wait, ziam? | larry
Harry
Fuck. fuck, fuck, fuck, fuck. Wieso tat er das? Wieso sang er diese dämlichen Songs, die offensichtlich über mich waren?
Es war jetzt verdammt noch mal vier Jahre her, dass er mich verlassen hatte. Und jetzt hatte er die Dreistigkeit einfach diese Songs zu singen? Scheiße. Was sollte ich denn jetzt bitte denken?
Heiße Tränen rannen meine Wangen herab und ich verkrampfte meine Hand noch weiter um das Glas. Ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen, außer einem ekligen Joghurt, mir war unsagbar heiß und meine Gedanken erschlugen mich. Ich rappelte mich von meinem Sofa auf, um die Balkontür aufzureißen. Tief atmete ich die kalte New Yorker Luft ein und versuchte einfach alles andere auszublenden. Ich konzentrierte mich aufs atmen. Einatmen. Ausatmen.
Seufzend sah ich in den dämmernden Himmel hinauf. Scheiße. Wie konnte er mir das antun?
You're the habit that I can't break. Ich schnaubte. I wish. Denn offensichtlich konnte er es ja schon. Hatte er, vor vier fucking Jahren. Ich wischte mir wütend die Tränen von den Wangen. Wie oft ich mir schon gewünscht hatte, ich könnte ihn einfach hassen. Dummerweise funktionierte das nicht. Man konnte die Liebe seines Lebens nicht einfach hassen.
We were too young to know we had everything. Neue Tränen verließen meine Augen und ich lies es einfach zu. Brachte ja eh nichts. Du vielleicht, schrie ich ihn in Gedanken an. Vielleicht warst du zu jung, um das zu verstehen, aber verdammte Scheiße Louis, ich wusste ganz genau was wir hatten. Und das ist ja schon ironisch genug, schließlich bist du älter als ich.
Das Problem war, dass er sich entschuldigte. Das war es, was mich wirklich so aus der Bahn warf. Was mich dazu brachte um 9 Uhr abends auf meinem Sofa zusammenzubrechen.
I'm sorry that I hurt you darling
Fuck, was würde ich dafür geben noch einmal zu hören, wie Louis mich darling nannte?
Don't you let it kill you, even when it hurts like hell. Oh whatever tears you apart, don't let it break your heart.
Die Tränen waren nicht mehr auszuhalten. Ich hielt es generell hier drinnen nicht mehr aus. Ich musste jetzt raus. Am besten in einen Club. Mit so lauter Techno Musik, dass ich nichts mehr fühlte außer dem Bass. Entschlossen wischte ich noch mal meine Tränen weg und ging dann ins Badezimmer. Ich duschte, warf mich in ein schönes, lockeres Hemd und meine geliebten High Waisted Hosen und umrahmte meine Augen mit Kajal. Dann nickte ich mir im Spiegel zu und versuchte die wieder aufkommenden Zweifel einfach zu ignorieren. Das war jetzt das richtige. Auf jeden Fall. Ja.
Etwa zehn Minuten später war ich unterwegs zu einem Club. Ich hatte noch ein Glas Champagner getrunken bevor ich losgegangen war und merkte jetzt schon ein bisschen Wärme die sich in mir ausbreitete. Aber naja, es war halt Alkohol auf leeren Magen, was hatte ich erwartet?
Ich hatte auf dem Weg noch mit einem Fan ein Foto gemacht, erreichte dann mein Ziel aber ohne große Probleme. Es war ein ziemlich bekannter Club, aber da dankte ich mal wieder meinem Bekanntheitsstatus, denn der Türsteher ließ mich sofort rein. Ohne große Umschweife begab ich mich auf die Tanzfläche und begann alles rauszulassen. Meinen Frust, mein schmerzendes Herz und meine Verwirrung. Und nach ein paar Minuten ging es mir tatsächlich etwas besser.
Nach etwa einer halben Stunde war ich allerdings ziemlich außer Atem und machte mich auf den Weg zur Bar. Ich bestellte mir ein paar Shots und kippte sie sofort weg. Und es fühlte sich ziemlich gut an. Ich konnte machen was ich wollte. Niemand konnte mich daran hindern. Dann bestellte ich noch ein paar. Ich fühlte mich stark.
