Szene Siebenunddreißig

Szene Siebenundzwanzig (Jax)

„Wo hast du ihn gesehen?", fragte Happy Katherine, als die anderen zwei Stunden später bei mir auf der Matte standen und über die Pizza herfielen. Wir saßen alle im Wohnzimmer auf der Couch und blickten zu Katherine.

„Als Jax und ich im Krankenhaus waren. Ich bin vorgegangen und hab Chris gesehen. Er stand auf der anderen Straßenseite und hat mir gewunken. Bin sofort rein zu Jax..."

„Ich hab ihn nicht mehr gesehen. Nur noch einen BMW der weggefahren ist. Er kann da drinnen gesessen sein, oder auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich frage mich, was der hier will. Ich dachte, er wurde erledigt."

„Du bist eh bei Katherine. Solange einer bei ihr ist, wird ihr nichts passieren", sagte Opie. „Lassen wir Nolan mal außeracht für diesen Augenblick. Wir sollten uns auf das Mädchen konzentrieren."

„Ihr Name ist Noemi", verbesserte Happy ihn.

„Okay, dann konzentrieren wir uns auf Noemi", nickte Opie.

„Genau, ich hab euch ja erzählt, dass zwei von euch schon mal zur Adresse vorfahren und dort die Stellung halten. Wenn Katherine und ich uns auf den Weg dorthin machen, wird sicherlich, derjenige dort hinfahren und euch somit in die Arme laufen. Ihr schaut, dass ihr den irgendwie bekommt. Und zwar so, dass die Familie rund um Noemi nichts davon mitbekommt."

Opie nickte. „Ja, da gibt es nur ein Problem mit Donna. Die wird das nicht mitmachen."

„Das ist kein Problem", meinte Happy. „Ich werde Clay einfach sagen, dass ich wieder zu den Nomads fahre, um einen freien Kopf zu bekommen. Juice hat irgendwas mit einer Perle zu erledigen, die irgendwelche Probleme hat und auf Juice angewiesen ist. Katherine ist eh irrelevant für Clay. Jax nimmt die Ausrede, dass er bei Abel ist."

Opie zog an seinem Bart und nickte. „Da will ich mal helfen und könnte gebraucht werden und dann klebt mir da wieder ein Klotz am Bein."

„Wenn du keinen weiteren Stress mit Donna willst, ist das verständlich", sagte Katherine. „Kümmere du dich erstmal um deine Frau und deine Kinder. Echt lieb, dass du helfen willst, aber halte zu Hause die Stellung."

„Jax, hat dir das erzählt?"

„Nur, dass du es nicht einfach mit deiner Frau hast, wegen den Club. Wieso weiß ich nicht und das geht mich auch nichts weiter an", log Katherine. Natürlich wusste sie Bescheid, ich hatte ihr noch mehr erzählt, aber ich fand es gut, dass sie nichts weiter dazu ausplauderte.

„Danke dir", sagte Opie erleichtert. „Aber denkt ihr nicht auch, dass Clay misstrauisch wird und dann irgendwann im Krankenhaus auftauchen wird? Wenn er dich dort nicht antrifft, flippt er doch ganz aus."

„Vielleicht nimmst du die Ausrede, dass du dich mit einer anderen Frau getroffen hast und das Clay nicht unbedingt mitbekommen soll. Dann bist du für ein paar Stunden entschuldigt."

Ich dachte nach. „Stimmt auch wieder. Aber dann denkt er, dass es Katherine ist und fährt zu uns. Und wenn er uns beide nicht im Haus antrifft..."

„Ich war nicht da", sagte Kat. „War mir ein Auto anschauen. Ganz einfach."

„Könnte auch hinkommen", sagte Juice und kratzte sich den Nacken. „Dann fahren Happy und ich schon mal zur Adresse und halten dort die Stellung. Ich hab die Adresse gegooglet und wir müssen nicht in einem stickigen Van pennen. Dreimal darfst du raten, was schräg gegenüber vom Wohnhaus ist?"

„Ein Motel?", fragte Happy.

„Okay, hast gewonnen."

„Wir teilen uns aber kein Bett zusammen."

„Kein Problem, du kannst ja in der Badewanne schlafen", meinte Juice trocken.

