𝘧𝘶̈𝘯𝘧𝘶𝘯𝘥𝘥𝘳𝘦𝘪𝘴𝘴𝘪𝘨 [IN ÜBERARBEITUNG]

Vermutlich liegt es daran, dass ich nicht noch weiter mit Brexon streiten möchte, jedenfalls beschliesse ich, das Zimmer zu verlassen, ehe wir wieder grundlos zu streiten beginnen. Wir sind beide extrem geladen und dem anderen Recht zu geben oder die Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen, liegt momentan nicht drin. Zumindest bei mir nicht.

Aber ganz ehrlich, wer kann es mir verdenken? Brexon ist gerade wirklich dabei gewesen, Bethany zu verteidigen, obwohl sie es wirklich nicht verdient hat. Ich meine, was verspricht er sich davon? Einen Keks einfach aus Mitleid? Ich habe konkret nichts gegen Bethany. Ich habe einfach die Befürchtung, dass sie die ganze Geschichte mit der Party eingeführt hat und nun geht diese nicht mehr auf.

Aber was auch immer. Soll sich jeder um seinen eigenen Dreck kümmern. So wie ich jetzt zum Beispiel versuche, unbemerkt durch das Hotel zu schleichen, weil ich nur mit einem T-Shirt von Brexon bekleidet bin, welches ehrlich gesagt ziemlich kurz ist. Ich will nicht auch noch irgendeinen komischen Kerl auf mich aufmerksam machen. Es reicht schon, dass der Ex von Audrey meine Existenz bemerkt hat.

Deshalb bin ich auch froh, als ich unbeschadet und unbemerkt die Türe zu meinem Zimmer öffne. Oder eher die Tür zu meinem und Audreys Zimmer. Die guckt nämlich Gossip Girl oder so was Ähnliches und ist nebenbei in eine Decke eingehüllt. Das Zimmer ist komplett abgedunkelt, als würde sie eher einen Horrorfilm schauen. Ich verdrehe die Augen und knipse das Licht an, ehe ich die Tür hinter mir zuziehe.

»Dein Ernst?«, will ich wissen, während Brexons Schwester blinzelt wie eine Verrückte, nur um sich an das Licht zu gewöhnen.

»Oh Gott, Page! Kannst du beim nächsten Mal bitte nicht so reinplatzen? Das ist äusserst unangenehm.«

Sie stöhnt noch ein weiteres Mal auf und ich muss grinsen. Da hat jemand ja wunderbare Laune.

»Wo bist du überhaupt gewesen?« Zum gefühlt ersten Mal seit fünf Minuten sieht sie mich richtig an und ihre Augen werden gross, als sie merkt, dass ich mein weisses Kleid nicht mehr anhabe.

»Du ... du und Brexon?«, kreischt sie nun beinahe.

Ich werde aus irgendeinem bescheuerten Grund rot, denn wir haben genau genommen gar nichts Unanständiges getan.

»Chill. Es ist nichts passiert. Er hat mir einfach sein Shirt geliehen-...«

Ich unterbreche mich selbst. Wenn ich Audrey die Wahrheit sage, dann ist es vorüber. Dann hat Brexon keine Chance mehr und Bethany erst recht nicht. Und dann hat er das Gefühl, dass ich ihn schikaniere, wo wir ungefähr wieder gleich weit wie am Anfang sein würden. Vielleicht will ich Bethany auch einfach scheitern sehen. Einfach aus Prinzip.

Macht mich das zu einem schlechten Menschen?

»Und? Ihr habt keine unanständige Dinge getrieben? Ihr beide seid ... unschuldig drauf gewesen?«

Okay, so wie sie das klingen lässt, bin ich eine totale Aufreisserin.

»Ja. Sind wir. Wir haben nur ... gekuschelt oder so was.« Den letzten Teil murmle ich nur, doch Audrey hat mich sowieso gehört, denn sie kreischt erfreut auf und klatscht sich in die Hände, als wäre sie eine Fünfjährige, die auf Zucker ist.

Aber weil sie glücklich ist, entlockt es mir trotzdem ein Lächeln und ich zucke mit den Schultern, während ich versuche, möglichst nicht rot zu werden.

»Wieso bist du dann eigentlich überhaupt hier? Ich meine, habt ihr zusammen gefrühstückt oder so?«

Ich verziehe mein Gesicht, denn über den Teil wird meine neu gewonnene Freundin bestimmt nicht glücklich sein.

