Kapitel 2

Die nächsten Wochen waren der Horror gewesen. Es gab keinen Tag, an dem wir nicht darüber redeten. In der Schule war unsere Anmeldung das Gesprächsthema Nummer eins, zumindest zwischen uns beiden. Unsere anderen Freundinnen gingen wir damit schon langsam ziemlich auf die Nerven. Das lag vor allem daran, dass ungefähr die Hälfte nicht One Direction Fan war und die anderen es nicht für nötig gehalten haben, sich anzumelden, da man sowieso nicht genommen würde. Der Meinung waren wir anfangs natürlich weniger, aber je näher der Einsendeschluss rückte, desto nervöser wurden wir. Die Chancen standen wirklich schlecht. Allein schon deswegen, weil schon nach zwei Wochen der Bericht kam, dass sich bis dahin schon mehr angemeldet hatten, als man es für vier Wochen vorausgeplant hatte. Tja, sie hatten nicht mit dem Ehrgeiz der Fans gerechnet. Wir hielten oft Krisensitzungen ab, bei denen es aber immer wieder um das Gleiche ging. Natürlich, wie sollten wir jemals gewinnen, wenn so viele mit machten? Und es würden noch mindestens doppelt so viele nachkommen. In der dritten Woche hatten wir uns wieder bei ihr getroffen. Die Stimmung war demnach eher gedrückt, als wir auf Sophies Bett saßen und uns die News über 1D und den Wettbewerb, oder wie auch immer man es nennen sollte, durch lasen.

„Warte, stopp!", rief ich plötzlich, als sie durch die Ergebnisse scrollte.                    

„Was ist denn?"                     

„Ich hab' gerade was gesehen! Im Text weiter oben!" Also scrollte sie wieder zurück. „Da!", sagte ich und zeigte auf einen Artikel.                  

„'Einsendeschluss für One Direction Gewinnspiel bereits in dritter Woche festgelegt'", las sie laut vor. „Man, man, man! Da müssen ja ganz schön viele mitgemacht haben, dass sie jetzt schon den Einsendeschluss vorverlegen."                                                                                 

„Ja was denkst du denn?", kommentierte sie lachend. „Bei sowas macht jeder mit! Na gut, die Meisten, wenn ich da an Melissa und die anderen denke..."              

„Ja, die waren schlau genug!"              

„Wieso das denn?"               

„Na, ich meine, sieh dir das mal an! Es sind schon so viele Teilnehmer! Unsere Chancen schwinden jetzt schon unter den Nullpunkt! Und nicht einmal die Hufeisen werden da noch helfen!" Ja wir hatten wirklich Hufeisen aufgehängt, nur nicht fünfzig, sondern bloß zwei. Das war aber auch schon schwer genug, aber mehr hatten uns unsere Eltern wirklich nicht erlaubt. Laut ihnen würden wir jetzt komplett durchdrehen, nur Felix nahm es mit Humor. Er fand es immer lustig, wenn sich unsere Eltern über unser One Direction Verhalten aufregten.                                

„Ach komm! Sei nicht traurig! Auch wenn wir nicht genommen werden, können wir wenigstens von uns sagen, dass wir uns wie richtige Fans benommen haben und es wenigstens versucht haben. Und vielleicht macht die Siegerin ja ein paar Videos von ihrem Abenteuer und stellt es auf YouTube. Dann hätte jeder was davon!"                     

„Ja okay, du hast ja Recht! Nur ich würde so gerne gewinnen! Das wäre unser größter Traum!"          

„Stimmt, das... warte mal! Hier ist noch ein Artikel, der uns interessieren könnte!", unterbrach sie sich plötzlich und zeigte auf ihren Laptop, den sie wie immer auf ihrem Schoß platziert hatte.          

„'Mehrfach Einsendungen werden nicht gewertet'? Ist das deren Ernst? Oh man haben wir Glück gehabt!", redete sie los.                          

„Warum?", gab ich sehr intelligent zurück. Irgendwie hätte ich es doch wissen müssen, ich hatte nämlich denselben Gedanken.                       

„Ja weil ich gerade vorschlagen wollte, noch ein paar Mails zu verschicken! Dann wären unsere Chancen gestiegen, aber so ist das ja noch besser!"                   

„Stimmt, wer weiß wie viele Leute da doppelt und dreifach hingeschickt haben. Klar erhöht es die Chancen, genommen zu werden, aber das ist super!", lachte ich wieder. Endlich konnte etwas meine Stimmung wieder aufheitern.                

„Das ist zwar jetzt scheiße für die anderen, aber wenigstens haben wir was davon!" Und dann war die ganze miese Laune verschwunden. Wir lachten wieder und konnten gar nicht mehr aufhören und wir wussten selbst nicht mal wieso. Das war bei uns immer so, wir fingen bei den unpassendsten Momenten an, zu lachen. Und wir hörten frühestens fünf bis zehn Minuten später wieder auf, wobei wir danach immer noch vor uns hin kicherten. Für manche mag das seltsam sein, aber für uns war es fast schon Alltag.                    

