Kapitel 32
-Linea, 25. Oktober, 53 nach Gründung-
Zu meiner Überraschung schlägt sie den Weg ein, der zu dem Haus führt, in dem die Besprechungen stattfinden. Ein Krankenhaus habe ich nicht erwartet, aber dass es ein ganz normales Haus ist, überrascht mich doch. Aber vielleicht ist es besser, wenn alles an einem zentralen Ort stattfindet. Wieder öffnet uns Josh die Tür, zum ersten Mal nicht im Dunkeln. Trotzdem ist auf den Straßen wenig los, alle sind wohl bei der Arbeit oder genießen ihren freien Tag zu Hause.
„Er ist im Hinterzimmer, Benedikt ruht sich aus. Er ist wieder bei Bewusstsein, aber er schläft", teilt uns der freundliche Mann mit, ohne dass wir ihn gefragt hatten. Ich habe noch nie wirklich ein Wort mit ihm gewechselt, aber seine Augen leuchten, als er uns sieht. Auch wenn ein Schatten über sein Gesicht huscht. Sein Blick ist besorgt, aber schließlich hat er wohl auch alles mitbekommen, was passiert war. Wie uns Eleonora erzählte, musste ihm eine Kugel aus der Brust entfernt werden. Es muss schrecklich gewesen sein, immerhin hatte er währenddessen sogar das Bewusstsein verloren.
Mein Herz klopft wie verrückt, als ich das Haus betrete. Ich könnte schwören, einen schwachen Blutgeruch wahrzunehmen. Wieder steigt mir die Galle in den Mund. Aber das kann ich jetzt nicht zulassen. Ich presse die Kiefer fest aufeinander und folge den drei anderen mit etwas Abstand. Wollte ich ihn überhaupt sehen? Schließlich weiß ich nicht, was mich erwartet. Einen Moment lang beneide ich Isabella, dass sie ihn nicht sehen kann. Doch ich verwerfe den Gedanken schnell, sie würde bestimmt alles dafür geben sich zu vergewissern, dass er wieder in Ordnung kommen wird. Der Blutgeruch steigt mir jetzt deutlich in die Nase, nachdem Eleonora uns die Tür geöffnet hat. Wieder verziehe ich das Gesicht, aber ich schlucke meinen Ekel hinunter. Ich werde es schon aushalten, ich bin ja nicht diejenige mit dem Loch in der Brust.Tatsächlich schläft der junge Soldat noch, aber sehr unruhig. Kein Wunder, wahrscheinlich verarbeitet er das Erlebte. Es bricht mir fast das Herz, ihn so zu sehen. Ich wische mir die Tränen aus dem Gesicht, bevor es die anderen merken. Doch Isabella greift nach meiner Hand und drückt sie, als würde sie es wahrnehmen. Vielleicht tut sie das auch, schließlich sind ihre anderen Sinne enorm geschärft.
Die Decke liegt auf dem Boden, wahrscheinlich hat er sie durch seine Bewegungen heruntergeschleudert. Vorsichtig betrachte ich ihn. Seine Beine stecken noch in dunklen Hose, welche er oft beim Training getragen hatte, aber sein Oberkörper ist nackt. Sein Anblick treibt mir die Röte ins Gesicht, was absolut der falsche Moment dafür ist. Seine Haut ist blasser als ich sie in Erinnerung habe, wahrscheinlich wegen des Blutverlustes. Sein Körper wirkt trotzdem kräftig, aber natürlich auch ausgemergelt durch den Nahrungsmangel. Trotzdem ist er bei weitem nicht so abgemagert wie die meisten Frauen. Sein Körper wirkt makellos. Wenn man von den Narben absieht, die seinen Rücken zeichnen. Lediglich die Wunde, die mit einem großen Pflaster bedeckt ist, stört den Anblick. Genauso wie der gequälte Blick auf seinem Gesicht.
Ich hatte immer gedacht, dass Menschen im Schlaf friedlicher sind, aber bei ihm stimmt diese Annahme überhaupt nicht. Er scheint schreckliche Schmerzen zu haben, denn er windet sich und stöhnt. Isabella hat seine Hand genommen und sich neben ihn gesetzt. Es muss schrecklich für sie sein, nichts tun zu können, um ihm zu helfen. So wie es mir in diesem Moment geht.
