Have to go [Your Choice]

Have to go [Your Choice OS] by Kookie

"Wieso bist du so traurig in letzter Zeit? Wo ist dein Lächeln hin, das alle stets so verzaubert hat?" frage ich meinen Liebsten ernst. "Es ist gegangen, gemeinsam mit meinem Lebenswillen." "Wie kannst su so etwas sagen? Was ist passiert? Wer hat dich um sie beide beraubt?" Es schmerzt ihn so zu sehen. Das Strahlen das ihn einst umgeben hat ist verschwunden. Zurück bleibt eine trübe Atmosphäre, die jeden der in sie eintritt herunter zieht.
"Mein Vater, denn er verlangt von mir das ich nach England reise. Ich soll mich dort für ihn um Verträge kümmern." Ich weiß nicht was er meint, wieso ihn diese Nachricht so deprimiert. "Das ist der Grund für deine negative Stimmung?" "Du scheinst die Auswirkungen dieser Reise nicht zu verstehen, mein Herzblatt. Ich werde sehr lange unterwegs sein. Alleine die Anreise mit dem Schiff dorthin dauert über 360 Sonnen. Anschließend soll ich dort mehrere Wochen vor meiner Abreise verbringen. Ich werde mindestens zwei Jahre von dir getrennt sein. Wenn etwas anders abläuft als geplant, der Wind gegen uns ist, Piraten uns überfallen, dann ist es möglich das sich die Zeit meiner Abwesenheit verdoppelt." Langsam beginne ich einzusehen, wieso die Bitte seines Vaters ihn so schwer trifft.
"Mein wundervoller Verlobter, ich werde dich lange Zeit nicht sehen können." Eine kleine Träne bildet sich in seinem Augenwinkel. Ich habe ihn nie zuvor weinen sehen. Nicht einmal habe ich mit erlebt wie er so traurig ist das dies angemessen war. "Verzeih mir." flüstere ich. "Was sollte ich dir verzeihen? Du warst stets in jeglicher Hinsicht perfekt. Welchen Grund sollte ich haben dir etwas verzeihen zu müssen?" er sieht schockiert aus, als würde er erwarten das ich ihm gleich eines meiner dunkelsten Geheimnisse offenbare. "Verzeih mir das du meinet wegen traurig bist."
Einen Moment lang sieht er mich nur an. "Wie kannst du...?" Er spricht nicht weiter. Er sieht enttäuscht aus. Enttäuscht von mir. "Ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe, mein teuerster, ich habe dich nur um Verzeihung für mein erstes Verbrechen gebeten, und ich bitte hiermit um deine Vergebung für meinen zweiten Fehltritt, auch wenn ich mir dessen nicht bewusst bin." Er seufzt kurz. Ich halte meinen Blick gesenkt auf meine Füße gerichtet. "Wie kannst du es wagen dich für unsere gemeinsame Zeit zu entschuldigen?" Er hebt mein Kinn mit seinem Finger an, sodass ich gezwungen bin ihm in die Augen zu sehen. "Du bist das beste was in meinem einseitigen Leben je passiert ist. Du hast meinen Alltag in einem mehr als nur positiven Sinn zerstört." Ich wünschte ich müsste nicht gehen. Ich würde viel lieber bei dir bleiben." Er atmet einmal tief durch. "Doch ich kann nicht. Mein Vater setzt vieles auf mich. Er hat niemanden sonst und er kann nicht selbst gehen. Er kann sein Land nicht einfach alleine lassen..." "Also verlangt er von dir das du mich allein lässt?" Tränen laufen über meine Wangen. Er wischt sie mit seinem Daumen weg. "Diese Verträge sind wichtiger als unsere Beziehung." "Dann lass mich mit dir kommen. Ich kann dich begleiten. Ich kann dafür sorgen das während deinem langen Weg die Langeweile nie dein Gefährte sein wird. Ich kann dir bei wichtigen Entscheidungen helfen. Ich könnte die nächsten Jahre bei dir verbringen, mein ein und alles." Er sieht mich mitleidig an. "Du weißt, eigentlich besser als ich, das du deine Mutter nicht verlassen kannst. Sie kann sich nicht selbst versorgen. Du würdest sie nie zurück lassen. Du bist zu mitfühlend dafür." Meine Mutter. Wie konnte ich sie vergessen. "Und wenn wir sie mitnehmen? Sie könnte in ihren letzten Tagen noch neues sehen. Es würde ihr gefallen..." Er unterbricht mich, indem er seine Lippen auf meine drückt, um sich ein paar Sekunden später  nur wenige Millimeter von mir zu trennen. "Dort wo ich hin gehe herrschen Hungersnöte, Naturkatastrophen erschüttern das Land und Kriege verbreiten Angst. Du bist ein zu guter Mensch um diesen Anblick je zu verarbeiten." Ein zu guter Mensch. Er war immer der bessere von uns beiden in meinen Augen. Wie würde er es verarbeiten? "Wenn du so davon redest klingt es nicht so als sollte irgendwer dort hin reisen. Was ist wenn ein Erdbeben den Boden erschüttert während du dort wanderst? Was wenn euer Schiff von riesigen Wellen erdrückt wirst? Was ist wenn du in die Hungersnot gerätst? Was soll ich tun, wenn du nicht zurück kommen solltest?" Immer mehr Tränen bahnen sich den Weg aus meinen Augen. Auch er kann sie kaum noch halten. "Ich werde wieder kommen. Ich verspreche es dir, mein Kleiner." "Wiederhol das. Vielleicht werde ich es dir ja dieses mal glauben." Er sieht mich mit einem leeren Blick an. Ich kann nicht erraten was wohl gerade in ihm vorgeht, bis er seinen Kopf mit der Stirn gegen die meine lehnt. "Wir wissen beide das alles was ich sagen könnte gelogen wäre. Du weißt genau so gut wie ich das meine Rückkehr das wohl unwahrscheinlichste Ereignis ist das man sich vorstellen kann. Und selbst wenn ich zurückkehren sollte, werde ich nicht mehr derselbe sein. Doch ich werde bis zu meinem letzten Atemzug an deine wundervollen Augen denken. Du wirst der Grund sein der mich kämpfen lässt. Du wirst mein Licht in den dunkelsten Stunden sein. Bitte, vergiss niemals, das ich dich mehr liebe als alles anderes, mein Geliebter. Ich werde dich immer lieben." Seine Hand legt sich in meinen Nacken. Während er redet beginnt er mit meinen Haaren zu spielen. "Ich werde dich immer lieben. Bitte vergiss das nicht." Ein letztes Mal pressen sich seine magischen Lippen auf die meinen, bevor seine Hand, seine Lippen, wie auch seine Wärme verschwindet und er mich in der Kälte meines einsamen Lebens zurücklässt.

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A/N: Ich weiß selbst nicht wie genau ich auf die Idee gekommen bin so etwas zu schreiben. Und mir ist bewusst das 360 Tage etwas übertrieben sein könnten. Ich hoffe es gefällt euch, auch wenn es etwas anders ist.
~Kookie

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