann ist das so, als würden wir uns eine gehbehinderte Schildkröte als Hilfe holen. Wobei die wahrscheinlich noch nützlich wäre."
"Du übertreibst Maßlos!"
"Nur weil du sie-"
"OKAY!", ging ich dazwischen, bevor einer der beiden etwas falsches sagte. "Es reicht, seid ruhig, alle beide!" Ich sah sie mahnend an und drehte mich dann zu der Schwarzhaarigen. "Willkommen im Team", sagte ich und sie warf grinsend ihre Haare nach hinten. Ich unterdrückte ein Augenverdrehen. Eliana war die Letzte, die ich als Hilfe annehmen wollte, aber sie war hier schon länger und konnte uns genügend Informationen geben.
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