Dieses Gefühl hielt allerdings nicht sehr lange an. Denn nach einer kurzen Weile ging es mir eher nicht mehr so gut. Mir war eher ein bisschen übel. Und alles verschwamm ein wenig vor meinen Augen. Und dann wurde mir richtig übel.
Ich drehte mich auf dem Barhocker um und versuchte mich abzulenken, indem ich die Menschen auf der Tanzfläche beobachtete. Eine Weile brachte das auch etwas, aber dann sah ich jemanden aus der tanzenden Menge zur Bar kommen, der mich auf eine ganz andere Weise aus dem Konzept brachte, als der Alkohol.
Jeder andere Mensch hätte hier sein können. Mit jedem anderen hätte ich noch mehr oder weniger gerechnet, aber er war wirklich eine Überraschung.
„Zayn?" Ungläubig starrte ich den Schwarzhaarigen vor mir an, der genauso ungläubig zurückstarrte.
„Harry?"
Ich blinzelte nur in seine Richtung, dann kam der Schwindel wieder und ich fiel fast von meinem Barhocker.
„Oh Gott, Harry!" Zayn hatte mich halbwegs aufgefangen, zog mich ins Stehen und musterte mich. „Alles okay?" Ich nickte. Dann schüttelte ich den Kopf.
„Scheiße", flüsterte ich. „Zayn, mir ist echt schlecht", murmelte ich dann und kurz zog Zayn nur die Augenbrauen hoch, dann nickte er und legte meinen Arm um seine Schultern, um mich zu stützen. „Alles klar, dann kümmern wir uns mal um dich." Ich nickte, aber alles was ich tat kam mir vor als wäre ich nicht in meinem Körper. „Ich hab den ganzen Tag nichts gegessen, ich hätte nichts trinken sollen." Zayn sagte nichts, aber das musste er auch nicht.
Alles was danach passierte war erstmal ziemlich verschwommen. Er hatte mich irgendwie zur Clubtoilette gebracht, ich hatte mich übergeben und dann hatte er mich in irgendeine Wohnung gebracht. Ich hatte mich wieder übergeben und er hatte mir ordentlich Wasser eingeflöst und mich gezwungen Baguette zu essen.
Jetzt lag ich auf irgendeinem Sofa wie es schien und wachte langsam auf.
„Na? Zumindest ein bisschen deinen Rausch ausgeschlafen?", fragte Zayn und ich drehte mich zu ihm um und nickte. Er saß auf einem Sessel mir gegenüber und lächelte müde.
„Wie lange war ich weg?"
„Meinst du jetzt mentale Abwesenheit oder Schlaf?" Er grinste. Ich grinste müde zurück.
„Du hast ungefähr zwei Stunden geschlafen. Aber weil ich dich um halb elf schon im Club so gefunden habe ist es jetzt erst kurz nach eins."
Ich setzte mich auf. Ich hatte nur ein leichtes Drücken im Kopf, keine schlimmen Kopfschmerzen, aber das lag vermutlich daran, dass ich den ganzen Alkohol schon längst nicht mehr in meinem System hatte, schließlich hatte ich alles ausgekotzt.
Kurz herrschte Stille. Dann ergriff Zayn das Wort. „Du meintest du hast den ganzen Tag nichts gegessen und abgesehen davon, dass man dann vor allem keinen Alkohol trinken sollte..." Er sah mich mahnend an. „...musst du am verhungern sein. Deshalb hab ich Pizza bestellt, hier bedien dich." Er öffnete einen Karton, der auf dem Couchtisch vor mir lag und ich lächelte ihn nur an. „Danke."
„Nicht dafür", meinte er nur und ich setzte mich in einen Schneidersitz, griff nach dem Pizzakarton und legte ihn auf meine Beine. Zayn sah mir dabei zu und nahm sich dann die zweite Pizza, die er bestellt hatte.
Wieder sagte eine Weile lang niemand etwas, man hörte nur ab und an ein genüssliches Seufzen meinerseits (Scheiße, ich hatte echt Hunger gehabt, wieso hatte ich auch nichts gegessen?).
„Wir haben uns lange nicht mehr gesehen", meinte ich dann irgendwann vorsichtig und Zayn nickte nur. Er sah auf den Boden, dann auf zu mir.
„Viereinhalb Jahre nicht."
Ich schnaubte leise. „Ja. Seit mein ganzes Leben auseinander gefallen ist nicht mehr."
