Kapitel 38. Ich kann das nicht mehr!


Yuki

Ich stand etwas verloren herum und musste über das Treffen mit meinem Bruder nachdenken. Er hat mir sehr deutlich gemacht, dass für ihn die Vernichtung von Toman nur ein Lustiger Zeitvertreib war und mehr nicht.

Unkontrolliert fing ich an daran zu denken, ob ich mich einfach opfern sollte, wenn es wirklich nur um mich ginge... und nicht um die gesamte Gang... dann könnte ich doch.. einfach....

Ich presste meine Lippen zusammen und traute mich nicht diesen Gedanken weiter zu führen.

„Wir haben ein Erste-Hilfe-Kasten gefunden" kam es von Draken, weshalb ich zum Wohnzimmereingang schaute und Emma neben Draken stehen sah, sie war ganz rot im Gesicht aber lächelte vor sich hin.

„Emma, könntest du seine Wunde verarzten?" fragte Draken und auch er hatte einen ganz neuen Blick drauf, irgendetwas ist zwischen den beiden vorgefallen. Sie nickte entschlossen und nahm den Erste-Hilfe-Kasten von Draken entgegen.

Ich beobachtete alles von weiter seitlich und fühlte mich verantwortlich. Ich war wirklich ein Dummkopf!.

Ich spürte, wie langsam alles in mir zusammenbrach.

Die Tatsache, dass ich in 12 Jahren sterben werde oder dass ich mich von Kisaki verarschen lasse, sowie auch die Tatsache, dass Mikey mich immer beschützen muss aber er in der Zukunft nie bei mir ist.

Ich kann so nicht weiter machen!.

„Yuki" hörte ich Mikey meinen Namen sagen, wodurch ich aus meinen chaotischen Gedanken gerissen wurde und den Kopf hob, um ihn ansehen zu können.

Er musterte mich ernst und seufzte dann.

„Es tut mir leid, ich konnte dich nicht beschützen" sprach er vorwurfsvoll, doch ich konnte das nicht mehr hören. Er konnte doch unmöglich immer und überall dabei sein und langsam sollte ich doch lernen, mich selbst zu verteidigen und somit auch unser Kind!.

„Bitte hör auf... niemand hat das kommen sehen" sagte ich mit einem gewissen Unterton und konnte gerade nicht wirklich für Mikey da sein, ich hatte meine eigenen Gedankengänge, die mich verunsicherten und belasteten.

Mikey schüttelte den Kopf und ließ es nicht darauf beruhen „Das wird nie wieder passieren... ich lass dich nicht mehr..." fing er wieder an zu sprechen, doch ich unterbrach ihn, da er gerade nicht verstand, dass das der Falsche weg war.

„Verdammt Nein!" kam ich ihm dazwischen und dass etwas zu laut, so dass alle zu uns rüber schauten.

Ich schaute durch die runde und sah die Blicke der anderen, weshalb mir bewusst wurde, dass ich mich eigentlich zusammenreißen sollte, doch.... Ich konnte das gerade einfach nicht!.

„Mikey... hör auf! Weder Hanma .. noch Chifuyu oder Peh wollen ihre Zeit mit meiner Bewachung vergeuden... verstehst du das? Du kannst sowas nicht erwarten und nicht noch mehr Mitglieder von Toman dazu verpflichten" sprach ich meine Gedanken aus, die ich schon eine ganze Weile im Hinterkopf verdrängt hatte.

„Ich hab kein Problem damit..." kam es von Peh, doch ich schaute ihn wütend an, weshalb er Augenblicklich wieder seinen Mund schloss.

„Du willst also, dass ich dich allein in dieser verschissenen Welt lasse und einfach akzeptieren soll, falls dir was passiert?!" fragte Mikey nun und seine Stimmlage, wie auch sein Gesichtsausdruck zeigten, dass er Wütend war und gleichzeitig strahlte er noch etwas anderes aus, das ich nicht definieren konnte.

„Mir wird nichts passieren... ich weiß das einfach" sagte ich und schaute kurz zu Takemichi rüber, der mich ebenfalls mit großen Augen anstarrte. Ich würde so oder so erst in 12 Jahren sterben und das durch Kisaki, also sollte er sich lieber um sich selbst kümmern, statt um mich....

Immerhin gab es doch einen Grund, weshalb er in jeder Zukunft, in der Takemichi landete nie an meiner Seite war!.

