1. Kapitel
Und damit geht es so richtig los. Lasst wie immer gerne viele Kommentare da :)
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Louis:
Wieso muss der Alarm immer genau dann ertönen, wenn man sich mit einem Teller heißen Spagetti an den Tisch gesetzt hat? Ich stöhne genervt und springe auf. Die nächsten Bewegungen macht mein Körper von selbst. Ich mag meinen Job. Seitdem ich hier angefangen habe, bin ich mir sicher, dass ich hierher gehöre und dass es die richtige Entscheidung war, mich für diesen Weg zu entscheiden, aber wenigstens Abendessen würde ich in Ruhe. Es ist fast neun Uhr abends und seine Schicht hat gerade erst angefangen.
Ich springe in den Einsatzwagen und höre kurz darauf schon die Sirene. Mein Kollege Matt sitzt mir gegenüber. „Wenn du Glück hast, lassen die anderen dir was übrig." – „Halt die Klappe." Er grinst nur. „Es ist ein Automatischer Notruf aus einem Bürogebäude. Der Feuermelder ist angesprungen und wurde nicht abgestellt. Laut System ist es die Küche des Unternehmens in der vierten und fünften Etage. Mehr wissen wir noch nicht", sagt unser Gruppenführer Charly. Er ist seit mittlerweile fast dreißig Jahren bei der Feuerwehr. Er hat mehr Erfahrung als wir alle. Meine Aufgabe wird es mit Matt zusammen sein, nachzusehen, ob noch Personen im Gebäude sind. Ich bezweifle es zwar, aber das Wichtigste ist immer, die Menschen zu retten. Niemand von uns könnte es sich verzeihen, unvorsichtig gewesen zu sein, also ist es auch niemand. Wir sind ein eingespieltes Team und als wir ankommen, weiß jeder sofort, was zu tun ist. Ich setze mir den Helm auf und Matt öffnet die Tür. „Hier ist die Feuerwehr, ist hier jemand?", fragen wir laut und durchkämmen das Gebäude. Der Rauch kommt aus der vierten Etage. Hinter sind die Kollegen mit dem Löschschlauch. Die Drehleiter ist schon ausgefahren und Matt bricht die Tür auf.
„Hier ist die Feuerwehr, ist hier jemand?", frage ich wieder laut und wir bahnen uns den Weg durch den Rauch. Es ist die Küche, wie erwartet. Die Kollegen kümmern sich um das Feuer, dass sich zum Glück nur auf den Herd und die Arbeitsplatte beschränkt. „Nächste Etage", sagt Matt mir über Funk und wir laufen das Treppenhaus nach oben. Der Rauch ist hier noch nicht so dicht. Ich hoffe trotzdem, dass niemand mehr hier ist. „Hier ist die Feuerwehr, ist noch jemand?" Ich schaue in jeden Raum. Sie sind alle leer. Dann fällt mir eine Glastür ins Auge. Sie ist die Einzige, die geschlossen ist. Verdammt. „Matt, ich glaube, hier ist noch jemand", sage ich und deute auf die Tür. Ich gehe vor und öffne sie. „Feuerwehr, sie müssen hier raus", sage ich sofort. Ein Kerl sitzt vor seinem Schreibtisch. Sieht auf.
Normalerweise sind die Leute sofort bereit mitzukommen, haben Angst und wollen wissen was los ist. Er sieht mich einfach nur an und mir wird flau im Magen. „Ich komme sofort mit. Was ist los?", fragt er seelenruhig und tippt weiter auf seinem Computer. „Sir, Sie müssen das Gebäude verlassen. Wir bringen sie raus." Matt steht neben mir. „Fünf Minuten noch", sagt er und schiebt einige Unterlagen zusammen. „Sie haben uns nicht richtig verstanden", sage ich mit mehr Nachdruck und versuche ruhig zu bleiben. Ich darf es mir nicht anmerken lassen, das wäre unprofessionell. „In der Küche brennt es und der Rauch steigt in diese Etage. Sie müssen sofort hier raus", stelle ich klar.
