25. Kapitel
Tut mir leid, dass so lange nichts gekommen ist. Ich war in Düsseldorf bei Niall und bin gerade auf den Weg nach Amsterdam. Ich bin überhaupt nicht zum Schreiben gekommen, ich hoffe, dass ich jetzt wieder regelmäßig Zeit dafür finde. ❤️
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Louis:
„Das it mir auch klar", antwortet er. „Es muss nicht bedeuten, dass ich schwul bin, oder?" – „Es gibt nicht nur schwul und hetero", stelle ich klar. „Ja, ich weiß. Ich meine ja auch nur, dass... ich auf Männer stehen könnte. Das muss es nicht bedeuten, oder?" – „Muss es nicht. Es ist Anatomie. Was denkst du, wieso so oft Männer in die Notaufnahme kommen und sich etwas aus dem Hintern ziehen lassen müssen." – „Was?" – „Shampooflaschen, Salatgurken, Fernbedienungen. Da ist alles Mögliche dabei", zähle ich amüsiert auf. „Dass du deinen Körper entdeckt bedeutet natürlich nicht, dass du auf Männer stehst." Er nickt und scheint einen kurzen Moment erleichtert zu sein. „Dass du dir von mir in einer Restauranttoilette hast einen runterholen lassen, schon eher", füge ich hinzu und die Kellnerin stellt uns das Frühstück hin.
Harry sieht sie kurz an, als hätte er Angst, sie hätte etwas gehört. „Es ist keine Beleidigung, Harry", wiederhole ich mit mehr Nachdruck. „Du hast recht, das ist wirklich gut", stelle ich fest, als ich anfange zu essen. „Was?" Verwundert sieht er mich an. „Das Frühstück" helfe ich ihm auf die Sprünge. „Ach so. Ja. Uhm... ist es", sagt er und nickt.
Einen kurzen Moment ist es still zwischen uns. Er trinkt eine Schluck Kaffee und mustert mich. „Was wäre... meinst du es würde Sinn ergeben, wenn ich es ausprobiere?" – „Sex?" – „Mit einem Mann", sagt er und nickt zögerlich. „Fragst du mich gerade durch die Blume, ob ich dich ficken würde?", frage ich amüsiert. „Nein... also... das wäre doch... uhm..." Ich kann nicht anders, als zu lachen. Harry errötet und presst die Lippen zusammen.
„Was machst du bei der Arbeit?" – „Was?" – „Ich denke, ein kurzer Themenwechsel könnte dir guttun", erwidere ich ehrlich. So lustig es auch ist, ihn überfordert zu sehen, ich muss es nicht überreizen. Er sieht mich irritiert an. Man könnte meinen, ich habe ihn gefragt, mir zu erklären, wie man den Welthunger bekämpfen sollte. Oder sonst irgendetwas, womit er sich wahrscheinlich nicht beschäftigt.
„Uhm... also...", stottert er nervös. Ich trinke einen Schluck Tee und lasse ihm die Zeit, die er braucht. „Ich vermittle zwischen Baufirmen und Unternehmen. Und zwischen Eigentümern und Interessenten. Ich habe als Immobilienmarkler angefangen. Ich habe Häuser an- und wieder verkauft. Inzwischen sind auch Bauaufträge dazugekommen", erzählt er mir. „Du bist angestellt, oder?", frage ich weiter und er nickt. „Ja. Ich hoffe darauf, bald Partner werden zu können." – „Wie bei Suits?" Er schmunzelt. „So ähnlich, ja." – „Dann gehört dir bald ein Teil es Unternehmens." – „Ich bin dann Anteilseigner. Ich habe mehr Verantwortung und mehr Mitspracherecht. Und ich kann natürlich mehr entscheiden. Nach meinem Studium habe ich kurz überlegt, mich selbstständig zu machen, aber dann kam dieses Jobangebot" erzählt er. „Das konnte ich einfach nicht ablehnen."
