𝕵𝖊𝖗𝖔𝖒𝖊
𝖁erdammt nochmal, wieso hatten meine Eltern mich all die Jahre so zierlich behandelt und sich so sorgsam um mich gekümmert wenn sie mich ab meinem 16. Lebensjahr eh nicht mehr brauchten?! Noch immer war ich stinksauer. Wenn sie mich so einfach abservierten konnten warum hatten sie mich nicht einfach abgetrieben oder zur Adoption frei gegeben. Vielleicht wäre ich dann jetzt bei einer Familie die mich wirklich liebte. Ich hatte keine Geschwister und auch nie das Gefühl gehabt das meine Eltern mich nicht liebten. Wir waren immer eine kleine glückliche Familie gewesen. Mutter und Vater hatten mich bei allen kleinen Herausforderungen unterstützt, ich hatte geglaubt sie wären eins dieser Eltern die zu ihrem Kind stehen unabhängig davon was aus ihm wurde. Doch da hatte ich mich gehörig verschätzt. Wer weiß vielleicht hatte ich mir auch einfach eingebildet das sie mich Unterstützten weil ich geblendet war von dem Fakt, dass sie meine Eltern waren und mich prägen sollten. Nur weil sie meine Eltern waren machte sie das nicht automatisch zu guten Menschen. Ich wünschte mir trotzdem sehr dass sie es einfach sein können. Aber es nützte nichts. Auf der Fahrt hatte ich genug Zeit gehabt um nach zu denken und je mehr ich nachdachte desto wütender wurde ich auf sie. Abgesehen davon das beide Lügner waren, waren sie auch Heimlichtuer. Hinter meinem Rücken hatten sie schon ewig geplant was sie mit mir machen würden, wenn es zum "Ernstfall" kommen sollte und deshalb war ich jetzt hier. Es hatte keine Stunde gedauert da kamen sie zu mir mit der Bestätigung eines dummen Internats. Wer wusste wie lange sie sich die Beauftragten schon warm hielten damit sie mich so schnell wie möglich los werden konnten. Sie hatten mir gesagt dass sie mich nie wieder sehen wollten. Wie konnten sie mich nur so derbe hintergehen? Ich störte, hatte sie gesagt. Besser wenn ich fort ginge, hatte er gemeint. Und meine Strafe sollte das hier werden. Ein Leben ohne meine Eltern in irgendeinem scheiß Internat. Weder wusste ich ob sie dafür bezahlten, noch wo ich war und was mit mir geschehen würde, wenn ich hier fertig war.
Jetzt stand ich vor einem 3 Meter hohen, halb verrosteten, vermutlich mal schwarz angestrichenen Stahltor. Vollkommen heruntergekommen und veraltet. Wer wollte freiwillig an so einem Ort festsitzen und wem gehörte so etwas? Das konnte doch auf keinen Fall Lokativ für irgendwen sein. Hinter dem kaputtem Zaun verbarg sich ein riesiges altes Gemäuer. Nicht das die zwei Stunden Bus und drei Stunden Zug fahrt mich schon genug entkräftet hatten, war es ab geschlossen. Wütend rüttelte ich an den Stäben, in der Hoffnung es würde einfach nur klemmen. Gott wie gerne hätte ich der Verantwortlichen Person den Arsch auf gerissen. Unruhig trat ich von einem Fuß auf den anderen. Was sollte ich jetzt tun. Ich war mitten im nirgendwo und von dem einzigen Ort ausgesperrt an den ich gehen konnte. Weit und breit war nichts nur Wald und riesige Felder. Wenn ich weiter warten musste, würde ich mir einfach einen Weg über den Zaun suchen. Ich sah links und rechts am Zaun vorbei. Der Boden war übersäht mit Dornen und Brombeersträuchern. Das konnte unangenehm werden. Ich warf meine Tasche über den Zaun und versuchte mit den Füßen irgendwo halt zu bekommen, doch ich trat wieder und wieder ins leere oder rutschte an der Stange hinunter. Dann endlich, nach einer langen langen Zeit in der ich mich total peinlich an dem Zaun hochzog, nur um wieder herunter zu Rutschen, schaffte ich es irgendwie mit dem Fuß halt zu bekommen und zog mich ein Stückchen hinauf. Einen super Einbrecher konnte ich also schonmal nicht werden. Schnaufend klammerte ich mich fest und lehnte meinen Kopf an. Von weitem konnte ich erkennen wie einige Menschen ihren Kopf durch die Fenster streckten. Dann sah ich jemanden auf mich zulaufen. Ich hatte mindestens drei Stunden am Tor gestanden und erst jetzt war ich wichtig genug um jemandem auf zu fallen. Ich sprang herunter und versuchte so elegant wie möglich aus zu sehen, wahrscheinlich hatte ich grade eher die Eleganz eines fetten Warzenschweins.
»Ein Neuling?«
»Halt die Klappe und lass mich rein!« zischte ich. Ich war nur noch wütender als zuvor. Ich wettete dass man es mir mittlerweile auch ansehen konnte.
