25: F & F
Teresa und ich verließen leise das Zimmer. Wir hatten beschlossen, den Jungs nichts über unseren Plan zu erzählen. Ob das eine gute Entscheidung war, das konnten wir nicht sagen, aber Flavia würde nur extra stur sein, wenn sie Luca sah.
Wir gingen also in die Richtung der königlichen Schlafgemächer. Dort mussten auch irgendwo die Gästezimmer sein.
"Was machen wir, wenn wir die beiden wild knutschend erwischen würden?", fragte ich. Mir lief ein Schauer über den Rücken. Diese Vorstellung war echt...komisch.
"Punkt eins, ich wäre für mein Leben verstört! Punkt zwei, Flavia ist eigentlich nicht der Typ, der sofort wahllos jemanden abknutscht. Punkt drei, ich würde ihr eine klatschen. Punkt vier, ich würde ihm den Kopf abreißen!", sagte Teresa und blickte grimmig drein, um ihre Aussage zu verdeutlichen. Ich musste lachen. Sie sah einfach zu niedlich aus, wenn sie so tat, als wäre sie sauer.
"Hör mal, was ist da eigentlich zwischen dir und Christian?", fragte ich dann.
Sie musterte mich verwirrt. "Was soll da schon sein?"
"Hast du ihm gesagt, dass du auf ihn stehst?" Sie schüttelte den Kopf. Tja, trotzdem wusste er davon.
"Das ist auch gut so! Nachher lacht er mich nur aus deswegen oder erzählt es Luca und Leo!"
"Ja, weißt du...was das angeht...", ich sah sie entschuldigend an. Ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen.
"Alex! Du hast denen doch nicht ernsthaft gesagt, dass ich Christian mag!"
"Nun ja...doch. Aber keine Sorge, er weiß auch, dass Lucía und Adrianna auf ihn stehen. Das Gute ist, dass er in eine von euch verknallt ist!" Ich strahlte zufrieden. Keine Ahnung, warum es mich so glücklich machte, aber wenn er wirklich auf Teresa stand, dann wäre das doch mega genial! Die beiden liebten Chemie, Mathe und so'n Zeugs, dazu waren sie super in Technik-BlaBla. Sie passten perfekt zusammen!
"Wuhu...er ist vielleicht auch in mich verknallt, aber vielleicht steht er auch einfach auf eine mega reiche Prinzessin mit einem Schloss und-"
"Und einer merkwürdigen Königin, komischen Gästen und mysteriösen Ereignissen. Ja...klar findet er die Prinzessinen besser", meinte ich sarkastisch. "Flavia hat sich auch in Luca verknallt, anstatt in den Prinzen."
"Weil sie ihn noch nicht kannte...ich glaube, da hat sich gerade etwas gerändert", murmelte sie und stoppte. Verwirrt blieb ich auch stehen und suchte mit meinem Blick den Punkt, auf den sie zeigte. Mir klappte die Kinnlade herunter. Nein! Alles, aber doch nicht das!
Mit Teresa stand ich hinter einer Ecke und wir beobachteten das ganze Schauspiel. Fernando stand in der Tür und lehnte sich lässig an den Türrahmen. Vor ihm stand Flavia mit verschränkten Armen und sie redeten. Leider konnten wir nicht verstehen, über was sie sprachen. Plötzlich schaute er mitfühlend auf sie hinab und legte beide Hände auf Flavias Schultern. Er begann ihre Arme hoch und runter zu streichen. Ich spannte mich an und mein Blick verfinsterte sich. Der sollte seine Pfoten gefälligst da weg nehmen!
Flavia nahm ihre Arme runter und ließ den Kopf hängen. Das sah ganz und gar nicht gut aus! Fernando umarmte sie kurz und legte dann einen Arm um ihre Schultern, damit er sie in sein Zimmer schieben konnte. Bald darauf schloss er die Tür. Mir war zu heulen zu mute!
"Was macht sie denn nur!?", fragte Teresa frustriert und ließ sich auf den Boden fallen. Ich tat es ihr gleich und legte meine Hände dazu noch verzweifelt auf mein Gesicht.
