Simulation
Ich, Leo, bin stolze Lobbyhoe, das heißt Hörerin des Podcasts Hobbylos von Rezo und Julien Bam.
In diesem erzählt Rezo jede Folge einen Mathefact, obwohl der Begriff Mathe wohl doch etwas gestretcht wird, es ist wohl eher so etwas wie ein Logicfact.
Der Mathefact in der letzten Folge hat mit meinem Gehirn gefickt, weshalb ich das jetzt hier bespreche.
Es geht um das Simulationsargument.
Dieses schaut sich die Möglichkeit an, dass wir eigentlich in einer Simulation leben. Ich habe vergessen, wer genau das "herausgefunden" hat und bin zu faul um nachzuschauen, aber basically hat es jemand herausgefunden und in einem wissenschaftlichen Paper veröffentlicht oder so.
Und dieses Argument geht so:
Es ist wahrscheinlich, dass die Menschheit eines Tages im Stande dazu sein wird Simulationen laufen zu lassen, die nicht mehr von der Wirklichkeit zu unterscheiden sind. Auf dem Weg auf dem wir sind wird es sogar unweigerlich dazu kommen.
Außer:
1. Möglichkeit: Die Menschheit stirbt aus bevor sie diesen posthumanen Zustand erreicht.
Sollte die Menschheit aber so lange leben um diesen Zustand zu erreichen, so gibt es zwei weitere Möglichkeiten:
2. Möglichkeit: Die Menschheit erreicht diesen posthumanen Zustand, doch niemand ist daran interessiert, eine Simulation von der Vergangenheit laufen zu lassen.
Was eher unwahrscheinlich ist, denn es kann sehr gut sein, dass wir in Zukunft zum Beispiel herausfinden wollen, was passiert wäre, wenn die Corona-Pandemie anders verlaufen wäre.
Deswegen gibt es die
3. Möglichkeit: Die Menschheit erreicht diesen posthumanen Zustand tatsächlich und lässt Simulationen von der Vergangenheit laufen.
Nehmen wir also an, es wird genau eine Simulation laufen gelassen. Dann wäre die Chance bei 50%, dass wir uns in der Basisrealität befinden und 50%, dass wir uns in dieser einen Simulation befinden.
Nun wird aber meist nicht nur eine Simulation laufen gelassen, sondern mehrere hundert. Und meist nicht nur zu einem Sachverhalt, sondern zu mehreren. Das heißt unsere Chance, dass wir uns in der Basisrealität befinden wird immer kleiner.
Und das finde ich krass.
Entweder unsere Menschheit stirbt früher aus, oder wir befinden uns höchstwahrscheinlich in einer Simulation.
Und dieser Gedanke hat mich gestört. Und ich habe nach Gründen gesucht, warum dieses Argument doch falsch sein könnte. Und ich habe tatsächlich etwas gefunden, das ungeklärt ist:
Wenn wir uns in einer Simulation befänden, dann müsste die Simulation wirklich sehr detailreich sein. Und wir müssten künstliche Intelligenzen sein. Denn wir nehmen das als ich auch wahr. Wir nehmen diese Welt wahr.
Sind wir also eine tatsächliche KI, die eigene Empfindungen hat, eine eigene Wahrnehmung und einen eigenen Willen, bringt das ja auch Probleme mit sich.
Sollten wir nicht tatsächlich GENAU nach den Menschen, die in der Basisrealität gelebt haben nachgebildet sein, mit allen Charakterzügen und inneren Gedankengängen, so könnte sich der Verlauf der Simulation allein durch den eigenen Willen der KIs ändern. Und dann macht die Simulation keinen Sinn mehr, dann man möchte herausfinden, was wäre passiert, wenn [...]. wenn diese Simulation wirklich detailliert sein will, schließt das auch die Reaktionen der Menschen mit ein. Und wenn die KIs aufgrund anderer Charakterzüge komplett anders reagieren, als die Menschen es eigentlich getan hätten, dann wäre diese Simulation nicht realistisch. Da es schlicht unmöglich ist, den Charakter einer Person, die vor langer Zeit gelebt hat so detailreich nachzuahmen, ist es also eher weniger möglich, KIs mit freiem Willen in solch einer Simulation laufen zu lassen.
Was ist also, wenn die KIs eigentlich keinen freien Willen haben und die Simulation ihnen das nur zu denken gibt? Dann müsste die Simulation die Gedankengänge, die Entscheidung, etc. der KIs treffen. Und entweder müsste die Simulation das dann als künstliche Intelligenz selber tun (was dasselbe Problem wie eben aufweist) oder es ist voreingestellt. Was auch wieder nicht klappt, denn dann wäre die Simulation von Menschen beeinflusst und nicht realistisch.
Was ich meine ist, die Tatsache, dass ich selber denken kann und meine eigenen Entscheidungen treffe, spricht gegen das Simulationsargument.
Außer natürlich, man hat einfach Simulationen von der Vergangenheit laufen lassen mit freien KIs, die dann halt nicht Menschen, die mal gelebt haben nachgebildet sind. Auch wenn das meiner Meinung nach keinen Sinn ergeben würde.
Aber es wäre möglich. Und dann wäre die Chance ziemlich klein, dass wir in der wahren Welt leben.
Und dieser Gedanke ist schon gruselig genug.
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