„Ich lasse euch allein, ich rede mit Benedikt", sagt Eleonora, aber Isabella scheint sie gar nicht wahrzunehmen. Mein Blick trifft den von Eleonora. Ihr Blick wird hart. „Linea, wir werden uns die nächsten Tage noch unterhalten", sagt sie überraschend freundlich, obwohl die Kälte in ihrem Blick tödlich ist. Ich bin froh, als sie den Raum verlässt.
Unschlüssig, was ich tun soll, hebe ich die Decke auf, um sie wieder über ihn zu breiten. Für einen Moment hält er in seiner Bewegung inne, dann keucht er wieder. Seine linke Hand greift nach der Decke, seine Finger krampfen sich um den Saum. Ein Schrei entweicht seiner Kehle. Isabella heult auf und vergräbt ihr Gesicht an seinem Hals. Bedauernd beobachte ich die beiden. Die Tränen stehen mir wieder oder immer noch in den Augen. Ohne nachzudenken greife ich nach seiner freien Hand und streichele sie beruhigend. Erinnerungen an vergangene Tage holen mich ein. Seine Blicke, seine Worte. Seine Berührungen. Ich keuche leise. Isabellas Kopf hebt sich kurz, doch sie entscheidet, dass jetzt keine Zeit für mich ist. Was verständlich ist, schließlich werde ich ganz sicher nicht sterben. Jedenfalls nicht jetzt.
Ich ziehe einen Stuhl heran und setze mich auf die andere Seite. Ich lausche dem Lied, das Isabella leise singt. Ich verstehe nicht alles, weil sie so leise spricht und sich immer noch an seinen Hals drückt. Trotzdem klingt es sehr schön. Nur ahne ich, dass es kein bekanntes Lied ist. Sie muss es aus ihrer Kindheit kennen. Ich lächle bei dem Gedanken, dass man uns doch nicht alles nehmen kann.
Ich war eingeschlafen, mein Kopf ruht auf dem Bett. Diese Haltung war nicht sehr bequem gewesen, mein Nacken ist ganz steif. Aber ich will mich nicht beschweren. Als ich den Kopf hebe, blinzle ich überrascht. Es ist dunkel, nur auf der anderen Seite des Bettes brennt ein ganz schwaches Licht. Neben mir nehme ich ein unregelmäßiges Atmen wahr.
„Endlich, ich habe mich schon gefragt, wer von uns sich ausruhen muss", flüstert er spöttisch. Erleichterung durchströmt mich. Irgendwie hatte ich erwartet, dass er nicht mehr der Alte sein könnte, aber ich hatte mich getäuscht.
„Du lebst", sage ich überwältigt und lege stürmisch meinen Arm um ihn, drücke meine Wange an seine. Ich höre ihn aufstöhnen.
„Nicht mehr lange, wie es aussieht", sagt er mit heiserer Stimme.
„Tut mir leid", flüstere ich und versuche zu erkennen, ob ich ihn verletzt habe. Doch sein Gesicht wirkt entspannt. Aber mir fällt auch auf, wie erschöpft er aussieht. „Wie geht es dir?", frage ich und rücke wieder ein Stück von ihm ab. Er lacht leise und muss husten. Ich muss unwillkürlich lächeln. „So gut?", frage ich amüsiert.
„Es ging mir schon mal besser", antwortet er und lässt den Kopf wieder auf sein Kissen sinken.
„Wo ist Isabella?", frage ich ihn dann, da ich sie auf der anderen Seite nicht mehr entdecken kann.
„Ich habe sie nach Hause geschickt, damit sie sich ausruhen kann. Aber sie kommt bestimmt bald wieder, so wie ich sie kenne", sagt er leise. Wieder muss er husten, hält sich den Arm vor den Mund. Trotzdem kann er nicht verbergen, dass sich sein Speichel rot gefärbt hat. Panik steigt in mir auf, das konnte nichts Gutes bedeuten. „Schon gut, ich habe es Benedikt schon gesagt, es ist nichts", sagt er, aber er weicht meinem Blick aus.
