Javi Martinez
"Meinst du wirklich dass das für immer hält?", fragte ich wieder meine beste Freundin und Trauzeugin. Sie sah mich ernst an: "Ihr seid seit vier Jahren zusammen. Wenn ihr euch noch trennt, dann fress ich n Besen!" Erleichtert lachte ich. "Und jetzt denk nicht so viel nach. Dann erscheint diese Falte auf deiner Stirn und das macht das ganze Make-Up kaputt!", meinte sie noch und zwickte mich in die Backe. Und tatsächlich: Heute war es so weit, Meine Hochzeit stand bevor. Wir befanden uns im Auto, das uns zur Kirche bringen sollte. Mein Kleid war sehr schlicht, es war einfach weiß, ohne Träger und betonte meine Taille. Die Schleppe war das einzig besonders auffällige am Kleid, sie war sehr lang. Meine Haare fielen in Locken meinen Rücken hinunter und ich hatte einen wunderschönen Brautstrauß in der Hand, der aus weißen Rosen und Efeu gebunden war. Unter meinem Kleid hatte ich meine geliebten Chucks an, die mittlerweile nicht mehr weiß waren, aber ich zog nie andere Schuhe an. Ich seufzte nochmal und meine Trauzeugin, durch die ich Javi überhaupt kannte, nahm wieder meine Hand. "Weist du, was er zu mir gesagt hat, am Tag nachdem ihr euch kennengelernt habt?", fragte sie. Ich schüttelte den Kopf und lächelte. "Er ist total aufgeregt zu mir gekommen und hat gemeint: Laura, das Mädchen ist perfekt. Ich versprech es dir, die werde ich heiraten. Weil so jemanden besonderen treff ich nicht nochmal.", sagte sie, "Und jetzt hör auf nachzudenken. Ich kann es immer wieder sagen: ihr seit perfekt füreinander." "Danke", murmelte ich und versuchte nicht zu weinen.
"Los austeigen", sagte Laura, die schon ausgestiegen war und mir aus dem Auto half. In Chucks war das alles ein bisschen einfacher als mit hohen Schuhen, dachte ich lachend. Sie nahm mich am Arm und führte mich zum Eingang der Kirche, wo mein Vater meinen Arm übernahm und mich nach vorne zum Altar bringen sollte. Ich konnte sehen, dass seine Augen sich schon mit Tränen gefüllt haben. "Nicht weinen, Papa", sagte ich. Man, was hatten Hochzeiten nur an sich, dass alle immer weinen mussten.
"Ich will", flüsterte ich. "Ich will", sagte Javi und sagte mich an. "Sie dürfen die Braut jetzt küssen.", sagte der Pfarrer und Javi drehte sich zu mir. "Ich liebe dich", sagte er und zog mich zu sich. Der Kuss fühlte sich immer noch so gut an, wie unser erster Kuss. Oh man, wir waren so jung gewesen. Ich lächelte in den Kuss hinein und als wir aus der Kirche nach draußen liefen, fragte er: "Also zwei Sachen: an was denkst du und hast du deine Chucks an?" Grinsend zog ich mein Kleid hoch und er musste lachen. "Kenn dich doch. Und an was denkst du?", fragte er nochmal und sag mich an. "Daran, wie wir uns kennengelernt haben", meinte ich, "Und an unseren ersten Kuss." Er begann zu grinsen und zog mich an sich. "Ich wusste damals schon, dass ich dich heiraten will", meinte er und küsste mich wieder. "Weist du was?", fragte er und ich schüttelte den Kopf, "Jetzt darf ich dich so oft küssen wie ich will!"
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