Schreibblog: Beziehungen und das L-Wort (14.02.23)

Heute ist Valentinstag. Irgendso ein marketingversiffter Pseudofeiertag der von der Blumen- und Schokoladenindustrie so stark gepusht wurde, dass manche Leute ihre Beziehung wegwerfen würden, wenn sie mit ihrem Valentinstagsgeschenk unzufrieden sind - übertrieben gesprochen.

Ich dachte mir, perfekter Tag, um über ein Element in Büchern, Serien, Filmen, wasauchimmer zu reden, das ich gleichermaßen egal und klischeehaft wie faszinierend finde.
Das L-Wort, dass masssiven Kwinsch auslöst. Und, dazu passend, Beziehungen.

Und wie wir alle durch Badboy-Fanfics und weirdes Fandomshipping gelernt haben, sind L-Wort und Beziehungen zwei komplett verschiedene Dinge und haben keine Korrelation.

Viele Werke - vor allem hier auf WattPad, aber auch in Mainstream-Media - folgen dem Mantra:

"Love exceeds everything"

Ich, als ein unromantischer Klotz, bin fasziniert davon, wie hoch der Stellenwert des Konzept vom L-Wort ist. Ich für meinen Anteil habe noch nie über sowas geschrieben - und habe auch nicht vor, jemals so krass in diese Thematik einzutauchen. Das hat verschiedene Gründe. Ich könnte sie aufzählen. Und hey, das werde ich. Anschnallen bitte!

Bitte beachtet, dass es sich hierbei um "slightly above avarage" bis "trashy" writing geht.
Wenn man gut schreiben kann, ist das ne ganz andere Sache.
Ich beziehe mich hier auf mich selbst, als Amateur-Autor und andere WattPadder oder unbekannte Autoren. Genies können jedes Thema gut umsetzen. Und mein Ton wird manchmal komedisch hart. Nicht all zu ernst nehmen bitte.

1:

Liebe in Storytelling ist meistens unrealistisch - auf eine toxische Art und Weise:

Schon mal irgendeine kitschige Romanze gesehen? Liebe auf den ersten Blick, der Versuch, den Schwarm für sich zu gewinnen und dann "happilly ever after" zu leben...

So funktioniert es nicht. Ganz und gar nicht. Beziehungen brauchen Zeit, Vertrauen, Arbeit, Kompromisse, Hardships und Respekt vor dem wahren Charakter der Verliebten.

Diese ganzen "Enemy to Lover", "Badboy with a heart of gold" oder "We pretend to love each other, and then we do eventually fall in love" Stories sind so hirnrissig.

Wenn ich an vernünftige Menschen, mit einem Mindestmaß an Verstand, Emotionaler Awareness und Selbstachtung denke, dann könnte ich mir im Leben nicht vorstellen, dass solche Stories funktionieren würden. Mal ganz im Ernst:
Würdet ihr mit euren Mobbern, eventuell jemanden, der euch in den Suizid treiben wollte eine Beziehung eingehen?
Natürlich nicht, es sei denn ihr seid naiv genug "an das Gute" in so einer ekelhaften Person zu glauben...

Warum es dann so ein beliebtes Trope ist? Keine Ahnung. Vielleicht ist es eine Machtfantasie. Die Gefühle von Menschen nach seinen eigenen Perversionen zu verdrehen. Oder ein Fetisch, dass man gern als erotische Fantasie wie Dreck behandelt wird. Idk.

Part II dieses Überpunktes ist diese verdrehte Hollywood-Schnulzen-Scheiße, dass der eine Partner seine Identität, seine Hoffnungen und Träume und sein Leben für den anderen Partner aufgibt.