„Dann sehen wir mal nach, wann ausgelost wird!", schlug Lucy vor, nachdem wir uns endlich wieder gefasst hatten. „Lange kann das ja jetzt nicht mehr dauern!" Uns schon klickte sie weiter, um das zu finden.                                          

„Wow! Hast du das gelesen?", fragte ich fast schon geschockt. Ich hatte mir schon gedacht, dass es nicht mehr lange dauern würde, aber dass es so kurz war, damit hätte ich nicht gerechnet.        

„Das ist in zwei Tagen! Oh Gott", flüsterte sie und man konnte ihre Augen funkeln sehen. Also ganz im Inneren freute sie sich unheimlich darauf, aber an ihrer Stimme erkannte man die Nervosität. Das konnte ich nur zu gut nachvollziehen. Einerseits war ich total hin und weg von der Tatsache, dass schon in zwei Tagen ausgelost wurde, aber andererseits, war ich unglaublich aufgeregt. Unserem Glück zufolge würden wir natürlich nicht gezogen werden und dann wären wir wieder traurig. Aber daran wollte ich nicht denken, die Zeit jetzt, die ganze Aufregung war irgendwie auch schön. Endlich gab es mal wieder etwas, bei dem wir und total gehen lassen konnten und einfach wir selbst sein konnten. Die Schule nahm uns sowieso viel zu sehr mit - wollte ich nur mal anmerken.             

Man kann sich wahrscheinlich denken, was wir die nächsten zwei Tage gemacht haben. Genau. Nicht viel anderes, außer über die Auslosung geredet. Und damit haben wir unsere Freundinnen endgültig in den Wahnsinn getrieben, aber zum Glück nahmen sie es mit Humor.              

„Sagt mal, ihr seid nicht mehr zu retten, oder?", grinste Melissa, als wir am nächsten Tag schon vor Schulbeginn darüber diskutierten.                

„Ja was würdest du denn machen, wenn du dich angemeldet hättest und gestern erfahren hättest, dass du in zwei Tagen weißt, ob du gewonnen hast oder nicht?", gab ich zurück. Sie schüttelte nur lachend den Kopf.

„Ihr wisst aber schon, dass die Chancen für euch, zu gewinnen, eher niedrig sind", versuchte Nadine, es uns vorsichtig beizubringen.                   

„Ja schon, aber man darf doch wenigstens noch hoffen!", beschwerte sich Lucy und warf die Arme in die Luft, sodass sie beinahe Anna geköpft hätte.               

„Hey! Pass doch auf!", meckerte sie.                 

„Tut mir leid", gab Lucy zurück.                                                                 

„Heb dir das lieber für den Fall auf, dass ihr gewinnt", begann nun Melissa wieder. „Wobei ich das dann eher doch nicht erleben will!"                 

„Ach komm, so schlimm sind wir gar nicht!", fing ich an.                

„Oh doch!", hörten wir Alex murmeln, als dieser an uns vorbei ging. Lucy und ich sahen uns erst verwirrt an, bevor die anderen auch schon anfingen zu lachen.                                      

„Kann nicht irgendjemand verstehen, wie wir uns fühlen?", versuchte ich wieder, doch als ich mich umsah, standen wir schon alleine da. Die ganze Aula war leer.                       

„Kommt ihr heute noch, oder wollt ihr bis morgen da stehen bleiben? Der Unterricht hat schon angefangen!", rief uns plötzlich Anna zu und dreht sich dann um, um noch rechtzeitig zu ihrem Kurs zu kommen.                 

„Scheiße!", sagten wir gleichzeitig, sahen uns an, schnappten unsere Sachen und liefen los. Dummerweise hatten wir heute in der ersten Stunde unsere von allen geliebte Englischlehrerin(man bemerke bitte die Ironie) und die Verspätung wirkte sich daher nicht allzu positiv auf ihre Begrüßung aus. Zum Glück hatten wir die erste Stunde zusammen, denn sonst hätte ich das wahrscheinlich nicht überlebt. Es ist besser, wenn sie ihren Ärger an zweien auslässt, als an einer Person. Der Großteil unseres Kurses konnte sich allerdings denken, warum wir zu spät waren und so hörten wir gleich darauf fast alle unsere Mitschüler kichern. Das rettete uns aber vor den Strafpredigten von Frau Henn. Da sieht man mal wieder, wozu One Direction gut ist.

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Hier hätte ich das zweite Kapitel, hoffentlich gefällt es euch und keine Sorge es wird noch spannender :)

Viel Spaß beim Lesen

Eure moontosun



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