25. Text: Du sollst leiden! Leide!
Das ist die Geschichte der Autorin vom Kapitel "Skurrile Unterhaltung", denn wie ihr sehen könnt - gleich hier oben - gab es natürlich eine Antwort auf meinen letzten Kommi. Und *natürlich* sowohl von Art und Inhalt her so, wie man ihn erwarten konnte.
Wer sich mit mir nicht unterhalten will, muss weder das letzte Wort haben wollen und kann das Gespräch jederzeit vorher beenden. Das passierte nicht, denn die Posts wurden nicht nur auf meiner Seite länger. Interesse war also vorhanden - oder das Gefühl "Endlich redet mal einer mit mir..."?
Ja, das Gespräch habe ich begonnen... weil das Profil so seltsam war und ich etwas wissen, einen traurig wirkenden Menschen aufmuntern wollte - ihr habt gesehen, wie dieser Versuch angenommen wurde. Das Gespräch begann also nur indirekt mit mir, denn der Auslöser war das Profil. Und das habe ich nicht geschrieben.
Argumente muss ich nicht bringen, denn erstens sind sie an jemanden, der sie nicht versteht, verschwendet, zweitens ist alles meines Gegenübers nur eine Rechtfertigung für schlechte Erziehung gewesen. Wir haben nicht diskutiert, sondern ich habe ANALYSIERT. Zu welchen Schlüssen ich kommen musste, konntet ihr nachlesen. Schlussfolgerungen sind keine Argumente, eine Charakteranalyse keine Diskussion. Und im Gegenteil zu meinem Gegenüber habe ich mir Zeit gelassen, bevor ich ihn in eine "Schublade" steckte, denn eine Frage ist eine Frage - keine Aussage.
Ihr habt gesehen, dass dieser Mensch eine Geschichte geschrieben hat, und weil er mich darüber belehren wollte, schauen wir da mal rein. Auch wenn der Autor sein eigenes Werk nicht gut findet, darf alles öffentlich Gepostete rezensiert werden. Also? Ja, ich habe das Recht, zu tun, was ich hier tue.
Zuerst mal der Klappentext:
>>Hi. Mein Name ist Jack. Glaube ich zumindest. Vielleicht halluziniere ich aber auch und bin in Wahrheit schon tot.<<
Wer nach eigener Aussage dumm ist, bei dem kann man bezweifeln, ob er verstanden hat, was für einen Unsinn er hier redet. Ob er begreift, was mit ihm passiert.
Tote hingegen leben nicht, können also auch nicht halluzinieren.
Mir ist allerdings nie klar, wieso man den ersten Absatz des ersten Kapitels in den Klappentext packt. Besonders dann, wenn besagtes Kapitel völlig überflüssig ist.
>>Besser wäre es.<<
Es ist derselbe Ton, derselbe Stil und dieselbe unterschwellige Sicht auf die Dinge, wie man sie schon aus den Kommentaren lesen konnte... Es ist also ein self insert, wenn wir Pech haben autobiographisch.
Und es ist unfassbar arrogant, das Leben wegwerfen zu wollen, nur weil grade mal was nicht klappt. Und da es ein Zitat ist, fehlen die Anführungsstriche...
>>Er hat keine Hoffnung.
Er kann nicht mehr.
Er rennt weg von sich selbst.
Er sieht keine andere Lösung.
Er kann nicht bleiben.
Denn sie macht ihn kaputt.
Diese Welt...<<
Es ist nicht die Welt, die ihn kaputtmacht, sondern der Umgang, den "Jack" sich gesucht hat. Es gibt nicht nur ein Dorf auf der Welt, in dem wir alle leben müssen. Die Welt ist groß. Was aber auch auffällt und ich hier dezent zusammengestrichen habe, ist die Weite des Klappentextes. Es sind unsinnig viele Leerzeilen drin... aber kein Inhalt in den Worten, nur Pathos und Floskeln.
>>So grausam und herzlos.
So gleichgültig.
So MENSCHLICH.<<
Verallgemeinern wir mal, damit es wichtig wirkt...
Die Welt ist nicht menschlich, sie ist nur ein "Ding". Ein "Gegenstand". Natürlich hat der kein Herz, nicht mal ein metaphorisches. Menschen sind menschlich, und das ist gut so. Denn wer schon mit menschlichen Menschen nicht klarkommt, wird an einer unmenschlichen Welt verzweifeln.
Das, was mir - die weitergelesen hat, als ihr an dieser Stelle - auffiel, ist die Ironie in diesen Worten. Jack wird benutzt und ausgebeutet, selbst am Ende, von den "Guten". Er wird in der Geschichte wie ein Gegenstand behandelt... und das ist eigentlich das Unmenschliche, was er anprangern müsste. Er aber jammert darüber, dass die Welt "menschlich" sei.
Was aber auch auffällig ist, ist schon hier die Erwartungshaltung, die eigentlich nur enttäuscht werden kann: Warum sollte ein Mensch einem Ding denn NICHT gleichgültig sein? Warum muss sich ein Fremder für einen interessieren? Genau solche Aussagen in solchen Sätzen machen eine Figur unsympathisch - was okay sein kann - aber hier auf eine Weise, die man mit "Jammerlappen" zusammenfassen muss. Es ist Gewinsel ohne Inhalt, das allein deswegen für unbedarfte junge Leser interessant klingt, weil sie auf die vermeintliche Lyrik dahinter reinfallen. Weil ihnen nicht auffällt, dass eine Ich-Perspektive allein vom Erzähler getragen wird... der hier mal knallhart alles über einen Kamm schert.
Erinnert ihr euch an Ayleen, aus dem Großstadtkinder-Kapitel? Jack ist ihr sehr ähnlich, was den Charakter angeht. Auch das Niveau der Geschichten ist gleich. Der einzige Unterschied ist, dass bei Ayleen nichts Relevantes passiert - hier aber teilweise geliefert wird, bis zur maßlosen Übertreibung.
