9. Kapitel

Harry:

„Es geht um die Sicherheit aller, Sir. Sie müssten bitte einmal umdrehen und einen anderen Weg fahren", wiederholt er sich. Ich verdrehe die Augen. „Das habe ich sehr wohl verstanden", antworte ich ihm trocken. „Äh... ja... und..." – „Ich mache das schon, Grayson", wird er unterbrochen – wenn man das bei diesem Gestotter so nennen kann. „Ich kann das, kein Problem", erwidert er sofort. Er kann das nicht, er ist überfordert, das sieht man aus zehn Metern Entfernung. „Harry", werde ich dann angesprochen. „Bist du eigentlich überall?", frage ich ihn, ohne wirklich eine Antwort haben zu wollen. Louis tritt an mein Auto heran und tauscht mit Grayson den Platz. „Hat mein Kollege sich unklar ausgedrückt?", fragt er mich und lächelt scheinheilig.

„Dein Kollege? Der ist doch höchstens zwölf", entgegne ich und Grayson verzieht nervös das Gesicht. Noch dazu tritt von einem Fuß auf den anderen. Ich würde wetten, er hat gerade erst bei der Feuerwehr angefangen. „Er ist nicht zwölf, rede nicht so mit ihm", sagt Louis daraufhin mit ernsterem Tonfall. „Und wie du siehst, ist die Straße gesperrt, also fahr einen anderen Weg." Ich möchte gerade zur Antwort ansetzen, aber Louis spricht weiter. „Widersprich mir gar nicht erst, das hat keinen Zweck. Du hältst den ganzen Verkehr auf und verursachst noch mehr Stau, als es sowieso schon gibt. Fahr andersherum. Wir müssen hier weiterarbeiten. Oh, und red' nicht so mit einem Azubi." Ich wusste, er hat gerade erst hier angefangen.

Louis sieht mich direkt an. Sein Blick ist entschlossen und streng und... fuck. „Ja, schon gut. Ich bin schon weg." – „Besser ist es", sagt er. Einen kurzen Augenblick sehe ich ihn noch an. Ich habe nie verstanden, wieso Leute etwas für Uniformen und Ausrüstungen übrig haben. „Und hör auf mich anzustarren", sagt Louis dann doch und lächelt provokant. „Als würde dich jemand anstarren", antworte ich schnell und mache kehrt. Einfach nur hier wegzukommen ist mein Ziel. Im Rückspiegel sehe ich, wie Louis Grayson auf die Schulter haut und dann wieder zu seiner eigentlichen Aufgabe zurückkehrt. Dieser Kerl ist so ein Idiot. Und noch schlimmer ist, dass ich ihm im Moment ständig über den Weg laufe. Das hier ist London! So viele Zufälle kann es doch gar nicht geben!

Ich kehre fast eine ganze Stunde später als geplant nach Hause zurück. Theoretisch müsste ich arbeiten, aber die Situation von vorhin will mir nicht aus dem Kopf gehen. Also springe ich unter die Dusche. Ich liebe meine Regendusche. Seitdem ich in einem Familienurlaub mal unter einer stand, war mir klar, dass ich so eine Dusche brauche, sobald ich ausziehe. Jetzt habe ich ein dunkel gefliestes Bad mit einer großen Regendusche und noch dazu eine Eckbadewanne mit Massagedüsen, die ich ehrlicherweise nie benutze.

Das warme Wasser prasselt auf mich herab und ich schließe die Augen. Dumme Idee. Sofort taucht Louis in seiner Ausrüstung vor meinem inneren Auge auf. Gott, ich kann diesen Kerl nicht ausstehen! Provokantes Arschloch! Ich bin viel zu aufgebracht, um mich zu konzentrieren. Ich muss irgendwie runterkommen. Um diese Uhrzeit ist das Fitnessstudio zu voll, da werde ich garantiert nicht hingehen. Ich stöhne genervt und merke immer deutlicher, wie angespannt meine Muskeln sind. Ich habe mich immer gut im Griff. Es ist selten, dass es anders ist, aber heute ist anscheinend so ein Tag. Ach fuck.

Bevor ich darüber weiter nachdenke, lasse ich meine Hand an meinem Körper herunterwandern. Was soll's. Irgendwie muss ich den Stress abbauen. Ich atme tief ein und wieder aus und lehne mich an die Fliesen hinter mir, die zum Glück inzwischen auch warm sind. Ich fasse um meinen Schwanz und pumpe ein paar Mal. Ich werde hart und seufze auf. Das warme Wasser hüllt mich ein, als ich meine Hand weiter bewege und mit meinem Daumen über meine Spitze gleite. Das hier habe ich gebraucht. Gleich werde ich definitiv entspannter sein.

Lust erfüllt meinen Körper und ich schließe die Augen. Ich brauche endlich wieder Sex. Richtigen Sex. Ich war schon viel zu lange allein in meinem Bett. Es ist nicht so, als hätte ich sonderlich Schwierigkeiten damit, Gelegenheitssex zu kriegen, aber die Zeit hat es bisher nicht zugelassen. Das werde ich ändern. Nicht mehr heute aber nächste Woche irgendwann. Ich denke darüber nach, wen ich anschreiben könnte. Es ist einfacher, als jemanden in einer Bar aufzureißen und deutlich unkomplizierter nach dem Sex. Ich seufze auf und reize den Kranz um meine Spitze. Fuck, tut das gut.