„Bist du sicher?", frage ich. Verärgert verdreht er die Augen.
„Natürlich."
Wir vermeiden es beide zu sprechen, nur wenn er ab und zu hustet und ich ihn frage, ob ich den Arzt holen soll, was er jedes Mal verneint, brechen wir unser Schweigen.
„Vielleicht solltest du langsam gehen. Ich sollte auch wieder schlafen", sagt er gepresst. Ich nicke und stehe auf.
„Ich hole dir noch etwas zu trinken", verspreche ich.
„Das ist nicht nötig", erwidert er plötzlich unwirsch.
„Ich mache es trotzdem", lächle ich und mache mich auf den Weg. Es dauert eine Weile, bis ich draußen den Lichtschalter finde, und meine Augen müssen sich erst an die Helligkeit gewöhnen. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich mich hier überhaupt nicht auskenne. Ich habe keine Ahnung, wo die Küche ist. Schließlich gehe ich immer gleich in den Keller, nie halte ich mich im Erdgeschoss auf. Aber ich bemerke, dass in einem der Zimmer Licht brennt. In der Hoffnung, nicht gleich in Joshs Zimmer zu sein, folge ich dem schwachen Lichtkegel. Erleichtert stelle ich fest, dass es tatsächlich die Küche ist. Josh sitzt auf einem der Küchenstühle und hebt den Kopf, als ich eintrete. Ich runzle die Stirn, als ich sehe, dass er isst.
„Ich muss gleich zur Arbeit, aber keine Sorge, Benedikt oder Jaron sind immer hier. Gehst du auch schon?", fragt er freundlich. Überrascht schaue ich auf die Uhr. Es ist schon fünf Uhr morgens. Zum Glück habe ich heute frei.
„Zur Arbeit?", frage ich verwundert.
Er nickt. „Ja, ich arbeite in einer Werkstatt, wir fangen früh an", erklärt er und hält sich höflich die Hand vor den Mund.
„Ich wollte dich nicht stören, ich wollte ihm etwas zu trinken holen und dann auch gehen."
„Gut, dass du daran gedacht hast, die Ärzte haben gesagt, er soll viel trinken", sagt Josh schuldbewusst, obwohl er mit dem Unterschlupf für die Rebellen wohl schon genug getan hat. Er zeigt auf den Kühlschrank, in dem einige Flaschen Wasser stehen. Ich nehme eine und bedanke mich, woraufhin er nur lächelt.
„Dann wünsche ich einen ruhigen Arbeitstag", verabschiede ich mich und erwidere sein Lächeln. Es fühlt sich komisch an, in seiner Wohnung zu sein, wenn er nicht da ist. Aber es scheint ihn nicht zu stören, sonst hätte er sicher etwas gesagt oder zumindest angedeutet.
Kurz bevor ich wieder ins Zimmer komme, höre ich ein Würgen. Ich spüre und höre mein Herz wie wild klopfen. Schnell renne ich ein paar Meter weiter, stoße die Tür auf. Kian hat sich aufgerichtet, Blut rinnt seinen Hals hinunter und hat den Verband bereits rot gefärbt. Wieder erbricht er einen Schwall Blut. Sein Gesicht ist jetzt kreidebleich, wahrscheinlich wie meins. Ich stürze an sein Bett und rufe schon nach dem Arzt. Ich lege eine Hand an sein Gesicht, es ist ungewöhnlich kalt und verschwitzt. Seine Augen sind vor Anstrengung geschlossen, seine Hand greift nach meiner, fällt aber kraftlos auf die Matratze zurück, bevor er sie erreichen kann.
„Kian", rufe ich panisch, als auch sein Kopf zurücksinkt.
Josh ist der erste, der den Raum erreicht. Ein Mann, den ich noch nie gesehen habe, der aber Benedikt sein muss, ist nur wenige Sekunden nach ihm da. Er scheint mich kaum zu bemerken, schiebt mich aber entschlossen von seinem Patienten weg. Im Gegensatz zu mir ist er fast ruhig, als würde er so etwas nicht zum ersten Mal sehen. Ich bin mir sogar sicher, dass es für ihn nicht das erste Mal ist.