>>First of all ein paar Bemerkungen von mir:<<
Ich sage, was ich hier immer sage, wenn Überflüssiges erzählt wird: Lass es und streich' die Sätze. Fang' mit der Geschichte an.
>>-⚠️BIG TW⚠️
-meine erste Geschichte, also verurteilt mich bitte nicht, ich weiss selbst, dass ich verkackt habe<<
Das Verkacken ist nicht das Problem, an sowas kann man arbeiten. Das hier ist also nur eine Ausrede. Und wir verurteilen nicht - es wurde offiziell gepostet, ich rezensiere. Die Geschichte SOLL gelesen werden, sonst wäre der Text nicht hier.
Aber warum sollte ich einen MENSCHEN verurteilen, der etwas geschrieben hat? Ich schreibe auch... und nicht jedem gefällt's. Ich BEurteile nur die Qualität des Texts, wie ein Lehrer eine Mathearbeit.
>>-diese Geschichte ist sehr cringe<<
"Cringe" bedeutet "peinlich" oder "unangenehm" in der Jugendsprache. Wenn sie der Autorin also peinlich ist, warum postet sie online? Wenn sie ihr unangenehm ist, WARUM HAT SIE ES DANN GESCHRIEBEN?
>>-KEINE Leseempfehlung von mir<<
Warum ist sie dann hier gepostet? Ich weiß mittlerweile, was die Autorin gerne liest - und ich möchte schreiend davor wegrennen. Wie vor jedem, der "Twilight" mag. Wahrscheinlich würde sie auch "Selection" mögen, denn das passt zu ihr. Sowohl Bella als auch America sind Klugscheißer, die auf harmlos tun.
>>-dort ist die Tür, wenn ihr gehen wollt: ➡️🚪
-wenn ihr trotzdem lesen wollt, viel Spass<<
Überflüssig... und wenn ihr die Trigger gleich seht: Will man da wirklich SPASS haben?! Was für ein Mensch liest mit Spass gern von der Demütigung eines Jungen - gemixt mit den Ansichten der Autorin, wie wir sie in den Kommentaren kennengelernt haben?
>Bye bye, Butterfly
See U later, Alligator
Tschau Kakao
Tschö mit Ö<<
So überflüssig und verzweifelt witzig... Es ist traurig.
>>Und der ganze Scheiss halt.
Jz hab ich euch genug genervt.
Ich stör euch dann nicht mehr länger.<<
Dann sei doch einfach schon früher still, wenn Du nichts zu sagen hast. Wer verabschiedet sich denn auf dem Klappentext? Und wieso? Warum steht soviel hier, was man löschen könnte?
>>Alle Rechte vorbehalten<<
Kann man als Haken setzen, muss hier also auch nicht hin.
>>anorexia, boyslove, boyxboy, bxb, depression, drama, folter, gay, german, help, hilfe, iloveyou, liebe, love, mobbing, romance, sad, schule, schwul, sexualbuse (da fehlt ein "a"), suicide, suizid, svv, triggerwarning, tw<<
Ist das eine Tagsammlung oder macht das irgendeinen Sinn? Habt ihr schon mal den Tag "Triggerwarnung" gesucht? Vor allem, wenn es ein Kind schreibt?
Oder "german" bei einer deutschen Geschichte? Ich weiß, tags sollen helfen, die Geschichte zu finden, aber hier ist alles wahllos reingehauen, so dass ein Genre nicht erkennbar ist. Vielleicht ist es "Slice of Life", aber dieser tag fehlt. "hurt&comfort" würde auch passen, aber auch das ist nicht dabei. Und "Selbstmord" in allen möglichen Sprachen, nur nicht auf Deutsch...
Tags sind da, um Geschichten zu finden. Nicht um aufzuzählen, welche Worte man kann.
Kapitel 1
>>Hi. Mein Name ist Jack. Glaube ich zumindest. Vielleicht halluziniere ich aber auch und bin in Wahrheit schon tot.
Besser wäre es.<<
Erstes Merkmal: Egoist.
Man halluziniert keinen Namen, sondern Gegenstände und Menschen. Wenn Jack tot wäre, könnte er die Geschichte schließlich nicht mehr erzählen. Es klingt also cool, ergibt aber überhaupt keinen Sinn.
Ja, man kann so denken - aber Jack ist eine Buchfigur. Also aufpassen, dass die Gedanken nachvollziehbar für den Leser sind. Nicht nur für den Autor.
>>Erst mal was zu meiner Person.
Ich bin 16 Jahre alt, schwul und werde deshalb in der Schule gemobbt.<<
Mir fallen andere Gründe als Homosexualität ein, weswegen man Jack mobben könnte. Schon jetzt und auch ohne dabei den Charakter der Autorin zugrundezulegen. Aber MUSS der Leser das wissen? Ist es wichtig? Kann man es nicht woanders und besser einbauen, idealerweise so, dass es nicht als Behauptung und Infodump wirkt?
>>Ich habe keine Freunde (was so was von vorhersehbar ist) denn:<<
Wer will denn mit einem Menschen befreundet sein, der so oberflächlich, - SPOILER - hässlich und dumm ist? Der nichts kann, womit man sich identifizieren könnte? Freunde sind Gleichgesinnte oder teilen Interessen. Wer nichts bieten kann und - SPOILER - nicht auffallen will, KANN KEINE Freunde finden. Und dieses Jammern nervt mich jetzt schon, ich würde also nach dem ersten Satz schon einen Bogen um ihn machen. Stellt euch mal vor, ihr begegnet Jack: Würdet ihr ihn ansprechen?
>>-ich bin hässlich<<
Seine Oberflächlichkeit in puncto Aussehen z.B. könnte ein Mobbinggrund sein, denn so eine Denkweise ist absolut toxisch... Aber so fängt man keine Geschichte an. Man behauptet nicht einfach was und langweilt den Leser schon jetzt.
