partners in crime | larry

or: the one where harry and louis were dating in the past and now they're not. kind of. sort of. actually nobody knows.

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„Ich will dich mit niemandem teilen", atmet Louis gegen Harrys Nacken, bevor er seine Lippen wieder auf die Haut drückt und seine Zunge darüber fahren lässt.

„Wir sind nicht mehr zusammen, Lou", haucht Harry und dreht die beiden um, sodass Louis zwischen ihm und der Wand eingesperrt ist.

„Das ist mir egal", antwortet Louis und zieht an Harrys Haaren, als dieser an seiner empfindlichen Haut saugt.

„Fuck off" , lacht Harry, als er kurz von Louis' sündenhaft weichem Hals ablässt, um sein Knie zwischen Louis' Beine zu drücken. Louis gibt ein zischendes Geräusch von sich und bringt Harrys Lippen mit einer bestimmten Bewegung zurück auf seinen Nacken.

Harry zieht seine Zähne über Louis' Schlüsselbeine und küsst die empfindliche Stelle unter seinem Kiefer. Er kennt Louis' Körper besser als seinen eigenen.

So ist das immer.

Sie küssen sich, sie schlafen miteinander. Es ist immer Lust und Leidenschaft und Rot und ein Meer aus so vielen Gefühle, die niemand beschreiben oder irgendwie einordnen kann, wenn Harry und Louis aufeinandertreffen.

Haut an Haut. Ihre Herzen sind so unsynchron wie sie sein könnten, aber wenn sie sich nah sind, werden alle Sterne in eine Linie gebracht. In solchen Momenten ist alles egal. Alles, die gesamte toxische Natur ihrer Beziehung oder was auch immer, die kranke, verdrehte Welt, ihre Gefühle oder Gedanken. Das einzig Wichtige sind Louis und Harry. Ob es Sinn ergibt oder nicht.

Ob sie sich kennen oder sich fremd sind, ob Louis in Harrys Seele taucht oder nicht mal an der Oberfläche kratzt, ob sie in den Himmel befördert werden oder manchmal stumme Tränen über Harrys Wangen laufen wenn er kommt.

Alles ist egal.

Sie waren zusammen, vor vielleicht einem halben Jahr. Jetzt sind sie das nicht mehr, aber irgendwie haben sie eine ganz komische Beziehung zueinander. Niemand kann es so richtig beschreiben.

Teilweise sehen sie sich wochenlang nicht, nur um dann zufällig irgendwo aufeinanderzutreffen.

Manchmal fallen sie übereinander her, verbringen die ganze Nacht im Bett und vielleicht auch noch den nächsten Tag. Und manchmal sind sie wirklich nur Freunde. Lachen zusammen, essen zusammen, verbringen Zeit mit den anderen, also Niall und Zayn und Liam und berühren sich nicht mal viel.

Louis liegt in Harrys Arm und streicht die Outlines seiner Tattoos nach. Beide sind erschöpft, atmen noch schwer, aber Louis' Zeigefinger hinterlässt brennende Spuren der Leidenschaft auf Harrys Haut.

So sehr, dass Harry Louis irgendwann mit seiner Hand stoppen muss. Louis verschränkt ihre Finger auf Harrys Brust und dann sehen sie sich einfach nur an. Bestimmt zehn Minuten lang. Und dann liegen sie küssend in Louis' Bett und wissen beide nicht mehr wo oben und unten ist.

Dabei sind sie heute sogar nüchtern.

Es ist so viel mit Louis und Harry. So viel, dass es zu viel ist.

Ungefähr so drückt Harry sich auch aus, als er eine Woche später mit Niall im Park sitzt und versucht es irgendwie zu erklären.

„Louis und ich, wir-es ist immer zu viel mit uns", sagt er, sieht in die Luft und kratzt sich am Arm. „Auch als wir wirklich zusammen waren, war es toxisch, unsere Liebe ist absolut fucked up und es gibt nichts was wir dagegen tun können."

Niall mustert ihn nur. Harry sieht nicht mal wirklich traurig aus oder irgendetwas ähnliches. Am ehesten könnte man es vielleicht noch mit Gleichgültigkeit beschreiben. Harry kennt die Situation nur so.

