Rettung oder erst der Anfang

Ich wurde unfreiwillig gefesselt und an ein Mast gebunden. ,,Was wollt ihr", fragte ich und zerrte an dem Seil. ,,Wir warten nur auf deinen Gastgeber", antwortete Hook und zwinkerte mir zu. Mittlerweile war mir alles egal und hoffte, dads es doch mur ein Traum war und der Therapeut erreichbar war.

,,Hook, lass sie frei", hörte ich auf einmal eine bekannte Stimme hinter mir. Da ich an einem Mast gebunden war, war es etwas schwieriger Peter hinter mir zu sehen, aber mein Gehör verstand alles klar und deutlich.
Außer mein Gehör halluziniert, überlegte ich, verwarf es aber, nachdem Hook sagte:
,,Peter Pan, was für eine Überraschung!" Es wäre ba komisch, wenn dad zwei Gehöre gleichzeitig machten. Wenigstens konnte ich Hook klar und deutlich erkennen.
,,Ich habe so eine Ahnung, dass du nur auf mich gewartet hast, mein alter Freund", erwiderte Peter.
So kannte ich ihn und ich fühlte mich auf einmal, wie eine Mum, die sein Sohn am liebsten ganz laut bei einem Fußballspiel anfeuern wollte, es aber nicht durfte.
Auf einmal spürte ich einen Ruck an meinen Händen und konnte sie anschließend beliebig frei bewegen. Jetzt konnte ich mich auch umdrehen. Peter stand mit einem kleinen Messer am Mast. Hinter und neben ihm begrüßten ihn bereits grimmig dreinblickende Piraten.

Doch Peter störte das nicht, drehte sich um und fing an zu kämpfen. Gebannt sah ich dem Kampf zu. Es sah so aus, als ob er Federleicht mit einer Waffe umgehen könnte und auch schnell abblocken konnte. Sein Abblocken verlief meistens so ab, dass sobald ein Schwert ihn zu bedrohen versuchte, er es so abblockte, dass sein Gegner seine Waffe verlor und er unbewaffnet war.
Auch bei gleich zwei Piraten klappte es so.
Ich glaube , dass ich den Kampf ziemlich unterhaltsam fand. Doch da hatte Hook mich ein paar Minuten später in der Mangel und hielt mir seinen Haken vor den Hals.
,,Peter", stöhnte ich hervor, während Hook mir die Spitze seines Gewölbes in meinen Hals drückte. Ich stellte mir anschließend das Spektakel so vor, dass ich mir das gerade im Fernsehen ansah und ich einfach die Hauptrolle spielte.

Peter drehte sich zu uns um und blitze seinen Feind an.
,,Lass sie los, habe ich gesagt", rief Peter und entwaffnete seinen letzten Gegner und nahm ihm sein Schwert ab.
,,Hier, fang Hook", sagte er und warf seinem Feind das Schwert zu. ,,Wir kämpfen fair und dafür lässt du das Mädchen frei", entschied er und schaute ihm dabei in die Augen , als ob das etwas half.

,,Deal", antwortete Hook und ließ mich los. Im gleichen Moment war Peter ihm das Schwert zu und sie fingen an ihr Duel auszutragen. Ich starrte beide angespannt entgegen. Da ich aber wusste, dass das ein Kinderfilm war, hatte ich keine Angst. Kinderfilme gingen schließlich immer gut aus oder?

,,Spring vom Deck ins Wasser, schwimm an Land und warte da auf mich", flüsterte Peter mir eben zu und versuchte ein zaghaftes Lächeln von mir hervor zu bringen.

Anschließend gehorchte ich und sprang vom Schiff und verschwand im Meer.

Ich tauchte soweit ich konnte, um mich an das kalte Wasser zu gewöhnen.
Sehen konnte ich unter Wasser perfekt. Ich nahm die vielen Algen auf dem Grund war und passte auf, dass ich mich nicht in ihnen verfing. Warum sind hier eigentlich keine Fische, fragte ich mich mittlerweile und tauchte auf.

Als ich mich abermals unter Wasser drückte, musste ich an die Begegnung mit der Meerhexe denken und mein Herz klopfte auf einmal schneller.
Diese Erinnerung führte dazu, dass ich so schnell wie ich konnte zum Ufer schwamm.

Endlich konnte ich mich erschöpft auf den weichen Sand fallen lassen.
Ich war Pitschnass, aber das war mir egal.

Kurz darauf riss mich jedoch ein ,,PSSSST" aus meinem kurzen Schlaf.
Ich drehte mich um. Ein kleiner Busch bewegte sich leicht und ich lief vorsichtig darauf zu, bevor es noch eine Falle war?

Ich bewegte die Blätter des Busches langsam auseinander und blickte in ein aufgeregtes Gesicht. Sie zog mich in den Busch. ,,Tiger, was machst du den hier", fragte ich atemlos. Im Gegensatz zu mir, war sie scheinbar ziemlich wach.

,,Du musst sofort hier weg", befahl sie. ,,Bitte was", erwiderte ich und schaute sie verwirrt an. ,,Hook tut mir schon nichts, Peter ist bei ihm" fügte ich noch eben stolz hinzu.
,,Hook ist ja auch nicht das Problem, du musst hier weg, sofort!"
,,Wer ist denn das Problem", fragte ich und bemerkte ihre zitternde Hand.

,,Es ist..." Sie zögerte. ,,Es ist Peter, Peter Pan."

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