Was bitte ist denn "hässlich"? Denken wir uns mal spontan einen hässlichen Jack aus: Schiefe Zähne, breitgeboxte Nase (denn Misshandlung hinterlässt auch sichtbare Spuren), dünnes, strähniges Haar, das einfach nur lasch bis zu den Schultern runterhängt, denn hässlich ist auch gern ein Synonym für "ungepflegt"... Blasse Haut, die durchscheinend wirkt, fast farblose Augen. Soll er Tränensäcke oder ewige Augenringe haben? Sucht es euch aus.
Da Anorexie in den tags steht, ist er wahrscheinlich auch spindeldürr mit hervorstehenden Knochen, was die Wangenknochen spitz wirken lässt und seine Segelohren betont. Wahrscheinlich steht er auch mit krummem Rücken da, und weil sie als hässlich gelten, hat er Sommersprossen. Gebt ihm einen Überbiss und lange, durch Anorexie abgemagerte, skelettartige Finger. Er schlurft beim Gehen, weil er die Füße nicht hebt, als würde er nicht laufen, sondern sein Gewicht nur von einem Ort zum anderen schleppen. Seine Kleidung sieht immer abgetragen und ungewachsen aus und wirkt zu groß.
Das ist also Jack, denn wenn er selber hässlich sein will und das als erstes Merkmal nennt, ist es seine wichtigste Eigenschaft. Es muss also signifikant und auffällig sein... und ich habe mich hier ganz bewusst nur auf optische Merkmale beschränkt. Also Dinge, die man auf den ersten Blick sehen kann.
Aber auch wenn Jack aussieht, wie ein obdachloser Junkie - das ist kein Grund, jemanden zu mobben. Und seine Homosexualität sieht man ihm nicht an.
>>-ich bin dumm<<
Welch tiefe Einsicht... das ist nicht humorvoll, oder gar schwarzer Humor. Es ist treffend, wenn sich der Charakter tatsächlich so verhält. Aber niemand mag Dummköpfe, denn "dumm" ist nicht automatisch lustig.
>>-ich bin das perfekte Opfer<<
Ich bevorzuge meine Sklaven eigentlich hübsch und ein wenig klug. Dumme Menschen machen nur Ärger. *holt die Peitsche raus und lässt sie einmal durch die Luft knallen*
>>-und noch so vieles mehr.<<
Nö, das war's. Wir nehmen Autoren beim Wort, ihr wisst das. Was nicht dasteht, ist nicht vorhanden. Deswegen mussten wir uns ja eben selber einen Jack basteln.
>>Ich habe keine besondere Fähigkeiten, und das ist natürlich noch ein Grund, mich zu hassen,<<
Es kann nicht jeder Spiderman sein, Jack. Außergewöhnliche Menschen und Fähigkeiten sind selten. Dass er keine hat, ist nichts Besonderes, sondern völlig normal. Aber normale Menschen werden nicht gemobbt, denn sie passen ins Bild.
Gemäß seiner eigenen Beschreibung ist Jack aber außergewöhnlich hässlich und dumm, denn das sind die einzigen Charaktereigenschaften, die er aufzählt. Für Idioten reicht das als Grund, denn woher wissen die anderen, dass er schwul ist? Wieso musste er sich überhaupt vor der Klasse outen? Woher wissen seine Bullys davon?
Ich persönlich würde die Wehrlosigkeit als Grund nehmen, denn was noch sehr schnell klar wird ist, dass Jack sich alles gefallen lässt. Er macht, was man ihm sagt, wenn man ihm Gewalt androht. (Man muss das nicht mal mit Gesten unterlegen, nur sagen reicht!) Er geht so einer Situation weder aus dem Weg, noch versucht er, sich "rauszureden" oder "abzulenken". Ich will das nicht anklagen, aber es fiel mir auf. Wenn körperliche Gewalt nicht mal angezeigt wird und es dadurch keine Konsequenzen für den Bully hat, dass er seinen Frust an Jack auslässt, dann nutzen solche Menschen diese Gelegenheit.
>>deshalb versuche ich einfach, nicht aufzufallen.<<
Ich verstehe, warum er das tut - aber er fällt schon mit seiner Optik auf. Um NICHT auszufallen, muss man sein, wie alle anderen... er müsste also zu hässlichen Idioten gehen, anstatt auf einzelgänger zu machen. Wie Sardinen im Schwarm.
>>Ach ja.. ich hab noch was vergessen. Meine Familie.<<
Oh ja, na klar. Irgendwer muss ja Schuld haben.
>>Spielt aber auch keine Rolle.<<
Wenn es keine Rolle spielt, ist es wieder mal eine überflüssige Info und überflüssige Sätze. Wir kennen das ja schon vom Klappentext.
>>Meine Grosseltern habe ich nie gekannt.<<
Sowas kann passieren, wenn die Eltern spät Kinder bekommen oder die Eltern spät geboren wurden. Oder die jüngsten unter älteren Geschwistern waren. Oder wenn Omi und Opi krank waren oder durch irgendwas anderes bereits früh aus dem Leben gerissen wurden... Man kann nur vermissen, was man kennt.
>>Meine Mutter hasst mich und hat mich rausgeworfen, weil ich schwul bin.<<
Sicher, dass es daran lag? Jemanden wegen sowas rauszuschmeißen ist echt heftig... besonders dann, wenn man als Elternteil das Kind so zwar nicht mehr unter seinem Dach beherrbergt, aber immer noch die Verantwortung dafür trägt und sich das Jugendamt seine Ausgaben für das Kind von Mami und Papi zurückholt ^^
Kindergeld bekommt sie dann nämlich auch nicht mehr und das sind immerhin fast 200 Euro.