„Schon klar, aber ich muss das hier speichern und mitnehmen", antwortet er uns und fügt hinzu: „Wenn es wirklich dramatisch wäre, würden sie sich außerdem nicht mit mir unterhalten. Also geben sie mir noch ein paar Minuten und ich komme mit." – „Sir..." – „Ich werde meine Arbeit nicht hier offen liegen lassen", unterbricht er Matt arrogant und mit hartem Ton. Verdammtes Arschloch. Ich sehe zu Matt, der genau das gleiche denkt, wie ich in diesem Moment. Mir reicht es. Ich trete um den Schreibtisch und klappe den Laptop zu. Vor dem Tisch steht ein Namensschild. „Mr Styles, Sie kommen jetzt mit. Der Rauch liegt längst in der Luft und wenn Sie weiterhin gesund leben wollen, nehmen sie diese Maske und begleiten uns nach unten." Er sieht auf und grüne Augen blicken mich an. Diese verdammten grünen Augen.
Er verdreht die Augen. „Schon gut." Er nimmt sich seine Tasche, seine Jacke und die Unterlagen. Er packt seinen Laptop ein und sieht mich an. „Also? Die Maske." Ich gebe sie ihm wortlos und schaue, dass sie richtig vor Mund und Nase sitzt. „Los jetzt", sagt Matt und wir nehmen ihn in die Mitte. Auf dem Weg nach unten wird der Rauch immer dichter. Wie gut, dass er nicht auf der Etage darunter gearbeitet hat. Ich bringe ihn sofort auf die andere Straßenseite. Er nimmt sich die Maske ab. Sein Blick gleitet zum Gebäude, aus dem dunkler Rauch dringt. „Oh Scheiße." – „Ja. Also erzählen Sie mir nicht, dass sie noch ein paar Minuten brauchen", sagt Matt und deutet mir, dass er wieder zurück zur Truppe geht.
Ich sehe ihn an. Er schaut in seine Tasche und kontrolliert offenbar, ob er auch wirklich alles hat. Kein Danke? Uns passiert das öfter, als man wohl denkt. Ich nehme meinen Helm ab und sehe ihn an. „Geht es Ihnen gut?" Er sieht auf und zuckt nicht einmal. „Ja, alles in Ordnung. Wann denken Sie kann ich in mein Büro zurück?" – „Das wird sich zeigen, aber die nächsten Tage erst einmal nicht", antworte ich ihm und merke, dass es mich trifft, dass er mich nicht erkennt. Sollte er mich erkennen? Nein, es ist besser so.
„Ihrem Chef wurde bereits Bescheid gesagt. Er wird über die weiteren notwenigen Maßnahmen informiert", sage ich kühl. „Okay", antwortet er nur und steht auf. „Louis!" Charly ruft mich über Funk. „Komm her, wenn es dem Mann gut geht." Er hört es natürlich. „Gehen Sie, Louis. Ich brauche Sie hier nicht." Ich bekomme eine unangenehme Gänsehaut, als er meinen Namen sagt. „Kommen Sie gut nach Hause, Mr Styles", antworte ich mit gewohnter Professionalität. Endlich hier weg. Ich jogge zu meinem Boss. „Geh mit Marah im Keller die Gasleitungen kontrollieren. Nicht, dass das Feuer gleich wieder geschürt wird", sagt er und meine Kollegin und ich laufen los.
„Was hast du?", fragt sie, als wir unten ankommen und auf dem Plan schauen, wo wir die Leitungen abdrehen können. „Nichts." – „So siehst du aber nicht aus." – „Es geht mir gut." – „Wenn du meinst", antwortet sie und lässt es gut sein. Marah weiß, wenn sie nicht weiter fragen sollte. Matt hingegen würde jetzt so lange stochern, bis ich mit der Wahrheit herausrücken würde. Nur dass das heute nicht passieren wird. Das wird grundsätzlich nicht passieren. Es wissen genau zwei Personen, was damals passiert ist und sie wissen nicht einmal die ganze Geschichte. Ich habe mir geschworen, dass es mehr nicht werden und dass ich nie wieder über diese Nacht sprechen werde, wenn ich nicht muss. Schon gar nicht auf der Arbeit.
