Leon Goretzka
EleanorSkyla
Selbst heute geht mir jeden Tag sein letzter Satz an mich durch den Kopf. "Dann geh halt. Ich brauch dich sowieso nicht. Wer will dich schon?" Obwohl das Gespräch heute auf den Tag genau drei Jahre her ist, überlege ich mir jeden Tag, was ich hätte anders machen sollen. Damals hatten Leon und ich, wir waren schon über zwei Jahre zusammen gewesen, uns gestritten. Dabei ging es nur darum, dass ich ins Ausland gehen wollte, er mich aber bei sich haben wollte. Ich hab ihm dann vorgeworfen, nur auf sich bezogen zu sein und meine Wünsche und Bedürfnisse zu ignorieren. Dann ist er total an die Decke gegangen und ich bin dann gegangen. Er hat sich niemals bei mir gemeldet, und ich mich nicht bei ihm.
"Lara, kommst du?", ruft mich Emma, meine Mitbewohnerin. Sie würde mich auf dem Weg zu ihrem Freund bei dem Café rauslassen, in dem ich Samstags und sonntags immer arbeite. "Danke fürs mitnehmen", meinte ich noch, dann warf ich die Autotür zu und lief durch den Regen zu dem kleinen Café mitten in der Stadt. Ich hatte vor drei Monaten angefangen hier zu arbeiten, da ich mir zu meinem Studium was dazu verdienen wollte. "Hey Lara, gut dass du da bist. Ziehst du gleich deine Schürze an und übernimmst die hintere Ecke? Ich muss dringend in der Küche helfen, heute geht es wieder zu..", begrüßte mich meine Chefin Louise, kaum dass ich meine Jacke abgelegt hatte. Gesagt, getan, ich band mir die Schürze um und nahm Tablett und was zum schreiben mit und machte mich auf den Weg zu der Gruppe an Tischen. Ringsherum nahm ich die Bestellungen auf, bis ich zu einer Gruppe lachender Jungs kam. "Hey ihr, was darf ich euch denn bringen?", fragte ich und blickte in die Runde. Plötzlich blieb mein Herz stehen und ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich die Augen erkannten, die mir damals das Herz gebrochen hatten. "Einen Cappuccino, bitte", meinte einer der Jungs, aber ich konnte meine Augen nicht von Leon lassen. Im selben Moment drehte er seinen Kopf und formte mit deinen Lippen ein "Oh". Verdattert sah er mich an, und ich konnte immer noch den Schmerz in seinen Augen sehen. "Ich.. ich komme sofort wieder." Mit diesen Worten drehte ich mich um, sagte meiner Kollegin, dass ich kurz frische Luft bräuchte, und ging nach draußen. Ich lief einige Schritte und atmete tief ein. Die kalte Luft füllte meine Lunge und langsam beruhigte sich mein Herzschlag. "Lara.", tönte es hinter mir. Ich drehte mich um, und da stand er. Die Hände in den Hosentaschen, hochgezogene Augenbrauen und ein Blick, der mir alles wiedergab, was wir je hatten. "Ja", sagte ich nur. "Wie geht es dir? Wenn ich gewusst hätte, dass du hier arbeitest, wären wir nicht herkommen, aber wir wollte nur Kaffee trinken. Und überhaupt, was hast du die letzten Jahre gemacht? Ich hab immer an dich gedacht. Ich hab dich nie vergessen. Ich wollte nie dass du gehst.", sprudelten die Worte nur so aus ihm heraus und bevor er länger darüber nachdenken konnte, sagte er: "Ich liebe dich immer noch." Mein Herz begann wieder zu rasen, und meine Hände fingen an zu zittern, als ich zärtlich seine Hand in meine nahm. "Ich dich auch. Und ich wollte immer nur mit dir geh'n". Bei diesen Worten fing er an zu grinsen und zog mich zu sich. Er blickte mich an, und ehe ich mich versah lagen seine Lippen auf meinen. Das ganze fühlte sich so natürlich an, als hätten unsere gemeinsamen Jahre nie aufgehört.
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