>>Was meinen Vater angeht...
darüber will ich nicht reden.<<
Also wieder nur ein Sturm im Wasserglas, denn genau das wollen Leser wissen. Lesern ist es egal, was Jack fühlt, sie wollen ihn leiden und kämpfen sehen. Denn Leser sind Voyeure, die sich an den Schwierigkeiten von Buchfiguren ergötzen. Wie Gaffer an einem Unfall.
Wer also hier nicht darüber reden will, sollte so einen Satz am besten gar nicht sagen.
>>Ich habe zwar Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen, aber die hassen mich auch alle. Jeder Einzelne in meiner Familie hasst mich.<<
Ich glaub' dem Kerl kein Wort. Er sagt selbst, er sei erst 16 und dumm. Was also weiß er von den Gefühlen und Motiven seiner Umwelt, so als sehr optisch fokussierter Mensch? Sehr, sehr wenig. Dass er sagt, alle würden ihn HASSEN, ist so over, so Jugendslang, dass es einfach nur unglaubwürdig ist.
Teenager sagen gerne, dass alle sie hassen würden, nur weil es mal nicht nach ihrem Kopf geht und sie lernen müssen, dass Leute Probleme haben können, die ein bisschen wichtiger sind, als permanente Aufmerksamkeit für das quengelnde, hobbylose, unbegabte Kind.
Klingt böse, hm? Ist aber so, denn wenn ich mich so umschaue unter denen, die glauben, sich mit mir zu streiten, sind sehr viele "Jacks" unter ihnen, die die Welt hassen, nur weil andere nicht rund um die Uhr für sie da sind, wenn es dem Kind mal einfällt, dass es Gesellschaft und Beschäftigung will. Oder wenn sie die "Welt" hassen wollen, weil Menschen schlimme Dinge tun - sie selber aber total im Luxus leben, wo es schon zuviel ist, im Haushalt mal mit anzupacken.
>>Aber das ist nicht schlimm.
Ich bin mich daran gewöhnt.<<
Dann stünde es nicht als erwähnenswerter Fakt hier. Lebenslügen, ihr erinnert euch? Jack belügt sich selber. Er rennt nicht weg. Er lügt.
>>Trotzdem denke ich immer wieder:
Was habe ich getan, dass meine Mitschüler, meine Familie, jeder den ich kenne -kurz gesagt mein Leben- so hasst?<<
Liebe Leser... mögt ihr ihn bis jetzt? Schaut mal, wie klein seine Welt ist: Nur Familie und Mitschüler, andere Menschen kennt er nicht.
>>Ich verstehe es nicht und will es nicht verstehen.<<
Genau das ist das Problem. Wenn man etwas versteht, kann man etwas ändern.
Aber das will dieser Junge gar nicht, denn es ist bequem, sich so zu verhalten, wie er es tut und anderen die Schuld zu geben.
>>Sonst werde ich noch trauriger.<<
Seid ihr auch immer traurig, wenn ihr was verstanden habt? Ich nicht... ich bin traurig, wenn ich etwas, was mir nicht gefällt oder schadet nicht ändern kann. Oder wenn man mich nicht versteht.
>>Und ich habe wirklich genug davon.<<
Wovon denn? Wenn es einem egal ist, dass man nicht gemocht wird, dann wird man nicht traurig davon oder hat genug. Er lügt also wieder...
>>Ich will sterben.
Diesen Gedanken hege ich in letzter Zeit immer öfter.<<
Es ist ja auch so bequem. Am liebsten noch einen sanften Tod, nur damit alles schön wie in Watte ist. Ja, ich bin zynisch, vor allem bei sowas. Und warum? Weil ich Leute kenne, die genau das gemacht haben... und andere damit verstört, zerstört und verzweifelt zurückgelassen haben!
>>Wieso auch nicht?
Niemand würde mich vermissen.<<
Bitte, bitte, mein Selbstbewusstsein ist von äußeren Einflüssen abhängig! Irgendwer bitte hab mich lieb! Ich bin zwar hässlich und dumm und noch viel mehr, aber bittäää!
>>Ich bin ein Fall für die Psychiatrie... auf jeden Fall wäre ich das, wenn irgendjemand meine Lage kennen und verstehen würde.<<
Nun... dann suche dir einen Psychologen der Kinder betreut, Jack. Sowas gibt es nämlich. Und die verstehen teilweise sehr gut, wie es in dir aussieht. Man kann die sogar testen, ob man mit ihnen klarkommt, man muss nicht den ersten nehmen...
"Niemand versteht mich" ist so eine beschissene Aussage und so arrogant! Als ob es nur dieses eine Leid von diesem einen Menschen auf der Welt gäbe! Wie soll irgendwer Jacks Lage kennen, wenn er nicht darüber redet? Er sucht sich keine Hilfe, wie also soll jemand wissen, wie es ihm geht?
Warum erwarten Teenies hier so oft, dass man ihnen den Hintern nachträgt und alles für sie macht? Sie können und wissen doch alles, warum machen sie dann nichts?
In die Psychiatrie gehört Jack übrigens auch nicht, sondern zum Psychologen. Er macht "nur" sein Selbstbewusstsein von den falschen Faktoren abhängig und richtet sich lethargisch in seiner Situation ein. Er ist nicht der einzige Teenager auf der Welt, dem es so geht - eine Gruppentherapie würde ihn also mit Leuten zusammenbringen, denen es auf Grund ähnlicher Erfahrungen ähnlich geht.
>>Ich lebe in einer Wohnung. Wohnung ist vielleicht ein bisschen viel gesagt, es ist eine dreckige Zwei-Zimmer-Wohnung, bestehend aus einem Schlaf- und Wohnzimmer (das Einzige, was darin steht, ist ein Bett und ein Regal mit Büchern, Klamotten und meinem Geheimnis), und einer Küche mit einem winzigen Tisch und einem Stuhl.<<
Die zahlen seine Eltern, hundert pro. Niemals er nicht selber. Kinder bekommen keine Wohnung, wenn die Eltern sie nicht anmieten und Kaution hinterlegen, denn sie können keine rechtskräftigen Verträge abschließen. Ein Vermieter würde sich außerdem nicht darauf einlassen, denn keiner geht freiwillig das Risiko ein, die Miete nicht zu bekommen, weil das Kind entweder nicht zahlt oder der Vertrag ungültig ist. ^^
Minderjährige kommen in betreutes Wohnen - und das ist meist eine WG, in der man EIN Zimmer bekommt, niemals zwei.