"Seit wann ist Falvia denn so?", jammerte ich. "Sonst ist sie doch recht vernünftig! Und solchen Typen läuft sie ja nicht mal im Traum hinterher!"
"Es muss ihr extrem zu schaffen machen, dass Luca sie so abgewiesen hat", murmelte Teresa ernst. "Ich hätte nie gedacht, dass sie so krass in Luca verknallt ist! Ich dachte, es wäre eine einfache Schwärmerei oder so!"
Ich nickte. "Ich dachte das auch, aber anscheinend haben wir uns gewaltig in Flavia geirrt!"
Wir warteten noch eine halbe Stunde. Leider kam Flavia nicht mehr aus dem Zimmer von Fernando. "Sieht so aus, als würde sie die Nacht dort bleiben", meinte Teresa und schüttelte fassungslos den Kopf.
Ich starrte wütend zur Tür und sagte: "Sieht so aus, als würde Luca jetzt gewaltig Ärger von uns bekommen!" Wir standen auf und stapften zurück. Allerdings machten wir einen Abstecher bei den Jungs. Wieder riss ich die Tür ohne zu klopfen auf. Es war stockdunkel, da sie bereits in ihren Betten lagen und schlafen wollten.
"Was zum....Alex?!", fragte Leo verwirrt und setzte sich müde auf. Er gähnte.
"Keine Sorge, Leo, wir wollten nicht zu dir." Mein Blick schweifte zu Luca. Wir gingen auf ihn zu und rissen ihm die Decke weg.
"Hey! Was soll denn das! Seid ihr völlig übergeschnappt oder was?", beschwerte er sich.
"NUR WEGEN DIR VERBRINGT FLAVIA DIE NACHT BEI DIESEM SCHNÖSEL PRINZEN!", rief Teresa aufgebracht.
"Bist du jetzt zufrieden?", grummelte ich gefährlich.
"Jetzt beruhigt euch doch, Mädels", begann Leo. "Es ist ja jetzt nicht nur Lucas Schuld, dass Flavia zu Fernando gegangen ist."
"Ihr habt ja recht, Luca hat vielleicht nicht die klügsten Worte gewählt, aber Flavia hat trotzdem von allein gehandelt und es entschieden, zu ihm zu gehen", meldete sich Christian zu Wort. Er saß nun ebenfalls im Bett und hatte eine kleine Lampe angeknipst. Er hatte bloß eine Boxershort an. Puh, also er hatte ja 'nen mega Körper, das musste man dem Nerd lassen. Da hatte sich Teresa keinen schlechten Typ ausgesucht.
"Ja, aber Luca war echt brutal mit seinen Worten!", warf ich ein.
"Flavia ist auch nicht gerade diplomatisch", verteidigte er sich.
"Aber sie ist in dich verknallt! Man, kapierst du es nicht!", regte sich Teresa auf. "Man verhält sich total anders, wenn man verliebt ist!"
"Ach wirklich? Ich habe ja nicht mal bemerkt, dass sie auf mich steht!", argumentierte er dagegen. Touché.
"Warum regt ihr euch denn überhaupt so auf, hm?", fragte Leo ruhig. Ich seufzte und setzte mich neben ihn.
"Weil er uns nicht geheuer ist, deshalb! Wir haben ihn heute beobachtet, heimlich, als er im Garten mit Lucía war und...na ja, er hat halt so komische Fragen gestellt und so. Außerdem darf er länger hier übernachten, als nur eine Nacht und er hat uns beim Essen die ganze Zeit beobachtet, also mich und Flavia. Er ist einfach komisch! Ich habe kein gutes Gefühl bei ihm...", erklärte ich etwas bedrückt und lehnte meinen Kopf an Leos Schulter. Teresa nickte bestätigend zu meiner Aussage.
"Ich habe ihn zwar nicht heimlich beobachtet, aber als ich in der Küche war, kam er einmal rein und hat sich umgesehen. Er ging zum selben Mann, der letztens die Pralinen ausgeteilt hatte, und gab ihm etwas."
"Und was?", fragte Christian neugierig nach.
"Keine Ahnung, aber sah aus wie ein kleines, längliches Döschen." Sie zuckte mit ihren Schultern.