„Was?" Zayn sah mich mit gerunzelter Stirn an. „Was soll das denn heißen? Harry, du bist einer der erfolgreichsten männlichen Sänger aktuell und die ganze Welt wartet nur auf dein zweites Album."
Ich sah hoch ins Zayns ehrliches Gesicht und seufzte. „Ja. Was mein Berufsleben angeht scheine ich wirklich an einem guten Platz zu sein." Ich sah wieder weg auf meine Pizza. „Aber mein Privatleben ist eine Katastrophe."
„Du meinst...", begann Zayn und ich nickte nur. Er musste es nicht aussprechen. Wir hatten zwar keinen Kontakt mehr gehabt, aber Zayn war nicht dumm. Meine Songs sprachen für sich. Und Louis' Songs jetzt ja anscheinend auch.
„Ja."
Pause.
„Das tut mir Leid."
„Danke, aber muss es nicht. Es ist jetzt wie gesagt vier Jahre her."
„Aber dir geht es ja trotzdem nicht gut."
Statt zu antworten biss ich wieder ein Stück meiner Pizza ab und kaute.
„Wie geht es dir denn?", fragte ich einfach und Zayn lächelte leicht.
„Mir...mir gehts echt gut", meinte er dann und kratzte sich am Handgelenk. „Ich kann die Musik machen, die ich will, mich aus der Öffentlichkeit soweit es geht raushalten und ich date die tollste Frau der Welt." Er lächelte selig. „Also...ja es geht mir...ziemlich gut."
Ich lächelte sanft. „Das ist schön zu hören."
Zayn lächelte ein bisschen awkward.
„Nein, wirklich. Das freut mich. Wirklich", beteuerte ich und er begann richtig zu lächeln. „Danke, Harry."
Wieder sagte eine Weile niemand etwas.
„Also...Videospiel?", fragte Zayn dann, vermutlich um die immer noch etwas angespannte Stimmung zu lockern und ich musste leicht lachen und nickte. „Aber ich kann nur Mario."
„Hab ich da." Er grinste, stand auf und legte das Spiel ein. Eine kurze Zeit später saß er neben mir auf dem Sofa und wir regten uns darüber auf, wenn wir die Regenbogenstrecke runterfielen. Ich war wirklich noch genauso schlecht in Mario Kart wie damals. Da hatte auch Louis mir nicht helfen können. Aber ich meine, wenn ich mit ihm gespielt hatte hatte das eh meistens in was anderem geendet...
Etwa eine Stunde später war die Stimmung bei Weitem nicht mehr so angestrengt. Wir unterhielten uns locker und hatten auch die dritte Pizza, die Zayn bestellt hatte zusammen aufgegessen (ich hätte ihn dafür küssen können, dass er diese Pizzen bestellt hatte, ehrlich).
Irgendwann hatten wir dann doch beschlossen noch ein bisschen Scotch zusammen zu trinken, denn ich war wieder komplett ausgenüchtert und Zayn hatte heute noch nichts getrunken, warum also nicht?
„Und du lebst hier mit Gigi?", fragte ich ihn und Zayn nickte und sah sich lächelnd um. „Ist ne schöne Wohnung, oder? Gigi ist gerade leider beruflich in Frankreich unterwegs, aber in drei Tagen kommt sie wieder. Und du? Was machst du eigentlich in New York?"
„Ich hab hier tatsächlich auch eine Wohnung", erklärte ich ihm und lächelte. „Aber ich war schon ewig nicht mehr hier. Ich verbinde mit New York jetzt nicht unbedingt die besten Erinnerungen..." Kurz sah ich auf den Boden. „Aber nächstes Wochenende wollte ich mich hier mit einer Freundin treffen und deshalb dachte ich, kann ich auch mal eine Woche vorher schon kommen, weil die Stadt schließlich eigentlich echt schön ist."
Zayn nickte nur. Ich schnaubte. „Hätte Louis sich ja kein besseres Scheißwochenende für seine bescheuerten Songs aussuchen können."
„Harry..."
„Lass uns bitte nicht über meinen Ex reden", meinte ich nur und musste wieder tief durchatmen. Jedes Mal wenn ich Louis „meinen Ex" nannte starb ein weiterer Teil meines Herzens. Zumindest fühlte es sich so an. Zayn schien das zu spüren, er schüttete etwas Scotch nach und wir beide tranken etwas.
Eine Weile hingen wir jeweils unseren Gedanken nach, dann ergriff ich wieder das Wort.