„Ich meine, in der einen Sekunde schreien wir uns an, weil Louis zu eifersüchtig wird oder ich zu besitzergreifend und werfen mit Tellern und in der nächsten haben wir Sex."

„Hass-Sex ist heiß", kommentiert Niall und Harry lacht nur.

„Oh fuck, ja." Er reißt einen Grashalm vor sich aus dem Boden. „Aber Louis und ich...wir sind einfach nicht gut füreinander. Ich liebe ihn, verdammte Scheiße, ich liebe ihn, aber auf eine so ungesunde Weise, dass es wirklich richtig ist, dass wir nicht mehr zusammen sind. Es sind so geballte Gefühle und so stark, dass sie uns zwar in den Himmel bringen können, aber so fertig machen und so krass zu Boden bringen, dass es einfach nicht gut sein kann."

Wieder gibt er ein trockenes Lachen von sich. „Manchmal sind wir von einem Wochenende zusammen wiedergekommen und brauchten beide eine mindestens dreitägige Auszeit voneinander, einfach weil diese Chemie zwischen uns so krank erschöpfend ist."

Niall kratzt sich am Kopf, denn es stimmt nunmal. Jeder kann es sehen. Louis und Harry zusammen, das ist...das ist einfach zu viel. Sie brauchen sich irgendwie, aber gleichzeitig machen sie sich kaputt.

„Einmal haben wir uns wegen Nick gestritten und haben uns so heftige Sachen an den Kopf geworfen, dass ich einfach rausmusste. Also bin ich nur in Boxershorts und Schuhen rausgerannt. Um drei Uhr nachts. Und Louis ist mir hinterhergerannt, bestimmt drei Blocks, bis wir auf einem Zebrastreifen ineinadergecrasht sind und uns bestimmt zehn Minuten einfach nur die Seele aus dem Leib geküsst haben. Wir haben den ganzen Verkehr blockiert, aber es war uns so scheißegal. Und dann sind wir auf die Tower Bridge und haben einfach alles rausgeschrien. Alle Emotionen gegen den Fluss geworfen und ich hab mich noch nie mehr am Leben gefühlt." Harry leckt sich über die Lippen.

„Das ist es glaub ich. Louis und ich, das ist...das ist das Leben. Wenn wir zusammen sind, sind wir lebendig, am brennen, die personifizierte Leidenschaft, aber...nur Leidenschaft ohne Ausgleich ist tödlich."

Niall sagt nichts.

„Es macht so süchtig, Nialler."

Kurz runzelt Harry die Stirn. „Fuck, nein, das ist es. Es ist eine Sucht. Deshalb ist es so toxisch. Louis und ich sind beide süchtig nacheinander, aber so ernsthaft, dass es ein riesiges Problem ist." Wieder schweigt Harry für eine Weile, einfach vor sich in die Luft sehend. „Ich glaube auch nicht, dass wir irgendwie aufhören können." Er zuckt mit den Schultern. „Aber das ist okay."

Niall weiß nicht ob er überrascht sein soll oder nicht, als er sieht, dass Harry das hundertprozentig ernst meint. Es ist wirklich okay für ihn. Es ist einfach so und er kommt damit klar.

Und so wie Niall die beiden kennt geht es Louis genauso.

Vielleicht auch nicht, was weiß Niall schon?

„Und wir nehmen viel zu viele Drogen", sagt Harry und Niall muss irgendwie mit einem Mundwinkel grinsen, denn wenigstens ist Harry es sich bewusst.

Das tun sie wirklich. Es gibt so viele Dinge über Harry und Louis, von denen niemand auch nur eine geringste Ahnung hat, so viele Dinge, die unbekannt sind, in den Sternen stehen, niemand weiß Bescheid, vor allem nicht Harry und Louis selbst. Aber dass sie zu viele Drogen nehmen, das ist sicher.

Harry kann sich an eine Zeit ohne Louis nur schwer erinnern. Dabei haben sie sich erst vor einigen Jahren kennengelernt, aber irgendwie ist alles ohne ihn ein einziger Blur. Es ist irgendwie als ob Louis in seine Welt gekommen ist und Farben, Sinn und Musik mitgebracht hat.