Ich fasste mir an den Kopf und schluckte schwer.

Ich wusste doch selbst nicht, was gerade mit mir los war, doch das treffen mit meinem Bruder hat mich total aus dem Konzept gebracht.

„Mach doch was du willst! Aber ich sage dir eins! Wenn dir etwas passiert... dann bring ich alle eigenhändig um!" zischte Mikey auf einmal und seine Augen waren kalt und emotionslos.

Er meinte das ernst!.

„Beruhig dich mal Mikey! Wir passen auf Yuki auf" kam es auf einmal von Draken, weshalb ich wiedersprechen wollte, doch er schaute mich mit einem Blick an, der mir sagte, ich sollte jetzt einfach den Mund halten.

„Ist mir scheiß egal!" fügte Draken noch hinzu und meinte mich damit. Ich schloss daraufhin meinen Mund und schaute zu den anderen, auch diese schauten mich verständnislos an, mein Blick ging wieder zu Mikey, der sich von mir weg drehte und paar Schritte zu den anderen ging.

„Ihr habts gehört, keiner passt mehr auf Yuki auf, gibt das auch an die anderen weiter" befahl er und verließ das Haus, draußen hörte man nur noch seinen Motor aufheulen und dann war er weg.

Ich legte meine Hände auf meinen Bauch und seufzte „Was sollte das Yuki?" fragte auf einmal Mitsuya und verschränkte seine Arme.

„Ihr versteht das vielleicht nicht, aber dass euch das passiert ist, ist meine Schuld und ich möchte nicht, dass ihr weiter mit reingezogen werdet" erklärte ich und versuchte Fassung zu bewahren.

„Willst du mich verarschen!!" wurde Draken laut und wollte auf mich zu gehen aber Takemichi hielt ihn auf.

„Wir sollten jetzt alle erst einmal Ruhe bewahren, Yuki hat anscheinend ihre Gründe und wir haben noch ein anderes Problem" lenkte Takemichi ein.

Draken schaute zu ihm runter und biss die Zähne zusammen, er war wirklich sauer.

„Yuki soll einfach nicht so unglaublich dumm sein!" zischte er gereizt.

„Sehr ihr das denn nicht?!! Ich kann nicht so weiter machen. Mikey ist derjenige der in Gefahr ist, nicht ich!!" schrie ich sie schon fast an, weil ich so verzweifelt war.

Die Jungs schauten mich plötzlich mit einem verwirrten Blick an, natürlich verstanden sie nicht, was ich damit meinte. Sie wussten nicht, dass ich durch Takemichi unsere Zukunft kannte.

„Ich verstehe das nicht, allein kannst du das eh nicht schaffen... du hast keine chance und was meinst du mit Mikey ist in größerer Gefahr?" fragte Mitsuya mit einem ruhigen Ton.

„Der Kommandant hat Recht und auch ich verstehe nicht, was du meinst" kam es von Peh , während er aufstand.

Emma packte gerade alles wieder ein und drehte sich dann ebenfalls zu mir.
„Ihr solltet alle erst einmal eine Nacht drüber schlafen, die Anspannung hier ist spürbar" kam es von ihr.

„Emma hat Recht, ich bin weg" sagte Draken und verließ das Haus.

Mitsuya starrte mich weiter an und wartete anscheinend auf eine Antwort.

„Wir sollten wohl alle gehen, es ist schon spät" meinte Takemichi und schaute mich ernst an.

Mitsuya atmete angespannt aus und schaute dann zu Takemichi „Na schön, aber das hier ist noch nicht vom Tisch!" meinte er und verließ dann ebenfalls das Haus und Peh folgte ihm.

Emma seufzte und ging dann auch hoch um das Erste-Hilfe-Set zurück zu bringen.

So blieben nur noch ich und Takemichi zurück und ich schaute ihn unsicher an.

„Es tut mir leid... das hätte ich nicht sagen dürfen, aber ich habe auf einmal solche Angst" erzählte ich ehrlich und Tränen bildeten sich in meinen Augen.

Takemichi kam auf mich zu und legte seine Hand auf meine Schulter „Ich habe dir doch versprochen, dass ich alle retten werde, also mach dir keine Sorgen und versuche dich nicht mit den anderen zu streiten, schon gar nicht mit Mikey" versuchte er mich zu beruhigen und lächelte mich an.

„Takemichi..." schluchzte ich und umarmte ihn dann.

