Per Zufall Liebe - Kapitel 2

Plötzlich klatschte Phil auf den Tisch. „Hab's!"

Alec war zusammengezuckt. „Hölle, Phil. Schrei nicht einfach so auf." Doch als er das Bild sah, das sein Freund ihm entgegenhielt, drehte er ebenfalls auf. „Das ist er!"

Jason schaute die beiden an, dann auf das Bild. Ist ja putzig. Leider nicht mein Typ. Es waren Lissy und ein junger Mann, beide mit Mehl bedeckt und grinsend in der Küche. Ah, das war der Mehlunfall. „Hast du eine Ahnung, wie er heißt, Phil?"

Dieser schüttelte den Kopf. Leider arbeitete er auch nicht mehr dort. Er schrieb Lissy eine Nachricht, die dann nach kurzem antwortete. „Er heißt Kian Kimmings", sagte er und kaute auf einer Pommes.

„Kian", sagte Alec leise. Nun hatte er zu dem süßen Gesicht einen Namen. Das Bild hatte Phil ihm geschickt. Die Frage war nur, wie sollte er ihn finden, wenn er nicht mehr bei Lissy arbeitete? Sie wird kaum seine Adresse rausrücken.

Phil schaute seinen Freund an. „Versuch es doch im Kitty. Das ist eine Bar für Homos. Ich meine, er ist schwul, sonst hätte er dich nicht geküsst."

Jason schlug ihm einmal an den Hinterkopf und sagte angepisst: „Nicht jeder, der einen Mann küsst, ist schwul. Außerdem sprich nicht so drüber, du Depp. Ansonsten, werde ich Clint sagen, dass du gerne an seinem Stöckchen knabbern willst."

Er konnte sehen, dass Phil das Gesicht verzog und Alec begann zu lachen. Phil war manchmal einfach unhöflich, meinte es aber nicht böse. So war er nunmal.

„Gut, ich versuch's. Samstag?", fragte Alec seine Freunde und sie nickten.

Ein Grinsen trat auf Jasons Gesicht. „Lasst die Jagd auf Alecs Zwerg beginnen." Daraufhin erhielt er einen leichten Boxschlag gegen den Oberarm, was ihn nicht am Lachen hinderte.

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„Bist du so weit, Ki?", erklang Shawns Stimme aus dem Wohnzimmer.

Kian stand vor dem Spiegel, schaute sich an. Ich weiß nicht. Shawn hatte ihn überredet, die Haare schneiden zu lassen. Nun waren sie zwar kurz und er gab zu, die Frisur stand ihm, doch sein Gesicht war nun deutlich zu sehen, auch die verhassten Sommersprossen. Er trug ein ärmelloses schwarzes Hemd, das locker saß und eine dunkelblaue Jeans.

Shawn trat hinter ihn. „Du siehst gut aus, Ki. Lass uns gehen." Es wurde Zeit, dass er rauskam aus seinem Schneckenhaus. Das er betrogen wurde, hatte Kians Selbstvertrauen massiv zugesetzt und er wollte seinen Freund aufbauen. Was half da besser, als einen Abend in der Bar, wo es viele Männer gab, die ihm sein Interesse bekundeten? Und wenn nicht, hatten sie einen schönen Abend, eine ganz klar Win-Win-Situation.

Unsicher nickte Kian und folgte Shawn. Sie fuhren in ihre Stammbar, in der er jedoch länger nicht mehr gewesen war. Marcus hatte es nicht gut gefunden, dass er dorthin ging. Und für diesen Idiot habe ich auch noch alles getan. Seine Dummheit machte ihm zu schaffen.

Ihr Stammplatz war glücklicherweise frei, also setzten sie sich an den Vierertisch und bestellten Cocktails.

Sein bester Freund grinste. „Wer weiß, vielleicht ist der heiße Unbekannte ja auch hier."

