Kapitel 34

Kapitel 2 von 3 (Lesenacht)
Das 3. Kapitel kommt um 21:30 Uhr

Mir ist verdammt langweilig in dem Zimmer.
Ich schaue an die Decke und überlege, was ich machen könnte.

Der Tag ist so verdammt lang. Ich hoffe die anderen kommen morgen so früh wie möglich.

Plötzlich kriege ich eine Idee.
Ich schaue aus dem Fenster, es regnet nicht mehr und die Sonne scheint langsam.
Ich gehe zum See.

Ich springe vom Bett auf und schnappe mir meine Jacke.
Langsam mache ich die Tür auf und laufe in den Flur, bis ich vor Marlons Tür stehen bleibe.
Soll ich ihn fragen ob er mitkommt?

Ich habe eine kleine Diskussion mit mir selbst bis ich einfach klopfe.

,,Ja?", ertönt es monoton hinter der Tür, also öffne ich sie.

Marlon liegt im Bett, immer noch ohne Shirt.
Wollte er sich nicht mal anziehen.

,,Ich wollte zum See und dich fragen ob du mitkommen möchtest?", frage ich ihn und er schaut mich ausdruckslos an.

Ich räuspere mich schnell.
,,Als Freunde natürlich"
Er hebt eine Augenbraue und da ist wieder dieser Blick, den ich nicht deuten kann.
Für einen Moment frage ich mich ob das so eine gute Idee war ihn zu fragen, bis er antwortet.

,,Okay", sagt er und steht auf.

Etwas überrascht schaue ich ihn an.

,,Als Freunde", ergänzt er, aber es legt sich wieder dieser merkwürdige Ausdruck auf sein Gesicht.
Es klingt schon fast ironisch.

,,O-okay", sage ich langsam.
,,Cool", ergänze ich noch schnell.

Er schaut mich so an, als hätte ich was ganz komisches gesagt.

Langsam fängt er an sich anzuziehen, also drehe ich mich um.

,,Du hast mich schon die ganze Zeit so gesehen, warum drehst du dich jetzt um?", fragt er schon fast genervt.

Was zur Hölle ist mit ihm los? Warum ist er so unfreundlich?

Ich atme tief durch. Er hat Recht, aber irgendwie ist es dann doch wieder komisch dabei zu zu sehen.
,,Keine Ahnung", antworte ich leise.

Plötzlich steht er neben mir und öffnet die Tür.
Ich schaue zu ihm hinauf und unsere Blicke treffen sich.
Mein Magen zieht sich zusammen.
Ich will ihm sagen, dass ich nicht mit ihm befreundet sein will.
Ich will ihm sagen, dass ich in ihn verliebt bin.
Aber ich halte mich zurück.

,,Willst du auch mal raus, oder sollen wir hier bleiben?", fragt Marlon mich jetzt langsam.

Beschämt reiße ich meinen Blick von ihm.
,,Oh, ja klar", sage ich und trete in den Flur.

Ich ziehe meine Schuhe an und Marlon tut es mir gleich.
Ich öffne die Tür und trete raus.
Es ist noch matschig vom Regen, aber das stört mich nicht.

Ich sehe Nadine auf uns zu laufen.
Gott, bitte lass sie uns keine neue Aufgabe geben.

,,Wohin geht ihr denn?", fragt sie und beäugt uns kritisch.
,,Wir wollten ein wenig spazieren gehen", antwortet jetzt Marlon, der neben mir auftaucht.
,,Natürlich wollten wir Sie eben fragen, wir würden nie ohne Ihre Erlaubnis weg gehen", ergänzt er charmant lächelnd.

Mir kommt die Galle hoch. Ewww.

Nadine lächelt geschmeichelt und ich glaube zu sehen wie sie rot wird.

Ich schaue ihn angeekelt an, aber er schaut Nadine weiterhin lächelnd an.
Sie räuspert sich und dieser strenge Ausdruck ist wieder da.
,,Kommt ja nicht zu spät", warnt sie uns und schaut mich insbesondere an.

