2. Larry (Outing)
Zayns Pov.
Wenig motiviert und komplett erschöpft verließen wir fünf die Bühne. Gerade befanden wir uns auf einem der letzten Konzerte unserer Where We Are Tour. Langsam drang zu uns allen durch, dass wir das nicht mehr lange aushalten würden.
Im Backstagebereich wurden uns erst einmal die Micros aus der Hand genommen. Mit einem leichten Lächeln drehten sich Harry und Louis zueinander und küssten sich erst einmal. Es war herzzerreißend, zu sehen, wie die beiden durch das Verbot, sich zu outen, litten.
Fast stiegen mir Tränen in die Augen, sodass ich versuchte, mich von ihrem Anblick zu lösen, doch dann sahen sie sich an und ich musste lächeln. In ihrem Blicken lag so viel Liebe, dass es selbst Meter entfernt noch spürbar war.
"Zee, es ist gruselig, wenn du die beiden so beobachtest", grinste Liam, was mich dazu brachte, meinen Blick endlich abzuwenden.
Betrübt schaute ich zu dem Mann neben mir. Der größere bemerkte meinen Blick und seufzte auf.
"Sie tun uns allen leid", erwiderte er.
Das war wahr. Jedem, egal ob Crew oder Band, taten die Beiden leid. Alle, die es wussten, akzeptierten die beiden wo, wie sie nun mal waren. Allerdings wäre alles andere bei dem Paar auch bescheuert. Schon zu den Gründungszeiten der Band hatten sie sich gefunden und mittlerweile waren sie schon seit einem knappen Jahr verheiratet.
Die beiden waren nun mal einfach unglaublich niedlich zusammen und keiner konnte verstehen, warum das Management die beiden nicht einfach in Ruhe ließ.
Müde gingen wir alle in die Duschen, wobei wir darauf aufpassten, dass Larry nicht in eine kam. Erstens wollten wir heute noch hier los und zweitens wollten wir es uns alle ersparen, den beiden zuhören zu müssen, wie sie sich gegenseitig befriedigten.
Wenige Minuten später saßen wir in dem Van, der uns in unser Hotel brachte. Larry saßen nebeneinander fielen schon fast übereinander her. Es war unvorstellbar, dass die beiden noch nie wirklich in der Öffentlichkeit aufgefallen waren.
Klar, die meisten unserer Fans ahnten von der Beziehung der Beiden, die zärtlichen Berührungen der beiden waren schon seit der Zeit der Video Diaries vielen aufgefallen, doch bisher hatte das Management Ausreden gefunden oder es einfach abgestritten. Die beiden hatten nach großen Aufständen immer Fakefreundinnen aufgedrückt bekommen und hatten privat noch mehr aufeinander gehangen.
Keinem tat diese Situation gut. Nicht uns, da wir damit die ganze Zeit die Traurigkeit unserer Freunde sehen mussten. Nicht Larry, aus wahrscheinlich ersichtlichen Gründen. Nicht mal dem Management, das von dem gesamten Larry-Fandom dafür gehatet wurde, dass sie Larry sich nicht outen ließen und sie unterdrückten. Die Fans wussten garnicht, wie recht sie hatten.
Vor dem Hotel stiegen wir schnell aus und liefen hinein, damit nicht allzu viele Fans uns erkannten oder am besten, niemand uns überhaupt sah. Das funktionierte recht gut und ehe irgendwer uns überhaupt ansprechen konnte, waren wir schon auf unseren Zimmern. Paul war vorgegangen und hatte die Schlüssel schon geholt, damit es hier schneller ging und wir nicht noch eine halbe Stunde in der Eingangshalle stehen mussten.
Demotiviert betraten wir alle unsere Zimmer. Harry und Louis teilten sich natürlich eins und da wir anderen drei Schlaf und kein Kopfkino bekommen wollten, nahmen wir das Dreierzimmer. Niall schmiss sich erst einmal auf das Bett direkt am Fenster. Eigentlich war die Aufteilung immer gleich. Larry war in einem Zimmer und bei uns lag Niall am Fenster, Liam in dem Bett daneben und ich ganz an der Wand.
