190: My baby will kill me
Ist der so geschaffene Urhybrid weiblich, so kann sie unter besonderen Umständen auch von einem Vampir schwanger werden. Im Falle einer solchen Schwangerschaft wird sie vorübergehend menschlich, um das Kind auszutragen. Sobald es jedoch auf der Welt ist, stirbt sie, damit das Gleichgewicht gewahrt bleibt.
Fassungslos sah ich auf diese drei Sätze. Tausende Fragen kreisten durch meinen Kopf.
Ich war schwanger? Von Cian? Obwohl ich ein Vampir war? Welche besonderen Umstände waren gemeint? Würde ich jetzt neun Monate lang menschlich sein? Würde ich sterben? Gibt es eine Ausweg? Würde ich sterben wollen, damit mein Kind leben kann?
Zumindest die letzte Frage konnte ich sicher beantworten. Ja. Was auch immer geschehen würde, ich würde mein Baby bis zum letzten Atemzug beschützen. Es war ein Teil von mir, ein Teil von uns. Es war unschuldig und es war es wert, beschützt zu werden. Mein Kind wird mich töten, dachte ich, aber ich werde sterben, damit es leben kann. Es hat es verdient.
Cian schien zu bemerken, dass ich in Gedanken versunken war und sah mich fragend an, doch ich schüttelte nur den Kopf. Ich würde es ihnen gleich sagen, ich konnte so etwas einfach nicht geheim halten, doch zuerst wollte ich sichergehen. Und ich wollte wissen, welche besonderen Umstände dieses Wunder ermöglicht hatten.
Nach einigen weiteren Minuten eifrigen Lesens hatte ich es herausgefunden und meine Vermutung war nochmals bestätigt worden. Ich war schwanger, weil ich Cian über alles liebte und er mich anscheinend auch. Denn eine Schwangerschaft war nur möglich, wenn zwischen den beiden wahre Liebe herrschte. Auch wenn mir jetzt klar war, dass ich in neun Monaten sterben würde, wusste ich dennoch, dass mein Kind keine Strafe, sondern ein Geschenk war. Es war zwar nicht als solches gedacht gewesen, doch ich sah es als eines an. Jetzt musste ich diese Botschaft nur noch irgendwie meiner Familie und Cian vermitteln, auch wenn das vermutlich sehr schwierig werden würde.
Auf meinen Lippen breitete sich ein seliges Lächeln aus, als ich leise sagte: "Ich habe es gefunden."
Sofort hörten mir alle zu, als ich anfing, das Kapitel vorzulesen. Zuerst zitterte meine Stimme noch, doch je mehr ich vorlas, desto fester wurde sie. Glücklicherweise unterbrach mich niemand, sie waren wohl alle ziemlich geschockt, wie ich es zu Anfang auch gewesen war, und so konnte ich ohne Zwischenfälle bis zum Ende durchlesen.
Als ich endete sahen mich alle einen Moment lang sprachlos an, bis Nik urplötzlich die Stille durchbrach. Schneller als ich als Mensch gucken konnte, hatte er Cian an seiner Kehle gepackt und hielt ihn einige Zentimeter über den Boden. Sein Gesicht mit den goldgelben Augen und spitzen Zähnen war vor Wut verzerrt, als er meinen Freund anbrüllte: "DU BIST SCHULD, DASS ANNI STIRBT!"
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