»Nope. Wir haben uns gewissermassen halbwegs gestritten«, gebe ich kleinlaut zu, straffe meine Schultern allerdings.

»Ausserdem muss ich duschen und ich brauche neue Kleidung. Ich kann schlecht in Brexons Sachen herumlatschen.«

Danach will ich Bridger noch einen Besuch abstatten und mit ihm reden und mein Handy zurückkriegen. Wenn Bethanys Plan nicht aufgeht, brauche ich einen Plan. Einen besseren, klügeren, funktionierenderen Plan.

»Oh nein.« Audrey verzieht ihr hübsches Gesicht und ihre grünen Augen verlieren das Funkeln in ihnen ein wenig. Ich beisse mir auf die Lippen, weil mir das ein wenig ein schlechtes Gewissen bereitet, aber weil ich so ein guter Mensch bin, beschliesse ich, ihre Laune trotzdem noch ein wenig aufzubessern.

»Aber wir haben uns geküsst. Zwei Mal sogar, und ich bin gegangen, bevor der Streit hat richtig ausarten können, wir haben also praktisch nur ein wenig gezankt.«

Audreys Augen werden gross, während sie in ihrem Kopf durchgeht, was passiert ist. Oder passiert sein könnte. Und als ihr Grinsen dann von Sekunde zu Sekunde grösser wird, bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich so eine gute Idee gewesen ist.

»Ich habe doch gewusst, dass da etwas zwischen euch beiden läuft! Und Trisha auch. Wir sind sogar kurz davor gewesen, eine Wette abzuschliessen, wann ihr euch das endlich eingesteht.«

Ich verdrehe die Augen, aber es ist trotzdem amüsant, Audrey zuzuhören. Mir ist gar nicht bewusst gewesen, dass wir so ein Bild abgegeben haben. Ich hätte eher gedacht, dass wir wie zwei aggressive Streithähne aussehen.

»Ich gehe jetzt auf jeden Fall duschen und dann können wir gemeinsam frühstücken gehen. Was meinst du? Vielleicht treffen wir ja noch Trisha und Will dort unten.«

Audrey nickt und ich verziehe mich im Bad, wohlwissend, dass ich mich gleichzeitig mental darauf vorbereiten kann, dass Trisha und Audrey sowas von über mich ablästern werden, wenn sie dort unten gemeinsam abhängen. Aber das ist irgendwie cool. Die beiden denken an mich und sie hängen aus freien Stücken mit mir ab, obwohl sie eigentlich Besseres zu tun hätten.

Nachdem ich mich gewaschen und meine Haare mit einem Handtuch zusammen gebunden habe, bediene ich nich einmal mehr an meinem wunderbaren Koffer. Ich bin noch nie so dankbar für das Notfall-Paket darin gewesen. Mit einem Zucken in den Mundwinkeln nehme ich mir dunkelrote Overknee-High-Heel-Stiefel heraus. Ich habe diese Dinger schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Dazu wähle ich ein hemdartiges Kleid, welches in einem hellbraun gehalten ist und dünne schwarze, weisse und rote Streifen hat, die das ganze extrem teuer und elegant aussehen lassen. Glücklicherweise verbirgt es meine Schulter, die nicht mehr so weh tut, weil ich vorher gerade Schmerzmittel genommen habe.

Das kleidartige Hemd wird von einem Stoffgurt in derselben Farbe zusammengehalten und weil ich so weit gut aussehe, trockne ich meine Haare und binde sie zu einem lockeren, aber schönen Dutt. Die Kirsche auf der Sahnetorte bildet dann wohl die goldene Halskette, die um meinen Hals baumelt.

Ich seufze erleichtert auf und betrachte mich zufrieden im Spiegel, während ich Mascara und dunkelroten Lippenstift - in derselben Farbe wie meine Stiefel - auftrage und den Look abrunde. So kann ich mich in der Öffentlichkeit wieder blicken lassen.

Wieder mal peppt sich Page auf hehe 😏😏😏

Was denkt ihr, wird als Nächstes geschehen? Und was glaubt ihr, wird Page in den nächsten Kapiteln anstellen (...falls sie etwas anstellt^^)

Ich hoffe, die Kapitelchen haben euch gefallen, wir lesen uns auf jeden Fall bald wieder, denn ich habe bald Ferien und vielleicht kommt da noch eine kleine Überraschung 🤩☺️

Read you later, Alligators 🐊

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