Aber wenn zwei Zimmer mit Einrichtung keine Wohnung sind, dann frage ich mich, WAS eine Wohnung nach Jacks Definition ist? Barbies Traumvilla? Wie man hier sehen kann, ist der Junge auch unfähig, sich einen Schrank, Tisch und Stuhl zu kaufen. Kostengünstige Möglichkeiten dafür gibt es - und ich meine nicht IKEA, sondern Möbelspenden. Aufräumen, putzen und waschen kann er auch nicht, was bedeutet: Neben seiner Hässlichkeit stinkt Jack also, denn Kleidung riecht nach dem Ort, wo man sie aufbewahrt.
>>So lebe ich.<<
Bis auf den Dreck eigentlich sehr gut also. Finanzielle Sorgen werden hier nicht erwähnt. (Darüber heult er später, deswegen ist all das hier völlig überflüssig. Es könnte an anderer Stelle erwähnt werden.)
>>Wenn ich auf die Toilette gehen will, duschen oder sonst was, muss ich zum gemeinsamen Waschraum.<<
Also doch keine Wohnung. Vermutlich hat er also auch nicht zwei Zimmer, sondern nur eins. Logik? Eine Geschichte funktioniert nicht, wenn die fehlt!
>>Waschraum ist aber such nicht wirklich das richtige Wort. Es ist ein dreckiger Raum mit zwei abschliessbaren Duschkabinen, die ihre beste Zeit schon hinter sich haben.<<
Stimmt, es ist ein Duschraum. Ein Waschraum enthält auch Waschbecken und eine Waschmaschine. ^^
>>Genug von meiner persönlichen Scheisse. Es ist Zeit, dass ihr mein "Leben", etwas besser kennenlernt.<<
Deine persönliche Scheiße ist diese Geschichte, Jack. All das Vorherige hier absolut überflüssig. Es sagt nichts aus, außer dass es den jammernden Charakter der Figur fett unterstreicht und sie von Dingen redet, die so, wie sie hier stehen nicht funktionieren.
Ihr seht, es gibt Leser, die fanden diesen Einstieg schon gut - was die Messlatte für Genialität schon ziemlich tief anlegt, meint ihr nicht? Das wiederum verrät viel über die Leser, die in etwas mit der Auszeichnung "Erwachseneninhalt" geschaut haben, weil sie sich "erwachsenes" erhoffen und dann doch kalte Füße bekommen.
Was an diesem Gejammer ist denn genial? Es passiert nichts und außer Behauptungen erfährt man nichts - Jack könnte also genauso gut lügen und alles, was er uns erzählt eine Scheinwelt sein, die nur in seinem Kopf existiert. Weil er eben Halluzinationen hat, wie er vermutet. #ShutterIsland
Die meisten Geschichten hier mit dem Häkchen bei "Erwachseneninhalt" beinhalten Sex und / oder Gewalt - vorausgesetzt, der Autor schafft es zu liefern und nicht nur mit Versprechungen um sich zu werfen. Die Einordnung in "Erwachseneninhalt" ist also eigentlich schon "Triggerwarnung" genug.
Da Jack uns verspricht, dass es im zweiten Kapitel nun endlich losgeht, kucken wir da mal hoffnungsvoll rein:
>>Ding-dong
So reisst mich die Schulglocke aus meinen Gedanken.<<
So klingen Türglocken, aber keine in der Schule. Oder hat man das geändert?
"Reißen" schreibt man übrigens auch nach der vereinfachten Rechtschreibung immer noch mit "ß". Grund dafür ist das "Ei" in der Mitte ^-^
>>"FUCK", das ist so ungefähr mein erster Gedanke. So schnell ich kann, packte ich meine Sachen zusammen, aber offenbar nicht schnell genug.<<
Geile Formatierung, oder? Und absolut keine Ahnung für welche Zeit man sich entscheiden soll, immerhin gibt es acht Stück davon! Oder was Haupt- und Nebensätze oder Einschübe sind... Ja, das Komma nach "kann" ist falsch.
Schlau wäre übrigens - weil die nun folgende Situation die Regel und nicht die Ausnahme ist - wenn Jack im Unterricht nicht geträumt, sondern seine Sachen schon zusammengepackt hätte: Stift, Heft(er) und Buch kann man nämlich auch unterm Arm tragen, während man sich den geschlossenen Rucksack über die Schulter wirft.
>>"Hey du Schwuchtel!!! Wo willste denn hin, hmm? Du willst doch nicht abhauen, bevor wir uns etwas unterhalten haben, oder?!"<<
Das ist nicht von mir fett gemacht, sondern steht auch so im Text. Warum auch immer... vielleicht, um das Klischee zu betonen?
Was soll man auf so einen Ruf eigentlich antworten? "Ist ja gut, mein Kleiner, komm' her, beug' dich über das Pult und ficke ich dich so hart durch wie du es liebst..."? Offenbar ist der Unauffällige also doch sehr auffällig. Oder er riecht gut.
Auf jeden Fall löst er etwas in seinem Gegenüber aus, was man mal genauer untersuchen müsste. Es gibt ja dieses Gerücht, dass Leute, die Schwule wegen ihrem Schwulsein verprügeln, selber heimlich schwul sind... Das macht so eine Prügelorgie zu einer sehr seltsamen Bitte um ein Date.
>>Ich fuhr zusammen und schaute mich um, und da stand ER.<<
Der Gott aus der Bibel? Und zweimal "und" in so einem kurzen Satz? XD
>>Ich kann nicht beschreiben, was für eine Angst ich gerade empfinde.<<
Aber das ist Dein Job, Frau Autorin.
