Manuel Neuer (19)

"Sei still, ich geh nicht mit!", rief ich aus dem Badezimmer. "Und ob", meinte Lisa und klang schon leicht genervt. Sie wollte mich heute auf irgendeine Party vom FC Bayern mitnehmen, wo ihr Mann, Thomas Müller spielte. Ich wollte nicht mit, der Hauptgrund war, dass ich dort Manuel Neuer sehen würde. Wir hatten uns über Lisa beziehungsweise Thomas kennen gelernt, uns total gut verstanden und mehrmals date-mäßig getroffen. Und dann, als ich gerade dabei gewesen war, mich in ihn zu verlieben, hatte ich erfahren, dass er eigentlich eine Freundin hat. "Garantiert ist Manu da auch", sagte ich leise und unsicher durch die Badezimmertür hindurch. "Jetzt mach mal auf", sagte Lisa und das erste Mal an diesem Tag hörte ich auf sie. Ich öffnete die Tür und ließ mich gleich wieder auf dem Boden sinken und lehnte mich an der Badewanne an. Lisa setzte sich vor mir im Schneidersitz auf den Boden und sah mich an: "Celine, ich kenn dich jetzt schon so ewig. Du bist wundervoll, so wie du bist. Niemand weiß was damals mit Manu abging oder wieso er nicht ehrlich zu dir war, nicht mal Thomas versteht ihn. Aber ich weiß, oder eher Thomas weiß, dass Manu seit zwei Monaten keine Freundin mehr hat. Also wird er alleine kommen. Und deswegen", sie zog mich auf die Beine, "machen wir dich jetzt mal noch ein bisschen hübscher als du es eh schon bist." Lisa fand immer die richtige Worte, und sie heiterte mich ein bisschen auf. Während ich unter der Dusche stand, hatte Lisa mir ein weißes Kleid rausgesucht, das breite Träger hatte und meine Taille betonte. Ich zog mich an und föhnte meine Haare, die ich locker über meinen Rücken fallen ließ. Nachdem ich noch ein wenig Make-Up aufgetragen hatte und meine Wimpern getuscht hatte, lief ich nach unten, wo Lisa und Thomas auf meinem Sofa saßen und in ein intensives Gespräch verwickelt waren. "Können wir dann gehen?", fragte ich, packte Geldbeutel und Schlüssel in meine kleine Umhängetasche und blickte dann die beiden Müllers wieder an. "Gut siehst du aus", meinte Lisa, "jetzt lach doch mal." Thomas pfiff durch die Zähne und meinte: "Da sieht Manu, was er sich entgehen lässt.", wofür er von Lisa einen Schlag in seine Rippen erntete und mich zum lachen brachte.
Eine halbe Stunde später betraten wir zusammen das Gebäude, in der die interne Meisterfeier stattfinden sollte. "Lisa", flüsterte ich, "lass mich bloß nicht alleine." "Keine Angst", gab Lisa leise zurück, während wir zu unserem Plätzen gingen. Dort unterhielten wir uns eine Weile, Lisa und ich tranken zusammen ein Glas Wein und wir genossen den Abend. Neben mir war noch ein freier Platz, ich wusste nicht für wen der war. Das Licht wurde gedimmt, während alle Spieler, Freunde und Familie offiziell begrüßt wurden. Während dieser Begrüßung huschte noch jemand von hinten in den Saal, sah sich kurz um und setzte sich dann auf den Platz neben mir. Ich wollte gar nicht gucken, wer was denn war, eigentlich konnte ich es mir schon denken. Wieso musste Manu sich ausgerechnet hierher setzten? "Hey Celine", sagte er leise und sah mich von der Seite an. "Hi", meinte ich trocken und konzentrierte mich weiter auf die Rede. Lisa stupste mich in die Seite, und als ich sie anschaute, traf mich ein ermahnender Blick. Ich wusste, dass sie mir sagen sollte ich solle mich mit Manu unterhalten, aber ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Es gab doch eigentlich nichts ungesagtes mehr zwischen uns, oder? "Das interessiert dich doch nicht wirklich, oder?", flüsterte Manu mir während der nächsten, ziemlich langweiligen Rede, ins Ohr und schob dann gleich hinterher: "Komm mal kurz mit." Ohne auf meinen Widerspruch zu hören, nahm er meine kleine Hand und zog mich hinter sich aus dem Saal hinaus und in eine kleine Kammer. Dort lehnte er sich an die Tür und blickte auf mich herab. "Manu, ich...", begann ich und im gleichen Moment fing er an: "Celine, es..." Wir beide stoppten und mussten lachen. Es hatte sich nichts verändert, er tat mir gut. Er machte mich glücklich. "Celine, es tut mir so leid. Ich hab damals eigentlich schon mit Nina Schluss gemacht gehabt, aber sie hat das nicht verstanden. Du warst, nein falsch, du bist einfach so wundervoll und das ist perfekt für mich.", begann Manu dann zu reden. "Ich mag dich so sehr, das kannst du dir nicht vorstellen. Und du hast mir so gefehlt, das glaubst du nicht." "Manu", wollte ich anfangen, sagte dann aber: "Ach scheiß drauf", ging auf ihn zu und küsste ihn. Ich spürte, wie sein Mund sich zu einem Lächeln verzog und er mich näher an ihn zog. Als wir uns lösten meinte er schweratmend: "Gott, du bist der Wahnsinn.", bevor er mich wieder küsste und seine Arme so fest um mich schlang, als hätte er Angst, mich zu verlieren. Dieser Typ hatte mir einfach den Kopf verdreht.

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