~ Der TPP teilt sich auf ~

Die Blondhaarige musste dem Drang widerstehen dem schwarzhaarigen Mann hinterherzuschauen, der sich als Thor Odinson vorgestellt hatte. Ihr war klar, in welchem Ausmaß der Unmöglichkeit dieser Mann diesen Namen tragen konnte und genau das bereitete der jungen Frau bloß noch mehr Neugierde über den Fremden. 

,,Alles gut bei euch?", fragte Saphira, um sich von jenen unprofessionellen Gedanken abzulenken.

,,Die Fahrt mit diesem Wagen war wirklich ein purer Genuss, Mister Mikkelson.", erwiderte Leslie auf Saphiras Frage nach ihrem Wohlergehen, während sie sich zur gleichen Zeit dem Schwarzhaarigen zuwandte, mit dem sie eben um den Block gefahren war, damit er ihr sein Auto präsentieren konnte. 

Die Silberhaarige konnte nicht sehen, dass Saphira bei der Erwähnung dieses Namens zusammenzuckte. Ja, sie hatte das Ziel ausgesucht, doch den Namen nach all dieser Zeit laut ausgesprochen zu hören, machte den Alptraum, den der Vater dieses Mannes verkörperte, bloß noch realer. 

Leslie hingegen zuckte zusammen, als ihr auf einmal der Lauf einer Waffe in den Bauch gedrückt wurde, weshalb sie überrascht aufatmete. 

Daisy zuckte automatisch zusammen, als sie den stummen Hilfeschrei Leslies durch das Armband wahrnahm. Ihr Blick deutete kurz an in Richtung Empore zu gehen. Sowohl Saphira als auch Daisy war bewusst, dass nun Funkstille herrschen musste, sonst würde man vermutlich den Ohrstecker bei Leslie finden und nicht nur wissen, dass sie nicht alleine war, sondern auch, was sie planten gegen ihre Gegner zu unternehmen. 

Die Zielperson, die mit Daisy gesprochen hatte, schien längst das Interesse an der Braunhaarigen verloren zu haben, denn sie war in Richtung des Ausgangs geschritten. Die jüngste der Heldengruppe machte sich starke Vorwürfe, hätte sie doch sehen müssen, wie Leslie mit dem Mann nach draußen ging, doch auch Saphira scholt sich für ihre Abgelenktheit durch den hübschen Mann.

Noch in diesem Moment brach Panik im Saal aus. Der Blick der jungen Frauen kreuzte sich zum ersten Mal an diesem Abend für eine minimale Sekunde, ehe sie den Blick auf das wirkliche Geschehen wandten. 

Ein älterer Mann wurde von dem Schwarzhaarigen, der sich Saphira zuvor noch als Thor Odinson offenbart hatte auf die flache Fläche der Stierstatue gedrückt, die sich in der ungefähren Mitte des Saals befand, während der Schwarzhaarige eine blau leuchtende Gerätschaft an eine Stelle in das Gesicht des älteren Mannes presste, die auf der Höhe seiner Augen lag. Die Menschen waren völlig außer sich und kreischten wild durcheinander, während das Gesicht des Schwarzhaarigen nun ein verrücktes Grinsen schmückte. 

Sowohl Daisy als auch Saphira eilten möglichst ungesehen zu den Toiletten und zogen sich dort um. Als sie fertig waren und Daisy bereits zur Tür stürmen wollte, hielt Saphira sie auf, indem sie sanft aber bestimmt eine Hand auf ihre Schulter legte. 

,,Du kümmerst dich um Leslie und ich halte den- Irren auf.", sagte sie ruhig, doch der Befehl, der in diesen Worten schlummerte, hallte in ihrer Stimme wieder. Daisy schaute sie entgeistert an und widersprach: ,,Nein! Du gehst da nicht alleine raus!" ,,Daisy-", fing die Blondhaarige an, doch die Brünette unterbrach sie: ,,Du kannst da nicht alleine raus!" 