„Weißt du Zayn, du hast uns damals alle ziemlich verletzt als du gegangen bist." Ein wenig ängstlich sah ich zu dem Schwarzhaarigen neben mir und Zayn seufzte nur und nickte.
„Ich weiß." Er ließ sich zurück in die Kissen sinken und ich ebenfalls, aber so, dass ich ihn ansehen konnte.
„Ich konnte einfach nicht mehr."
„Weißt du, ich weiß immer noch nicht genau, warum du damals die Band verlassen hast." Vorsichtig blickte ich Zayn an. Ich hatte Angst etwas falsches zu sagen. Ich wollte nicht, dass Zayn mich wegschickte oder so, ich genoss das hier zu sehr. Es war schön. Es war wirklich schön hier zu sitzen und mit ihm zu reden. Ehrlich.
Er nickte und sah auf das Glas in seiner Hand.
„Ich meine...klar du bist einfach nicht so der Typ für dieses ganze öffentliche Leben und so, aber...das kann doch nicht der einzige Grund sein, oder?"
Zayn schüttelte den Kopf. „Nein", hauchte er dann. „Ist es auch nicht."
Ich sah ihn einfach nur an. Ich wollte ihn nicht drängen. Und ich würde ihn auch nicht dazu drängen irgendetwas zu erzählen, wozu er nicht bereit war.
„Ich...", begann er. „Du hast Recht, einerseits hat dieses ganze Öffentliche, die schreienden Fans, der Druck von Modest...das hat mir schon alles nicht gut getan, aber...hauptsächlich war es schwer für mich, weil..." Zayn seufzte und nippte an seinem Glas. Dann sah er zu mir hoch.
„Harry, ich...ich hatte Gefühle für Liam."
„Du...was?", fragte ich leise und sah ihn verwirrt an.
Zayn nickte nur und lächelte leicht. „Ja. Ich war in Liam verliebt. Und das alles war wirklich schwer für mich, weil...scheiße, Liam ist nunmal der straighteste Typ, den ich kenne."
Ich nickte langsam. Das war einiges was ich verarbeiten musste. Ich meine, es hatte damals eine Menge dieser ganzen Theorien gegeben, aber...ich hatte nie besonders darüber nachgedacht, ob da etwas dran gewesen sein konnte. Also abgesehen von Louis und mir. Zayn war schließlich immer mit Perrie zusammen gewesen.
„Er steht auf Frauen. Nur auf Frauen." Wieder seufzte Zayn leise. Aber da hatte er tatsächlich Recht. Liam war tatsächlich sehr...hetero.
„Aber er ist nicht der nur straigtheste Typ den ich kenne, er ist vor allem der straighteste Typ, den ich kenne, der die meisten Witze, beziehungsweise Anspielungen darauf macht schwul zu sein. Weißt du diese ganze Bromance-Sache..." Er sah wieder zu mir. „Bei dir und Louis war es echt, weißt du? Während es bei Niall und Liam nur Spaß war. Und bei Liam und mir...für ihn halt auch nur Spaß war."
Als er Louis' Namen erwähnte zog sich ein schmerzhafter Stich durch meine Brust. Wann um Himmels Willen würde das endlich aufhören?
„Ich hab das irgendwann nicht mehr ausgehalten. Ich konnte es einfach nicht ertragen, mir wurde jeden Tag vor Augen geführt, dass ich ihn nicht haben konnte. Das war der Hauptgrund warum ich die Band verlassen habe." Er sah zu mir und presste nachdenklich die Lippen aufeinander.
Ich sah ihn einfach an und blinzelte. Scheiße, das warf ein ganz anderes Licht auf die Sache.
„Zayn, das..."
Er lächelte nur. Und sprach dann weiter.
„Es hat dann eine Weile gedauert bis ich über Liam hinweg war. Nach etwa einem halben Jahr ist mir dann irgendwann aufgefallen, dass ich vielleicht mal mit Perrie Schluss machen sollte, wenn ich nur noch die ganze Zeit versucht habe über Liam hinweg zu kommen. Sie hatte es absolut nicht verdient so behandelt zu werden, das ist mir nur leider zu spät aufgefallen. Ich habe sie geliebt, das habe ich ehrlich. Aber ich habe einfach für eine gewisse Zeit Liam mehr geliebt."
Er seufzte nochmal und trank wieder einen Schluck.
