Chapter twenty

Während Harry mit Professor Dumbledore sprach stand ich vor der Türe des Büros.
Tränen liefen unkontrolliert über meine Wangen und mein Atem ging hektisch.
Meine Brust hob und senkte sich unregelmäßig während sich vor meinem Innerem Auge immer wieder die Situation wiederholte.
Harry sprach diesen merkwürdigen Zauber aus und Draco fiel zu Boden.
Sein ganzer Körper übersäht mit Schnitten aus welchen sofort Blut austrat.
Draco welcher sich vor schmerzen nicht rühren konnte.
Wie er hilflos zu mir blickte und ich nichts tun konnte.

„Miss Potter!" wurde ich sachte an meinem Arm berührt.
Die Hauslehrerin von Gryffindor sah mich warm an und nahm ihre Hand wieder von meinem Arm weg.
„Professor Dumbledore würde sie gern sprechen" sprach die sanft.
Wo war Harry? War er schon weg und ich hatte es nicht mitbekommen weil ich so tief in Gedanken war?
Ich nickte bloß stumm und betrat das Büro des Schulleiters.
„Miss Potter, setzen sie sich" wackelnd lief ich auf den Stuhl zu bevor ich Platz nahm.
Ich fühlte mich nicht gut und ich wollte wissen was mit Draco war.
„Draco geht es gut, sie müssen sich keine Sorgen machen. Madame Pomfrey kümmert sich bestens um ihn, er wird keine Schäden haben" beruhigte er mich. „Ihr Bruder hat seine Strafe bekommen, doch muss ich dringend nochmal mit ihnen sprechen. Sie wissen, das die Zeit rennt und es kaum noch eine Woche ist, bis es soweit ist. Ich muss sie bitten, Draco von seinem Vorhaben abzubringen, Miss Potter. Ich weiß, das Mister Malfoy das Gefühl hat, es tun zu müssen, aber er muss nicht, keineswegs." verwirrt zwischen meinen Tränen sah ich ihn an. Was meine der alte Zauberer nun schon wieder? „Draco wird nicht der jenige sein der mich tötet. Er muss aber überzeugend bei der Gefolgschaft von Voldemort klingen. Versuchen sie ihm auszureden, dass er mit ihnen geht. Versuchen sie ihm einzuprädigen das er mit ihnen und ihrem Bruder kommt. Ich bin mir durchaus bewusst, das dies unmöglich klingt, aber sie spielen eine wichtige Rolle.
Sie wissen, wie der Plan lautet, Miss Potter. Ich werde ihnen für die nächsten Tage Zutritt zum Krankenflügel gewähren. Schauen sie das Mr. Malfoy gut kuriert und denken sie an die nächsten Tage. Dunkele Zeiten stehen an Y/N.."

Als ich später das Büro des Schulleiters verließ wartete Harry unten auf mich. Mein Herz fing an zu rasen...wie sollte ich meinem Bruder nur entgegentreten. Er hat der Person die ich liebe unglaublichen schmerz zugefügt und das schlimmste daran war, dass Harry nicht einmal wusste wie wichtig Draco mir war. "Hey..." begann Harry und sah mich vorsichtig an. "Wie konntest du nur sowas tun, Harry?" fragte ich ihn. Tränen rollten meine Wangen erneut herab und vernebelten meine Sicht. "I-Ich kannte den Zauber nicht. Ich wusste nicht das er ihn so verletzen würde.." stammelte er. "Du kannst doch keinen Zauber verwenden den du nicht kennst! Hast du überhaupt eine Sekunde nachgedacht, Harry? Eine Sekunde darüber welche Folgen das ganze haben könnte?" fragte ich unter tränen. Sie wurden immer mehr und ich konnte mein schluchtzen nicht zurück halten. "Ehrlich gesagt nicht.. du hast ja recht. Was soll ich nun tun? Strafen hab ich immerhin genug bekommen" ich schüttelte bloß mit dem Kopf. "Ich weiß es nicht Harry, vielleicht lässt du dein merkwürdiges Buch lieber verschwinden bevor noch schlimmere Dinge passieren" mit den Worten ging ich einfach. Mir ging es nicht gut und mit Harry unterhalten wollte ich mich gerade nicht. Ich musste den Tag erstmal Reflektieren und runter kommen. Meine Emotionen glichen einer Achterbahn und mein Puls lag mit Sicherheit bei 180.

