woman | larry

Wieso?

Ich sah weiterhin auf den Fernseher und schluckte. Es liefen irgendwelche Klatsch-News, die ich von YouTube angemacht hatte. Ich konnte mir nicht helfen. Ich würde wirklich gerne aufhören ihn so zu stalken, aber wenn er nunmal berühmt war und man so viel Möglichkeit dazu hatte war die Versuchung einfach zu groß.

Das Bild von ihm und seiner Freundin war schlecht aufgenommen, aber man erkannte sie trotzdem. Und es sah mal wieder nicht nach dem glücklichsten Paar aus. Und ich hasste mich dafür, dass das Hoffnung in mir auslöste.

Es klingelte an der Tür. Seufzend stand ich auf und machte mich auf den Weg durch mein viel zu großes Haus, das mir nur jeden Tag wieder vor die Augen führte, dass ich hier alleine wohnte.

Weil er sie hatte.

„Wer ist da?", fragte ich durch die Gegensprechanlage.

„Yo, dein bester Freund in da House außerdem habe ich Bier dabei. Und Champagner, ich weiß du stehst eher auf Sekt."

Sofort breitete sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus und ich öffnete die Tür für den Iren. Niall sprang mir in die Arme und ließ fast das Bier fallen.

„Wir haben uns viel zu lange nicht mehr gesehen!", fing er dann sofort mit seinem Redefluss an, zog seine Schuhe aus, hängte seine Jacke an die Garderobe und machte sich auf den Weg ins Wohnzimmer. Ich folgte ihm schmunzelnd und hörte ihm dabei zu, wie seine letzten Wochen so gewesen waren.

„Naja, und dann hab ich Hailee gefragt, ob sie mit will und-„ Ich sah wie sein Blick auf dem Flachbildschirm hängen blieb.

„Oh Nein, Harry! Du hast nicht schon wieder Promiflash geguckt oder? Über Louis?"

Der Name durchzuckte mich wie ein Blitz und sofort sah ich zu Boden.

„Doch", gab ich dann leise zu und ließ mich aufs Sofa fallen. Niall kam neben mich und legte mir brüderlich einen Arm um die Schultern. „Hey", sagte er leise. „Es ist doch mittlerweile wirklich lange her. Denkst du nicht, du kannst es...mal hinter dir lassen?"

„Hinter mir lassen?" Ich sah ihn mit Tränen in den Augen an. „Wie soll ich denn die Liebe meines Lebens hinter mir lassen?"

Niall seufzte. „Ich weiß doch auch nicht. Ich meine, du weißt, wie sehr ich euch unterstützt habe. Ich war Anführer des Larryfanclubs." Er lacht leise. „Es tut mir so Leid, dass ihr diesen Scheißdruck nicht ausgehalten habt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie schwer das für dich - für euch gewesen sein muss. Wenn ich ehrlich bin, natürlich hoffe ich, dass ihr irgendwie wieder zueinander findet. Ich will euch beide glücklich sehen." Er seufzte. „Aber wir müssen auch mal realistisch denken, Harry." Den Satz flüsterte er fast. Ich sah zu meinem Kumpel und mein Blick blieb an seinen Haaren hängen, die nicht mehr blond waren.

Er war wirklich erwachsen geworden.

„Ich hab einen Song darüber geschrieben", sagte ich.

Niall sah mich überrascht an. „Wirklich? Lass hören."

Ich seufzte, nickte und stand dann auf um meine Gitarre zu holen.

Einen Tag später saß ich mit nervös verschränkten Fingern an einem Tisch bei einer Awardshow. Zusammen mit mir am Tisch saßen James Corden, Nick Grimshaw und Mitch, mein Gitarrist.

Niall war ein paar Tische weiter zusammen mit Hailee, Shawn, Camila und Julia Michaels, aber er warf mir hin und wieder aufmunternde Blicke zu.

Und dann war da natürlich Louis. Er sah umwerfend aus, obwohl er sehr gelangweilt guckte, und saß am Tisch zusammen mit Liam, der merkwürdig abgelenkt wirkte, und ihr. Eleanor.

Wie ich dieses Mädchen nicht ausstehen konnte. Ich fand sie einfach nur fake und nervig. Und nein, das hing vermutlich gar nicht damit zusammen, dass sie mit meinem Ex-Freund zusammen war.