Oh, und Gefühle. Viel zu viele Gefühle und vor allem auch zu viele schlechte Gefühle. Denn ja, da ist die Leidenschaft, die Lust, die Liebe, das Feuer der beiden, aber da ist auch der Schmerz, die Zerstörung, die Einsamkeit.

Manchmal sind Louis und Harry zusammen, aber einsam.

Es ist schon echt fucked up mit ihnen.

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Louis zieht das weiße Pulver tief in die Nase und wischt den Rest mit der Handfläche ab, nur um sie dann abzulecken. Harry starrt ihn unverblümt an, die Leidenschaft in seinen geweiteten Pupillen flackernd. Er nimmt das kleine Tablett, das Louis ihm hinhält und das Stück abgeschnittenen Strohhalm.

Sie sind beide komplett zugedröhnt.

Er zieht seine Line und leckt das übrig gebliebene Pulver vom dem silbernen Metall. Dann lässt er es achtlos neben sich fallen und weder Harry noch Louis zucken auch nur mit der Wimper, bei dem lauten Geräusch, das es macht, als es auf den Boden kracht.

„Du siehst hübsch aus", sagt Harry und Louis lacht nur trocken.

„Nicht witzig, Harry."

Harry sieht ihn nur weiter an. Das war kein Witz. Louis sieht wirklich hübsch aus mit seinen verwuschelten Haaren und seinem verschwitzten Shirt und seinen geweiteten Pupillen, wie er Harry genauso anstarrt.

Aber das ist eigentlich auch egal. Vielleicht weiß Louis das auch. Also das es kein Witz war.

Vielleicht hat er das einfach so gesagt, ohne Grund. Es wäre nicht das erste Mal, dass Louis so etwas machen würde.

Eine Weile starren Louis und Harry sich nur an. Dann irgendwann stehen sie auf, brauchen dafür eine Ewigkeit und gehen in die Küche von...ehrlich gesagt weiß keiner von ihnen bei wem diese Party gerade stattfindet. Harry greift nach einer Vodkaflasche, nimmt einen Schluck und küsst Louis dann so, dass der Alkohol in seinen Mund fließt.

„Meine Lieblingsart eine Shot zu trinken", murmelt Louis an Harrys Mund und Harry grinst nur und zieht Louis an sich. Denn er trinkt Shots noch lieber aus Louis' Bauchnabel.

Sie küssen sich und dann stolpern sie dahin, wo alle tanzen und bewegen sich zur Musik. Louis ist ein furchtbarer Tänzer, aber er ist fucking high und das einzige was wichtig ist, ist wie die Melodie durch ihn strömt wie Sauerstoff.

Irgendwann bricht Louis in Harrys Armen zusammen und Harry sagt nichts, sondern fängt ihn einfach auf und trägt ihn aus dem Haus und nach Hause. Auf dem Weg kotzt Louis irgendwann. Auf sich selber und ein bisschen auf Harry. Harrys Muskeln brennen, aber er kümmert sich nicht darum und trägt Louis alle Stufen in den dritten Stock hoch.

Er öffnet die Tür und setzt Louis erst in der Dusche ab. Eine Badewanne hat er nicht, die Wohnung ist ziemlich ranzig und klein.

Harry nimmt den Duschkopf und beginnt das Erbrochene von Louis' Kleidung zu waschen. Für ihn ergibt das Sinn. Für Louis auch.

Louis' Augen flattern auf und zu, er lehnt seinen Kopf an die kalten Fliesen hinter sich und beginnt irgendwann eine leise Melodie zu summen.

Das Wasser ist eiskalt, aber es stört ihn nicht. Und Harry denkt nicht mal darüber nach. Louis' Jeans saugen sich mit Wasser voll, Harry steigt in das Summen mit ein und drückt Louis zwischendurch einen schlampigen Kuss auf die Haare.

„Warum tun wir das alles, Harry?", fragt Louis dann plötzlich, seine Stimme unklar und er noch mehr neben sich als sonst.

Er fragt sich manchmal was die beiden für einen Eindruck auf andere Leute machen.

Was würden Menschen denken, wenn sie sie jetzt so sehen würden? Louis in der Dusche, Harry davor, wie er ihm Kotze von der Kleidung wäscht.

Sehen sie aus wie Liebende? Oder wie Freunde? Oder wie Fremde?