Nach einem kurzen Abendbrot, was allerdings nicht aus viel mehr als einem belegten Brötchen bestand, legten wir uns hin und schliefen schon kurze Zeit später ein. Dass Larry noch etwas länger aufblieb, hörte wahrscheinlich das ganze Hotel.
Morgens wurde ich von einem genervten Paul geweckt. Da ich wusste, dass er das Zimmer direkt neben unser aller Lieblingspaar hatte, konnte ich mir schon denken, weshalb er so drauf war.
Nachdem ich mich schnell umgezogen und gestylt hatte, ging es zum Frühstück. Dass wir überhaupt mal Zeit dafür hatten, war ein Wunder. Sonst waren wir immer so hektisch unterwegs, dass es nur für ein Brot unterwegs reichte. Heute würde der Tag also für Tourverhältnisse ruhig werden.
Als ich mir den Plan geben ließ, bestätigte sich meine Theorie. Ein Interview mit mehreren Zeitungen und dann noch mit dem Bus in die Nacht hinein zu unserem nächsten Konzert fahren. Dazwischen Tanz- und Gesangsstunden. Im Gegensatz zu sonst, wo wir nicht mehr als zehn Minuten Pause zwischen im Hotelzimmer aufnehmen und Interviews oder Konzerten hatten, war der Tag also schon fast entspannt.
Das Interview war direkt am Morgen im Hotel. Die Interviewerin, ihren Namen hatte ich mir nicht gemerkt, begrüßte uns und stellte die typischen 0815 Fragen. Als sie auf Beziehungen zu sprechen kam, stieg meine Wut von dem vorherigen Tag wieder in mir auf. Liam, Louis und ich erzählten, dass wir glücklich vergeben sind, wobei sowohl Louis als auch ich uns das Lächeln aufzwingen müssen. Harry und Niall antworten ebenfalls genau wie immer.
Nach dem Interview, was sich gefühlt noch zog wie Kaugummi, gingen Lou und ich raus eine rauchen. Natürlich nicht vors Hotel, da das purer Selbstmord gewesen wäre, aber wenigstens konnten wir auf den Balkon.
"Lou ...", fing ich seufzend an, wusste jedoch nicht, wie ich fortfahren sollte. Die Tränen in den Augen meines besten Freundes erkannte ich sofort.
"Lou, das wird wieder!", versuchte ich ihn zu beruhigen und nahm ihn in meine Arme.
"Zayn", schluchzte er, "ich ... ich will endlich zu ihm stehen können ... ich ... er ist doch mein Mann!"
Selten sah man den Doncaster so zerstört und genau deshalb musste ich mir meine Tränen verkneifen. Meinen besten Freund so zu sehen und zu wissen, dass ich rein garnichts an der Situation ändern konnte, zerbrach mich innerlich.
Mit einem Mal stand Harry auf der Terrasse, weshalb ich Lou in die Arme seines Ehemannes übergab. Beide waren eigentlich starke Menschen, doch zu sehen, wie selbst die beiden verzweifelten machte die Situation nicht gerade besser.
Um nicht vielleicht von draußen gesehen zu werden, was dem Management bestimmt nicht gefallen hätte, gingen die beiden nach einem Moment rein. Durch die Scheibe sah ich, dass sie das Zimmer verließen. Wahrscheinlich gingen sie in ihr eigenes, um die paar wenigen ausgepackten Dinge einzupacken.
Noch mehrere Minuten stand ich auf dem Balkon. Die eine oder andere Träne lief über meine Wangen. Ich wollte das Leiden meiner Freunde nicht weiter ertragen.
Irgendwann kam Paul und sagte, ich müsse langsam mal kommen, da wir gleich losfuhren.
"Paul ... wir müssen es ihnen sagen!", sagte ich ohne Zusammenhang und ohne meinen Blick von der schönen Aussicht vom Balkon aus abzuwenden.
"Wem müssen wir was sagen?", fragte der Tourmanager verwirrt. "Warte", fügte er hinzu, "Zayn, du kannst es den Fans nicht sagen!"
"Aber Louis und Harry ...", fing ich an.
"Harry und Louis dürfen es nicht erzählen!", wurde ich von dem Mann vor mir unterbrochen. Meine Wut stieg immer weiter an. Wie konnte das Management es sich nur erlauben, zwei Liebenden zu verbieten, zueinander zu stehen?!