„Du Depp", erwiderte er lachend. Er hatte ihm die Geschichte erzählt und Shawn hatte lauthals gelacht. Diese Aktion war absolut untypisch für Kian und das wusste er auch. Er bekam immer wieder rote Backen, wenn er daran dachte. Ich habe einen Wildfremden geküsst und... es war gut. Der Mann hatte den Kuss erwidert und er war intensiv gewesen. Heiß.

Langsam wurde er locker, also hatte Shawn sein Ziel erreicht. Sie unterhielten sich und stießen an. Er fühlte sich besser und langsam ließ er den Blick im Raum schweifen. Vielleicht war ja tatsächlich jemand Nettes dabei.

Er nahm gerade einen weiteren Schluck, als er plötzlich eine Berührung an der Schulter spürte.

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Alec, Jason und Phil betraten die Bar. Das Ambiente war wirklich angenehm und die Ausstattung modern. „Wieso hast du uns nie mitgenommen, J?", fragte Alec seinen besten Freund.

„Ich nehm euch doch nicht in mein Jagdgebiet. Nachher schnappt ihr mir meine Beute weg", sagte er mit einer dramatischen Geste, doch das Grinsen verriet ihn.

Alec klopfte ihm auf die Schulter und ließ seinen Blick schweifen. Mit einem Mal hielt er inne. Unmöglich. Nein, er musste sich irren. Seine Beine liefen auf einen Tisch zu und bevor er nachdachte, legte er eine Hand auf die Schulter des jungen Mannes, der an diesem saß. Infolge seiner Berührung drehte sich dieser zu ihm um und er schauten ihm ozeanblaue Augen in einem süßen Gesicht entgegen. Nur dass dieses nicht mehr von Strähnen bedeckt war und verdammt, es war mehr als süß.

„Ich habe dich endlich gefunden", brach es aus ihm heraus.

Kian klappte der Mund auf und er starrte in das Gesicht des Mannes, von dem er nachts träumte. Wie? Er wurde nach oben gezogen und ehe er sich versah, lagen die Lippen des Mannes auf seinen. Ein tiefer Kuss erfolgte, den er willkommen hieß.

Shawn schaute mit offenem Mund die Szene mit an. Was passiert hier? Als sich der Braunhaarige von seinem besten Freund löste, hatte dieser rote Wangen. Ist das? Bevor er jedoch fragen konnte, wurde Kian mitgezogen und sie liefen aus der Bar. Als er aufstehen wollte, um diesen zu folgen, setzten sich zwei weitere Männer an seinen Tisch. Einer hatte kurzes schwarzes Haar mit einem Boxerschnitt und dunkle Augen, der andere dunkelblonde Haare in einem Stufenschnitt und hellblaue Augen.

Der Blonde sagte: „Alles gut, er hat ihn nur kurz entführt. Sie reden nur."

„Und einem Fremden soll ich das glauben?", erwiderte Shawn sarkastisch.

Der Blonde hielt ihn jedoch ab aufzustehen. „Glaub mir, Alec sucht ihn nun schon seit Tagen. Lass den beiden die Zweisamkeit, sie haben einiges zu klären. Mein Name ist Jason und Häschen, du bist genau meine Kragenweite."

Überrascht schaute Shawn den Mann an. Oh Gott.

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Alec zog Kian mit sich und hielt vor der Bar an. Er wusste nicht, was ihn geritten hatte.

„Würdest du mich bitte loslassen? Ich mag es nicht, wenn man mich mitschleift", erklang die helle, männliche Stimme. Sofort ließ er ihn los und drehte beschämt das Gesicht weg.

Bekommt er rote Ohren? Das ist so süß. Kian schaute zu Alec, der unsicher umherschaute. Er wusste selbst nicht so genau, was er sagen sollte. Vielleicht sollte ich mit einer Entschuldigung beginnen. „Es tut mir leid, dass ich dich überfallen habe. Es war nicht richtig, dich einfach zu küssen", sagte Kian vorsichtig.

Er konnte im Gesicht von seinem Gegenüber sehen, dass der Kopf arbeitete. „Ok. Können wir in Ruhe reden? Wollen wir kurz spazieren gehen? Moment, lass uns erst mit einer Vorstellung beginnen. Ich heiße Alec", sagte der Braunhaarige und hielt ihm die Hand hin. Mit einem Lächeln ergriff er diese uns antwortete: „Kian."

