𝘻𝘸𝘢𝘯𝘻𝘪𝘨 [IN ÜBERARBEITUNG]

Trisha und Audrey sehen mich neugierig an, doch ich verdrehe nur die Augen.

»Ich werde nich mit euch darüber reden«, stelle ich klar und schiebe mir ein wenig Essen in den Mund. Es fehlt nicht viel, bevor ich meine Augen genüsslich geschlossen hätte. Aber tief in mir ist mir bewusst, dass das alles nur Ablenkung ist und ich bin noch viel zu verwirrt von Brexons Entschuldigung, als dass ich mich so richtig in die Geschmacksexplosion in meinem Mund konzentrieren könnte.

Diese Garnelen sind wie aus dem zweiten Himmel. Ehrlich.

»Schön. Dann werden wir eben über alles andere als ... Brexon Dillon reden«, gibt mir Trisha schliesslich nach. Audres sieht aus, als würde sie dem gerne widersprechen, aber sie sagt nichts. Sie nickt nur und dafür bin ich ihr dankbar.

»Okay. Wer will mit seinen Problemen beginnen?«, fechte ich schliesslich unseren Gesprächsstoff für die nächsten Stunden an. Zwischen Kissenschlachten, Soap-Serien und dem unfassbar gutem Essen reden wir nämlich verdammt viel.

Trisha erzählt uns, wie sie und Will sich kennengelernt haben und wie sehr sie ihn liebt. Sie erzählt uns aber auch, wie grosse Schwierigkeiten sie anfangs mit seinen Eltern hatte. Wie unsicher sie dadurch geworden ist. Ich hätte ihr das niemals gegeben. Aber schliesslich hat sie ihre Geschichte damit beendet, dass Will seinen Eltern ein Ultimatum gestellt hat. Sie konnten Trisha akzeptieren oder er würde den Kontakt zu ihnen so lange abbrechen, bis sie es taten. Das ist tatsächlich Liebe auf einem anderen Level.

Audreys Hauptproblem ist nicht so romantisch oder kompliziert. Sie hat einen Stalker und nicht wirklich ein Zuhause, wodurch sie sich nirgends sicher fühlt. Das ist schrecklich. Dabei sind wir auf das Thema abgeschweift, wo wir wohnen und es hat sich herausgestellt, dass Trisha und ich nur eine Strasse entfernt voneinander leben. Die Welt ist eben wirklich klein. Trisha hat gesagt, dass sie Audrey gerne bei sich aufnehmen würde, wenn sie das möchte, denn damit könnten sie sowas wie eine WG mit Will gründen.

Eine lange scherzhafte Diskussion später hat sich allerdings herausgestellt, dass das eine schlechte Idee ist, weil Audrey dann mit Trisha ein Bett teilen müsste und ich weiss auch nicht, was sie nachts mit Will macht, aber ich stelle mir das nicht besonders ideal für Aud vor. Also habe ich beschlossen, dass Audrey zu mir kommen kann. Ich habe ein ganzes freies Zimmer in meiner Wohnung, welches sie beziehen kann und ich denke, dass das auch angenehmer wäre als bei Trisha, auch wenn diese total quirlig und nett ist. Sie kann uns ja besuchen kommen.

»Wäre das auch wirklich okay für dich?«, fragt sie ungläubig nach.

»Natürlich. Aber wenn du mich morgens vor neun Uhr weckst, wenn es dir nicht kotzübel ist oder du mental jemanden zum Reden brauchst, landest du vor der Tür«, witzle ich. Eine bessere Drohung ist mir nicht eingefallen. Ich weiss, dass man nicht mit unbekannten Leuten zusammenziehen sollte. Ich weiss, dass man unbekannten Leuten nicht vertrauen soll. Aber Audreys Panik und die Alpträume waren keinesfalls gespielt und ich denke wirklich, dass sie jetzt eine Freundin brauchen kann. Jeder braucht Freunde und sie scheint alleine zu sein. Ich habe ja noch Blake, meinen Cousin, aber sie wirkt ein wenig ... verloren. Ausserdem habe ich die Mittel und die Zeit, dass ich sie unterstützen kann.