Doch ich musste meinen Blick von ihnen abwenden, denn die Show ging los. Und das hieß, ich wäre gleich dran und müsste meinen Song singen. Niall hatte mich quasi dazu gezwungen heute diesen Song zu singen. Er war absolut begeistert gewesen und hatte mir nach ein paar Gläsern Sekt dann auch das Versprechen abnehmen können heute damit aufzutreten.

Und kurz darauf war es auch schon soweit. Mitch und ich standen auf der Bühne und er schenkte mir ein beruhigendes Lächeln, bevor er den Einspieler einsetzte. Ich sah zu Louis und Eleanor. Wieder einmal sahen die Beiden sich nicht mal an. Eleanor war gelangweilt mit ihrem Glas beschäftigt, während Louis mich gebannt anstarrte. Ich konnte kaum wegschauen, aber ich zwang mich dazu. Ich schloss die Augen.

„Should we just search romantic comedies on Netflix and then see what we find?", tönte es aus den Boxen und noch einmal nickte Mitch mir beruhigend zu, bevor er die ersten Akkorde spielte.

Jetzt kam mein Einsatz.

„I'm selfish, I know
But I don't ever want to see you with him"

Ich war egoistisch, dass ich Eleanor nicht mit Louis sehen wollte, ja. Denn wenn es ihn glücklich machte, sollte es mich eigentlich auch glücklich machen. Das tat es aber nicht. Vielleicht lag das daran, dass er nicht wirklich glücklich wirkte...

„I'm selfish, I know
I told you, but I know you never listen"

Ich hatte Eleanor tatsächlich mal, als ich komplett betrunken gewesen war, eine Sprachnachricht hinterlassen, dass ich sie nicht mochte und sie Louis doch bitte in Ruhe lassen solle, aber sie hatte es einfach ignoriert.

„I hope you can see the shape that I'm in
While he's touching your skin"

Wenn er sie berührte, statt mich, ging es mir einfach nur scheiße. Allein wenn ich auf Fotos sah, wie sie Händchen hielten oder sich irgendwie berührten ging es mir augenblicklich schlecht.

„He's right where I should, where I should be
But you're making me bleed"

Louis war immer da wo ich sein sollte. Überall wo Louis war, sollte ich sein. Aber da war ja nur Eleanor.

„Woman
Woman
La la la la la la la la
W-Woman
Woman
Woman
Woman
La la la la la la la la
W-Woman
Woman"

Mit jedem Woman, das ich sang klagte ich Eleanor an. Ich schrie sie an. Sie solle doch bitte einfach gehen.

„Tempted, you know
Apologies are never gonna fix this"

Ich vermisste Louis. So sehr. Alles an ihm. Seinen Geruch, seine Augen, sein Lachen, sein Lächeln, seine niedliche Art sich beim Schlafen an mich zu klammern, seine Pullis, seine Küsse, einfach alles. Ich würde Eleanor nie verzeihen können, was sie mir weggenommen hatte. Ich wusste, dass es nicht ihre Schuld war, dass Louis und ich damals Schluss gemacht hatten. Beziehungsweise, dass er mich verlassen hatte. Aber dass sie einfach mit ihm zusammen war...das machte mich kaputt und ich würde sie nie mögen. Da würden auch keine Entschuldigungen helfen.

„I'm empty, I know
Promises are broken like the stitches"

Ich fühlte mich wirklich leer ohne Louis. Ich brauchte ihn einfach. In jeder Hinsicht. Die ganzen Versprechungen, die Louis mir damals gemacht hatte, von wegen für immer und er würde nie aufhören mich zu lieben...die waren alle gebrochen worden. Und es tat immer noch weh.

„I hope you can see the shape I've been in
While he's touching your skin"

Wenn Eleanor sah, dass es mir schlecht ging wenn sie mit Louis zusammen war...vielleicht hätte sie ja Mitleid und würde ihn verlassen. Ja, ich weiß, das war unrealistisch. Aber wen interessiert's?

„This thing upon me, howls like a beast
You flower, you feast"

Ich mochte Eleanor nicht und wollte Louis zurück. So einfach war das.

„Woman
Woman
La la la la la la la la
W-Woman
Woman
Woman"

Ich öffnete die Augen und beobachtete Louis. Er starrte mich an. Selbst als Liam nach einem Blick auf seine Handy hektisch aufstand und Richtung Toilette verschwand, was ich verwirrt bemerkte, sah Louis nicht mal ansatzweise zu ihm. Er sah weiterhin nur mich an.

