Mario Götze (5)

*Melli's Sicht*
Ich lag an Manus Brust gelehnt auf dem Bett und er hatte seinen Arm um mich geschlungen und hielt mich so fest, dass ich seinen Herzschlag spüren konnte, als mein Handy klingelte. Als ich auf den Bildschirm sah, erblickte ich Michelles Nummer, meine beste Freundin. "Was ist passiert?", fragte ich sofort, da sie selten ohne Grund anrief. "Es..", mehr brachte sie nicht raus. "Wo bist so?", fragte ich. "Vor unserm Lieblingscafé.", brachte sie unter Mühe heraus. "Wir sind gleich da." Mit diesen Worten beendete ich das Gespräch, sprang auf, um mir einen von Manus Pullis anzuziehen und antwortete auf seinen fragenden Blick mit: "Irgendwas ist passiert. Wir müssen Michelle abholen." Er nickte nur, beobachtete, wie ich mir eine Mütze aufzog, da ich eh schon krank war und es draußen kalt war. Gemeinsam zogen wir Schuhe an und Manu schnappte sich den Auto- und Wohnungsschlüssel und wir fuhren los.
Zehn Minuten später hatten wir eine völlig aufgelöste Michelle hinten im Auto, die nur noch weinte. Wirklich verstanden, was passiert war, hatten weder Manu noch ich, es musste irgendwie mit Mario Götze zu tun haben, mehr brachte Michelle nicht raus. Wieder vor unserer Wohnung brachten wir sie gemeinsam hoch, setzten sie in die Küche auf einen Stuhl und während sie erzählte, machte Manu ihr erstmal einen Kakao. "Also, ich bin heute heimgekommen. Und Mario war ganz komisch. Ich wollte halt wissen, was los war, weil ich mir sorgen gemacht hab. Und dann", ein Schluchzen unterbrach sie, "hat er gesagt, dass er wieder Kontakt mit Ann-Kathrin hatte und er sich nicht sicher ist, für wen er genug Gefühle hat. Dann bin ich gegangen." Sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen, Manu stellte mir eine Tasse Tee und Michelle den Kakao auf den Tisch, gab mir einen Kuss und flüsterte mir ins Ohr, dass er versuchen würde, Mario zu erreichen. Ich hatte derweil echt Probleme, Michelle wieder etwas zu beruhigen, da sie wirklich traurig und am Boden zerstört war. Aber zurecht: Sie war seit eineinhalb Jahren mit Mario zusammen gewesen, und es hatte ausgesehen, als wäre es bei beiden die große Liebe. Während ich ihr gut zuredete, ihr über den Rücken strich und sie einfach heulen ließ, kam Manu runter, gab mir nur kurz einen Kuss und hob seinen Autoschlüssel hoch. Damit wusste ich, dass er noch zu Mario fahren würde.
Wir zwei Mädels hatten uns, nachdem Michelle sich etwas beruhigt hatte, auf das Sofa gesetzt und uns zwei Folgen Breaking Bad angeschaut, die einzige Serie, in der es nicht hauptsächlich um Liebe ging, weil das Michelle wohl nicht so gut tun würde. Die lag mittlerweile mit ihrem Kopf auf meinen Schoß und ich konnte spüren, wie ihr immer noch Tränen über die Wangen liefen. Während ich ihr über den Kopf strich, machte ich den Fernseher aus und leise Musik an. "Das kriegen wir schon wieder hin", murmelte ich. "Aber ich bin doch einfach nicht gut genug für ihn", schluchzte sie und drehte sich so, dass sie zur Decke blickte. "Er ist so berühmt, verdammt. Und ich?" "Du bist das tollste Mädchen, das ich kenne. Du bist witzig, klug, wunderschön, du bist immer da wenn ich dich brauche. Du hörst dir jeden Kack an, den ich erzähle, auch wenn du es schon dreimal gehört hast. Und du kannst Fußball spielen. Ich hab dich lieb so wie du bist, und wenn dieser Idiot das nicht sieht, dann ist er", ich stockte kurz und suchte nach Worten, "ein echter Idiot!" Das brachte Michelle zumindest ein bisschen zum lachen. "Ich geh mal kurz aufs Klo", murmelte sie und stand auf. Ich zog mein Handy hervor und sah, dass Manu mir geschrieben hatte. 'Pack Michelle ein und fahrt zu ihr nach Hause. Da gibt es Redebedarf, und dabei brauchen sie definitiv Hilfe. Ein Glück haben wir das nicht. Ich liebe dich' Beim lesen der Nachricht fing ich an zu grinsen, und als Michelle wieder ins Wohnzimmer kam, meinte ich: "Schuhe und Jacke anziehen. Wir klären das jetzt." Verwirrt schlüpfte sie wirklich in ihre Jacke und zog sich die Schuhe an, ich zog mir wieder meine Mütze auf und wir liefen die Treppe nach unten zu meinem kleinen Fiat.
*Michelle's Sicht*
Während der Autofahrt war ich total nervös. Ich hatte echt Angst, Mario wieder zu sehen. Melli musste das wohl an meinen vielen Seufzer bemerkt haben, dann sie sagte: "Beruhig dich. Ich bin ja da, und wenn er dumm ist, dann schlägt Manu ihn schon, dafür sorg ich." Bei dem Gedanken daran musste ich ein bisschen grinsen und murmelte gerade: "Danke", als wir auch schon vor unserer Haustür standen. "Auf geht's", meinte Melli und nahm meine Hand, die sie fest drückte. "Man oh man", murmelte ich, schloss die Tür auf und wir liefen ins Haus. Dort fanden wir Manu, der mit verschränkten Armen auf dem Sofa saß und Mario, der wie ein Tiger im Käfig auf und ab lief. Melli lief sofort zu Manu, ich blieb in der Tür stehen. "Michelle", sagte Mario erstaunt, als er mich endlich wahrnahm. "Du bist hier." Ich nickte, und spürte, wie die ersten heißen Tränen meine Wange entlang liefen. "Nicht weinen, baby", meinte Mario und wollte auf mich zukommen, aber ich verschränkte die Arme. "Jetzt erklär es ihr halt", rief Manu genervt vom Sofa aus. Mario nickte nur und sah mir in die Augen. "Michelle, ich liebe dich immer noch. Und egal, ob ich Kontakt zu Ann habe, ich werde dich immer lieben. Weil als du gegangen bist, hast du einen Teil meines Herzens mitgenommen. Das hat noch niemand geschafft, nur du. Du bist mein Herz." Ich schwieg und musste das ganze erstmal verdauen. "Baby?", fragte Mario und man konnte die Angst in seiner Stimme hören. Schnell lief ich die letzten Schritte auf ihn zu und schlang meine Arme um ihn. "Ich liebe dich", murmelte er und küsste mich.

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