>>Diese "Unterhaltungen" kenne ich zur Genüge, sie enden meist damit, dass ich eine halbe Stunde bewusstlos herumliege und fast zu spät zur Arbeit komme.<<
Merkt ihr? Das, was interessant sein könnte, wird nur angedeutet. Platz für Drama aber ist immer.
>>Und ich BRAUCHE diesen Job, auch wenn ich ihn hasse.<<
Kleiner Spoiler... es ist nicht der Lieferantenjob, den er hasst. Sondern das, was er seinem Chef erlaubt, mit ihm zu tun.
>>Sonst fliege ich aus der Wohnung raus und muss auf der Strasse herumlungern, bis ich vielleicht irgendwann eine neue Wohnung und einen neuen Job habe.<<
Jack darf als Minderjähriger nicht arbeiten. Das wenige, was er darf, wird für eine eigene Wohnung, die angeblich keine ist, nicht reichen. Beantragen könnte man Bafög, Wohngeld und Kindergeld. Da Kinder aber nicht geschäftsfähig sind, kann er keine Verträge abschließen, wie z.B. einen Miet- oder Arbeitsvertrag.
Hier wird also etwas behauptet, was so in Deutschland nicht möglich ist.
>>Aber ich lenke vom Thema ab.<<
Da die Aussagen so nicht stimmen können, ist es gut, dass hier nicht weiter darauf eingegangen wird.
>>ER, dass war Timeo. Er und seine Freunde haben mich schon gehasst, bevor sie überhaupt rausgefunden haben, dass ich schwul bin.<<
Damit wäre die erste Aussage im ersten Kapitel widerlegt. Man hasst ihn nicht, weil er schwul ist, sondern wegen anderen Dingen. Jack, der Lügner, der sich selbst entlarvt. Ganz wie die Autorin im Gespräch mit mir.
Und wie hat Timeo das eigentlich rausgefunden? Gibt es einen Test für sowas, den jeder Junge machen muss? Wenn die beiden seit Ewigkeiten nicht klarkommen, wieso wechselt Jack nicht die Schule?
>>Timeo und co. kommen auf mich zu. Ich weiss schon, dass ich keine Chance habe, aber ich renne trotzdem.<<
"Timeo und Company"? Der Junge hat 'ne Firma?
Wenn man wegrennt, sollte man idealerweise auch wissen, wohin. Eigentlich würde Adrenalin, das bei Stress ausgeschüttet wird, dem Jungen eigentlich noch mal extra "Flügel" verleihen. Entwickelt man nicht Strategien, um entkommen zu können? Tiere machen sowas.
Aber hier wird schon vorher aufgegeben und nur ein halbherziger Versuch gestartet.
>>Aussichtslos.
Kaum bin ich ein paar Meter gerannt, stellte mir ein Lehrer-
JA GENAU, EIN LEHRER
ein Bein.<<
Angeblich hat das auch eine echte Lehrerin gemacht... "Lehrer" ist ürbrigens nicht nur GROSS geschrieben sondern auch fett. LEHRER.
>>Ich flog voll darüber und knallte auf den -übrigens sehr harten- Boden.<<
Mir hat mal jemand eins gestellt, dem habe ich das seine fast gebrochen, weil mein Fuß es gegen sein anderes gedrückt hat. Ein anderes Mal bin ich gestolpert und demjenigen voll auf den Knöchel getreten - was diesem Menschen sehr wehtat. Man muss also nicht immer fallen, es hängt davon ab, wie man es erwischt.
Was soll diese dumme Bemerkung mit dem "übrigens sehr harten" Boden? Boden ist hart, das haben die in Gebäuden so an sich.
Hier zeigen sich aber auch die Tücken der Umgangssprache, denn Jack hätte auch WIRKLICH über das Bein fliegen können, wenn er z.B. gesprungen wäre. Dann wäre er nicht gefallen und wir hätten gewusst, dass er aufmerksam ist.
>>Aber das war Nichts.
Ich meine natürlich Nichts zu dem, was mir noch bevorstand.<<
Paaathooosss...
>>Et voilá. Timeo ist da.<<
Kuck mal, ich kann französisch... und reimen...
>>Seine Kumpels zerren mich grob vom Boden und halten mich wie üblich fest. Timeo grinst mich widerwärtig an.<<
Seht ihr? Die Situation ist nicht neu, sondern passiert häufig. Aber ich glaube nicht, dass Timeo "widerwärtig" lächelt, denn das könnte beim Leser die falsche Assoziation auslösen. Da ihm Spaß macht, was er gleich tut, könnte es also ein echtes, freudiges Lächeln sein. Oder ein zufriedenes, denn ER wird ja nicht geschlagen... was sich auch in einem überlegenen Lächeln zeigen könnte.
Ich jedenfalls denke bei "widerwärtigen" Grinsen immer an Sex, bzw. rape.
>>Dann sagt er: "oh bitte, hast du wirklich geglaubt, du kommst so leicht davon? Du enttäuscht mich, ich hätte doch etwas mehr von dir erwartet-obwohl, du bist eine eklige Schwuchtel, und Schwuchteln sind einfach dumm! Hast du das kapiert?!!! Du bist dumm!!! Wiederhole das! Na los!!!"<<
Gibt es ein Handbuch für Idioten? Sprechen die sich untereinander ab? Es ist immer dasselbe, was man liest... Aber ich habe noch nie einen Jungen "oh bitte" sagen hören, eingebildete Mädchen dagegen schon.
>>"Ich bin dumm", flüsterte ich leise.
"Lauter!!!<<
Ich sehe die Szene in einem amerikanischen Highschool-Film direkt vor mir. Aber ich fühle nichts dabei, denn hier wird nur etwas gesagt und mal ein bisschen was gedacht. Aber wenn die Hauptfigur nichts fühlt, kommt beim Leser nichts an. Angst, die nicht beschrieben werden kann - und die sich nicht mal in Zittern oder klopfendem Herzen bemerkbar macht - ist nicht vorhanden.