Ich sehe aus dem Augenwinkel wie Marlon leicht grinst.
Marlon ist ein Arschloch.

,,Natürlich nicht", versuche ich jetzt auch lächelnd meinen Charme einzusetzen.

,,Versuchs erst garnicht, schleimen bringt garnichts. Das macht dich nur noch unsympathischer", sagt sie jetzt bedrohlich leise zu mir und geht weg.

Ich höre wie Marlon anfängt zu lachen.
,,Das ist nicht lustig, diese Frau hasst mich aus einem mir unbekannten Grund", brummt ich.

,,Natürlich nicht", versucht er sich räuspernd zusammen zu reißen, fängt aber 2 Sekunden später wieder an zu lachen.

Ich stampfe genervt in Richtung Wald und höre wie mir Marlon kurze Zeit später folgt.

Wir kämpfen uns zwischen den Bäumen durch in Richtung See.
Als wir schließlich nach ungefähr 20 Minuten den letzten Busch zur Seite schieben bleibe ich erstaunt stehen.

Wow.
Ein wunderschöner Regenbogen hat sich über dem See auf der anderen Seite gebildet.
,,Das ist echt schön", sage ich und Marlon stimmt mir nickend zu.

Ich gehe langsam auf den Stein zu und setze mich an unseren Stammplatz.
Kurze Zeit später sehe ich aus dem Augenwinkel, wie Marlon sich auch hinsetzt.

,,Weißt du noch, wie wir immer Pläne geschmiedet haben, wie wir auf den Regenbogen kommen?", fragt Marlon lachend.

Ich stimme in sein Lachen ein.
,,Ja, sehr gut sogar, ich steige auf deinen Rücken, springe auf den Regenbogen und ziehe dich danach hoch"

,,Leider hat das nicht geklappt", sagt Marlon grinsend.

,,Warum wohl?", frage ich ironisch.

Ich lehne mich zurück und beobachte die Vögel, den Regenbogen und den See.

,,Wer ist Liam?", fragt Marlon mich und diese Frage kommt so plötzlich und unerwartet, dass ich für einen Moment erstarre.

Ich überlege ob ich es ihm erzählen soll oder nicht, bis mir etwas einfällt.

,,Unter einer Bedingung erzähle ich dir das alles", sage ich jetzt langsam.

Er schaut mich skeptisch an.
,,Die wäre?"

,,Du erzählst mir, was mit Mary passiert ist"

Er schaut mich an und zuckt schließlich mit den Schultern.
,,Geht klar, sie bedeutet mir sowieso nichts mehr"

Überrascht schaue ich erst ihn und dann sein Tattoo an.

,,Die Geschichte ist anders als du denkst", sagt er und deutet zu seinem Tattoo, das ein M in einer Flamme darstellt.

,,Fang an", sage ich ihm.
Er seufzt.

,,Mary war meine Freundin"

Ich verdrehe die Augen.
,,Ach ne, ihr wart DAS Paar der Nachbarschule, selbst auf meiner Schule hat jeder über euch gesprochen, keiner weiß wieso ihr Schluss gemacht habt.
Ich hatte bei manchen das Gefühl, sie wären so traurig über das Ende der Beziehung, als wäre es die eigene"

Er schnaubt auf.
,,Ich weiß”

Ich sehe ihn erwartend an.
,,Erzähl weiter”

,,Die Vorgeschichte ist, dass ich seit Jahren in ein Mädchen verliebt war, die mich zu dem Zeitpunkt nicht einmal begrüßte, sie mochte mich nicht, anders als jedes andere Mädchen auf meiner Schule und der nebenan.
Sie war nicht mal sonderlich beliebt, einfach nur ein unauffälliges Mädchen.
Aber ich war hoffnungslos in sie verliebt. Sie war nett, hilfsbereit, offenherzig und einfach perfekt.
Zu perfekt für mich"

Ich schaue ihn an und ziehe meine Augenbrauen zusammen.
,,Mary?"

