Chapter 18
"Es tut mir leid", flüsterte ich. "Alles tut mir leid." Ich musste wieder an seine Bitte oder besser seinen Befehl denken nicht über Heime zu reden. Hatte ich mich dort getäuscht und kam er gar nicht aus einem Heim? War die alte Frau wirklich seine Mutter gewesen? Oder nannte er sie nur so, weil sie ihn aus dem Heim geholt hatte? Ich wusste es nicht und ich wollte es auch nicht fragen. Er hatte mir verboten über Heime zu reden und ich hielt mich daran. Nicht aus Angst, sondern weil ich es verstand. Ich redete auch nicht gerne darüber, dabei war das was mir passiert war bestimmt längst nicht so schlimm gewesen, wie seine Erfahrungen es sein mussten. "Soll ich wieder gehen?" "Nein, bleib ruhig." Den Rest des langsam verstreichenden Tages sah ich ihm dabei zu wie er weiter das Handy auseinander nahm. Einmal holte ich etwas zu essen und er schien dafür zumindest dankbar. Ich verstand zwar nicht wieso er hier hockte und das machte, aber ich fragte auch nicht nach. Sehr wahrscheinlich hatte er einen Plan. Ja, er hatte ganz sicher einen Plan, im Gegensatz zu mir. Wie nah die Polizei ihm wohl wirklich war? Diese Frage beschäftigte mich die ganze Zeit. Er hatte mich irgendwie mit ins Boot geholt. Ich würde nie Menschen umbringen, das wusste ich, aber ich konnte mit Menschen befreundet sein, die das taten. Sein Name und sein Gesicht erschienen überall. Er war immer und jederzeit im Fernsehen. Die Polizei war nahe hatte er gesagt. Wie lange blieb ihm noch? Wie lange blieb uns noch?
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