"Dieses Geheimnis tötet die Beiden!", schrie ich Paul nun an. An seiner Mine erkannte ich, dass er es genau wusste, und sogar meiner Meinung war, doch auch er konnte nichts dagegen tun.
Den Tourmanager und Bodyguard ignorierend begab ich mich schnellen Schrittes in das Dreierzimmer und packte mein Hygienezeug zusammen, da es das einzige war, bei dem ich mir die Mühe gemacht hatte, es auszupacken.
Wenn ich nur gewusst hätte, wohin dieser kurze Wortwechsel mit Paul noch führen würde.
Kurz darauf saß ich mit dem Rest der Band im Bus. Da wir die erste Zeit sowieso für uns hatten, steckte ich meine Kopfhörer in die Ohren und schaltete Musik an, während ich nachdachte. Man kann sich schätzungsweise denken, um was sich meine Gedanken drehten. Wieder waren sie meinen beiden besten Freunden gewidmet, die sich gerade mit Niall irgendeine Schnulze anschauten. Liam hatte anscheinend das gleiche wie ich gemacht und saß nun auf einem der Sitze, während er etwas schrieb.
Bei genauerem Betrachten war das, in das er schrieb ein Tagebuch. Dass er eins führte war mir zwar neu, aber ich sollte nichts sagen, ich tat es immerhin selbst.
Tatsächlich griff ich nun in meine Tasche und holte das kleine, unscheinbare Büchlein heraus. Mit einem Kuli bewaffnet, schrieb ich einfach drauf los, schrieb meine Gedanken filterlos auf und ließ viele meiner Gefühle mit einfließen. Sollte jemand dieses Buch jemals finden, wäre ich geliefert, doch mir half es, meine Gedanken zu sortieren.
Immer mehr schrieb ich in das Büchlein vor mir und merkte nicht, dass ich so sehr im Fluss war, dass ich schon geschlagene eineinhalb Stunden schrieb. Mehrere Seiten waren mittlerweile draufgegangen, doch das merkte ich erst, als Liam hinter mir fragte: "Du schreibst Tagebuch, Zee? Hätte ich dir nicht zugetraut"
Sofort schlug ich die gerade offene Seite zu und funkelte den jungen Mann böse an. Dieser erhob leicht lächeln die Hände. Dieses Lächeln fiel jedoch recht schnell wieder, als er noch hinzufügte: "Dich nimmt das ganze ja schon fast mehr mit als die Beiden."
Geschockt starrte ich ihn an und stotterte: "Du ... du hast mitgelesen?"
Nickend ließ der Wolverhamptoner sich neben mir fallen. Einmal seufzte er kurz, bevor er mich auffordernd ansah. Ich verstand seine Aufforderung und gab nach. Irgendwann hätte es der Band-Daddy sowieso herausgefunden und man musste ja weder ihm noch mir unnötigen Stress machen.
Murmelnd fing ich an: "Natürlich nimmt es mich mit. Louis und ich sind jetzt beste Freunde, seit die Band gegründet wurde. Bei jedem Streit mit Harry oder auch, wenn die Beiden einfach mal Abstand gebraucht haben, ist er zu mir gekommen. Ihn und auch Harry jetzt so zu sehen, macht mich innerlich einfach fertig"
Am Ende musste ich mir die Tränen verkneifen, was auch Li auffiel, der mich in den Arm nahm und beruhigend meinen Rücken hoch und runter fuhr. Mit einem Blick hinter seinen Rücken musste ich mir jedoch ein 'Awww' unterdrücken.
Louis lag mit seinem Mann auf ihrem Bett im Tourbus. Der Bereich zu den Betten war vom Bus aus offen einsehbar, wenn man die Vorhänge nicht zuzog. Im Bett gegenüber von Larry, die sich gefühlt selbst im Schlaf immer näher aneinander drückten, um sich ja nicht zu verlieren, lag ein verdrehter Niall.
Da Liam ein Spürhund war, was Gefühle anging, löste er sich ein Stück von mir und folgte dann meinem Blick zu dem kuschelnden Larry auf dem Hochbett. Auch seine Mundwinkel zuckten ein wenig.
Dies verging jedoch, als ein aufgebrachter Paul von der Fahrerkabine aus zu uns stürmte. Dass drei von uns schliefen, ignorierte er gekonnt.