Später als es dunkel wurde schlich ich mich aus dem Gemeinschaftsraum. Alle sprachen von dem Kampf zwischen Harry und Draco. Viele waren schockiert einige hatten aber schon damit gerechnet das es zwischen den beiden bald knallen würde. So wie ich dies mitbekommen hatte waren die beiden ja schon seit dem 1.Schuljahr verfeindet als Harry Dracos freundschaftsangebot  abgelehnt hatte. Wie oft hatte ich nur darüber nachgedacht was passiert wäre, wenn Harry das Angebot angenommen hätte? Wir werden es wohl nie erfahren...

Meine Füße trugen mich zum Krankenflügel. Langsam schob ich die große Tür auf und schloss diese leise hinter mir. Ich tapste zum letztem Krankenbett an welchem alle Vorhänge zugezogen waren. Ich schob vorsichtig ein Stück Vorhang zur Seite als ich plötzlich einen Zauberstab im Gesicht hängen hatte. "Wer ist da?" knurrte mein Freund aggressiv. Ich schlug ihm Blitzschnell den Zauberstab aus der Hand. "Ich bin deine Freundin du Idiot! Also würde ich mal vorschlagen, dass du mich mal vorbei lässt" Erschrocken wich er zurück und sah mich erleichtert an. Rasch wurde ich an ihn gezogen und bekam sofort einen langen Kuss. Ich sah ihn ebenfalls erleichtert an als er von mir abließ und drückte meinen Körper ganz nah an seinen. "Ich habe mir solche Sorgen gemacht" hauchte ich und ließ meinen Tränen freien lauf. Ich sah ihn an und lächelte leicht. "Ich bin froh, dass es dir einigermaßen gut geht, Draco.." Sanft hob er seinen Daumen und strich mir ein paar Tränen von der Wange. "Es geht mir gut, Y/N.." sagte er sanft. "Warum stehst du überhaupt? Leg dich hin, sofort! Du musst dich ausruhen" sagte ich und drückte ihn aufs Bett zurück. Er zischte kurz auf, wahrscheinlich weil ich ihn so grob aufs Bett gedrückt hatte. "Tut mir leid.." murmelte ich mit schlechtem Gewissen. "Komm her.." sprach er sanft und deutete neben sich aufs Bett. Stumm legte ich mich neben ihm auf die Seite als auch er sich hingelegt hatte.  Er legte vorsichtig seinen Arm um mich und ich kuschelte mich vorsichtig an ihn heran. Ich spürte die Verbände um seinen Oberkörper und konnte mir schon denken das dort später mit Sicherheit ein paar Narben bleiben würden.

"Draco.." murmelte ich während ich meinen Kopf zu ihm hoch hob. "Ja?" fragte er und sah mich nun auch an. "Du.. du musst Dumbledore nicht töten.." fing ich an "Es gibt mit Sicherheit noch einen anderen Weg und du könntest mit uns mitgehen. Mit mir und auch Harry.. Es ist noch nicht zu spät Draco." sprach ich und setzte mich langsam auf. "Y/N.." sagte er und setzte sich ebenfalls auf. "Du weißt ganz genau, das ich das tun muss. Du weißt, das er mein Vertrauen testet und wenn ich versage, dann tötet er nicht nur meine Eltern sondern auch mich." er fing an zu Zittern weswegen ich mich gegen ihn drückte. "Ich weiß, ich weiß. Aber wir können für alles einen Weg finden, Draco, für alles" flüsterte ich. "Y/N.. ich werde es tun." sagte er und sah mir in die Augen. "Ich kann nicht von dir verlangen einen Mörder zu lieben, aber... wenn irgendwann alles vorbei ist, dann möchte ich mein restliches Leben nur noch mit dir verbringen. Keine Versteckspiele und nicht dieses Angstgefühl das jemand über uns bescheid weiß. Ich weiß es ist sehr schwer, ich hätte mir auch am liebsten alles anders vorgestellt und ich wünschte es wäre unkomplizierter- aber ich bin einfach zu Egoistisch um dich gehen zu lassen. Ich liebe dich Y/N. Ich weiß das du jemand besseren als mich verdient hättest, aber ich liebe dich. Viel zu sehr." gerührt sah ich ihm in die Augen ehe ich meine Hand auf seine Wange legte. "Draco.. ich könnte mir niemals jemand anderen als dich vorstellen, ich liebe dich auch und nichts könnte etwas daran ändern. Du bist perfekt für mich und kannst absolut für nichts das du tun musst. Du hattest einfach keine Wahl. Ich liebe dich, hörst du?" fragte ich ehe ich seine Lippen vorsichtig mit meinem Verband.

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