Er strich mir sanft über den Rücken und ich wusste, dass auch die Last auf seinen Schultern groß war.

„Es tut mir leid, dass du so vieles allein machen musst... deswegen habe ich mich dazu entschieden einen neuen Weg einzuschlagen. Mein Gefühl sagt mir, dass ich nur auf diese Weise die Menschen, die mir wichtig sind beschützen kann" erklärte ich ihm und nahm wieder abstand. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und schaute ihn nun ernst an.

„Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist" merkte Takemichi ernst an und schien selbst nach einer endgültigen Lösung zu suchen.

„Doch... sollte dir etwas passieren, weiß ich nicht, was Mikey tun wird und ob seine Dunkle Seite dann noch kontrolliert werden kann" fuhr er fort und blickte mir wieder direkt in die Augen.

Meine Augen weiteten sich und ich erinnerte mich, dass Mikey schon des Öfteren sowas erwähnte, aber ich verstand nie, was er damit meinte.

„Pass einfach auf dich auf und ..... verlass dich auf deine Freunde" fügte Takemichi noch hinzu und lächelte wieder, bevor er dann ebenfalls sich auf dem Weg nach Hause machte.

„Yuki?" kam es fragend von Emma, als sie wieder ins Wohnzimmer eintrat.

Ich schaute vom Boden auf „Ja?" fragte ich und versuchte mir nichts anmerken zu lassen.

„Sind alle nach Hause gefahren?" fragte sie und schaute sich um, während sie auf mich zu kam.

Ich nickte nur und lächelte sie gespielt an.

„Ich werde jetzt auch ins Bett gehen, danke für alles Emma" bedankte ich mich und war gerade etwas nostalgisch.

Sie musterte mich verwirrt „Für was bedankst du dich bitte!? Und du willst ins Bett ohne mich zu fragen, was vorhin mit Draken passiert ist?" motzte sie mich erst einmal an, bevor sie dann grinste.

Ich blinzelte verwundert und musste dann lachen, ein echtes lachen „Na dann erzähl schon!" forderte ich und war schon ganz gespannt.

Chifuyu

Ich versuchte unauffällig zu bleiben und drehte meinen Kopf wieder in die Richtung, in der Kisaki, Hanma, ein Mädchen und ein Junge, die mir beide unbekannt waren zusammen an einem Tisch saßen.

Wer waren die beiden überhaupt? Ich hatte dennoch das Gefühl, dass ich die beiden schon einmal gesehen habe... nur wo?

Ich schaute mich etwas um, dass die sich einfach in einem normalen Fast-Food-Laden treffen würden, fand ich mehr als nur komisch.

Aber das war erst einmal egal und Als in dem Moment die Sitzreihe direkt hinter ihnen frei wurde, lief ich schnell dorthin und setzte mich auf die Bank. Ich schluckte schwer und versuchte zu verstehen, über was sie redeten.

„....sie Morgen wieder da?" hörte ich das Mädchen fragen, wen meinte sie denn?.

„Ja.. also macht eure Arbeit anständig, ansonsten seid ihr raus!" hörte ich Kisaki sagen.

„War ich das letzte Mal nicht überzeugend genug? Du hast mir ins Gesicht geschlagen und hattest anscheinend auch Spaß daran, vor ihr wie ein Held dar zustehen" sprach der Typ gehässig.

„Hätte ich gern gesehen" merkte Hanma belustigt an.

„Das reicht aber nicht, sie ist immer noch nicht überzeugt. Ich will, dass ihr euch noch mehr reinhängt. Sie muss am Ende verzweifelt sein!" zischte Kisaki gereizt.

„Jaja..." brummte der Typ nur.

„Und, wie läuft es bei dir mit Mikey?" fragte Kisaki auf einmal und meine Augen weiteten sich... Mikey?!

„Naja... er labert die meiste Zeit über Toman oder über die schwangerer Kuh!. Also ich bin nicht wirklich weiter gekommen... außerdem macht der mir voll Angst!" kam es genervt von dem Mädchen.

„Du solltest lieber vor mir Angst haben, wenn du das nicht hinbekommst!" Kam es wieder von Kisaki.

Was geht hier vor?

„Willst du mich verarschen? Was stellst du denn mit mir an, wenn ich versage?!" fragte sie auf einmal und war anscheinend aufgebracht.