Oder denkt Louis einfach zu viel und niemand macht sich darüber überhaupt Gedanken? Er weiß es nicht.

Aber ist es überhaupt wichtig?

Harry zuckt als Antwort nur mit den Schultern und streicht Louis durch die Haare, bevor er ihn auszieht. Dann wickelt er ihn in ein Handtuch ein, trägt ihn ins Bett und zieht sich sein eigenes Shirt aus, bevor er sich zu ihm legt.

Er zieht die warme Decke über sich und Louis und schlingt seine Arme um den nackten Jungen.

Sie sind beide ein absoluter Mess.

Aber das wissen sie.

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„Fuck, renn, Harry!", ruft Louis und greift weiter nach Harrys Hand, um ihn mit sich zu ziehen.

„Lou, wir können doch nicht vor den Cops abhauen!"

„Doch können wir, ich hab zu viel dabei."

„Wieso hast du's auch nicht einfach zu Hause gelassen?"

„Jetzt komm endlich!" Louis zieht Harry um eine Häuserecke und die beiden rennen als ob ihr Leben davon abhängt. Vielleicht tut es das ja auch, wer weiß das schon?

Harry kann nach ein paar Minuten schon nicht mehr und hasst Louis dafür, dass er so viel Fußball spielt. Und auch wenn sie manchmal wirklich praktisch ist jetzt gerade verflucht er Louis' Ausdauer. Und Louis' Drogen.

Er verflucht alles was Louis und er haben, als er weiter rennt und nach Luft ringt und die Seitenstiche schon kommen spürt.

Wenn sie zusammen sind, sind sie nicht glücklich, aber wenn sie voneinander getrennt sind, sind sie noch unglücklicher. Das ist alles andere als gesund. Er fühlt sich schwer, wenn er darüber nachdenkt.

Aber gleichzeitig fühlt er sich leicht, weil Louis immer noch seine Hand hält und sie durch die Straßen von London rennen und vielleicht von Polizisten verfolgt werden und er mal wieder merkt wie sehr er doch am Leben ist.

Aber gesund ist das trotzdem nicht.

Louis' Lunge scheint auch langsam an ihre Grenzen zu kommen und er zieht Harry mit sich in eine kleine Gasse.

Sie pressen sich an die dreckige Häuserwand, versuchen ihren Atem wiederzufinden und sehen sich an.

Louis gibt ein kleines Lachen von sich.

Harry prägt sich den Moment genau ein. Louis ist wunderschön.

Jetzt fragt auch er sich, wie sie wohl auf andere Menschen wirken. Wenn die Polizisten sie wirklich verfolgt haben und jetzt finden würden...

Wie würden Harry und Louis aussehen? Würden sie so aussehen, als ob sie sich lieben? Würden sie aussehen, als ob sie oft zusammen vor der Polizei abhauen? Denn das haben sie tatsächlich schon öfter getan als es normal wäre.

Louis und Harry brechen oft zusammen Gesetze.

Sie sollten aufhören.

Andererseits gibt es da so viel mehr, mit dem sie aufhören sollten. Und jeder weiß, dass sie das nicht werden. Nicht jetzt, nicht in naher Zukunft, vermutlich nicht mal in ferner Zukunft.

Louis und Harry lieben sich zu sehr, als dass sie irgendwie aufhören könnten sich gegenseitig kaputt zu machen.

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„Manchmal hasse ich dich", flüstert Louis in die Dunkelheit von Harrys Schlafzimmer, immer noch außer Atem. Die Luft ist heiß und irgendwer von beiden wird gleich aufstehen und das Fenster aufreißen. Und Louis wird rauchen, immer noch nackt und Harry wird ihn einfach nur ansehen.

„Ich weiß", ist alles was Harry antwortet. Seine Hand streicht durch Louis' Haare. Sie sind voller Schweiß. Aber Harry kennt das, es ist ihm egal. Er ekelt sich nicht mal vor Louis' Sperma auf seinem Bauch, manchmal schlafen sie auch so, wenn Harry dann am nächsten Morgen aufwacht, ist Louis weg und er klebt immer noch. Oder Louis ist noch da. Das passiert auch.

Louis dreht sich in Harrys Armen und leckt über seine Brust. Harry sieht ihm dabei zu, spürt wie seine Haut reagiert, greift in Louis' Nacken und küsst ihn.