„Woman
La la la la la la la la
W-Woman
Woman
Woman!"

Eleanor sollte verstehen, dass sie die Finger von ihm lassen sollte. Ich liebte Louis mit meinem ganzen...ja...mit meinem ganzen Ich und ich wollte ihn so sehr zurück. Wie er mich gerade ansah, als ich den Song zu Ende klingen ließ...ließ wieder Blitze durch meinen Körper zucken und bereitete mir eine Gänsehaut auf meinem ganzen Körper. Den Applaus nahm ich nur von ganz weit weg wahr und konnte mich dann endlich wieder von Louis' Blick losreißen. Ich bedankte mich, stieg von der Bühne und ich und Mitch setzten uns wieder hin. Die Komplimente der Anderen zu meinem Song, nahm ich nur halbwegs wahr und lächelte gezwungen.

Ich versuchte wirklich mich auf die Show zu konzentrieren, aber es wollte nicht so richtig klappen.

Dann spürte ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter. Ich zuckte zusammen und drehte mich um und als ich sah wer mich da berührte, zuckte ich noch einmal zusammen.

„Kommst du kurz mit?", fragte Louis und ich nickte nur ferngesteuert und folgte ihm Richtung Toiletten. Ich wäre ihm aber wahrscheinlich auch in ein brennendes Haus gefolgt, also wer ist überrascht?

Als die Tür hinter uns zufiel war der Lärm von draußen plötzlich verebbt und ich drehte mich zu Louis. Er starrte mich einfach an, als wäre ich ein Gemälde in einer Kunstausstellung.

„Harry, ich-", fing er an und seine Stimme, wie sie meinen Namen nach all der Zeit wieder aussprach jagte mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken.

Er betrachtete mich aus seinen wunderschönen blauen Augen und ich musste einfach einen kleinen Schritt näher kommen. Er schien unschlüssig, was er sagen wollte.

„Oh Fuck", stieß er dann hervor und trat näher, bis uns nur noch ein bisschen Luft trennte. „Ich hab dich so vermisst, Hazza!"

Und mit den Worten presste er seine Lippen auf meine und sofort reagierte mein Körper und erwiderte den Kuss. Ich vergrub meine Hände in seine Haaren und er umschlang meine Taille und drückte mich an sich.

„Es tut mir so Leid", flüsterte er, als er sich von mir löste. „Bitte, lass uns wieder von vorne anfangen okay?"

Ich konnte nur nicken. „Ich liebe dich, Harry. Oh mein Gott, ich liebe dich so sehr!", sagte er und bei diesen Worten begann ich wirklich zu weinen. Er hatte ebenfalls Tränen in den Augen, strich meine Tränen weg und lachte leise.

„Ich liebe dich auch, Lou", antwortete ich ihm. Ich wollte ihn schon nochmal küssen, doch ein Geräusch unterbrach mich. Man hörte wie jemand einen Gürtel zumachte und kurz darauf kamen zwei Personen aus einer Kabine.

„Äh. Glückwunsch ihr Zwei, wurde aber auch mal wieder Zeit, dass ihr zurück zueinander findet", sagte Liam und verschwand offensichtlich verlegen schnell aus der Toilette.

„Ja, äh. Genau. Viel Glück euch beiden", meinte Zayn, dessen eigentlich immer gestylten Haare komplett verwuschelt auf seinem Kopf lagen und dessen Hals ein Knutschfleck prangte, der offensichtlich relativ frisch war, und folgte Liam eilig.

„Ääh", sagte ich nur und stieß dann ein glucksendes Lachen aus, bevor ich wieder zu Louis sah, der mich genau so überrascht ansah.

„Okay, was war das?" Er grinste mich an.

„Anscheinend waren wir nicht die Einzigen in der Band, die irgendwie mehr füreinander empfunden haben", sagte ich, immer noch perplex. „Erinner mich dran, Niall zu fragen, ob er davon wusste."

„Erst nachdem ich dich stundenlang geküsst habe, Mr. Styles", sagte Louis dann lächelnd und presste seine Lippen wieder auf meine. Damit konnte ich leben.

Alles andere würden wir später klären.

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Sooooooo. Bald kommt dann die Ziam Sicht für diesen One Shot 💜

Übrigens Danke an alle, die das hier lesen und voten, damit zaubert ihr mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht.

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