Auf der anderen Seite blitzten mich fast schon schwarze Augen, hinter einem wüsten Schopf Haselnuss brauner Haare entgegen. Er schien sich wohl nicht so darüber zu freuen dass ich mich so neben der Spur benahm, lies es mir aber scheinbar fürs erste durchgehen.
Genervt trat ich an ihm vorbei Richtung "Schule".
»Du bist die aber sehr sicher bei dem was du tust« seine Stimme war so rau und erwachsen das ich Gänsehaut bekam. Verdammt jetzt tat es mir doch etwas leid wie ich ihn angepflaumt hatte.
»Komm mit« fuhr er dann fort.
Willenlos folgte ich ihm. Sollte er sich doch besser vorkommen nur weil er sich auskannte. Zu gut um sich mir vor zu stellen war der Kerl wohl auch. Geschweige denn sich zu entschuldigen dafür mich über drei Stunden mitten im Nirgendwo auf ihn warten zu lassen.
Als wir die Gänge durchschritten lief ein Blonder, verdammt gut aussehender Typ an uns vorbei. Seine Augen schimmerten leicht rötlich und sein linker Arm war versehen mit einem großem Tattoo. Wir sahen uns beide hinterher. Ich schämte mich nicht einmal dafür jemanden so gut aussehendes hinterher zu glotzen auch wenn ich sehr wohl wusste das sich dies nicht gehörte, erst recht nicht für den neuen. Darum bemühen einen guten Eindruck zu machen wollte ich mich allerdings auch nicht. Dafür war es auch wohl eh schon zu spät, nach meiner Zaun kletter Aktion. Das konnte mich unter Umständen noch bis zu meinem Abschluss verfolgen. Zu meinem überraschen zwinkerte er mir spielerisch zu.
»Lass dich bloß nicht beeindrucken er hält nichts von festen Beziehungen.«
Dazu sagte ich nichts. Ich fand ihn doch lediglich heiß, sollte dieser Spießer doch nicht so schnell neidisch werden. Er klopfte an einer massiven Holztür, die ziemlich schwer aussah doch sicherlich gut isoliert war. In der nächsten Sekunde, öffnete sie ein gut gebauter schwarz haariger Mann. Mit lautem quietschen und einem krachen, als sie sich an ihre grenzen öffnete grüßte sie uns. Wieso waren alle hier so heiß? Das konnte doch unmöglich ein Zufall sein, in welcher Welt sah schon jeder gut aus? Noch nie in meinem bisherigen Leben hatte ich so viele gut aussehende Menschen hintereinander gesehen. Der braunhaarige schob mich in den Raum. An den Wänden hingen uralte Portraits vermutlich aus dem 19. Jahrhundert und den Boden bedeckte ein rot leuchtender Teppich, der dem Raum eine gewisse Gemütlichkeit verlieh. Ich inspizierte die Bilder so gut ich konnte. Jeder der Menschen sahen sehr geheimnisvoll aus. Eines hatten sie alle gemeinsam, ihre Blicke gaben mir das Gefühl sie wären lebendig es wirkte als würden sie jeden Schritt den ich über den roten Teppich machte genauestens beobachten. Meine Blicke schweiften zu dem massiven Holztisch in der Mitte des Raumes, welchen zwei rote Sofas umgaben. Auf einen von ihnen saß der schwarz haarige. Auf seinem Kopf saß ein Zylinder an dessen Spitzen Bändchen eine dunkel rote Rose gesteckt war. Rot so dunkel wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Er musterte mich von oben bis unten, in dem Moment in dem seine Augen auf mir lagen wurde mir eiskalt. Sie waren saphirblau. Wunderschön. Er wirkte so Mysteriös dass es mir die Sprache verschlug. Meine schlechte Laune war augenblicklich vergessen. Wo hatten meine Eltern mich bloß hin verfrachtet? Ich vergaß sogar kurz meine Wut auf sie. Dieser Mann hatte es mir angetan.
»Das ist Jerome Aubert.« meinte der Typ neben mir. Ich wundere mich woher er plötzlich meinen Namen kannte, wenn ich ihn weder gesagt noch gedacht habe. Wahrscheinlich wusste er es einfach durch irgendwelche Papiere oder ich war der erste Neuzugang seit Jahren.
»Ich bin Direktor Han, du teilst das Zimmer mit Marco.«
Er öffnete seinen Mund um etwas zu erwidern, doch als ihre Blicke sich trafen zog er minimal den Kopf ein. Es kam mir glatt so vor als würden sie telepathisch miteinander reden. Gruselig. Kurz herrschte eine eisige Stille, die den Raum komplett ausfüllte und die Luft Sekunde für Sekunde dicker werden lies.
»Bring ihn hin.« sagte er. Seine Stimme klang genauso, eisig und hypnotisierend wie seine Augen einen ansahen. Ich würde bedingungslos jeder Bitte folgen sobald er sie aussprach. Ohne jeden Zweifel.
//AN: das war ehemals eine Monsta x Fanfiction die ich mir nun vorknöpfe zur Bearbeitung um sie auch für andere Leser interessant zu machen. Allein heute habe ich den Word Count von einem Kapitel fast verdreifachen können. Lasst mir gerne Anregungen da <3
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