,,Ich habe früher alles allein machen müssen und dieser Mann ist auch allein aber die Leute, von denen Leslie bedroht wird, sind es nicht und umso länger wir hier unsere Zeit verschwenden, umso mehr Zeit geben wir ihnen Leslie etwas anzutun und diesem Typen das zu kriegen, was er sich offensichtlich mit Gewalt holen will!", erwiderte Saphira und der Nachdruck in ihrer Stimme, ließ keine weitere Widerrede zu. Daisy wusste das und rannte vor und somit gen Hinterausgang, wo die Zielperson, mit der sie sich zuvor unterhalten hatte, hin verschwunden war. 

Als Saphira ebenfalls aus der Toilettentür trat, befanden sich sowohl die Menschen als auch der Mann, den sie als interessant befunden hatte, bereits vor dem Gebäude. Die Menschen knieten vor ihm nieder und der Schwarzhaarige hatte nun ein goldenes Zepter in der Hand, welches mit einem Stein besetzt war, welcher das gleiche blaue Leuchten besaß, wie die Gerätschaft, die er zuvor angewendet hatte. 

Seinen maßgeschneiderten Anzug hatte er durch ein grün-schwarzes Gewand mit goldenen Applikationen, sowie einen goldenen Helm, der mit Ziegenhörnern geschmückt war, ausgetauscht und wäre der Ernst der Lage nicht gewesen, hätte Saphira große Lust gehabt sich über diesen Outfitwechsel lustig zu machen. Jetzt aber war es an der Zeit ,,Heldin zu spielen", wie ihr Ziehvater immer gesagt hatte.

,,Am Ende werdet ihr immer niederknien.", sagte der Schwarzhaarige gerade, während Saphira auf den Platz nach draußen trat. Ein Mann mit grauen Haaren und einem beigen Mantel erhob sich aus der knienden Menge und sprach dem Mann mit dem Helm entgegen: ,,Nicht vor Menschen wie dir." Fast schon verschwand ihr Entsetzen über die Dummheit des Mannes sich dem Schwarzhaarigen entgegen zu stellen. 

Saphira empfand tiefste Ehrfurcht vor dem Mut des Mannes. Dem Mut, der sie an ihren Großvater erinnerte. Ein Mann, der immer für andere und sein eigenes Wort eingestanden war. Der Mann mit dem Ziegenhelm schüttelte jedoch lachend den Kopf. Ganz so, als wäre das, was der Mann aus der Menge gerade angesprochen hatte, vollkommen absurd und hätte jegliche Relevanz verloren. ,,Es gibt keinen Menschen wie mich.", sagte er, doch der Ältere entgegnete: ,,Es gibt immer wieder Menschen wie dich." 

Unbeeindruckt hob der Mann, hinter dessen Rücken die Blonde stand den goldenen Stab und verkündete: ,,Seht euch diesen Mann an. Er soll euch als Exempel dienen." Ihr war bewusst, dass es nun Zeit war einzuschreiten, doch die Szene, die sich vor ihrem geistigen Auge abspielte -jene Szene, die weit in der Vergangenheit lag-, ließ sie an Ort und Stelle verweilen. So sah sie zu, wie die Spitze des zepterähnlichen Gegenstandes immer stärker aufzuleuchten begann, während der Schwarzhaarige eben jene Spitze auf den Mann richtete, der den Mut hatte das Wort zu erheben. 

Zu diesem Zeitpunkt kämpften Daisy und Leslie gegen die eigentlichen Zielpersonen. Nachdem Daisy aus dem Gebäude gesprintet war, hatte sie den Mann und die Frau blitzschnell entwaffnen und die Schwarzhaarige einfrieren können, während der Mann unter den Blitzen Leslies litt. ,,Leslie, nicht.", warf Daisy ein, als die Silberhaarige nicht damit aufhörte den Mann zu verletzen. 

,,Saph braucht unsere Hilfe. Hier ist irgend so ein Verrückter, der gerade einen der Gäste angegriffen hat.", erklärte die Braunhaarige und Leslie ließ seufzend von dem Mann ab. ,,Gut, aber hilf mir die beiden zu fesseln, damit wir sie später befragen können.", willigte Leslie mürrisch ein. Sie hasste es, wenn sie nicht diejenige war, die die erste Geige spielen durfte. Daisy entging der Unterton in der Stimme ihrer Freundin nicht, jedoch machten sie sich schweigend daran die beiden Gegner zu fesseln, damit sie nicht in der Zwischenzeit entkamen.

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