,,Nein, wie gesagt das ist erst die Vorgeschichte"

,,Wer dann?", ich versuche mich an ein nettes Mädchen zu erinnern, oder allgemein an ein Mädchen zu erinnern, die nichts von Marlon wollte.

,,Das ist unwichtig", sagt er und schaut mich an.
Ich spüre wie sein Blick durch meine Seele geht.
Ich bin hoffnungslos in diesen Jungen verliebt.

,,Warum hast du sie nie angesprochen?", frage ich ihn jetzt räuspernd und schaue auf den See.

Er schnaubt ironisch lachend auf.
,,Sie ansprechen? Sie hätte mich ausgelacht, oder es mir nicht geglaubt"

,,Warum bist du dir da so sicher? "

,,Ich weiß es einfach", sage er.

,,Okay", nicke ich und schaue weiter auf den See.
So wie er mir das erzählt, kann ich nicht recht glauben, welches Mädchen dieses Liebesgeständnis hätte ablehnen können.
Ich glaube sogar ich wäre ihm da verfallen.
Wobei ich mir da nicht so sicher bin.

,,Naja, jetzt zu Mary.
Sie ist als neue Schülerin zu unserer Schule gekommen und ich fand sie von Anfang an sympathisch.
Sie hat mich ein wenig an das Mädchen erinnert, in das ich verliebt war und mit der Zeit, hat sie mich immer stärker an sie erinnert. Sie war auch nett, hilfsbereit und offenherzig und dazu war sie auch noch extrem beliebt, was mir aber persönlich egal war"

Auch wenn es vorüber war, tat es weh sowas aus Marlons Mund zu hören.
Sie waren perfekt.

,,So kam es, dass wir zusammen gekommen sind. Ich liebte sie wie verrückt und glaubte sie würde es auch tun und so ging das eine längere Zeit bis-", er hört auf zu sprechen.

,,Bis was?“, frage ich gespannt.

,,Bis sie mich mit meinem damaligen besten Freund betrogen hat"

Geschockt reiße ich meine Augen auf.
,,Sie hat was?", frage ich nochmal nach und schaue ihn an, aber schaut weiter auf den See.

,,Sie hat mich auf meiner eigenen Geburtstagsparty betrogen, mit meinem besten Freund"

Ich schlucke und er erzählt weiter.
,,Ich wollte sie suchen und bin in mein Zimmer gegangen und habe sie,  naja, auf meinem Freund rumreiten gesehen"

,,Ich dachte zuerst ich seh nicht richtig, aber dann haben es mir die Geräusche bestätigt"

Ich weiß nicht ob ich von Mary angeekelt sein soll oder Marlon mir Leid tun soll.

,,Ich habe auf sie gewartet, weil sie keinen Sex haben wollte und ich hatte nie ein Problem damit, wirklich nicht, weil ich sie geliebt habe und dann kam sowas.
Das schlimmste kommt jetzt, auf der Party war das nicht das erste Mal, das lief eine ganze Weile"

Geschockt schaue ich ihn an.
Ich hatte vieles erwartet, aber nicht das. Ich bin nicht fähig irgendwas zu sagen und er schaut immer noch auf den See.

,,Und da wusste ich, dass Mary überhaupt nicht wie das Mädchen war, in das ich vorher verliebt war. Sie hätte das niemals gemacht.
Kurze Zeit später musste sie wieder wegen dem Beruf ihrer Mutter umziehen und mein ehemaliger bester Freund auch."

,,Das tut mir Leid", sage ich langsam endlich wieder fähig überhaupt was zu sagen.
,,Das hast du nicht verdient", ich atme aus und habe Mitleid mit ihm. Niemand verdient sowas.

,,Mir tut die Zeit Leid die ich mit ihr vergeudet habe", sagt er schlicht und zuckt mit den Schultern und schaut mich schließlich an.

,,Jetzt bist du dran mit erzählen"

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Yeeey Kapitel 2 von 3.

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