the good old days | larry
Okay. Heute war also einer dieser Tage.
Mein Leben war wundervoll. Das war es wirklich. Ich war sowohl persönlich als auch in meinem Berufsleben an einem der besten Punkte jemals angelangt. Ich war erfolgreich, hatte die beste Band die ich mir wünschen konnte und meine letzte Trennung mit meinem neuen Album endlich mal verarbeitet.
Ich war selbstbewusst und endlich damit komplett zufrieden und glücklich wer ich war. Und meine Fans akzeptierten all das und wollten einfach nur, dass ich glücklich war.
Kurz gesagt: ich lebte mein bestes Leben. Und ich genoss es in vollen Zügen.
Und doch gab es diese Tage. Diese Tage wie heute and denen ich alleine zu Hause war und irgendwie, vielleicht durch den You Tube Algorithmus, auf die Idee kam mir Larry Stylinson Videos anzugucken.
Ich wusste nicht, warum ich es mir immer wieder antat, aber manchmal guckte ich mir einfach diese oder andere Videos aus der One Direction Zeit an und vermisste es. Ich vermisste alles an unserer Zeit als Band.
Die Tourbusse, Nialls Lachen, die Konzerte, die Interviews die einfach nur ein einziger Mess waren. Ich vermisste es in Hotelzimmern Alben aufzunehmen und morgens vorm Frühstück im Hotel erstmal Zayn wecken zu müssen. Ich vermisste Paul, meine langen Haare, ja sogar die 1D-Dolls.
Aber vor allem vermisste ich Louis. Louis und wie nah wir uns gestanden hatten.
Es war so, wenn man nur an der Oberfläche kratzte, nur ein paar von den Larry Videos gesehen hatte, dann konnte man glauben Louis und ich hatten nur eine sehr sehr ausgereifte Bromance. Denn wenn man wirklich mit dem Gedanken an die Sache ranging „die beiden sind definitiv nur Freunde", dann konnte man sich die Blicke, die dirty jokes, die Umarmungen auch erklären. Als Witze. Sogar das „My first real crush was Louis Tomlinson".
All das ließ sich noch als platonisch betrachten (wenn man denn wollte). Aber es gab einfach manche Dinge, manche kleinen Dinge, die sich die Fans nicht anders erklären konnten, als dass zwischen mir und Louis etwas gelaufen war beziehungsweise sogar immer noch lief. Manche kleinen Aufnahmen, oder Bewegungen, sanfte Berührungen...so ging man einfach nicht mit Freunden um. Auch nicht mit engen.
Das einzige Problem war nur...das war alles was es gewesen war. Freundschaft. Irgendwie.
Nicht von meiner Seite aus, Himmel nein. Ich hatte Louis von ganzem Herzen so sehr geliebt, dass ich manchmal wirklich gedacht hatte ich würde irgendwann an meiner Liebe zu ihm sterben (ja dramatisch, aber so war ich nunmal). Ich war extrem eifersüchtig geworden, ich hatte nur zu ihm gesungen, meine Fresse mein gesamtes Leben hatte sich nur um Louis Tomlinson gedreht.
Aber Louis...für Louis waren wir Freunde gewesen. Oder besser gesagt „Freunde", denn so wie er mich behandelt hatte, behandelte man nunmal keine Freunde.
Das war das größte Problem gewesen. Dass es eben nicht alles nur von meiner Seite ausgegangen war.
Dass er ständig mit mir geflirtet hatte und wir uns halt mal umarmt hatten, das konnte man alles noch in einem platonischen Kontext sehen. Aber...
Er war immer extrem besitzergreifend geworden was mich anging, extrem eifersüchtig.
Die Anspielungen, die er gemacht hatte, die Art und Weise wie er mich berührt hatte, die Art und Weise, wie sanft er mir gegenüber hatte werden können, im Gegensatz dazu, wie er mit Liam oder Niall umgegangen war...
Das Lächeln, das auf seinen Lippen aufgetaucht war, wenn ich gesungen hatte, die ehrliche Überraschung in seinen Augen wenn ich den Text zu „i'm in love with Lou" geändert hatte...
All das...hatte mich in der One Direction Zeit zu dem verwirrtesten Jungen auf der Erde gemacht.
Louis hatte mir die ganzen 5 Jahre lang, durchgehend gemischte Signale gesendet.
Auf der einen Seite das ganze „seriously, genuinely believe". Das ganze „nein, wir sind nur eine Bromance kommt mal alle wieder runter".