Hm. Das war merkwürdig.
"Warum sollte ein Prinz in die Küche gehen, um etwas abzugeben, wenn er doch genug Bedienstete hat, die es hätten tun können?", runzelte ich die Stirn. Das alles machte die Sorgen um Flavia auch nicht gerade besser.
"Gute Frage", zuckte Luca jetzt die Schultern.
"Hm. Wenn ich ein Prinz wäre mit hunderten von Bediensteten, wovon bloß höchstens zehn mitgekommen sind, und ich etwas, sagen wir eine kleine Schachtel, an einem Arbeiter in der Küche, sagen wir mal, es wäre Alex, geben müsste, warum lasse ich es nicht einen meiner Bediensteten tun oder von einen der hier arbeitet?", begann Leo sich das Szenario vorzustellen.
"Also, ich würde erwarten, dass du mir etwas bringst, wenn es streng vertraulich wäre", sagte ich.
"Ja, aber Bediensteten ist es doch nicht erlaubt, in die Schachtel zu schauen", stellte er die Bedingung.
"Schon klar, aber kannst du dir sicher sein, dass sich auch alle daran halten?", warf Christian ein.
"Es könnte immer jemanden geben, der die Geheimnisse einens Prinzen erfahren will", fügte Teresa hinzu.
"Außerdem könnte es auch einfach ausversehen passieren, dass die Schachtel sich öffnet, zum Beispiel wenn man stolpert und die Schachtel auf den Boden fällt", meinte ich.
"Stimmt. Dann lieber selbst die Verantwortung tragen", sagte Leo.
"Ich glaube es wäre besser, wenn ihr heute Nacht hier schlaft. Das ist doch alles viel zu creepy", meinte Luca. Ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
"Ach, wir sollen hier pennen, aber dass Flavia bei Fernando pennt, das ist egal?" Der Typ war echt unglaublich.
Leo legte einen Arm um mich und zog mich näher zu sich. "Jetzt beruhige dich mal. So wie ich Flavia kenne wird sie nicht gleich mit dem Typ schlafen und umbringen wird er sie sicher auch nicht, das wäre nämlich zu auffällig. Luca tut es ja leid, aber Flavia ist auch daran beteiligt gewesen. Sie hätte anders reagieren können und nein, ich sage das jetzt nicht nur weil Luca mein Kumpel ist!" Ich verschränkte meine Arme vor der Brust und schaute angesäuert zu Luca. Schließlich seufzte ich und gab nach.
"Na gut! Wir bleiben hier! Ihr habt ja recht, es ist wirklich vielleicht besser wenn wir hier alle zusammen bleiben würden für die Nacht."
"Na super! Und ich darf auf dem Boden schlafen oder was?", fragte meine beste Freundin genervt.
"Du kannst ja bei Christian schlafen", grinste ich und kassierte dafür warnende Blicke. Abwehrend hob ich die Hände. "Hey! Du kannst ja auch bei Luca pennen, aber wenn Eliana und Flavia das erstmal rauskriegen..."
Teresa verdrehte die Augen. "Du bist unmöglich, Alexandra!"
Immer noch grinsend legte ich mich mit Leo hin und beobachtete, wie Christian sein Bett für Teresa frei machte und es sich neben ihr auf dem Teppich gemütlich machte. Die beiden gehörten zusammen. Eindeutig.
Bevor ich einschlief, dachte ich an Flavia und Fernando. Ob Fernando wirklich auf sie stand? Zumindest kam es mir so vor, schließlich hat er sie immer so angesehen, als ob. Er könnte aber auch einfach ein guter Schauspieler sein. Aber wenn Flavia doch auf Luca stand, warum sollte sie dann auf so einen wie Fernando stehen? Das ergab für mich keinen Sinn! Außer...JA! Das könnte sein! Das würde zu Flavia passen, das könnte ich mir bei ihr vorstellen!
Ich grinste zufrieden vor mich hin. Wenn ich Flavia sah, dann sprach ich sie darauf an. Ich hoffte nur, dass es auch so stimmte, wie ich es mir gedacht hatte.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top