Die Vögel zwitscherten angenehm in dem Wald um mich herum, während ich auf der Wiese lag und in den blauen Himmel starrte, wo ab und zu eine Wolke vorbei zog.
Ich genoss die Ruhe in dieser scheinbaren kleinen Welt, wo jeder Waldbewohner friedlich sein Dasein lebte und unbekümmert durch den Wald streifte. Hier spürte man kaum etwas von dem Krieg, der draußen tobte, angerichtet von meiner Nation.
Der Feuernation.
'Wir wollen unser Reichtum mit der Welt teilen.' Diese billige Ausrede hatten sie uns oft genug in der Schule erzählt. Als kleines Kind habe ich daran geglaubt und gedacht, dass wir die Größten und Gutmütigsten wären. Dass nur wir der Welt etwas geben konnten. Dass die Welt uns brauchte.
Aber die Realität sah anders aus. Verdammt anders.
Meine Gedanken wurden von einer Stimme unterbrochen, die ich schon mein ganzes Leben lang kannte und ehrlich gesagt hasste. Aber wenn ich mich ihr als Feind gegenüber stellen würde... Ich wüsste gar nicht, wie das ausgeht, trotz meiner wahrscheinlichen beachtlichen Stärke in Blitze und Feuer.
"Hier steckst du also, Ju. Ich habe dich gesucht. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen."
Geschmeidig stand ich auf und erwiderte: "Schön dich wiederzusehen Azula. Was führt dich zu mir?"
Sie entgegnete mir ein Grinsen und sagte: "Ich habe eine Mission. Dafür bräuchte ich ein kleines, bewegliches Team. Du weißt schon. Du, ich, Mai und Ty Lee"
Skeptisch hob ich meine Augenbraue und richtete den Bogen auf meinen Rücken. "Eine Mission? Erzähl mir mehr."
"Nur ein paar Verräter fangen. Suzu. Iroh."
Iroh? Einen Großmeister fangen? Da nimmst du dir ganz schön etwas vor, Azulalein.
"Mir ist zwar gerade langweilig, aber ich lehne ab." Langsam strich ich mir durch meine braunen Haare, während ich Azulas Reaktionen ganz genau beobachtete. Für einen kurzen Moment änderte sich ihr Gesichtsausdruck, bevor sie wieder das kalkulierte Gesicht aufsetzte.
"Ach wirklich? Es wäre sehr schade. Ohne dich wäre das Team nicht perfekt." Ich grinste bei ihrer Aussage.
"Ich weiß, aber trotzdem."
Damit drehte ich mich um und wollte gehen, was sie natürlich zu verhindern wusste.
"Weißt du, was auch sehr schade wäre? Feuer lässt sich immer so schwer kontrollieren. Wir wollen doch nicht, dass es zu Unfällen kommt und jemand verletzt wird."
Plötzlich flog ein Pfeil haarscharf an Azula vorbei. Jedoch blieb sie davon unbeeindruckt, während ich meinen Bogen langsam sinken ließ und die Augen verengte.
"Azula, du weißt, du bekommst ein Problem, wenn du meiner Familie etwas antust. Also treib es nicht so weit."
"Ach ja? Ich sagte nur, dass sich Feuer schwer beherrschen lässt. Nicht dass ich deiner Familie etwas antun werde. Sowas würde ich doch nie tun. Deine liebende Mutter."
Ich atmete kurz ein und aus, ehe ich meinen Blick wieder hob sowie meinen Bogen auf meinen Rücken spannte. "Dann solltest du dein Feuer in den Griff kriegen, Azula."
"Und du solltest dich mir anschließen.", entgegnete sie gelassen und sah mich bestimmend an.
"Meinetwegen.", erwiderte ich, was sie sehr zu freuen schien. "Das ist schön. Komm lass uns die Anderen holen."
Ja die Anderen, die du auch manipulierst. Aber bei mir geht das nicht mehr, liebe Azula. Bei mir nicht mehr. Ich bin aufgewacht.
Bevor ich ihr folgte, schob ich eine plötzlich aufkommende blutige Erinnerung aus meinem inneren Auge.
Ich habe das Richtige getan. Ich habe befreit, was man befreien konnte.
Befreit von dieser verdammten Welt, die von Krieg und der Feuernation beherrscht wird. Auf der es Menschen wie dich gibt, Azula. Die, die Menschen manipulieren und perfekt scheinen. Aber du hast etwas tief in dir drin, dass dich schwach macht. Du hättest daran arbeiten sollen, bevor du beschlossen hast, es zu kaschieren.
Du hättest dein Inneres befreien sollen.
Vielleicht wärst du da jetzt besser als ich. Du wärst stärker, Azula.
Ich hätte mich befreien sollen, aber ich habe beschlossen, mich nicht aufzugeben. Jetzt laufe ich hinter dir her. Und bin so, wie ich bin.
Gefangen.
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