„Deshalb konnte ich auch nicht...ich konnte nicht kommen...also zu Louis' Auftritt. Ich weiß, dass er mich dafür hasst, und das ist ja auch verständlich, aber ich war gerade in den letzten Schritten Liam zu vergessen, beziehungsweise zumindest meine Gefühle für ihn, ich konnte ihn einfach nicht sehen. Das hätte alles wieder aufgerissen. Und ich weiß ich hätte eigentlich Louis voranstellen sollen, aber ich konnte nicht. Um über jemanden hinwegzukommen braucht man einfach Abstand."
Noch ein Seufzen. Noch ein Schluck.
Ich verstand ihn.
„Aber inzwischen bin ich komplett über ihn hinweg. Über beide. Und ich hab Gigi."
Als Zayn den Namen seiner Freundin aussprach erhellte sich sein Gesicht und er musste lächeln. „Und sie ist ein Engel. Wirklich, ich liebe sie mehr als alles andere. Sie ist alles was ich je wollte und noch mehr."
Bei mir hingegen verdunkelte sich alles. Er war komplett über Liam hinweg. Und über Perrie. Das konnte man wirklich sehen. Während ich nach vier Jahren immer noch an Louis festhielt. Und es mir zwischendurch wirklich wirklich dreckig ging.
„Harry, alles okay?", fragte Zayn mitfühlend. Er suchte meinen Blick und griff dann nach meiner Hand. Ich nickte nur. Und schluckte. Dann sah ich zu ihm auf.
„Wie...wie lange hat es denn gedauert bis du über Liam hinweg warst?"
„Etwa ein dreiviertel bis ein Jahr."
„Und wie...wie hast du das geschafft?"
Verwirrt sah er mich an. Dann schien es bei ihm zu klicken. Sein Blick wurde weich. „Oh Harry", flüsterte er.
„Ich hatte lediglich Gefühle für Liam. Ich war weder mit ihm zusammen, noch hatte ich irgendwelche reellen Chancen. Du und Louis, ihr...ihr wart viereinhalb Jahre zusammen. Himmel, ihr wart verlobt. Hör zu, Harry, weder Liam, noch Perrie waren die Liebe meines Lebens. Die hab ich in Gigi gefunden. Bei dir...ist das was ganz anderes."
In meine Augen stiegen Tränen als ich ihn so reden hörte. Schon wieder.
Er drückte meine Hand. „Wirklich, Harry. Es ist absolut nachvollziehbar, dass du noch nicht über Louis hinweg bist. Und ohne dir jetzt die Hoffnung nehmen zu wollen oder so..." Er seufzte. "Ich glaube nicht, dass du in diesem Leben noch über ihn hinweg kommen wirst."
Ich begann zu zittern. „Aber wird es irgendwann...besser?", fragte ich dann. „Hört es irgendwann auf so sehr wehzutun?" Die erste Träne bahnte sich den Weg meine Wange herunter.
„Komm her." Zayn zog mich in seine Arme und ich begann leise zu weinen. Er strich mir durch die Haare. Es fühlte sich gut an, einfach gehalten zu werden. Ich hatte das Gefühl er konnte meine Schmerzen irgendwie nachvollziehen.
„Das Problem ist ja nicht mal, dass ich nicht versuche über ihn hinwegzukommen", gab ich irgendwann leise schluchzend von mir. "Das Problem ist viel eher, dass er mich nicht lässt."
„Was meinst du damit?", fragte Zayn und löste sich wieder von mir. Ich sah ihn mit Tränen in den Augen an.
„Naja...Ich meine am Anfang waren es einfach noch schlimme Dinge die dafür gesorgt haben, dass ich immer mal wieder mit ihm in Kontakt war. Ich meine...Jays Tod und...wie schlecht es ihm ging..." Kurz atmete ich durch. „Aber dann...immer wenn ich halbwegs auf einem Weg der Besserung war was die Trennung angeht hat er wieder irgendwas rausgehauen. Ich meine...erst Back to You? Und dann Miss You? War Miss You wirklich sein Ernst? Sowas kann er mir doch nicht antun!" Ich trank einen Schluck. „2018 ist er dann irgendwann auf einem meiner Konzerte aufgetaucht. Und bei..." Ic warf ihm einen kurzen Blick zu. „Bei...Fizzys Tod ist er nicht mal ans Telefon gegangen. Ich hab es locker dreizehn mal versucht bis ich dann einfach aufgegeben und Lottie angerufen habe. Meine Schwester ist noch sehr gut mit ihr befreundet, deshalb war das kein Problem. Und jetzt das. Diese Scheiß Songs die er gestern gesungen hat."
