*POV Timothee*
Ich las den Artikel nicht weiter, klappte den Laptop zu und sah aus dem Fenster. Mein Kopf war wieder erwartend leer, ich konnte an nichts denken. Der Satz unter dem Bild brannte sich in meinem Gehirn fest
Stuntkollegin und Freundin Leonora
Ich stand so schwungvoll auf, das der Stuhl umkippte. Schnellen Schrittes verließ ich das Haus und lief in den Vorgarten. Eigentlich hatte ich sowas immer nur gemacht, wenn ich viel zu spät nach Hause kam und Mom nicht mehr wecken wollte.
Vor Leonoras Fenster blieb ich stehen und sah hinein. Sie lag auf ihrem Bett, das Gesicht ins Kissen gedrückt. Meine Hände wanderten zum Fensterrahmen mit einem Ruck schob ich es nach oben und kletterte hindurch.
Erschrocken sah Leonora mich an. >Was...?< sie sprach nicht weiter und wischte sich die Tränen vom Gesicht.
Ich wollte lässig von der Fensterbank springen, allerdings blieb ich mit dem Fuß hängen und knallte auf den Fußboden. >Oh gott< hörte ich Leonora, ich gab einen gequälten laut von mir und drehte mich auf den Rücken. Ich war auf der Schulter gelandet, was schon weh tat. >Alles in Ordnung?< Leo beugte sich über mich. Ich nickte und setzte mich auf. >Was machst du hier?< stellte sie nun doch ihre Frage. >Ich wollte nach dir sehen ... mal wieder< ich setzte ein schiefes Lächeln auf. >Und dabei brichst du dir fast die Knochen, du Idiot. Dein Film geht bald los, da solltest du schon etwas mehr auf dich achten< sie schüttelte den Kopf und ließ sich neben mir auf den Boden sinken.
Wir lehnten uns an ihr Bett.
>Ich nehme an, dass du nicht über das mit deinem Dad sprechen möchtest<
Sie sah mich von der Seite an. >Das bedeuten in der Regel geschlossene Türen, dass man seine Ruhe haben möchte< ihre Augen glänzten noch immer von den Tränen, wieder rollte ihr eine die Wange herunter. Ich konnte nicht anders, als meine Hand an ihre Wange zu legen und sie mit dem Daumen weg zu wischen. Einen Moment verharrte ich so. Leo legte ihre Hand auf meine, schloss die Augen und nahm sie schließlich sanft von sich weg.
>Kann ich etwas für dich tun?< fragte ich und legte meine Hand auf meinem Bein ab.
>Wenn du nicht gerade genug Doller für einen Flug hast, wohl eher nicht< sie sah auf ihre Hände.
>Willst du abhauen?< ich sah sie mit zusammengezogenen Augenbrauen an.
>Nein, wenn ich abhauen wollen würde, hätte ich es meinem Dad wohl nicht gesagt<
Ich nickte und sah wieder nach vorne.
>Wenn der Film abgedreht ist, habe ich das Geld. Aber ich gebe dir nichts ohne zu wissen wofür< sagte ich entschlossen.
Leo nickte neben mir. >Einerseits ist das Erpressung und andererseits dauert das leider zu lang< sie warf ihren Kopf in den Nacken und sah an die Decke. >Ich muss einfach nur an meine Kreditkarte kommen< plötzlich schnellte ihr Kopf hoch und sie setzte sich genau vor mich. >Was willst du haben, um meinem Dad die Karte abzunehmen? Ich mach alles, wirklich.<
Ich schluckte. >Ich halte das für keine gute Idee. Warum hat er deine Karte überhaupt?< Ich atmete kurz ein und aus. >Die Antwort zählt nicht als gefallen< fügte ich noch schnell hinzu. Leo lächelte kurz. >Du bist ein harter Verhandlungspartner< Ich nickte.
Sie seufzte. >Das war ein Deal zwischen uns als wir her sind, damit ich mich auf die Schule konzentriere und den ganzen Stoff nachhole den ich verpasst habe. Also Deal ist vielleicht etwas verkehrt, er hat sie mir abgenommen<
Wieder nickte ich und fixierte sie. >Ich machs unter der Voraussetzung das ich mitkomme wo auch immer du hin fliegst, um sicherzustellen das du auch wieder her kommst und du sagst mir die komplette Wahrheit über alles. Weil es macht überhaupt keinen Sinn, was du mir so von dir erzählst. Und sollte das ganze raus kommen, habe ich die Karte nicht genommen<
Leonora neigte den Kopf zu Seite und sah mich an. >Das sind 3 Bedingungen, ich habe von einer gesprochen<
>Die 3 Sachen oder ich bin raus. Immerhin riskiere ich ganz schön was, wenn ich deinen Dad beklaue< ich sah ihr genauso in die Augen, wie sie mir.
>Herrgott du bist schlimmer als Austin<
>Wieso?< was hatte Austin jetzt mit der Sache zu tun?
>Er hat sich dran gehalten, nur eine Sache einzufordern...< kurz zögerte sie, dann reichte sie mir die Hand. >Deal, du besorgst die Kreditkarte ich buche für uns beide die Flüge. Den Teil mit der Wahrheit musst du dann nochmal etwas konkretisieren, ich lese dir nun nicht mein Tagebuch oder so vor. Da musst du schon mit guten Fragen kommen ... und verpetzen tue ich dich schon nicht<
Grinsend schlug ich ein.
>Warum hat sich Austin was eingefordert bei dir?< Leonora wollte ihre Hand aus meiner ziehen, doch ich hielt sie fest. >Dein ernst?< sie zog stärker, doch ich hielt sie weiter fest. >Deal ist Deal, du hast gesagt ich soll fragen stellen für die Wahrheit< grinste ich. Noch einmal zog Leonora kräftig an ihrer Hand. >Lass mich los< sie betonte die Worte giftig. Ich zog sie stattdessen näher an mich heran.
>Ich glaube ich habe die Antwort nicht verstanden< unsere Nasen berührten uns beinahe, Leonoras Augen funkelten mich an. Vielleicht war es nicht fair das ganze so auszunutzen, gerade wo sie eben noch so geweint hatte. Aber in mir kribbelte es, jetzt wo ich sie festhielt und im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand hatte.
>Austin hat mich zum Ball begleitet, damit Ella die Klappe hält. Dafür hatte er was gut bei mir, willst du etwa auch noch wissen was?< sie ließ mir keine Zeit zu antworten, kam mir stattdessen noch näher. Ich schloss die Augen während sie sprach, spürte ihren Atem auf meinen Lippen, so nah war sie mir. >Er wollte einen Kuss<
Ich ließ sie so abrupt los, dass sie nach hinten fiel und öffnete meine Augen. Statt einfach auf den Hintern zu fallen, rollte sie sich über den Rücken und stand sicher auf den Füßen. Sie richtete sich auf und sah auf mich runter.
>Eifersüchtig?< grinste sie.
Innerlich verfluchte ich mich und danach Austin. Er hatte sie tatsächlich geküsst und das so einfach.
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