Gemeinsam liefen sie durch den naheliegenden Park und setzten sich auf eine Bank. Die Sonne war gerade am Untergehen, was einen besonderes Flair erzeugte. „Warum hast du mich geküsst, Kian?"

Und da war die Frage, die er gerne vermieden hätte, doch er würde Alec nicht anlügen. Er verdiente die Wahrheit, vor allem da er ihn einfach in seine dumme Situation mit hineingezogen hatte. „Ich habe meinen Exfreund beim Fremdgehen erwischt und ihn aus der Wohnung geworfen. Er hat mir auf dem Parkplatz aufgelauert, wollte nicht einsehen, dass es vorbei war. Also sagte ich ihm, dass ich jemand anderen treffe. Ich konnte sehen, dass er mir nicht glaubt, und in diesem Moment bist du vorbeigelaufen. Es tut mir leid."

„Endlich bist du da, ich habe auf dich gewartet", sagte er mit einem Lächeln und bevor dieser auch nur ein Wort sagen konnte, legte er seine Arme um seinen Hals und küsste ihn.

So war das also. Er konnte sich dunkel an einen Typen hinter Kian erinnern. Sanft legte er die Finger an Kians Wange, fuhr mit diesen zu den rosigen weichen Lippen. Ich will ihn erneut küssen. Sein Herz klopfte, also beugte er sich vor und kostete erneut diese Lippen. Er genoss die Berührung, hatte sich so lange danach gesehnt, sie wieder zu spüren. „Du musst dich nicht entschuldigen. Es hat mir gefallen und ich will es wieder tun. Ich weiß nicht, warum dein Exfreund ein solcher Arsch war, doch dank ihm habe ich dich getroffen."

Die Worte klangen kitschig, doch sie waren das, was Kian brauchte. Er drehte mit geröteten Wangen den Kopf zur Seite. „Ich bin langweilig, eine Schlaftablette." Das waren die Worte von Marcus gewesen und sie taten immer noch weh. Sanft drehten Alecs Finger sein Gesicht wieder zu dem seinen.

„Das entscheidet niemand, der jemand betrügt. Lass niemand dein Leben kaputtmachen, der es nicht wert ist, und das ist er mit Sicherheit nicht. Ich kenne dich nicht, doch glaub mir, diese Aktion war alles andere als langweilig", erwiderte dieser mit einem Lächeln. „Ich will dich kennenlernen, wie steht es mit dir?"

Die Freundlichkeit und Aufrichtigkeit in der Stimme spiegelten sich in den bernsteinfarbenen Augen wider. Kians Herz schlug schneller. Was hast du zu verlieren? Also fasste er einen Entschluss. „Ich auch, aber alles in meinem Tempo." Er würde Zeit brauchen, wieder Vertrauen zu fassen.

Ein Lächeln erschien auf Alecs Gesicht. „Alles zu deiner Zeit."

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Shawn schaute nun zum hundertsten Mal auf sein Handy. Der Freund des Unbekannten – Jason war sein Name – machte ihn nervös. In seinen Augen lag ein Funkeln, das sein Herz schneller schlagen ließ. Ki, wo bleibst du? Glücklicherweise öffnete sich die Tür zur Bar und sein bester Freund kam herein, direkt hinter ihm der Braunhaarige, der ihn entführt hatte. Beide schienen glücklich zu sein.

Jason und der andere rutschten zur Seite und sie holten einen weiteren Stuhl, um sich zu setzen. „Wir haben gesprochen und uns entschlossen, auszugehen", sagte Alec und sein bester Freund boxte ihm lachend gegen die Schulter.

„Nice."

Shawn schaute zu Kian, der nur mit einem leichten Lächeln nickte. Ob das gut geht...

Doch es ging gut. Kian und Alec trafen sich zu zahlreichen Dates. Auch mit Alecs Freunden verstand sich Kian und nahm bei einigen Treffen teil.

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