Epilog
Albuquerque
Jay
Ich vermisse sie, verdammt. Vermisse sie so sehr. Sie zu verlassen war das Dümmste, was ich bisher getan habe. Aber es war auch gleichzeitig das Richtigste. Es war zu gefährlich für sie und ich konnte sie nicht verlieren. Ich konnte es einfach nicht. Sie war das Wertvollste, was ich in meinem Leben hatte, neben meinem Bruder.
Ich setze die Flasche Jameson an meine Lippen und nehme einen Schluck. Der Whiskey brennt meine Kehle hinunter und betäubt den Schmerz von meiner Schusswunde, vor allem aber den unerträglichen Schmerz, der meine Brust bei lebendigem Leib verbrennt.
Ich nehme immer noch Schmerzmittel. In Verbindung mit Alkohol macht es mich schläfrig, was eine Erleichterung ist. Der alkoholgetränkte Schlaf war der beste Schlaf, denn er war traumlos. Es waren die einzigen Nächte, in denen sie mich nicht besuchte.
Mein Sweetheart.
Ich vermisste sie verdammt noch mal und brauchte sie wie die Luft, die ich atmete.
Ich schlucke einen weiteren Schluck Jameson herunter. Meine Augen werden schwerer, als ich ein Klicken höre, gefolgt vom Öffnen der Tür. Cian betritt den Raum.
„Wie geht es ihr?", frage ich ihn sofort leicht lallend.
„Was zum Teufel machst du da, Mann?!", fragt mich Cian wütend zurück und stolziert auf mich zu. Mit einer schnellen Bewegung reißt er mir die Flasche Jameson aus der Hand.
„Willst du dich umbringen?", brüllt Cian. „Du nimmst starke Medikamente!"
Ich zucke nur gleichgültig mit den Schultern. „Das spielt doch keine Rolle mehr, oder?", meine Stimme klingt rau, während sich meine Brust taub anfühlt.
Alles, was ich vor mir sehe, sind ihre Augen.
„Wie geht es ihr?", beharre ich erneut.
Cians Augen nehmen die Farbe eines dunklen, stürmischen Ozeans an, als er nun von der Bettkante aus auf mich herabblickt.
„Sie ist am Boden zerstört. Sie isst nichts mehr. Bleibt einfach in diesem verdammten Bett liegen und hat sich die Augen an meiner Brust ausgeweint.", sagt Cian mit einer tiefen, kiesigen Stimme.
„Ich weiß nicht, wem es von euch beiden schlimmer geht.", sagt er mit einem Kopfschütteln. „Ich habe noch nie zwei Leute getroffen, die so verdammt verrückt nacheinander sind wie ihr beide."
Ein erstickter Laut kommt über meine Lippen bei seinen Worten, gefolgt von dem Klingeln meines Wegwerfhandys.
Ich weiß sofort wer es ist.
„Du solltest da dran gehen.", sagt Cian mit dunkler Stimme, bevor ich das Telefon vom Bett nehme und es mir schließlich ans Ohr halte.
„Il signor Zenone.", begrüße ich meinen Boss in Italienisch am Telefon.
„Nolan.", begrüßt mich Zenone mit einer düsternden, unheimlich ruhigen Stimme. „Che cosa è successo? Ho sentito che Akula è morto.", was ist passiert? Ich habe gehört, Akula ist tot.
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