Kapitel 20: Das Ablegen alter Gewohnheiten...


Hermine öffnete ihre Räume und zog ihn rein, sie waren beide pitschnass bis auf die Haut. Sie musste immer noch lachen. Sie ließ seine Hand los, ging ins Bad und holte mehrere Handtücher für sie beide.

Hermine drückte ihm seine in die Hand und machte sich dann daran, ihre Haare zu trocknen. Sie schlüpfte aus dem Sweatshirt, schmiss es ins Bad, in ihrem Top ging sie zu ihm, er beobachtete die ganze Szenerie mit einer hochgezogenen Augenbraue, und wollte ihm den Umhang ausziehen und die Robe, es war alles komplett nass.
„Was haben Sie vor, Miss Granger?", fragte er skeptisch und hielt sie davon ab.
Sie drückte seine Hände nach unten und machte sich daran die Kleidung zu öffnen,
„unsere Sachen sind alle komplett nass, Sie werden hier nicht in durchtränkten Anziehsachen stehen und krank werden. Ziehen Sie bitte Ihre Sachen aus.", sie schaute ihn an wie eine strenge Mutter.

Sie ging derzeit ins Bad und zog ihre Hose aus, ließ dabei aber die Tür offen stehen und Severus sah kurz ihre nackten Beine, wandte schnell den Blick ab und drehte sich zur Seite. Er war immer noch ein Gentleman. Widerwillig zog er seinen Umhang, seine Robe und Gehrock aus. Darunter trug er ein weißes, langärmliges Hemd, das würde er garantiert nicht ausziehen. Seine Hose war ebenfalls nass, aber er wollte nicht in Unterhose vor ihr stehen.

Als sie wieder aus dem Bad kam, hatte sie ihre Haare zu einem Zopf gebunden und eine locker sitzende Jogginghose an, „die Hose auch" und deutete auf seinen Unterkörper. Severus wollte protestieren, aber ein Blick von ihr genügte.
Er ging ins Bad, schloss die Tür und zog sich die Hose aus, Hermine klopfte kurz an die Tür und meinte, „hier. Die müsste passen."
Er öffnete die Tür und Hermine stand mit dem Rücken zur Tür, streckte einen Arm nach hinten und gab ihm eine schwarze Jogginghose, ohne ihn anzusehen. Er nahm sie, schloss die Tür wieder und zog sie an.
Sie passte ihm und war doch ziemlich bequem.

Er öffnete die Tür und schaute an sich herunter, Hermine musste grinsen und versuchte das zu verstecken.
„Hemd und Jogginghose an Professor Snape. Ein seltenes Bild.", sie konnte sich nicht länger zusammenreißen und prustete vor Lachen los. Sein Gesichtsausdruck war einfach köstlich. Er quittierte ihr Lachen mit zusammengekniffen Augen und einem tiefen Knurren.
„Schön, dass Sie Ihren Spaß haben..." meinte er und klang fast beleidigt.

Hermine sprang auf, musste immer noch etwas lachen und fasste an seine Hand, „drehen Sie sich doch mal." und hielt sich den Bauch vor Lachen. Severus entzog ihr seine Hand und schaute sie böse an, mit einem Blick der Schüler in Ohnmacht hätte fallen lassen können. Hermine presste die Lippen zusammen und sah ihn entschuldigend an, sie berührte ihn leicht an dem Arm, aber auch der Berührung entsagte er.

„Professor...", setzte sie an, „so hab ich das doch gar nicht gemeint. Ich wollte Sie nicht kränken. Es ist einfach ein ungewohntes Bild, wobei Ihnen das Hemd wirklich gut steht.", meinte sie sanft. Sie wollte ihn nicht auslachen, sich nicht über ihn lustig machen.

Sie kam einen Schritt näher auf ihn zu, suchte seinen Blick. Er sah sie argwöhnisch an. Niemand machte sich über ihn lustig, auch nicht eine Hermine Granger.
„So leicht, mach ich es Ihnen dieses Mal nicht.", kam es sauer von ihm. Seine Stimme war durchzogen von Kälte. Hermine hatte ihn offenbar wirklich verletzt. Sie ging noch einen Schritt auf ihn zu, stand hauchnah vor ihm. Sie schmiegte sich sanft an seinen Körper, sie wollte ihn nicht überfordern, wollte ihm aber zeigen, dass sie ihm nah sein wollte.

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und legte ihr Gesicht zart an seines, ihre Brust berührte seine. Sie hob ihre Arme, legte sie vorsichtig auf seine Schultern. Sie näherte sich seinem Ohr und flüsterte, „es tut mir leid.", sie gab ihm einen leichten Kuss auf die Wange, sah ihn an.