"Zayn Javadd Malik! Du bist tot!", rief der Mann. Allerdings schien er nicht so, als würde er diese Drohung wahr werden lassen, sondern als würde er mich eher vorwarnen.
"Was ist ...", fing ich an, wurde jedoch sofort unterbrochen.
"Schau mal auf Twitter! Unser verdammtes Gespräch wurde aufgenommen! Simon wird dich umbringen!", rief er.
Warte. Was hatte er gesagt?!
Schnell schnappte ich mein Handy und ging auf die von Paul gesagte Plattform. Lauter Tweets alla "Larry is real 💚💙" sprangen mir entgegen.
Die anderen hatten sich, ohne dass ich es gemerkt hatte, um mich versammelt und gleichzeitig hörte ich Louis und Harry scharf die Luft einziehen, als ich weiterscrollte und mir ein Video angezeigt wurde.
Zögernd drückte ich den Start Button. Am Anfang sah man nur den Balkon. Schließlich kamen Louis und ich heraus. Was wir beredeten, konnte man nicht verstehen, da wir leise gewesen waren. Ich nahm Louis in den Arm und einen Moment später kam Harry und zog den weinenden Mann von mir ab, ehe sie gemeinsam nach drinnen gingen.
Dann kam ein Schnitt. Anscheinend hatten sie keine Lust gehabt, mein ganzes Rumgestarre mit einzubauen. Paul betrat gerade den Balkon und ich sah mich etwas sagen, das jedoch immer noch nicht verständlich war. Man konnte an den Lippenbewegungen meines Gesprächspartners ein verwirrtes "Warte" ablesen, dann verstand man das erste Mal etwas. "Zayn, du kannst es den Fans nicht sagen!", sagte der Tourmanager auf dem Video aufgebracht. Mein Video-Ich erwiderte jedoch sofort: "Aber Louis und Harry ..." Doch sofort unterbrach Aufnahmen-Paul mich: "Harry und Louis dürfen es nicht erzählen!" Mit einem letzten "Dieses Geheimnis tötet die Beiden!" rannte ich hinein und sah noch, dass der Bodyguard sich einmal durch die Haare fuhr, ehe er mir folgte.
Das Bild wurde schwarz und mit weiß stand darauf "For the last fools who still don't understand: Larry is fooking real!" Dann endete das Video und alle Blicke lagen auf mir.
Im Versuch, niemandens Blick zu begegnen, guckte ich auf den Boden. Schließlich räusperte sich Lou und sagte zögerlich: "Danke, dass du der Meinung bist, Zayn. Ich habe" kurz schluckte er und Tränen stiegen in seine Augen "Ich habe in letzter Zeit auch darüber nachgedacht, wie wir das Management endlich überzeugen können. Harry" jetzt wand er sich an seinen Mann und in den Augen aller glänzte es verdächtig. Teils aus Verwirrung, teils aus Freunde, da dieser 'Larry-Proof' wahrscheinlich endlich dazu führte, dass die beiden sich outen durften, vielleicht auch teils aus Angst um eine Bestrafung für Paul und mich, doch vor allem, da die beiden gerade über Blicke deutlich machten, dass sie sich nicht mehr unterdrücken lassen würden. Dann fuhr Louis fort: "Harry, ich liebe dich. Das habe ich immer und werde ich immer. Wir haben schon Jahre überstanden und sogar geheiratet! Wir müssen es öffentlich machen! Wir müssen das Management überzeugen und sonst machen wir es halt aus Versehen" Bei den letzten zwei Worten zeigte er Gänsefüßchen in die Luft und strahlte wieder.
"Ich danke dir, Zayn!", sagte er noch, ehe er Harry seine Lippen aufdrückte und damit für die beiden der Rest der Welt ausgeblendet wurde.
~2251 Words~
Kein Smut, sondern ... als Fluff kann man es auch nicht bezeichnen ... ein Outing halt.
Ich hab jetzt übrigens beschlossen, meine Inspiration (zumindest meistens) von Pinterest Bildern zu holen. Bei manchen fallen mir da sofort Storys ein, also freut euch auf dumme Bilder und meine noch dümmeren Geschichten dazu.
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