„Geht raus, beide. Ihr stört nur", auch wenn seine Worte unhöflich sind, wirken sie nicht so. Ich verstehe, dass er seine Ruhe braucht, aber es widerstrebt mir, Kian mit ihm allein zu lassen. Ich will bei ihm sein. Auch wenn ich absolut nichts tun kann. Josh schafft es schließlich, mich zu packen und nach draußen zu bringen. Trotz meiner Proteste schiebt er mich weiter, zurück in die Küche, wo wir uns eben noch kurz unterhalten haben.
„Setz dich", fordert er mich auf und deutet auf einen Stuhl. Erst jetzt merke ich, wie sehr ich zittere. Widerstandslos tue ich es und starre auf meine Hände, an denen Kians Blut klebt. Josh drückt mir ein nasses Tuch in die Hand. Unfähig, es zu benutzen, starre auch ich ihn an. Das Zittern meiner Beine hat nachgelassen, das meiner Hände nicht. Wahrscheinlich könnte ich sie nicht einmal vom Blut befreien, selbst wenn ich es wollte. Wie in Trance verfolge ich, wie Josh sie mir schließlich seufzend abwischt, ein Glas vor mich stellt und mich zum Trinken zwingt. Es schmeckt wie Blut, aber er versichert mir immer wieder, dass es Wasser ist. Gierig benetze ich meine Kehle, die sich staubtrocken anfühlt.
„Ich... ich bin schuld", murmele ich immer wieder, bis er meine Schultern umfasst und mir in die Augen sieht.
„Du bist an gar nichts schuld, oder hast du ihn angeschossen?" Ich schüttle den Kopf und er schenkt mir wieder ein kleines Lächeln. „Dann bist du auch nicht schuld." Ich starre ihn an. Ich glaube ihm nicht. Ich würde es nicht einmal Kian glauben, wenn er jetzt sprechen könnte.
„Ich habe nicht nach dem Arzt gerufen, als er Blut gehustet hat", Tränen tropfen auf meine Oberschenkel, doch ich bemerke sie kaum.
„Ich bin mir sicher, dass er das nicht wollte", ich zucke mit den Schultern.
„Ich hätte es trotzdem tun sollen", verfluche ich mich.
„Er hätte dich fragen sollen."
Ich lache hysterisch. „Das hätte er nie getan."
Er nickt. „Dann hättest du es auch nicht tun müssen" Ich bin mit seiner Antwort nicht zufrieden, merke aber, dass es nichts bringt, mir Vorwürfe zu machen. Viel wichtiger ist, dass der Arzt das wieder hinkriegt.
„Ich muss leider zur Arbeit, aber wenn du möchtest, kann ich Isabella bitten zu kommen", sagt er bedauernd. Ich schüttle heftig den Kopf und streiche mir die Haare aus dem Gesicht.
„Nein, sie soll erst kommen, wenn der Arzt fertig ist", sage ich und hebe den Kopf. Ich muss mich beruhigen, es hat keinen Sinn, wenn man sich auch noch um mich kümmern muss.
„Wie du willst. Ich bin ein paar Stunden weg, es kommt bestimmt sowieso bald jemand, du brauchst keine Tür aufzumachen, ich lasse den Schlüssel immer draußen, wenn ich nicht zu Hause bin", erklärt er. Ich nicke und sehe ihn an.
„Danke", sage ich.
Er lächelt wieder. „Kein Problem."
NÄCHSTES KAPITEL
Wieder einmal scheint eine Ewigkeit zu vergehen, bis etwas passiert. So wie Isabella im Kinderhaus auf und ab gegangen ist, tue ich es jetzt auch. Ich kann einfach nicht mehr still sitzen. Endlich ist es soweit. Ich höre Schritte. Natürlich weiß ich, dass es nicht Kian ist, aber ich bin doch etwas enttäuscht, dass es nur der Arzt ist. Hoffnungsvoll schaue ich ihn an. Er nickt mir zu und scheint sich im Raum umzusehen. Verwirrt schaut er mich an.
„Ist sonst niemand da?", fragt er erstaunt. Ich schüttle den Kopf.