„Arbeitest du deswegen so viel? Um Partner zu werden?", frage ich. Harry nickt und lächelt kurz. „Ja. Wenn alles gut läuft, dann werde ich das bald." Er zögert. „Es gibt im Moment ein Projekt, an dem ich arbeite. Ein großes Unternehmen möchte sich hier in London ansiedeln und braucht einen neuen Bürokomplex. Wenn ich es schaffe, eine Fläche dafür zu finden und eine Baufirma mit ins Boot zu holen, stehen die Chancen sehr gut." – „Lass mich raten, du darfst nicht sagen, welche Firma es ist", sage ich schmunzelnd. Er zuckt mit einer Schulter. „So ist das Business. Ich habe dir schon mehr verraten als sonst irgendjemandem", gibt er zu und lächelt schief. „Nicht einmal meiner Schwester habe ich von dem Projekt erzählt. Muphys Gesetz und so. Du weißt schon."
„Oh ja!", sage ich direkt und er sieht mich fragend an. „Gibt es so etwas bei euch auch?", möchte er wissen und lehnt sich nach hinten. Er hat inzwischen aufgegessen und wirklich schon deutlich entspannter als noch vorhin. „Ja. Es ist absolut verboten, laut auszusprechen, dass es eine ruhige Schicht wird. Das Wort ruhig darf genauso wie entspannt nicht fallen. Das ist bei der Feuerwehr so, im Krankenhaus und ich glaube, auch bei der Polizei. Sobald man es sagt, kommen die Einsätze so schnell hintereinander, dass man nicht einmal Zeit hat, auf Toilette zu gehen", erzähle ich.
„Du hast keine zwei Minuten Pause?", fragt er überrascht. Ich schüttle den Kopf. „Nein, du arbeitest durch. Man kann ja schlecht sagen: Warten Sie einfach noch ein bisschen länger in Ihrer brennenden Küche. Ich esse nur mal eben was oder gehe ins Bad." Harry sieht mich belustigt an. Ich zucke mit den Schultern. „Man gewöhnt sich dran. Normalerweise macht man als Rookie den Fehler, diese Wörter auszusprechen. Meistens ist die halbe Schicht schon rum, ohne, dass auch nur ein Einsatz reingekommen ist. Dann kommt so etwas wie: Heute wird es eine ruhige Schicht, oder? Und dann hört man in den nächsten zehn Sekunden den Alarm angehen." – „Immer?" – „Immer", bestätige ich.
„Hast du den Fehler auch gemacht?", will er interessiert wissen. „In meiner dritten Woche, aber zum Glück erst nach den ersten 14 Stunden der Schicht und nicht am Anfang", erinnere ich mich. „Ich war ein absoluter Grünschnabel. Wenn man aus der Theorieprüfung kommt, denkt man direkt, man wüsste alles und nichts könnte einen überraschen. Tja, absolut falsch gedacht. Man ist auf der Straße vollkommen aufgeschmissen. Charly, mein Captain, hat mich bei meinem ersten Einsatz auflaufen lassen. Es war nichts Dramatisches und am Ende bin ich schlichtweg rückwärts über einen Hydraten gefallen, aber ich war wütend. Erst später habe ich verstanden, dass es notwendig war, um mich schnellstmöglich auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen."
„Du bist über einen Hydraten gefallen?", fragt er und versucht nicht zu lachen. „Das ist es, was du dir gemerkt hast?", frage ich trocken. „Sorry... uhm... bist du in Uniform gefallen... oder..." – „Ja. Ich hatte keine Flasche auf dem Rücken, sonst hätte Charly das nicht zugelassen, aber ich hatte die Feuerschutzausrüstung an und einen Löschschlauch in der Hand. Ich bin volle Kanne auf dem Hintern gelandet und natürlich hat es das ganze Team gesehen", erzähle ich ihm. Harry hat schon bei der Hälfte der Geschichte angefangen zu lachen. Ich glaube, ich sehe ihn das erste Mal ehrlich Lachen. Es klingt schön und es ist erfrischend, ihn so zu sehen. „Du bist... oh mein Gott. Das hätte jemand filmen müssen." – „Oh nein. Es reicht, dass es einmal im Jahr an meinem Geburtstag von Charly erzählt wird!", widerspreche ich direkt.