Sein Blick wurde weicher, sie strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht und bemerkte, dass seine Haare noch nass waren. Sie drehte sich um, nahm ein Handtuch, wandte sich wieder zu ihm und trocknete liebevoll seine Haare. Sie lächelte ihn gütig an, ließ das Handtuch auf den Boden fallen, strich die Haarsträhne erneut zurück und war zufrieden mit ihrer Arbeit.
Sie war nicht mehr nass, nur noch etwas klamm. Hermine ließ ihre Hand an seiner Wange ruhen und schaute ihn schmollend an. Er war immer noch sauer, aber deutlich besänftigter als eben. Er konnte ihr einfach nicht böse sein, aber er wollte sie noch etwas zappeln lassen.
Er wandte den Blick ab, ging nah an ihr vorbei in Richtung Kamin.
Er stellte sich davor und ließ den Blick in die Flammen gleiten. Er verlor sich jedes Mal in ihnen, in dem tanzenden rot-orange, der Wärme, die er dankend aufnahm.
Es war zwar nicht kalt zu dieser Jahreszeit, aber eine Art innere Kälte ließ ihn immer frieren.
Er spürte die Wärme auf seiner Haut, sie liebkoste seinen Körper, er spürte sie viel deutlicher, hatte er ja viel weniger an als sonst. Seine Gedanken schweiften ab, in unbekannte Tiefen, nicht in die dunklen Ecken wie sonst, wenn er allein war. Es war harmonischer, weniger bedrohlich.

Hermine sah ihn an, musterte ihn von oben nach unten. Sie rätselte, an was er wohl gerade dachte und ob er immer noch sauer war. Sie ging zur Couch, die ein paar Schritte hinter Severus stand und setzte sich vor die Couch auf die Erde, sodass sie mit dem Rücken an ihr lehnte.
Sie lächelte leicht, als sie ihn weiter beobachtete.

Nach einer Zeit, er wusste nicht wie lange er dastand, drehte er sich um, seine Augen suchten Hermine an der Stelle, an der er sich von ihr gelöst hatte. Sie war nicht mehr da, er blickte sich im Raum um und fand sie vor dem Sofa sitzend, sie schaute ihn an und lächelte.

Er schnaubte, wusste nicht so ganz, ob er sich dazu setzen sollte oder nicht. Er entschied sich dafür, sich auf das Sofa zu setzen, und nicht davor. Er setzte sich einen guten Meter von Hermine ans Ende des Sofas, da Hermine ziemlich mittig saß.
Elegant ließ er sich in die Kissen sinken, überschlug die Beine, lehnte sich zurück und breitete die Arme über die Lehnen aus. Als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Hermine sah nun ihrerseits in die Flammen, Severus heftete den Blick auf seinen Oberschenkel. Beide sagten kein Wort. Severus schloss kurz die Augen, er war müde, er massierte seine Nasenwurzel, atmete laut aus. Er musste wohl ein jämmerliches Bild abgeben, dachte er sich, aber es war ihm in dem Moment schlicht und ergreifend egal, er sah sowieso schon lächerlich aus. Das würde sich in Zukunft nicht mehr wiederholen, machte er sich klar.

Hermine durchbrach die ermüdende Stille, „es ist beruhigend oder? Das Feuer meine ich. Die Flammen, die Farben, die Wärme, der Geruch, das Knacken der Scheitel. Man kann sich darin genauso verlieren, wie in den Tiefen des Ozeans, finden Sie nicht?", sagte sie leise.
Er nickte, „ja, ohne Zweifel", meinte er gedankenverloren. Als er so über das Feuer sinnierte, fiel ihm ein kleines Gedicht wieder ein, er hatte es mal vor Jahren gelesen und es blieb ihm im Kopf.
„Brause, Feuer, brause. Du bist Kraft, bist Mut und Blut, wir entstammen deiner Glut, sind in dir zu Hause...", er konnte sich nicht daran erinnern, wie es weiterging, aber das war nicht weiter wichtig.

Hermine drehte ihren Kopf zu ihm, er sprach leise aber intensiv. Er sprach so samtig dunkel, dass Hermine übersät von Gänsehaut so dasaß und ihm am liebsten für immer zugehört hätte. Verträumt blickte sie ihn an, seine Worte hallten immer noch ihrem Kopf, seine Stimme, die Gänsehaut. Sie legte den rechten Arm auf das Sofa, senkte ihren Kopf auf den Arm und wartete.

Severus ließ den Kopf in den Nacken fallen, er wurde von der Sofa-Lehne aufgefangen. Er blickte wieder auf und stützte seinen Kopf mit der linken Hand, automatisch
richtete sich sein Blick zu Hermine, die ihn immer noch ansah.
Er sah sie an, hob eine Augenbraue, senkte sie aber wieder schnell als er merkte, dass sie ihn nicht wirklich wahrnahm. Er hätte gerne gewusst, an was sie dachte, worin sie sich verlor, aber er wollte sie nicht fragen und in ihren Geist eindringen schon gar nicht. Er wartete einfach, bis sie wieder zu ihm kam.

Hermines Blick klärte sich etwas auf, sie sah Severus ins Gesicht und ihre Blicke trafen sich. Gefühlte Stunden hielten sie diese Verbindung der beiden Augenpaare, schwarz zu braun und braun zu schwarz.

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