„Ich dachte, es wäre besser, wenn sie es erst erfahren, wenn ich weiß, was los ist", stottere ich, plötzlich unsicher, ob das die richtige Entscheidung war. Wer war ich, dass ich eine solche Entscheidung treffen konnte? Schließlich gibt es Menschen, die ihm wirklich nahe stehen. Wir waren uns nur ein paar Augenblicke nahe, das zählt wahrscheinlich nicht einmal. Er nickt.
„Gute Idee, es bringt nichts, mehrere Leute in Panik zu versetzen. Ihm geht es soweit gut, er hatte eine Blutung in der Lunge, aber die konnte ich behandeln, es sah schlimmer aus als es war. Aber er hat viel Blut verloren, ich würde ihm gerne eine Bluttransfusion geben, aber ich bekomme nicht so leicht eine, das wäre zu auffällig. Ich dachte ... wärst du dazu bereit, wenn deine Blutgruppe passen würde? Meine passt leider nicht", fragt er und sieht mich erschöpft an.Ich nicke ohne zu zögern. „Natürlich, obwohl ich keine Ahnung habe, welche Blutgruppe ich habe und was das überhaupt ist", gebe ich mit einem entschuldigenden Lächeln zu. Er greift in seine Tasche und holt ein kleines Gerät hervor.
„Das kann ich ganz einfach überprüfen", sagt er und holt einen weiteren kleinen Aufsatz hervor, den er auf das Gerät schraubt. „Ich muss dir in den Finger stechen, das tut nicht weh. Aber wasch dir vorher die Hände", sagt er. Ich nicke und eile zum Waschbecken, um seiner Aufforderung nachzukommen. Dann setze ich mich wieder auf den Stuhl.
„Es gibt acht verschiedene Blutgruppen, nicht jede Blutgruppe passt zu jedem", sagt er und drückt die Nadel vorsichtig in meinen Finger. Es tut ein bisschen weh, aber nichts, was ich nicht aushalten könnte. Sekunden später lächelt er zufrieden. „Perfekt. Du kannst ihm Blut spenden. Aber das wird sicher öfter nötig sein. Es ist natürlich kein Muss, aber es wäre schön", sagt er.Beruhigt lächle ich. „Also los, so viel wie er braucht."Die Blutentnahme dauert nicht lange, dennoch vertreibt er sich die Zeit damit, mir zu erklären, was mit Kian passiert ist und wie er ihn ganz einfach behandeln kann. Ich verstehe zwar nur die Hälfte, aber es beruhigt mich.„Wenn du willst, kannst du mitkommen, ich schließe nur schnell die Infusion an, er schläft noch", sagt er. Als er mein Zögern bemerkt, zwinkert er mir zu. „Keine Sorge, ich habe alles gesäubert, du wirst kein Schlachtfeld mehr vorfinden", ich schüttle den Kopf.„Darum geht es nicht, ich dachte nur ... vielleicht will er mich nicht dabei haben", antworte ich. Doch der Arzt winkt ab.„Du hättest nichts anderes machen können, es ist nicht deine Schuld, wenn er nicht so stur wäre, hätte ich ihn sicher früher behandeln können. Außerdem bin ich mir sicher, dass er dich gerne zuerst gesehen hätte", sagt er und zwinkert mir zu. Ich lege den Kopf schief. Aber er antwortet nicht.Ich bin unsicher, als ich ihm folge. Eigentlich sieht alles noch genauso aus wie bei meinem ersten Besuch. Aber er schläft ruhiger.„Ich habe ihm Schmerzmittel gegeben, es kann sein, dass er ein bisschen neben sich steht, wenn er gleich aufwacht", erklärt mir der Arzt, während er mein Blut mit einer Infusion an Kian anschließt. „Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich mich wieder ausruhen gehen. Wenn es durchgelaufen ist, dann musst du einfach hier zudrehen und es abstöpseln, nichts Schwieriges. Wenn es nicht funktioniert, dann lass es einfach dran, da kann nichts passieren", meint er.„Okay, alles klar. Ich tue mein Bestes", schwöre ich. Er nickt und lächelt mich an.„Da bin ich mir sicher", sagt er und geht zur Tür. Als er im Türrahmen steht, dreht er sich zu mir um und zögert. Dann scheint er es sich anders zu überlegen und geht.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top