Es sind nicht nur ihre Zungen, es sind Louis und Harry, die miteinander kämpfen.

Irgendwie tun sie das immer.

„Aber es gibt auch Momente, da hab ich das Gefühl, ich sterbe, wenn ich dich nicht einatme", sagt Louis unendlich leise. Aber Harry hört jedes Wort deutlich. Er liegt schließlich direkt unter ihm.

„Ich weiß", sagt Harry wieder.

Louis küsst Harry, Harry küsst Louis und dann steht Louis auf und geht zum Fenster. Er öffnet es, setzt sich aufs Fensterbrett und lehnt sich an die Wand hinter ihm. Er nimmt sich eine Zigarette, zündet sie an und raucht.

Harry guckt ihm einfach nur zu.

Dieser Moment ist blau. Blau und dunkel und auf seine abartige Weise perfekt. Harry ist high, aber er erinnert sich nicht mal daran ob Louis und er wirklich was genommen haben. Vermutlich haben sie das.

Das haben sie meistens.

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Sie sind nicht mehr zusammen, aber Harry stimmt Louis zu.

Er will ihn auch nicht teilen.

Mit niemandem und schon gar nicht mit Aiden. Sie sind auf einer Art Trip, sie alle. Louis, Harry, Aiden, Liam, Zayn, Niall, Josh, Sandy, Danielle, Eleanor, Marc und Clara. Und während sie um die Feuerschale verteilt dort auf der Wiese sitzen und Niall Liam irgendwas erzählt kann Harry nur zu Louis und Aiden starren und seine Bierflasche fast mit seiner Hand zerspringen lassen, weil Louis Aiden für Harrys Verständnis ein bisschen zu oft berührt.

Sie haben sich seit drei Wochen nicht gesehen. Nicht gesehen, nicht miteinander gesprochen, sich nicht berührt.

Harry hat das Gefühl er geht kaputt.

Kaputt, wenn er Louis jetzt nicht sofort anfasst. Louis hat ein Shirt von Harry an. Das fällt ihm jetzt erst auf. Er hebt den Kopf. Er weiß nicht wo Louis es her hat, weiß nicht, was er fühlen soll, er ist überfordert. Und jetzt wo Louis wieder lacht und Aiden eine Strähne aus dem Gesucht streicht während das Feuer seine Haut weichzeichnet kann Harry nicht mehr.

„Louis", ruft er und steht auf und es klingt bedrohlich und es ist ihm egal, dass ihn alle ihre Freunde anstarren. Louis sieht zu ihm hoch, steht auf, Aiden geht in Deckung und dann starren Harry und Louis sich einfach nur an.

Die anderen lenken ihre Aufmerksamkeit wieder von ihnen weg, so geht das immer, sie sind das gewohnt. Irgendetwas unerwartetes passiert und gleich rennen die beiden bestimmt wieder weg.

Aber Harry kann seinen Blick nicht von Louis nehmen. Von Louis, wie er den Kopf schief legt, von Louis wie er auf Harry zugeht, um die Feuerschale und ihn für einen verlangenden Kuss an sich zieht. Von Louis, wie er sich von Harry löst, als Harry noch nicht will, wie er Harry von sich stößt, sich umdreht und wegrennt.

Harry versteht Louis nicht.

Louis versteht Harry nicht.

Und so läuft Harry ihm hinterher, jagt Louis über die grasbedeckten Hügel, durch die kalte Nachtluft und hört den Wind in seinen Ohren rauschen.

„Louis", ruft er. „Louis, bleib stehen!"

Louis hört natürlich nicht auf ihn, zieht nur Harrys Shirt im Laufen aus und wirft es nach hinten. Fast als wolle er sagen „hier, mich brauchst du nicht, nimm dein Shirt und geh wieder".

Keiner von beiden versteht die Situation. Keiner weiß, warum sie tun was sie tun. Sie wissen nur, dass es immer so ist. Und sich nie ändern wird.

Harry hebt das Shirt auf und rennt Louis weiter hinterher.

Wieso gibt es diese Situation mit ihnen so oft? Andere Menschen laufen so gut wie nie voreinander weg. Und Harry und Louis jagen sich regelmäßig irgendwo.

