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Pov Leonora

"Danke du bist mir als Freund einfach super wichtig Timothee. Und es verwirrt mich einfach... das alles mit uns. Ich möchte dir genauso wenig weh tun, aber ich weiß nicht, wie ich im Moment das richtige für mein Leben finden soll" es waren die ehrlichsten Worte die je aus mir heraus gesprudelt waren.
Wir umarmten uns, als wäre es eine Art Versöhnung, ohne das wir je richtig gestritten haben. Dann machte ich mich auf den Weg nach Hause.

⏳️

Ich ließ den Brief in meinen Händen sinken, unfähig, die Worte zu fassen, die ich gerade gelesen hatte. Die Nachtluft von New York hatte mich auf dem Heimweg begleitet, meine Gedanken leer und doch irgendwie schwer, als ob Timothees Liebesgeständnis noch immer in der Luft hing. Doch hier, auf meinem Sofa, war alles anders. Dieser Brief, den ich nicht erwartet hatte, riss mich aus der emotionalen Starre.

Es war Finn, der den Brief weitergeleitet hatte. Der Umschlag sah alt aus, ein wenig zerknittert und abgegriffen. Ich hatte ihn beinahe ignoriert, als ich die Post aus dem Briefkasten gezogen hatte, doch etwas hatte mich dazu gebracht, ihn aufzumachen.

„Leonora,“ begann Finns kurze Nachricht. „Dieser Brief kam vor einiger Zeit in Los Angeles an. Ich hatte ihn verwahrt bis du zurück bist. Keine Ahnung wer immer noch denkt du würdest hier arbeiten“

Unter Finns Brief lag ein weiterer Umschlag. Ich öffnete ihn vorsichtig, faltete den zweiten Brief vorsichtig auseinander, die Ecken des Papiers waren leicht zerknittert. Ich hielt den Atem an, als ich begann, die Worte zu lesen. Es war eine formelle Nachricht, doch jeder Satz brachte meine Erinnerungen näher an die Oberfläche.

Sehr geehrte Frau Leonora Alvarez,

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie und Ihr Kollege Finn Patterson für die Stuntarbeit in unserem kommenden Actionfilm ausgewählt wurden. Nach eingehender Überprüfung Ihrer bisherigen Arbeit sind wir überzeugt, dass Sie beide eine hervorragende Ergänzung für unser Team sein werden.

Der Fokus dieses Projekts liegt auf komplexen Kampfsequenzen, bei denen eine hohe körperliche Leistung und Präzision gefordert sind. Ihr bisheriger Schwerpunkt auf Fahrzeug-Stunts und Sprünge wird für die Action-Elemente des Films von großer Bedeutung sein, aber wir glauben, dass dies eine großartige Gelegenheit ist, Ihre Fähigkeiten zu erweitern.

Besonders beeindruckt hat uns die Empfehlung von Cole Winters, der beide Namen mit Nachdruck ins Gespräch brachte. Er war der Überzeugung, dass Sie beide das nötige Talent und die Leidenschaft für dieses Projekt mitbringen. Es scheint, als hätte er großes Vertrauen in Ihre Fähigkeiten gehabt.

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten und Ihre Erfahrungen in einem neuen Bereich der Stuntkunst weiterzuentwickeln.

Mit freundlichen Grüßen, 

Jordan Michaels
C

asting Director, Maverick Productions

Ich starrte auf die Zeilen, meine Hände zitterten leicht. Die Erwähnung von Cole ließ meine Gedanken rasen.

Ich las den Satz immer wieder, als könnte ich es nicht glauben. Cole… Er war es gewesen. Der Unfall, das Koma, sein Tod – all das lag wie ein Schatten über meinem Leben, und jetzt tauchte er plötzlich wieder auf, in Form dieses Briefes. Es fühlte sich fast so an, als hätte Cole noch eine letzte Botschaft für mich hinterlassen. Eine letzte Handlung, die er in Gang gesetzt hatte, bevor er micg für immer verlassen hatte. Als hätte er gewusst, dass ich feststeckte, dass ich eine Richtung brauchte.

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Ich dachte an die letzten Tage mit ihm, bevor alles auseinanderfiel. Wie fokussiert er immer gewesen war, wie professionell. Und jetzt, selbst nach seinem Tod, half er mir weiter – zeigte mir, wo ich hingehen könnte, was ich tun könnte. Es fühlte sich fast zu perfekt an, zu symbolisch.

Aber dann dachte ich daran, was Cole nie über Stunt-Kämpfe gewusst hatte. Das war nicht unsere Stärke gewesen – nicht seine, nicht Finns, und schon gar nicht meine. Doch Cole, in seiner Art, hatte die Möglichkeiten gesehen, hatte weitergedacht. Er wusste, dass wir eine neue Herausforderung brauchten. Vielleicht war das seine Art, zumindest mir zu sagen, dass ich weitermachen sollte. Nicht einfach nur existieren, sondern kämpfen – für das, was ich wollte. Für ein Leben, das sich lebendig anfühlte.

Ich spürte, wie Tränen in meine Augen stiegen, aber ich wischte sie schnell weg. Ich saß einfach nur da, starrte den Brief an und versuchte, den Knoten in meiner Brust zu lösen. Ich dachte an Timothee, an die verwirrenden Gefühle, die sein Geständnis in mir ausgelöst hatte. Ich dachte an Finn, der noch immer versuchte, mich irgendwie zurück ins Leben zu holen. Und jetzt auch noch Cole, der, obwohl er nicht mehr da war, mich auf eine Weise führte, die ich nie erwartet hätte.

Icg wusste nicht, was ich mit all dem anfangen sollte. Aber eines war klar: Cole hatte mir diesen Weg gezeigt. Und vielleicht war es an der Zeit, ihn zu gehen.

Langsam legte ich den Brief auf den Tisch vor mich und lehnte mich in die Sofakissen zurück. Mein Herz schlug immer noch schneller als gewöhnlich, und in meinem Kopf tobten die Gedanken. Aber inmitten dieses Chaos war da auch ein Funken Hoffnung. Ein Weg, den ich noch nicht ganz verstand, aber den ich vielleicht bald betreten würde.

Cole hatte mich nicht vergessen. Selbst im Tod hatte er dafür gesorgt, dass ich nicht auf der Stelle trat.

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