Ein wenig später gibt Harry Bescheid, dass wir zahlen wollen. Ich ziehe mein Portemonnaie heraus und gebe der Kellnerin meine Karte, bevor Harry widersprechen kann. „Zusammen oder getrennt?", fragt sie uns. „Zusammen", sage ich schnell. Harry sieht mich überrascht an. „Uhm... wieso das? Du musst nicht zahlen." Die Kellnerin gibt mir meine Karte zurück und nimmt unsere leeren Teller und Tassen mit. „Weil du mit Sicherheit noch nie eingeladen worden bist – von Geschäftsessen abgesehen", antworte ich und stehe auf. Irritiert sieht er mich an. „Aber deswegen musst du doch nicht zahlen." – „Sag doch einfach danke." – „Uhm... danke."
Wir verlassen den Laden und laufen zum Parkhaus zurück. „Es mag ungewohnt für dich sein, aber manchmal mache ich so etwas aus Freundlichkeit. Nur weil ich kein teures Auto fahre oder einen maßangefertigen Anzug zum Frühstück trage, bin ich nicht arm." Harry sieht an sich herab. „Woher weißt du, dass der maßangefertigt ist." – „Das sieht man doch", erwidere ich amüsiert und wir steigen in den Aufzug. Harry hat ganz oben geparkt, ich glaube, das ist so ein Ego-Ding. Immerhin sind Chefetagen fast auch immer oben in Gebäuden zu finden. Wir gehen zu seinem Auto. Ich lege locker eine Hand auf seinen unteren Rücken. Er spannt sich kurz an. Ich mustere ihn. Es ist keine Ablehnung in seinem Gesicht zu erkennen, eher Nervosität und Neugier.
Als wir an seinem Wagen ankommen, lege ich meine Hände an seine Hüfte und drehe ihn bestimmt zu mir um. Er schnappt überrascht nach Luft, lässt aber zu, dass ich ihn gegen den Kofferraum seines Autos drücke. Seine Augen werden groß. „Was... was machst du?" – „Wenn du es nicht willst, sag es einfach", antworte ich ihm und drücke ein Knie zwischen seine Beine. Er öffnet sie ein Stück und ich stelle mich dazwischen. Meine Hand gleitet zurück zu seinem Rücken und ich ziehe ihn an mich heran. Er keucht auf. Mein Schwanz zuckt und mir kommt es vor, als wäre es augenblicklich ein paar Grad wärmer geworden. „Ich denke, ich habe dir alle theoretischen Fragen beantwortet, die du hattest, oder?", frage ich ihn.
Er nickt stumm und sieht mich mit großen Augen an. Ich komme ihm näher. „Traust du dich, Harry?" – „Ich... uhm...", stottert er. Sein Schwanz drückt gegen seine Hose und gegen mich. Er sehnt sich nach Aufmerksamkeit. „Wir sind in einem Parkhaus." – „Und dein Auto hat getönte Scheiben." – „Auf der Rückbank?", fragt er. Ich schmunzle und öffne die Tür. Er leckt sich über die Lippen und zögert einen Moment. Dann steigt er in den Wagen. Ich lächle zufrieden und setze mich zu ihm. „Öffne meinen Gürtel", weise ich ihn an. Seine Finger gehorchen sofort. Fuck, es ist so heißt, wenn er tut, was ich sage. Den Knopf öffnet er direkt mit. „Den Reißverschluss auch." Er sieht kurz nach oben. Ich fange seinen Blick. Harry nickt leicht und wendet seine Aufmerksamkeit wieder meinem Schritt zu.
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Tja, jetzt setzen wir hier einen Cut. Hättet ihr gedacht, dass es zur Sache geht? Und meint ihr, Harry traut sich?
Love, L
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