chapter 27
Am nächstem Morgen begleitete ich Tara und Milan nach einem gemeinsamen Frühstück zum Flughafen und ging direkt zur Uni. Danach machte ich mich zu Fuß auf den Weg in eines der drei Waisenhäuser in der Nähe. Bedauerlicherweise scheiterte ich bei dem Ersten ging zum Nächsten. »Sie sehen noch ziemlich jung aus. Ich glaube mit einer Adoption wird das hier noch nichts.«, war die Begrüßung der älteren Dame hinter dem Tresen. »Was? Ich- äh.«, runzelte ich die Stirn und war etwas durch den Wind.
»Verstehe,.. sie sind schwanger und wollen ihr zukünftiges Kind schonmal anmelden.«, sie brachte ein Klemmbrett zum Vorschein und faselte weiter:»Füllen sie das einfach aus.« Sie drückte es mir mit einem Kugelschreiber in die Hand und widmete sich wieder ihren Nägeln mit der Feile. »Neinnein, das haben sie falsch verstanden... Ich bin nicht schwanger.«, klärte ich auf, sie schien dies aber nicht besonders zu interessieren.
Ich ging einen Schritt näher auf den Tresen zu und beugte mich zu ihr vor. »Ich wollte fragen ob ein Hjang Tao hier mal lebte.«, erklärte ich weiter, während sie immernoch nicht aufsah. »Wir dürfen Fremden keine Auskunft über unsere Waisen geben.«, gab sie mir gelangweilt kund. Das meinte Tao also mit 'keine Liebe und Zuneigung'. »Das bin ich ja auch nicht... I-ich bin seine S-schwester.«, log ich, um an Informationen zu gelangen. Endlich sah sie mich prüfend durch ihre Gläser an, wendete sich dann an ihren PC und tippte etwas ein.
»Sang Tao, geboren am 04.02.1999, am 11.08.2002 bei uns untergebracht und am 2ten Oktober 2006 adoptiert von dem Ehepaar Hjang, keine Angaben zu biologischen Eltern.«, laß sie seinen Beitrag vor. »Das ist alles was hier steht.«, sie konzentrierte sich wieder auf ihre Nägel und begann zu feilen. Am liebsten hätte ich ihr wegen ihrer unhöflichen Art eine Ansage gemacht, jedoch hielt ich mich zurück. Immerhin hatte sie mir die bekannten Informationen gegeben.
Nachdem ich mich bei ihr bedankt und verabschiedet hatte wünschte ich ihr noch einen schönen Tag und verließ dann das alte Gebäude. Vor der Tür vielen mir beinahe die Augen aus dem Kopf, als ich Doaming Si erkannte. »Was hast du hier zu suchen? Das ist ein gefährliches Viertel.«, kritisch studierte er mich und kam dann auf mich zu. Weil er keine Antwort erhielt, da ich viel zu verwundert wegen seines Daseins war entschied er:»Ich bringe dich nach Hause, die Sonne geht bald unter.«
»D-danke, aber ich muss noch arbeiten.«, nuschelte ich immernoch total perplex. »Auch kein Problem, dann bringe ich dich halt dahin.«, meinte er, schnappte sich meine Hand und zog mich von dem Gebäude weg. Es kann doch nicht sein, dass da keine Informationen über seine leiblichen Eltern stehen. Plötzlich blieb ich stehen. »Ich muss kurz nochmal zurück.«, berichtete ich ihm und machte kehrt. »Warte hier.«, rief ich noch und rannte wieder in das Waisenhaus.
Die von eben bekannte unhöfliche alte Dame sah mich genauso desinteressiert wie vorhin an und murmelte:»Haben sie etwas vergessen?« Da ich stehen geblieben war ging ich die letzten Schritte vor an den Tresen und sagte:»Wie kann es sein, dass es keine Informationen über die leiblichen Eltern gibt? Schauen Sie nochmal nach, da muss doch etwas stehen.« Ich weiß nicht wieso, aber ich wollte sie unbedingt finden. Im Prinzip ging es mich überhaupt nichts an, aber ich konnte nicht anders. Vielleicht weil ich weiß wie es ist keine richtigen Eltern mehr zu haben.
»Tut mir leid, Miss. Hier steht nichts mehr.«, entschuldigte sie sich halbherzig. »Schauen Sie nach, da muss etwas stehen.«, wurde ich langsam etwas lauter. »Ich sagte doch bereits, dass hier nichts mehr steht.«, wurde nun auch sie etwas lauter und hetztiger. »Schauen Sie doch verdammt nochmal ein einziges Mal mehr nach.«, giftete ich und warum auch immer brannten die Tränen hinter meinen Liedern. »Ich glaube sie sollten jetzt gehen.«
»Wie bitte? Schauen sie doch ein verdammtes weiteres Mal nach.«, promt begann ich unbekannterweise an zu heulen. »Katie?«, hörte ich Doaming Si hinter mir. »Komm, ich bringe dich jetzt von hier weg.«, ich hatte doch gesagt er soll draußen bleiben. Er nahm mich von hinten un zerrte mich von der alten Schachtel weg. »Si lass mich los! Sie soll noch ein Mal nachschauen.«, krächzte ich unter Tränen. »Gehen Sie jetzt oder ich rufe den Sicherheitsdienst.«, drohte sie, was für Si ausschlaggebend fürs Gehen war. Ohne Vorwarnung hob er mich und trug mich aus der Klapse.
Mir stockte der Atem, als ich bemerkte wie nah sich unsere Gesichter waren und dass es deswegen vermutlich sinnlos wäre mein verheultes Gesicht zu verleugnen, da er es sowieso bereits gesehen haben musste. Unwohlsein machte sich in mir breit, weshalb ich mich wieder auf meine eigenen Beine stellte und einen Schritt zurück wich. Die immernoch laufenden Tränen konnte ich allerdings nicht unterdrücken. Ich hätte es mir einfach so sehr für Tao gewünscht und jetzt scheint es als würde er recht haben und seine Eltern wollen nichts mehr von ihm wissen.
Peinlich berührt will ich mich an ihm vorbeischieben, doch er hält mich am Handgelenk fest und wirbelte mich zu sich herum. Dann tat er etwas, womit ich ihn hundert Jahren nicht gerechnet hatte. Er schließt mich in seine Arme. Ich war am überlegen, ob ich mich aus der Position befreien sollte, aber be ließ es dann lieber dabei. Kraftlos vergrabe ich mein Gesicht in seiner Halsbeuge. Eine seltsame Wäre umgab mich, die ich so zuvor noch nie in seiner Nähe gespürt hatte. Nach einiger Zeit lösen wir uns wieder voneinander und er sieht mich besorgt an.
»Lass uns irgendwo anders hingehen.«, schlug er vor. »Schon vergessen, ich muss arbeiten.«, rief ich ihm mit zittriger Stimme zurück ins Gedächtnis. »Das war genug für heute, du solltest dich ausruhen.«, murmelte er und legte mir eine ins Gesicht gefallene Haarsträhne hinters Ohr. »Nein, wirklich nicht nötig.«
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