Wir finden die Regler und drehen sie zu. Auch den Strom kappen wir an der Hauptleitung. Es geht schnell und hier unten ist nicht beschädigt oder kaputt. Viel Rauch, vergleichsweise wenig schaden. Das sind mir die liebsten Einsätze. Wobei ich wie jeder der Truppe wohl sagen muss, dass uns Herausforderungen reizen. Wir sind nicht bei der Feuerwehr, um einfache Sachen zu regeln. Wir sind hier, um ins Feuer zu rennen und Menschen und Tiere zu retten. Vielleicht kann man sagen, dass jeder von uns in gewisser Weise einen Heldenkomplex hat.
Wir treten wieder ins Freie. Der Brand ist gelöscht und die Fenster geöffnet, damit der Rauch abziehen kann. Ich setze den Helm wieder ab und möchte gerade zu Matt und den anderen gehen, als ich meinen Namen höre. Mein Körper reagiert, bevor mein Verstand es tut. Ich zucke zusammen und drehe mich in die Richtung, aus der gerufen wurde. Styles kommt auf mich zu. Sein Schritt ist schnell und entschlossen. „Was kann ich für sie tun?", frage ich freundlich. Ich bin angespannt. Wollte er nicht längst weg sein? Wieso ist er noch hier? „Wurde der Strom abgeschaltet?" – „Ja, gerade eben", antworte ich knapp. „Stellen Sie ihn wieder an", fordert er. „Nein." – „Nein?", fragt er arrogant und schüttelt den Kopf. „Wie Sie sagten, sollte ich nach Hause fahren. Mein Auto steht noch in der Garage des Gebäudes und das Tor lässt sich nicht öffnen." – „Fahren Sie Bahn."
Entgeistert sieht er mich an. „Bahn? Garantiert nicht. Ich muss an mein Auto. Öffnen Sie mir die Garage." – „Bitte." – „Danke." – „Nein, das heißt, öffnen Sie mir die Garage, bitte. Und meine Antwort ist: nein. Nehmen Sie sich ein Taxi." Ich sehe an ihm herab. Teurer Anzug, teure Schuhe und teure Uhr. Alles Markenteile die nach Schau-mich-an-ich-habe-Geld schreien. Die Logos prangen nicht groß sichtbar darauf, aber sein ganzes Erscheinungsbild ist so glatt, dass ich wette, dass sein Auto auch dazu passt. Bestimmt kostet der Wagen so viel wie meine Miete in einem Jahr. Er wird sich wohl ein Taxi leisten können.
„Höre Sie. Das können Sie natürlich nicht wissen, aber in diesem Auto sind wichtige Unterlagen, die ich morgen brauche." – „Vergessen Sie es", antworte ich ihm direkt. Seine Arroganz kotzt mich an. „Dann werde ich mit Ihrem Vorgesetzen sprechen müssen." – „Tun Sie sich keinen Zwang an. Aber bis dahin werden sie wohl noch ein bisschen warten müssen, denn er ist beschäftigt und er wird für Sie nicht seine Arbeit pausieren. Und jetzt begeben Sie sich hinter die Absperrung", weise ich ihn an. „Ich muss zuerst an dieses Auto", antwortet er. Es scheint ihn überhaupt nicht zu interessieren, was ich sage. Ich schüttle den Kopf und sehe zu zwei Beamten der Londoner Polizei, die inzwischen hier eingetroffen ist.
„Hören Sie mir Mal zu", sage ich mit fester Stimme zu ihm. „Entweder Sie gehen jetzt hinter diese Absperrung und ich lasse sie dorthin eskortieren und Ihrem Chef ausrichten, wie unkooperativ Sie waren." Er sieht mich überrascht an. Tja, mein Lieber. Ich kann auch anders. Er dreht sich auf dem Absatz und um geht. Siehe da, es funktioniert ja doch. Ich lächle zufrieden und helfe Matt, die Löschschläuche wieder einzuholen. Ich hoffe nur, ich sehe Harry nicht wieder.
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Was haltet ihr von dem Setting? :)
Love, L
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