„Denkst du, ich habe mich um dein Problem kostenlos gekümmert. Du wirst das zu Ende bringen, ansonsten werde ich dich wieder deinem Schicksal überlassen und du weißt, was das bedeutet" antwortete Kisaki.

„Du bist ein Teufel!" zischte sie.

„Ist mir klar, aber nur so kann man sein willen bekommen" sprach er noch, bevor sie dann nur noch über belanglosem Zeug redeten, mit dem ich ebenfalls kaum etwas anfangen konnte.

Nachdem sie dann endlich den Laden verlassen hatten, machte ich mich ebenfalls auf dem Weg nach Hause und rief Takemichi an.

Nächster Tag

Yuki

Am nächsten Morgen musste ich wieder in die Schule. Eigentlich hatte ich gar keine Lust und würde mich am liebsten in meinem Bett verkriechen, doch ich hatte keine Wahl, ich habe schon zu lange gefehlt und wollte auch nichts verpassen.

Ich kam gerade aus dem Badezimmer, als ich Mikey erblickte, der anscheinend gerade erst nach Hause gekommen war.

„Manjirou, deine Hemden" kam seine Oma ins Zimmer und übergab ihm die frisch gebügelten Hemden.

„Guten Morgen meine liebe" begrüßte sie mich mit einem Lächeln.

„G.. Guten Morgen" sagte ich unsicher, da mir Mikeys Anwesenheit unangenehm war.

„Danke Oma" bedankte sich Mikey und seine Oma verließ wieder das Zimmer.

Ich nahm meine Schultasche und überlegte, ob ich mit Mikey reden sollte... er schien aber immer noch wütend zu sein, also würde das wohl nichts bringen.

Mikey zog sein Oberteil aus und zog dann sein Hemd an, ich starrte seinen Körper an und musste mal wieder zugeben, dass er unglaublich gut aussah. Aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt für sowas.

„Mikey..." fing ich an aber schloss sofort meine Lippen, als Mikey sich zu mir umdrehte und gerade seinen letzten Knöpfe schloss. Sein Blick war kalt und man sah ihm an, dass er immer noch sauer war.

Ich blinzelte und schaute zur Seite, ich konnte seinem Blick nicht stand halten.

Ich presste meine Lippen zusammen und meine Finger krallten sich in meine Schultasche.

„Hab keine Angst vor mir... du bist die letzte, der ich etwas antun würde" kam es plötzlich von Mikey und ich spürte, wie er seine Hand auf meinen Kopf legte.

Ich schaute zu ihm hoch und musste mich zusammenreißen, ich war generell sehr emotional wegen der Schwangerschaft und heule echt wegen jedem Mist. Aber jetzt wollte ich nicht weinen.

„Ich... ich habe keine Angst" sagte ich und wusste, dass das nicht wirklich überzeugend rüber kam.

Er seufzte nur und nahm seine Hand wieder von meinem Kopf.

Mikey drehte sich wieder weg und ich wollte noch etwas sagen, eigentlich hatte ich so viel zu sagen... doch in dem Moment kam Draken ins Zimmer.

Er schaute zwischen uns hin und her und blieb im Türrahmen stehen „Störe ich?" fragte er mit Unterton und war anscheinend auch immer noch sauer.

„Ja.." antwortete ich.

„Nein" antwortete Mikey.

„Mikey..." fing ich an aber er unterbrach mich sofort.

„Was?!" fragte er und drehte sich wieder zu mir um, Draken stand nun neben ihm und beide schauten mich mit einem Blick an, mit dem sie mich noch nie angeschaut haben.

„Hasst ihr mich jetzt?" fragte ich einfach, obwohl das gar nicht passte, da sie nicht einmal ansatzweise das zum Ausdruck gebracht hatten. Doch, wie sie mich gerade anschauten, dieser kalte und genervte Blick, dieser verunsicherte mich.

„Wenn ich dich nur so leicht hassen könnte..." flüsterte Mikey auf einmal und schaute zur Seite.

„Wir haben heute Abend eine Versammlung, du solltest auch dabei sein" informierte mich Draken, statt mir auf meine Frage eine Antwort zu geben.

Ich schulterte meine Tasche und schaute von Mikey zu Draken.

„Okay... um was geht es denn?" fragte ich und hatte schon total vergessen, was die beiden für eine Ausstrahlung besaßen, wenn sie sauer waren.

Mikey drehte seinen Kopf wieder zu mir und antwortete „Um dich"

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