„Harry, es tut mir echt Leid, aber ich muss dich da mal kurz unterbrechen", meinte Zayn und stoppte mich damit in meinem Redefluss. „Miss You kenne ich, da wusste ich ehrlich gesagt natürlich, dass der Song über dich ist. Aber was meinst du mit gestern? Das ist jetzt schon das zweite mal, dass du von irgendwelchen neuen Songs spricht und ich stalke Louis um ehrlich zu sein jetzt nicht so. Wir sind...nicht gerade in so einer tollen Situation was unsere Freundschaft angeht..."
„Oh klar, sorry." Ich seufzte. „Mach mal den Fernseher an."
Zayn tat was ich wollte und ich schaltete YouTube an und suchte die Videos. Nacheinander spielte ich ihm alle vier Songs vor, die er gestern in Madrid gespielt hatte. Während Zayn mich einfach nur im Arm hielt und mir nach einer halben Minute Taschentücher geholt hatte.
Als wir mit allen durch waren schwieg er.
„Er sendet mir solche gemischten Signale. Nach vier Jahren immer noch", meinte ich nur und schniefte. „Ich meine...was will er jetzt von mir? Mit Defenceless erklärt er mir warum er sich von mir getrennt hat und mit Don't Let It Break Your Heart sagt ihr mir ich soll stark sein und drüber hinwegkommen. Aber mit Too Young scheint er dann anscheinend irgendwie zu sagen, dass er einen Fehler gemacht hat? Und mit Habit will er mich zurück? Ich verstehe die Scheiße nicht!"
Zayn strich nur sanft über meinen Rücken und versuchte mich ein wenig zu beruhigen. Was auch funktionierte.
„Ich meine, dass die Songs wirklich über mich sind und nicht über Eleanor oder so ist sowieso klar. Princess Park, kitchen table und so. Aber ganz ehrlich? Nichts da come so far from Princess Park. Wo sind wir seiner Meinung nach denn? In der Scheiße, da sind wir."
Zayn sagte immer noch nichts und ich nahm mir etwas von dem Wasser was auf dem Tisch stand.
„Weißt du wie sehr es mir weh tut gerade überall zu lesen Larry has been confirmed? Nur wegen deser einen Kackzeile? Was wurde denn da confirmed? Nur, dass wir mal waren und jetzt vorbei sind. Scheiße." Meine Stimme brach und ich begann wieder zu schluchzen. So hatte die Erklärung eigentlich nicht enden sollen.
Zayn nahm mich wieder nur in den Arm.
„Scheiße, Harry das tut mir Leid."
Er strich mir immer wieder sanft über den Rücken und ich genoss seine Umarmung von ganzem Herzen.
Scheiße, Zayn hatte mir wirklich gefehlt.
„Was willst du denn jetzt machen?", fragte er irgendwann und ich zuckte mit den Schultern.
„Was weiß ich. Eigentlich müsste ich ihn doch irgendwie mal kontaktieren und konfrontieren, oder?"
Zayn sagte nichts, sondern sah mich nur an.
„Aber...dann weiß ich ja nicht mal ob er antworten würde. Oder abheben." Ich gab einen verzweifelten Laut von mir.
Er nickte. „Ja. Aber irgendwas musst du machen, Harry. Das geht so doch nicht weiter..." Zayn seufzte. „Und...also...falls er mit Habit wirklich..."
Fragend sah ich ihn an. Zayn seufzte nochmal und blickte dann zu mir. „Würdest du ihn denn zurücknehmen? Also...willst du ihn noch?"
Kurz überlegte ich. Ich sah auf den Boden, drehte mein Glas in meinen Händen und nickte dann langsam.
„Ja", sagte ich dann, ohne einen Hauch von Zweifel. „Ich liebe ihn immer noch so sehr." Ich sah Zayn direkt in die Augen. „Fuck, ich würde doch für Louis alles und jeden stehen und liegen lassen. Ich würde jetzt sofort nach London fliegen, um ihm einen Besuch abzustatten, einfach weil ich ihn so sehr vermisse!"
Zayn lächelte sanft. „Dann solltest du vielleicht genau das tun."
to be continued...
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