t h r e e
[because of you - kelly clarkson]
R a v e n
Ich bin schwach und das nicht nur körperlich sondern auch innerlich.
Es gibt einen Unterschied zwischen äußerlichen Schmerz und inneren Schmerz, aber mit der Zeit habe ich erkannt, das die körperlichen Schmerzen mich kaputt gemacht haben ja.
Aber die seelischen zerstören mich mit der Zeit immer mehr.
Es ist schwer mein Inneres in Worte zu fassen. Das einzige was ich weiß ist, dass man die körperlichen Schmerzen heilen kann. Vielleicht nicht auf Dauer und Lange, aber Medikamente halten von kurzer Zeit den Schmerz weg. Klar für seelische Schmerzen gibt es ebenfalls Medikamente, aber ich bezweifle das sie mir weiterhelfen. Wie kann man solch einen Schmerz wieder heilen ?
Man kann sie bekämpfen, die innere Unruhe. Doch ob man es schafft ist die andere Sache.
„Miss Smith, schön das sie sich auch endlich dazu entschlossen haben am Unterricht teilzunehmen." Mister Donnovan, mein Mathelehrer, beäugte mich strengem Blickes als ich 10min zu spät in den Unterricht platzte.
„Tut mir leid, Mister Donnovan. Kommt nie wieder vor." meine Stimme zitterte noch immer , aber das tat sie schon seit Monaten, und während ich mit gesenktem Kopf durch die Reihen auf meinem Platz lief,hörte ich Rose kichern.
Würde meine Mum mich jetzt so sehen, wäre sie sicher mehr als Enttäuscht von mir. Mein immer schneller werdende Herz pumpt gegen meine Brust, als mich diese Erkenntnis trifft wie ein Schlag.
„Gehts dir gut ? Du bist so blass ?" meine Sitznachbarin Candy, MatheGenie, mustert mich kritisch als ich luftringend an meinem Platz ankomme und nach meiner Wasserflasche greife. Ich nehme einen tiefen kräftigen Schluck um mein Herzschlag wieder zu beruhigen. Das kühle prickelnde Wasser läuft meine Lunge herunter und ich fühle mich gleich ein bisschen besser. Wenn auch nur ein bisschen.
„Ja passt schon." flüster ich ihr schnell zu , bevor sie noch weitere Fragen stellen konnte und nachdem ich die Wasserflasche wieder zurück auf den Tisch vor mir beförderte. Ich lächelte ihr schwach zu, in der Hoffnung sie würde nicht meine Lüge erkennen. Nicht durch meine Mauern schauen und sehen wie verletzt ich bin. Wie schwach ich bin.
Sie schaute mich zwar kurz skeptisch an, wendete ihre Aufmerksamkeit aber dann wieder den Aufgaben.
Ich hatte früher Schluss, nach einer Doppelstunde Mathe konnte ich endlich die Schule verlassen und wieder durchatmen. Ich machte mich direkt auf den Weg in das kleine Café, indem ich Nachmittags nach der Schule arbeitete.
Mein Dad und ich brauchten das Geld. Ich brauchte das Geld.
Denn ohne dieses Geld wüsste ich nicht wohin mit uns.
Wir waren komplett verschuldet und auch die kleine Wohnung in der wir lebten hing am Seidenen Faden.
Als was mein Dad arbeitet, fragt ihr euch ?
Ihm wurde wegen Betrunkenheit an der Arbeit gekündigt und anstatt er aus seinen Fehlern lernt, gibt er jetzt all unser Geld für Zigaretten und Alkohol aus.
Mich macht das nicht nur wütend, sondern auch extrem traurig. Aber im Laufe der Geschichte werdet ihr noch so erfahren wie es abläuft...
"Hey Raven, heute so früh ? Wir wollen aber nicht das du die Schule schwänzt wegen der Arbeit" ruft mir Elena, meine liebevolle Chefin und irgendwie auch Ersatzmama zu. Für ihr hohes Alter könnte sie auch glatt als meine Oma durchgehen, aber das lässt sie sich nicht anmerken und deshalb steht sie auch jeden Tag fröhlich wie eh und je hinter der Theke und bedient die Kunden.
Sie und ihr Mann Jeff haben dieses kleine Café vor etwa 25 Jahren eröffnet und sie sind beide immernoch tüchtig und glücklich bei der Arbeit. Das bewundere ich so an ihnen.
"Hatte früher Schluss. Keine Sorge, ich würde nie schwänzen." lächelnd komme ich auf sie zu und umarme sie erstmal zur Begrüßung. Dieses Café und diese Menschen hier sind der einzige Lichtblick in meinem Leben. Sie ziehen mir jedes mal, wenn ich wieder kurz vorm aufgeben bin, wie herrlich das Leben sein kann.
„Ich freu mich dich zu sehen liebes. Jede helfende Hand ist hier jederzeit willkommen wie du weißt hihi" sie grinst mich verschmitzt an und reicht mir die Schürze, die ich dankend annehme.
„Und jetzt hop hop, wir wollen doch nicjt das die Kunden warten."
„bin schon auf dem Weg Elenaaa"
Jeff und Elena wissen nichts von der Schule und meinem Dad.
Ich bin einfach ein geschlossener Mensch, der nicht einfach jedem seine Lebensgeschichte erzählt bzw. aufdrängt.
Außerdem liebe ich es hier zu leben,fern von all meinen Problemen.
Also wozu sie hier zu erzählen ?
Jeff und Elena denken, dass ich einfach Spaß am Kellnern hab und es wie einen Ferienjob sehe. Was auch ein bisschen stimmt, denn Spaß habe ich tatsächlich hier. In der Schule läuft alles Super und ich bringe nur gute Noten nachhause, was sie natürlich total freut und es ebenfalls nur eine halb Lüge ist. Gut war ich, würde ich mich auch mehr melden, dann wäre ich mit Abstand bereit für die Teilnahme im Streber Club. Aber meine Mündliche Note ist einfach im Keller. Und wenn ich im Keller meine, dann meine ich ganz tief unten. Ganz ganz tief. Denn ich melde mich so gut wie nie. Nur wenn der Lehrer mich aufruft. Argh ich hasse das. Ich mein es melden sich welche und der Lehrer nimmt wen dran der sich nicht meldet. Wo ist da die Logik ?
Und die im kellerliegende mündliche Note liegt eventuell daran, dass ich in der Anwesenheit von gewissen Personen mein Maul nicht aufbekomme. Und diese Personen leider fast alle meine Kurse belegen. Ich glaube Musik ist das einzige Fach ohne einen von den Spasten. Grund warum Musik mein Lieblingsfach ist hehe. Wer hätte es gedacht.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top