Wieso sollte ich das dann nicht nutzen?

»Ich schwöre, dass ich dich kulinarisch verwöhnen werde. Ich werde dir im Haushalt helfen und-«, setzt sie erfreut an, doch ich unterbreche sie mit einem Wink.

»Ich stelle dich nicht an, Audrey. Ich nehme dich auf. Wir werden das Zeug zusammen machen. Oder aufteilen, aber es soll jedenfalls fair sein. So wie das Mitbewohner eben machen«, sage ich. Ich meine, natürlich mache ich nicht gerne die Wäsche und ich putze auch nicht gerne die Wohnung, aber es muss eben gemacht werden und es ist meine Verantwortung. Ausserdem helfe ich ihr nicht, um mir selbst zu helfen. Ich helfe ihr, weil sie toll und nett ist und ich eben ... verstehen kann, dass man teilweise jemanden braucht, der einem ein wenig auf die Sprünge hilft. Und ich weiss noch viel besser, wie es ist, wenn man keinen hat, der einem hilft.

»Wir müssen dringend Mädelsabende einführen. Sonst fühle ich mich, als würdet ihr mich einfach links liegen lassen. Ich möchte unbedingt ebenfalls alles erfahren, okay?«, versichert sich Trisha und bedenkt uns beide mit einem warnenden Blick. Ich lache.

»So viel gibt es da gar nicht zu berichten«, kläre ich sie unnötigerweise auf. Es ist ja nicht so, als wären Aud oder ich berühmte Leute. Unser Leben ist mehr oder weniger langweilig. Ich meine, Trisha wohnt eine Strasse von mir. Das ist verdammt krass, wenn man darüber nachdenkt. Ich habe sie noch nie gesehen. Also vor der Party zumindest nicht.

»Das sagst ausgerechnet du, Prinzessin Page. Du hast das spektakulärste Leben von uns allen dreien. Zumindest positiv spektakulär.« Damit meint sie wahrscheinlich Audreys Stalker. »Du bist praktisch die Königin der Universität, reich, hübsch und nett. Dazu hast du einen nicht so netten Artikel über einen Rockstar geschrieben, der viral gegangen ist und nun scheint sich da etwas zwischen euch anzubahnen.«

Ich verdrehe die Augen. So viel dazu, dass wir Brexon aus unserem Vokabular für diese Party hier streichen.

»Da ist nichts, Trisha. Du und Will, ihr habt die beste Liebesgeschichte. Das einzig spannende an mir ist, dass ich Geld habe, welches mich anscheinend noch nicht so sehr verdorben hat wie andere Leute.«

Audrey tätschelt mir gespielt beeindruckt die Schulter, allerdings wird ihr Gesicht dann wieder ernst.

»Das, was du für mich machst, ist nicht selbstverständlich, Page. Du nimmst eine Fremde bei dir Zuhause auf. Das ist nicht nett, das ist absolut und unfassbar toll von dir. Ich bin dir so dankbar, dass du dir das gar nicht vorstellen kannst.«

Und dann finde ich mich in einer Umarmung vor. Sie meint es ernst. Ich meine es ernst. Ich werde bald eine Mitbewohnerin haben. Das ist etwas anderes als nur genial. Das ist absolut und total umwerfend und toll und ich spüre mittlerweile schon die Freude in mir hochkriechen, weil mein Misstrauen ein wenig aufgeweicht wird und Audreys Freude mein Herz aufwärmt.

Damit ist es also offiziell. Ich nehme Audrey auf und auch wenn meine Eltern mir dafür wahrscheinlich den Hals umdrehen werden, fühlt es sich an, als hätte ich gerade die tollste Sache meines ganzen Lebens getan.

Unnnnnd ich bin wieder zurück mit einem Kapitelchen für euch 😁

Was haltet ihr von Pages Entscheidung, Audrey bei sich aufzunehmen 🤔? Und wie findet ihr die Freundschaft von Trisha, Aud und Page bisher?

Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen und bis zum nächsten Kapitel 💞

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