Auf der anderen Seite manche dieser Blicke, die ich gespürt hatte. Die sanften Berührungen, die er nur mir und niemandem sonst gegeben hatte. Wie er sich an mich gekuschelt hatte wenn er eingeschlafen war, wie wir an manchen Tagen einfach nur bei uns zu Hause auf dem Sofa gelegen hatten, komplett ineinander verschlungen. Dieses selbstverständliche Körperlichkeit unserer Freundschaft, dieses gegenseitige Vertrauen in Berührungen.
Auf der einen Seite gab es dann wieder Eleanor. Seine Freundin. Auf der anderen Seite die Art und Weise wie er reagiert hatte, immer wenn ich mal jemanden gefunden hatte, den ich ganz gerne mochte: „I'm happy that they're good friends...if that", „It is what it is".
Auf der einen Seite „I am in fact straight" auf der anderen seine Eifersucht, wenn ich die anderen Jungs für länger als eine Sekunde auch nur ansah.
Auf der einen Seite wie er sich über die Jahre immer mehr zu dem typischen straighten Mann entwickelt hatte...auf der anderen Seite wie er der Mann gewesen war, den er mir gezeigt hatte.
Und dann war da ja auch noch die Wellington Geschichte. Die verwirrte mich auch.
Denn so gerne ich auch allen Fans mal erzählen würde, was damals passiert war...die Wahrheit war: Ich konnte es nicht.
Denn ich war so unglaublich betrunken gewesen, dass ich einen absoluten Filmriss gehabt hatte und mich an nichts mehr erinnern konnte. Und Louis genauso wenig. Das einzige, was wir von diesem Abend als Erinnerung hatten war das Video.
Und ich wünschte wirklich ich hätte an diesem Abend nicht so viel getrunken, denn dann würde ich wissen ob wir wirklich all das getan hatten wonach es aussah. Meine Fresse, am Ende sagte ein Mädchen sogar „Oh my god Harry's gonna kiss him" und ich verfluchte mich auf ewig, wenn der dumme Alkohol mich dazu gebracht hatte, falls ich es wirklich hatte spüren dürfen, tatsächlich zu vergessen wie sich Louis' Lippen auf meinen anfühlten.
Also die Wahrheit war: Larry Stylinson war definitiv irgendwie mehr gewesen als eine Bromance.
Aber was es wirklich gewesen war...und ob man es ersthaft real nennen konnte...offen gesagt, ich hatte keine Ahnung.
Ich wusste nur, dass ich Louis vermisste. Sogar einfach als Freund. Denn manchmal vergaß ich tatsächlich wie eng wir gewesen waren. Manchmal gab es Tage, da musste ich mich mit Videos daran erinnern, wie nah wir uns gestanden hatten, weil es mir jetzt so unerreichbar vorkam, als wäre es nie Wirklichkeit gewesen.
Heute war so ein Tag.
Ich hatte Louis jetzt bestimmt fast dreieinhalb Jahre nicht mehr gesehen.
Und es tat mir weh alle Erinnerungen langsam verblassen zu sehen. Natürlich würde ich ihn nie vergessen. Ich würde auch nie vergessen, wie sehr ich ihn geliebt hatte und wie unglaublich jede Sekunde mit ihm gewesen war.
Aber es verlor langsam den Bezug zur Realität. Es wurde langsam das was es war.
Erinnerungen.
Manchmal sah ich Tweets die ungefähr so etwas sagten wie glaubt ihr Harry Styles guckt sich manchmal alte Videos an und vermisst die Zeiten und seine Jungs?
Und immer wenn ich diese Tweets sah, dachte ich mir nur ja. Ja, tut er.
Verdammt nochmal. Tut er.
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Okay, eigentlich hatte das noch nicht das Ende sein sollen. Aber um ehrlich zu sein...irgendwie gefällt es mir so. Und ich wüsste auch nicht, wie man hier noch eine wirkliche Handlung schreiben könnte.
Deshalb bleibt das jetzt erstmal dieser sehr kurze One Shot ohne eine wirkliche Handlung und vielleicht schreibe ich mal eine Fortsetzung. Vielleicht aber auch nicht. Wer weiß. Fakt ist: quarantine got me like...
Ich schreibe so unglaublich viel und auch so viel von den Sachen, die ich teilweise vor Ewigkeiten angefangen habe (auch wenn ich eigentlich unglaublich viele Aufgaben machen muss...die ich alle vor mir herschiebe...).
Also könnt ihr euch vermutlich auf ein paar One Shots freuen, die noch kommen werden.
Ich hoffe euch geht es auch in diesen Corona-Zeiten gut und euch hat dieser Mini One Shot irgendwie gefallen.
🥰
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