Wie gerne hätte ich jetzt eine Frau vor mir Knien und ihre Lippen um meinen Schwanz. Wie gerne würde ich sie meinen Schwanz lutschen und saugen lassen, bis ich komme. Eine Zunge, die meine Spitze umspielt und neckt und ein paar Hände, dass meinen Körper reizt. Das wäre es jetzt. Himmel. Ich seufze auf und bewege meine Hand schneller um mich. Vor meinem inneren Auge tauchen Bilder und Szenen auf und mir wird noch wärmer.

Sie lächelt und kniet sich vor mich. Unschuldig blickt sie zu mir hoch. „Mach", fordere ich. „Wie heißt das?", fragt sie scheinheilig. „Oh, bitte, mach", wiederhole ich und sie leckt über meine Spitze. Ich schnappe nach Luft und ziehe an ihren Haaren. Ich drücke sie zu meinem Schwanz, aber sie weicht zurück. „Hände weg." – „Aber..." – „Hände weg, oder ich höre auf."

Oh Gott, sie will mich umbringen. Ich lasse sofort ihre Haare los und presse meine Handflächen an die Tür, um nicht der Versuchung zu widerstehen, sie wieder an mich zu drücken. Dann öffnet sie seinen Mund und ihre pinken Lippen umschließen meinen Schwanz. „Oh fuck!", stöhne ich laut und komme ihr mit der Hüfte entgegen. Sofort legt sie seine Hände darauf und drückt sie zurück an die Tür. Wenn sie so weiter macht, werde ich wahnsinnig. Sie saugt an mir, leckt um meine Spitze und reizt mich immer weiter. Scheiße, ich könnte auf der Stelle kommen. Er...

Sie! Sie. Eine Frau lutscht meinen Schwanz. Eine von denen, mit denen ich mehr oder weniger regelmäßig unverbindlichen Sex habe. Ich schüttle den Kopf und mache weiter. „Verdammt", murmle ich und spüre, wie die Lust immer mehr wird. Die Bilder verändern sich, schneller als ich es kontrollieren kann. Fuck, nein! Ich denke nicht an einen Kerl. Ich denke an Frauen. Heiße, nackte Frauen, die meinen Schwanz blasen. Ich denke nicht an Männer, während ich mich wixxe. Schon gar nicht an – nein! Ich fluche und atme tief durch. Wie kann man aufhören an etwas zu denken? Oder jemanden? Geht das? Ich seufze und greife wieder um meinen Schwanz. Fuck, wieso verschwindet er nicht aus meinen Gedanken, er hat dort nichts verloren!

Ich seufze. Wieso muss ich genau jetzt an Louis denken? Ich stand kurz vor meinem Orgasmus und sogar jetzt, wo ich alleine zuhause unter der Dusche stehe, schafft er es, mir den Tag zu versauen. Das lasse ich nicht mit mir machen. Ich pumpe meinen Schwanz weiter, im Wissen, dass ich ansonsten nur noch frustrierter bin als vorher. Er will nicht vor meinem inneren Auge verschwinden. Fuck, it. Dann soll er bleiben. Dann stopfe ich sein provokantes Mundwerk mit meinem Schwanz und bringe ihn so endlich zum Schweigen. Soll er ihn doch ausnahmsweise mal für etwas Sinnvolles verwenden!

Mein Kopfkino macht sich selbstständig und ich kann nichts dagegen tun. Louis kniet vor mir in seiner Feuerwehrhose, ohne Shirt, aber mit den Hosenträgern über den Schultern. Ich stelle mir vor, wie ich seine Haare packe und seinen Kopf zu meiner Mitte leite. Ich presse ihn an meinen Schwanz, sodass er endlich seine Lippen öffnet und mich saugt und leckt und reizt. Heilige Scheiße. Ich stöhne auf. In Gedanken vögle ich seinen Mund tief und fest. Ich halte ihn an den Haaren und er reizt mich mit seinen Händen zusätzlich.

Ich komme laut stöhnend über meine Hand und mit weichen Knien. Ekstase macht sich in meinem Körper breit und all die Anspannung des Tages fällt von mir ab. Ich atme flach und mein Blut kocht, als der Orgasmus über mich hinwegjagt und mich erbarmungslos mit sich zieht.

Verdammte Scheiße. Das darf nicht wahr sein. Ich starre an die Wand vor mir. Mein Sperma wurde längst vom Duschwasser weggewaschen. Ich nehme mir mein Shampoo und fange an, mir die Haare zu waschen. Ich habe mir nicht Louis vorgestellt, während ich es mir selbst besorgt habe. Das ist nicht passiert. Dass kann gar nicht passiert sein. Zum einen kann ich den Kerl absolut nicht ausstehen, zum anderen ist es ein Kerl, verflucht. Ich schüttle den Kopf. Nein, das war nur, weil er ein provokantes Arschloch ist. Deswegen will ich ihn vor mir Knien sehen, nicht weil er attraktiv oder so etwas sein könnte. Das ist er nicht. Genugtuung ist es, was dieses Kopfkino hervorgerufen hat und nichts anderes.

Außerdem wird niemand das jemals erfahren, schon gar nicht Louis. Wie auch? Wieso sollte er. Ich wasche mich und dusche mich ein letztes Mal ab. Es fühlt sich schmutzig an und falsch. Ich schnappe mir mein Handtuch und sehe zu, dass ich nicht allzu lange brauche, bis ich vor meinem Schreibtisch sitze. Ich wollte nie so lange unter der Dusche bleiben, ich wollte längst anfangen zu arbeiten. Alles seine Schuld. Ich hätte ihm nie begegnen sollen, das wäre der Tag nur halb so beschissen, wie er jetzt ist. Fuck him. Oder nein, lieber nicht. Ganz sicher nicht.

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Tja, das hat Harry wohl nicht erwartet. Was haltet ihr davon? Und wie wird es wohl weitergehen? 

Love, L 

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