Aber vieles ist mit ihnen anders als mit dem Rest der Welt.

„Louis, bleib stehen", ruft Harry nochmal außer Atem und läuft im einige Sekunden später in den Älteren rein, weil er diesmal tatsächlich gemacht hat was Harry ihm gesagt hat und aufgehört hat wegzurennen und Harry nicht damit gerechnet hat. Er beugt sich vornüber und ringt nach Atem, dann hebt er das Shirt an.

Louis hebt kommentarlos die Arme und lässt sich von Harry wieder anziehen.

Eine Weile stehen sie einfach da, dann lässt Harry sich ins kalte und feuchte Gras nieder.

„Wieso sind wir so?", fragt er und atmet tief ein. Seine Lunge schmerzt.

Louis zuckt mit den Schultern. So wie Harry als Louis in der Dusche saß und etwas ganz ähnliches gefragt hat.

Harry lässt sich auf den Rücken fallen und starrt in die Luft. Der Himmel ist klar und man kann hier tausende von Sternen sehen.

Es sieht wunderschön aus.

Harry merkt, wie Louis sich neben ihn legt, nimmt seinen Blick aber nicht von den leuchtenden Punkten über ihm.

Heißt es nicht immer Sterne sind schon tot? Schon lange erloschen, aber es dauert Ewigkeiten bis das letzte Licht die Erde erreicht?

Vielleicht sind Louis und er ja auch so.

Vielleicht sind sie auch schon lange erloschen. Es dauert nur bis man es merkt.

Denn ohne einander sind sie nicht ganz, aber zusammen zerstören sie sich.

Es ist schon irgendwie nicht optimal.

Harry hasst seine Gedanken meistens, aber dieser...dieser gibt ihm irgendwie Frieden. Obwohl es ein so trauriger ist.

Sie liegen lange nebeneinander. Einfach so. Und Harry würde jetzt nirgendwo lieber sein. Trotz allem. Trotz dem Schmerz und der Einsamkeit und der manchmal so hohlen, oberflächlichen, tiefen Leidenschaft.

Er greift nach Louis' Fingern, die sich sofort sanft um seine schließen. Sie sehen sich nicht an, starren weiter nur in den Himmel und atmen.

„Ich liebe dich", sagt Harry dann. Einfach so, weil er weiß, dass er es kann.

Eigentlich kann man wirklich machen, was man will.

Alles ist egal. Wir wissen schließlich nicht mal, ob überhaupt irgendwas real ist. Alles könnte eine riesige Illusion sein. Eine Simulation. Die Matrix. Und niemand weiß es.

Oder irgendwer weiß es.

„Ich liebe dich auch", sagt Louis. „Auf die fucked upteste Weise möglich."

„Das ist kein richtiges Wort."

Louis schweigt nur.

„Same, Lou", sagt Harry dann und drückt seine Hand. Louis drückt nicht zurück, aber Harry weiß, dass er lächelt.

Und so liegen sie da, unter den Sternen, im kühlen Gras und atmen die Nachtluft ein.

Denn Louis und Harry sind alles, was mit der Liebe falsch ist. Aber irgendwie auch alles, was mit ihr richtig ist. Und egal wie toxisch es ist...sie werden immer umeinander tanzen. Wie Magnete, die sich einerseits anziehen und abstoßen, wie Blätter, die der Wind im gleichen Wirbelstrom durch die Luft weht.

Wie sie. Wie Harry und Louis. Zwei Idioten die einander irgendwie halt lieben und irgendwie auch nicht und keine Ahnung von der Liebe oder von der Welt oder irgendwas sonst haben.

Aber wer hat das schon?

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okay fuck, this is one of my favourite things i've ever written.

es ist irgendwie total anders und nicht mal richtig eine geschichte, aber ich liebe es.

es ist ein uhr nachts, ich höre das winzige snippet von happier than ever von billie eilish auf dauerschleife (ich liebe den song jetzt schon) und habe das hier geschrieben.

und ich liebe es. ich weiß nicht mal warum, aber ich liebe es. deshalb lade ich es jetzt auch hoch.

sagt mir was ihr denkt, vermutlich ist sowas ja nicht was für jeden?

ach und i'm curious, was ist euer lieblings billie eilish song?

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