>>"ICH BIN DUMM, WEIL ICH EINE SCHWUCHTEL BIN!!!!", schrie ich so laut ich konnte, denn ich wusste, wenn nicht, würde er mir noch schlimmeres antun.<<
Ich bin dumm, weil es groß und fett geschrieben ist.
>>"schon besser", meinte er.
Danach kickt er mich so brutal in die Magengrube, dass mir kurz schwarz vor Augen wurde.<<
Ich hasse diese Leerzeilen, die den Text so strecken. Mein halber Bildschirm ist weiß! Aber ist euch aufgefallen, dass der Kick nicht wehtut? Jack atmet auch nicht ruckartig aus oder knickt nach vorne zusammen. Timeos Geschäftspartner müssen den Jungen, der sich sowieso nicht wehrt wirklich gut festhalten.
Zeiten / Tempora sind auch nicht so ganz das Steckenpferd der Autorin - von mangelnder Gefühlstiefe mal abgesehen.
>>Er schlug mich noch so oft, dass ich aufhörte, die Schläge zu zählen und einfach nur hoffte, es würde schneller gehen, damit ich endlich gehen (besser gesagt kriechen), kann.<<
Aber sie tun nicht weh... und natürlich kann man wegen sowas auch nicht zum Direktor oder der Polizei gehen. Genau deswegen kommt Timeo mit diesem Verhalten durch.
Wieso eigentlich zählt Jack die Schläge? Sollte sein Kopf nicht mit was anderem beschäftigt sein, Schmerzen oder Vermeidungsstrategien z.B.? Oder inneren Verletzungen, wie Blutungen ins Bauchfell, gerissenes Zwerchfell, gebrochene / angeknachste Rippen, irgendwas mit Magen, Darm und Milz? Nope, der Junge ist zwar erschöpft und hat blaue Flecke... aber seine Innereien sind aus Gummi.
>>Irgendwann hört er auf und ich klappe zusammen und mir wird schwarz vor Augen.
"Autsch", das ist mein einziger Gedanke, bevor meine Augen wieder auffliegen.<<
"Autsch" ist wieder in natura fett, aber sinngemäß steht es an der falschen Stelle. Man wird ohnmächtig, wenn die Nervenbahnen zu Gehirn so überreizt sind, dass sie einen "Kurzschluss" haben. Da nichts wehtut, werden keine Reize übertragen - der Junge KANN also nicht ohnmächtig werden. Was ihm scheinbar aber wehtut ist der Aufprall auf den Boden und da reißt er die Augen auf.
>>Ich schaue sofort auf die Uhr<<
Nach einer angeblichen Ohnmacht wegen Magenboxen keine Desorientierung, keine Schmerzen, kein Übergeben...
>>"SHIT!!!", schreie ich sofort.<<
Er hat auch Kraft und die fetten Buchstaben zum Schreien... Hätten die Schläge wehgetan, wäre das nicht der Fall.
>>Ich werde zu spät zur Arbeit kommen!!!
Ich will gar nicht wissen, was mir dann blüht!<<
Ein Garten voller Blumen...
>>Mein Schädel brummt wie Hölle, und doch raffe ich mich irgendwie dazu auf, aufzustehen. Beim ersten Versuch klappe ich sofort wieder zusammen, aber nach einer Weile geht es. Ich gehe so schnell ich kann, zum Fahrradständer und radle zum Geschäft, obwohl jede Bewegung schmerzt wie etwas.<<
Der Kopf, nicht der Bauch oder die Arme, wo man ihn liebevoll wie üblich festhielt. Der Aufprall auf den Boden zum zweiten Mal muss heftig gewesen sein.
>>"Na endlich!!! Ich dachte schon, du kommst zu spät!!!"
So wurde ich "freundlich", im Geschäft begrüsst.<<
Ich bezahle dich nicht für's Freundlichsein, Junge. Du bist spät dran und die Kunden warten. Ganz normaler Arbeitsalltag... aber der verwöhnte Teen muss jammern, dass man sich nicht dafür bedankt, dass er zu seinem Job kommt.
Auch der Chef spricht übriges in fett.
>>Für Jene, die sich fragen, was ich mache: ich bin Lieferant in einem Lebensmittelgeschäft.<<
Es ist so... wieso wird hier die Vierte Wand durchbrochen? Es macht keinen Sinn und die Formulierung streckt den Text unnötig.
Außerdem klingt es hölzern formuliert, wie auf einem Bewerbungsformular. Kennt ihr Leute, die versuchen, "gebildet" zu sprechen und dann hört sich jeder Satz irgendwie künstlich an? Warum sagt Jack nicht einfach: "Ich liefere für Kunden Lebensmittel nach Hause."
>>Das und noch etwas...<<
Ja, eine weitere, überflüssige Andeutung. Es soll geheimnisvoll wirken, wirkt aber nur unkonzentriert und fehl am Platz. Was liefert er denn noch? Pornos?
>>Ich bekam die Liste mit den Sachen, die ich heute ausliefern musste.
Dabei ignorierten meine Mitarbeiter geflissentlich, dass ich kaum laufen konnte, geschweige denn, Jemand hätte mir seine Hilfe angeboten.
Ich kannte das schon.<<
Das ist Arbeit und dafür wird er bezahlt. Er wird nicht dafür bezahlt, dass andere seinen Job machen. Wer nicht fit ist, muss zum Arzt und sich krankschreiben lassen. Wenn kommt, kann auch arbeiten, also frisch ans Werk.
Jack jammert also mal wieder darüber, dass etwas völlig normal läuft. ER ist das Problem, nicht die anderen.
