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Chan PoV
Frisch geduscht saßen Seungmin und ich nun am Küchentisch und aßen gemeinsam unser Abendessen, das ich gekocht hatte, während er duschen war. Meine Eltern hatten sich dazu entschlossen, heute spontan einem alten Freund von ihnen, der recht weit weg wohnte, einen Besuch abzustatten und würden erst morgen Vormittag wieder zurück sein, deshalb hätte ich kochen müssen.
"Bist du hier häufiger allein zu Hause?", fragte er irgendwann.
"Naja was heißt häufig? Ein Mal die Woche gehen meine Eltern Abends aus und ab und zu fahren sie halt mal irgendwo hin, aber ungewöhnlich für ungewöhnlich oft halte ich das eigentlich nicht."
"Ich hätte gesagt, dass ein Mal die Woche recht oft ist. Aber ich hab ja auch keine Erfahrung mit sowas."
"Gehen deine Eltern nie zusammen aus?"
"Meine Mutter hat ihn verlassen und seitdem geht er nicht mehr aus. Scheint ihn aber auch nicht wirklich zu stören."
"Oh das tut mir leid."
"Muss es nicht. Ich kann verstehen, warum sie gegangen ist. Ich... Ich wünschte nur, sie hätte mich und Lix nicht hier gelassen. Nicht alles, was er macht, ist gut, Chan. Er ist ein grauenvoller Mensch. Er benutzt die guten Sachen, die er tut, um das Schlechte zu verschleiern, und zieht uns da mit rein, weil wir wehrlos gegen ihn sind."
"Darf ich fragen, inwiefern die Dinge schlecht sind, die er macht...?"
"Ich erkläre dir das später. Das verdirbt dir sonst den Appetit und nach dem, was du da an Unmengen gekocht hast, musst du echt hungrig sein."
"Bin ich auch, aber vor allem war ich mir nicht sicher, wie viel du isst und hab deshalb für eine Person mehr gekocht, als ich müsste. Die Reste sind dann einfach morgen Mittagessen oder so. Also wenn nicht alles aufgegessen wird ist das kein Problem und wenn wir das alles aufessen ist es auch keins."
Er nickte und wir widmeten uns beide weiter dem Essen, bis wir fertig waren und tatsächlich noch genug für eine sehr hungrige Person übrig geblieben war.
"Ich glaub, ich fall gleich ins Fresskoma.", meinte Seungmin, weshalb ich seine Sachen einfach gleich mit abräumte, als ich auch das Essen im Kühlschrank verstaute.
"Das heißt wenigstens, dass es dir geschmeckt hat.", lächelte ich. "Legen wir uns gleich hin und schauen einen Film oder so?"
"Können wir machen. Wo soll ich eigentlich heute schlafen?"
"Du kannst in meinem Bett schlafen."
"Neben dir?"
"Wenn du das willst. Wenn nicht, lege ich mich auf die Couch oder so."
"Nein, nein. Das ist okay, wenn wir im gleichen Bett schlafen. Ich wollte es nur wissen.", meinte er und bei dem Gedanken daran mir mit dem Jüngeren ein Bett zu teilen schlug mein Herz schneller.
"Okay, dann ist das ja auch geklärt.", überspielte ich es einfach und räumte fertig die Küche auf. "Willst du Snacks oder so?"
"Ich will eigentlich nur noch schlafen.", antwortete er.
"Mit mir?", grinste ich und zog meine Augenbrauen hoch, woraufhin er rot wurde. "Das deute ich mal als ja."
Ich ging zu ihm und hob ihn im Brautstil hoch, um ihn ins Schlafzimmer zu tragen, wo ich ihn sanft auf dem Bett ablegte.
"Brauchst du was Bequemes zum Anziehen oder schläfst du nur in Unterwäsche?", fragte ich und ging zu meinem Schrank.
"Hast du vielleicht eine Jogginghose oder eine kurze Hose und ein Shirt für mich?"
"Klaro.", lächelte ich und suchte beides raus, weshalb er begann sich um. "Ich würde ohne irgendein Oberteil schlafen, wenn das für dich okay ist."
"Das ist okay für mich."
Ich nickte nur und holte mir eine Jogginghose aus dem Schrank, ehe ich begann mich aus- beziehungsweise umzuziehen, wobei ich merkte, wie Seungmin's Blicke auf mir lagen.
"So ist das also...", meinte ich und sah ihm in die Augen, die er nun von meinem Körper abwandte. "Du hattest die Hoffnung, dass du noch ein wenig die Aussicht genießen kannst."
"Das war nur ein weiterer positiver Nebeneffekt.", erwiderte er, woraufhin ich mich zu ihn ins Bett legte. Fast sofort merkte ich, wie mein Herz wieder schneller schlug. Doch dieses Mal wollte ich es zulassen. Dieses Mal wollte ich nicht gegen meine Gefühle ankämpfen.
"Chan. Es tut mir leid."
"Was tut dir-"
Er ließ mich nicht ausreden, sondern drehte seinen Kopf zu mir und legte seine Lippen auf meine. Ich war zu überwältigt, um zu reagieren, da mein ganzer Körper gerade von einer Welle Emotionen übernommen wurde. Als Seungmin merkte, dass ich seinen Kuss nicht erwiderte, löste er sich wieder und wich ein Stück zurück.
"Es tut mir leid, dass ich das zwischen uns jetzt seltsam gemacht habe..."
Ich sagte nichts, rückte ein Stück näher zu ihm und küsste ihn dieses Mal. Er erwiderte den Kuss zunächst ein wenig unsicher, aber wurde dann immer mutiger. Es war ein toller Kuss, der mich wundern ließ, warum ich mich nicht bereits auf jemanden eingelassen hatte. Ich war jetzt schon süchtig nach diesem Gefühl.
"Ich bin dafür, wir machen das zwischen uns nicht seltsam und ich nenne dich einfach meinen festen Freund. Wie klingt das für dich?", fragte ich.
"Das klingt perfekt."
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