Nichts daran ist romantisch, wenn man sich selbst und die eigenen Ambitionen für eine andere Person wegwirft. Man kann Kompromisse eingehen. Man kann an sich selbst arbeiten, aber dieses Story-Trope

"Ich habe meinen Traumjob im Ausland aufgegeben, um mit dir zu leben, obwohl wir uns erst seit 2 Wochen kennen"

ist in meinen Augen die reinste Perversion.
Wenn eine Frau das von mir erwarten würde(!!!!), Alter, die kann ihre Koffer packen und gehen. Wenn man nach Jahren von Beziehung einvernehmlich dazu kommt, meinetwegen, aber 2 Wochen? Alter, komm mit der Fernbeziehung klar, komm mit oder halts Maul.

Imagine man ist in einer Beziehung so entitled. Ahahafslabaualna.

2:

Funktionierende Beziehungen sind langweilig, disfunktionale Beziehungen sind anstrengend.

Persönlicher Take, aber egal ob single oder in einer Bezieheung, ich weiß nicht, was daran erstrebenswert ist, sowas in sich aufzunehmen.

Als Single würde ich von L-Wort depreessiv oder gecringet werden.
Und die Stress-Variante würde mich von Beziehungen abhalten.

Als glücklich Vergebener bräuchte ich keine Positiven reinforcements, weil ich es ja IRL habe, und Negativität würde wohl eher an der Beziehung rütteln als alles andere.

Als unzufrieden Vergeben, wäre ich brutal unzufrieden und gecringet, wenn es zu sülzih ist, und wenn es toxisch ist, würde ich noch unzufriedener werden, nur weil ich so nen Dreck sehe.

Ist alles lose-lose.

Aber das bin nur ich.

3.

Shipping ist das größte Krebsgeschwür des kreativen Schreibens.

Auch mein persönlicher Take, aber jedes mal, wenn ich groteske Ships in Famdoms sehe, die irgendein 12-Jähriger aus dem Anus von Satan höchstselbst gezogen hat, wie die ganze Scheiße in Harry Potter oder Hero Academia, dann zweifle ich manchmal echt daran, ob ich das gerade wirklich gelesen habe.

Wenn jemand, der in einem selbstbestimmungsfähigen Alter ist, dann diese Ships unterstützt, frage ich mich, ob diese Personen jemals eine echte emotionale Bindung mit einem anderen Menschen hatte, die nicht auf Persönlichkeitsstörungen aufgebaut ist.

Versteht mich nicht falsch:
Seltsame ships an sich sind ja kein Problem, aber wenn 80% des Fan-Contents zu einem Fandom nur diese unromantische, intelligenzverachtende Schnulzenpampe ist, dann verliert man echt die Lust am Fandom teilzunehmen. Es ist cancerous af.
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Oh, wie ich es besser machen würde?

Gut, dass keiner gefragt hat!

Wen juckt auch meine Meinung, wenn ich offensichtlich die Algorithmus-Macht von Klischeeromantik nicht verstehe...

Ich würde es organisch als Sideplot einbauen. Egal, worüber sich eine Story dreht, zwischenmenschliche Beziehungen kommen früher oder später vor. Man kann es da nutzen, wemn es für die Story oder Charaktere sinnvoll ist.

Oder es halt garnicht einbauen. Eine Story über selfdiscovery oder ein Fantasy-Epos mit kontinentalen Schachten kommt ohne diese Romantikpampe aus. Und auch ohne Sexszenen, mal davon abgesehen.

Ich würde ja hier am Ende beispiele aus CC aufzählen, aber es gibt nicht viel zu sagen, was ein Leser nicht wüsste. Mike und Merlany stehen sich sehr nah, sind aber aktuell nur Freunde. Die anderen Charaktere haben gerade andere Struggles, wie "Selbstwertgefühl" oder "zu überleben". Alles zu seiner Zeit.

Wenn jemand bis hier gelesen hat (und vorzugsweise CC kennt), kann man mir ja mal mitteilen, wen aus CC kleine Mädchen auf WattPad shippem würden.

Ich bin ja für Wolf und Biz, weil
"Black Bolts" und "White Fang" gegensätzlich sind, beide Schwerter benutzen und schwule Ships immer der heiße Scheiß sind.

Peace out.

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