>>Anfangs waren sie halbwegs daran interessiert, aber nicht Einer hätte mir geholfen, nein.<<
Woran denn interessiert? Und was hat er gemacht, dass sie das Interesse verloren haben? Genauso wie Jack sich nicht öffnet, drängen andere sich nicht auf. Aber komischerweise will er genau das. Er will, dass man sich ihm aufdrängt, will Interesse und Aufmerksamkeit.
>>Sie hätten mich höchstens ausgelacht.
Mein Chef am Meisten.<<
Das weiß man nicht, wenn man es nicht probiert. Aber Jack weiß ja alles im Vorraus. Er kennt sich aus.
>>Aber ich traute mich nicht, etwas zu sagen, ich hatte viel zu viel Angst vor meinem Chef.<<
Ich finde ihn bis jetzt völlig okay.
Spoiler: Er ist dennoch ein Arschloch, ein ganz mieses sogar.
>>Nachdem ich wieder bis 22:⁰⁰ ausgeliefert hatte, schrieb mir mein Chef eine Nachricht:
Komm nach der Lieferung sofort zurück, ich habe einen Spezialauftrag für dich. Beeil dich gefälligst!!!<<
Es heißt "bis abends um zehn" oder so. Wenn man unbedingt eine Zeitangabe in Ziffern machen will, schreibt man 22:00 Uhr.
Und was den Spezialauftrag angeht... es gibt Arbeitszeiten, die man einklagen kann. Der Typ ist eh schon kurz vor einer Strafe dafür, dass er einen Minderjährigen einstellt und ausbeutet.
>>Diese "Aufträge" kenne ich bereits, und sie sind einer der Gründe, weshalb ich am Liebsten den Job geschmissen hätte.<<
Das ist immer der Punkt, den ich nicht verstehe: Wenn er den Job schmeißen will, dann soll er das tun. Da das Argument mit dem Lohn für die Wohnung so nicht funktioniert und damit entkräftet ist, fehlt der Grund dafür, dass Jack sich so behandeln lässt.
>>Aber mein Chef weiss Alles über mich. Und wenn ich "Alles", sage, meine ich auch "Alles".<<
Auch das ist gelogen, denn sonst wüsste er ja auch das, was sich Jack nicht zu erzählen wagt. Wie in den Kommentarantworten, wo man die Lügen der Autorin entdecken kann, lügt Jack hier.
Vor allem aber LÄSST sich der Junge erpressen. Erpressung funktioniert nur dann, wenn man ein Geheimnis hat, was man verbergen will UND wenn es jemanden gibt, der es nicht erfahren darf. Hier fehlt beides, denn da sich niemand für Jack interessiert - so wie er selber sagt - sind auch seine Geheimnisse uninteressant. Dass er schwul ist, ist kein Geheimnis, zudem gibt es Leute, die das nicht stört. Aber solche Leute kennt Jack nicht. Der kennt nur Mitschüler und Familie.
Wenn der Leser also nicht weiß, was Jack so zu hüten versucht, fühlt er nicht mit ihm mit, sondern findet seine Passivität und diesen jammernden Erzählton irgendwann nervig. Hier sind nur Andeutungen drin, die eher abschrecken, als neugierig machen. Ja, die Autorin liefert (in Kapitel 3), dennoch kann es passieren, dass es irgendwann nur noch ein Schaulaufen der Schrecklichkeiten ist. Da ich selbst solche Texte geschrieben habe, weiß ich also, vor welchen Schwierigkeiten man als Autor dabei steht.
>>Ich zitterte vor Angst, als ich mit dem Fahrrad zum Geschäft zurückfuhr. Ich wusste, was mir bevorstand.<<
Ein Gefühl, Leute! Endlich ein Gefühl!
>>Ich stellte das Fahrrad ab und ging hinein. Mein Chef packte mich und knurrte: "Na endlich. Komm, er wartet im Hinterzimmer auf dich!<<
Klingt nach Kinderprostitution und Zuhälterei? Ist es auch. Man muss ja die schlimmen Klischees bedienen, um die sensationslüsternen Leser bei der Stange zu halten. Also hauen und ficken.
Ob es Sinn für die Geschichte macht, ist völlig egal. Der Junge soll leiden, also leidet er...
Das sind die Stats des aktuell letzten Kapitels, heute am 26.1.2022. Diese Leute haben also durchgehalten.
Das sind die, die man auf der Hauptseite findet... und aus Datenschutzgründen gibt es keinen Titel:
Seht ihr die Diskrepanz? Wieviel bedeuten also die Reads auf der Hauptseite, wenn man hier mal auf die Kapitel schaut und Mathematik bemüht? Wie viele Leser hat die Autorin "verloren"- aus welchen Gründen auch immer? Natürlich werden noch mehr Reads kommen... je länger sie und die Autorin hierbleiben.
... aber das letzte Update ist ein Weilchen her. Eine Schreibblockade hat man meist, wenn man kein Ende für die Story hat und nicht weiß, was man eigentlich erzählen will, aber deshalb den Text mit überflüssigen Lehrzeilen auf Länge streckt. Dieses Kapitel hier hat inklusive meiner Anmerkungen laut wattpad 1.728 Wörter. Ihr seht also, wie lang die des Originals sein müssen.
Zum Vergleich: Der Prolog von "Bis du mein bist" ist 2.194 Wörter lang, die anderen Kapitel über 3.000. Meine"Diabolique Fatalité" hat je zwischen 1.100 und 2.100 Wörter. Die vier Drabbles von "Chained & Forgotten" jeweils 100 Wörter.
Textlänge mit Qualität gleichzusetzen - denn die fehlende Länge ist laut Screenshot der Grund für die Entschuldigung - ist also der übliche Käse der Autorin. Damit ist sie allerdings nicht alleine, andere machen das auch. Dabei ist die Anzahl der Worte scheißegal, solange der Text gut ist. Und "gut" bedeutet INHALT, nicht viele Kapitel oder viele Leerzeilen.
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