Zwischen dir und mir

Die kalifornische Sonne brannte heiß auf Kims Haut, spiegelte sich in ihrer Sonnenbrille.
Sie saß auf dem Balkon ihres Hotelzimmers, im Schlafzimmer packte Mick seine Sachen zusammen.
"Wie lange denkst du, wird es dauern?", fragte er, er tauchte hinter ihr auf dem Balkon auf.
"Der Auftrag? Vielleicht drei Tage. Wir müssen erstmal dahinfahren, die Lage auschecken und planen." Kim blickte zu ihm rüber und stand auf. "Du musst nicht mitkommen."
Er griff nach ihren Händen. "Natürlich komme ich mit."
Dankbar lächelte Kim ihn an. Sie war überrascht, dass er ihr wirklich immer folgte, egal wo sie hinging.

Noch am selben Abend machten sich die beiden in Micks Auto auf den Weg. Kim hatte die Addresse und lotste Mick an den richtigen Ort.
Es dauerte einige Stunden, bis der Wagen hielt und beide aus dem Fenster schauten.
Sie befanden sich in einem Ort im Land, überall waren kleine Häuschen über weite Wissen und Wäldchen verteilt.
"Wir sind da, denke ich", sagte Mick und sie stiegen aus.
Kim schob die Sonnenbrille hoch. "Ja, ich denke auch." Sie warf einen Blick auf das Foto, das sie gemacht hatte. Sie müssten richtig sein.
"Ich schätze, wir müssen im Auto schlafen."
Mick seufzte leicht genervt, aber er beschwerte sich nicht.
"Hey, ich will das auch nicht, aber ich habe einen Auftrag", sagte sie entschuldigend und legte eine Hand auf seine Schulter. Er zuckte die Achseln und wandte sich ab.

Am Abend fanden sich Kim und Mick in einem alten Pub zwei Kilometer entfernt ein.
Während sie auf ihr Getränk wartete, fragte Kim sich, was Mick für einen Beruf haben musste, dass er einfach mal den Standort um mehrere Stunden wechseln könnte, ohne dass es Probleme gab.
Gedankenverloren starrte sie ihn an.
"Was ist los?", Wollte er wissen.
Sie zuckte die Schultern. "Nichts, alles okay." Er runzelte die Stirn, Misstrauen in seinem Blick, doch sie wollte nicht mit ihm über seinen Beruf diskutieren.
"Irgendwas ist doch", meinte Mick. Er nahm ihre Hand, seine Augen bohrten sich in ihre.
Sie schüttelte den Kopf und zog die Hand weg, doch er packte diese nur fester. "Red doch einfach mit mir."
"Es gibt nichts zum reden, ich hab nur nachgedacht", erwiderte Kim, sie bemühte sich, emotionslos auszusehen, aber sie wirkte aufgewühlt und nervös und diese Gefühle der Unruhe verstärkten sich je fester er ihre Hand griff.
Er beugte sich zu ihr hinüber - sie hatten einen Eckbankplatz erwischt, weswegen er neben ihr saß. "Du benimmst dich komisch, bist du aufgeregt wegen deinem Auftrag?" Er lehnte sich an sie und sah ihr tief in die Augen. Sie antwortete nicht. "Du musst doch nicht nervös sein, Baby." Seine Lippen trafen ihre, er rückte näher zu ihr ran und hielt sie fest. Es könnte wie ein normaler Kuss wirken, aber für Kim fühlte es sich ganz anders an. Sie fühlte sich eingeengt, bedrängt. Warum hielt er ihre Hand und ihren Hals so fest? Warum hatte sie das Gefühl, er küsste sie nur so, weil er die Kontrolle über sie haben wollte?

Chase Silverwave.
Kims Blick war auf das Haus gerichtet, in dem der Mann wohnte.
Was er wohl für ein Wandler war? Und warum ihr Chef ihn haben wollte?
Das geht dich nichts an.

Sie saß im Auto und beobachtete das Haus. Bisher war alles ruhig.
"Wie lange wartest du noch?" Sie schaute zu Mick nach vorne, der auf dem Beifahrersitz saß und seine Kapuze ins Gesicht gezogen hatte.
"Bis sich was tut. Du kannst ja schlafen."
Er seufzte und setze sich auf, nur um sich dann umständlich zu verrenken, um ihr einen Kuss auf die Wange zu geben.
"Schlaf gut", sagte sie.
"Guter Witz", brummelte Mick.

Es dauerte fast zwei Stunden, bis sich etwas tat. Kim richtete sich auf. das Auto war gut versteckt zwischen Büschen und Sträuchern und man konnte Haustür und Auffahrt gut sehen.
Sie spähte aus dem Fenster. Ein klappriger, blauer Wagen fuhr vor. Ein drahtiger Mann mit silbergrauen Haaren stieg aus.
Das musste er sein.
Er ging in sein Haus und schloss die Tür hinter sich.
So leise wie möglich öffnete sie die Autotür und verzichtete darauf, sie zu schließen.

Sie zog sich Handschuhe und eine Jacke an, die Haare Band sie zu einem Zopf zusammen.
Sie trug sportliche Kleidung, alles in schwarz.
Sie blickte durch eines der Fenster in ein Wohnzimmer. Alles wirkte ziemlich leer und unspektakulär.

Kim hebelte vorsichtig das Fenster mit dem Kuhfuß auf, den sie mitgenommen hatte, extra für solche Zwecke.
Es war eine gefährliche Aktion, da Silverwave noch im Haus war, aber sie musste es durchziehen, wenn er anwesend war.

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