Ich schmunzelte und Opie lachte nur. Happy grinste kopfschüttelnd, während Katherine keine Miene verzog.

„Wann wollen wir das alles machen?", fragte sie nur.

„Morgen hört sich gut an", sagte Happy. „Juice und ich fahren morgen früh los. Wir beide fahren bis Stockton, lassen die Maschinen bei einem Kumpel von mir, dann schnappen wir uns einen Wagen von ihm und fahren zum Motel. Wenn es Chris sein sollte und er die Harleys auf dem Motelparkplatz sieht, war's das gewesen." Ich nickte zustimmend. „Wir nehmen uns dort ein Zimmer und behalten das Haus im Auge. Ihr könnt ein paar Stunden später nachkommen. Wenn ihr irgendwo draußen seid, redet darüber ein bisschen lauter. Kann sein, dass er euch zuhört. Lasst euch was einfallen."

Das hätten wir dann auch. Einen kleinen Plan, der hoffentlich auch funktionieren würde. Während Katherine alles aufräumte, was die drei Jungs hinterlassen hatten, wollte ich unter die Dusche springen.
Nach der Dusche, ging ich zu Katherine, die gerade fertig war mit aufräumen.
Ich schlang von hinten meine Arme um ihren Bauch und vergrub mein Gesicht in ihrem Nacken. Sie zuckte zusammen, als meine nassen Haare ihre nackte Schulter berührten.
"Kalt?", fragte ich belustigt und drückte ihr einen Kuss auf den Nacken.
"Und nass", antwortete sie und wusch sich über dem Waschbecken die Hände. Sie trocknete sich diese an ihrer Hose ab und nahm dann meine Arme von ihrem Bauch runter.
"Hey", sagte ich leise und blickte Katherine an, die sich zu wir wandte.
"Hey?", fragte sie.
Ich wollte sie küssen, doch sie hielt die Hand vor unseren Gesichtern.
"Nicht, Jax. Ich hab gerade nicht den Kopf dafür. Nimm mir das nicht Böse."
"Eigentlich wollte ich dich nur ablenken."
"Hatte im Krankenhaus auch geklappt, aber..."
"Weil Chris aufgetaucht ist, deshalb?", unterbrach ich sie und musterte ihr Gesicht.
"Ja, dass hat mich verwirrt. Da ist nichts weiter mit Chris, von den Gefühlen her. Ich hab halt nur Angst und dachte ich müsste den nie wieder sehen. Das Thema ist gegessen. Genau wie mit meiner Tochter. Ich bin wegen allen einfach nur verwirrt."
"Deshalb hast du mich geküsst, weil du verwirrt bist?", fragte ich sie und wich zurück.
"Hä, nee. Ich rede davon, dass bei mir die Vergangenheit aufgerissen wurde. Tote wieder lebendig sind. Das ist zum kotzen. Da denkt man, es wird wieder und dann kommt so ein Scheiß. Ist ja wohl selbstverständlich das man da verwirrt ist, Jax."
"Das wird bald ein Ende haben. Das verspreche ich dir."
"Ich hatte so oft die Möglichkeit Chris zu töten. Ich hätte damals einfach mit Happy abhauen sollen. Dann wäre mir die ganze Misere mit Chris erspart geblieben."
"Ja, aber dann hättest du die Misere mit Happy gehabt. Vielleicht hätten wir uns auch früher kennengelernt und Wendy wäre mir erspart geblieben."
"Was ist mit Abel?"
"Er wäre zwar auch nicht da. Aber es hätte mir ziemlichen Kummer erspart."
Katherine nickte nur. "Na, dann. Ich sollte mich aufs Ohr hauen. Morgen wird sicherlich ein langer Tag."
"Ja, solltest du..."
Ich hielt inne, als mein Handy am klingeln war. Wer nervt mich denn jetzt schon wieder?
Katherine ging in Richtung Zimmer, während ich mir mein Handy vom Esstisch schnappte und das Gespräch annahm.
"Ich bin's, Chibs."
"Was gibt es?"
"Ich weiß nicht, ob Tote auferstehen können, aber ich bin mir sicher, dass Chris in Charming ist."
"W-wie?", wollte ich wissen.
"Ich hab ihn gerade aus einem leeren Haus am Ende der Stadt gesehen. Da ging er ein und aus. Ich hab seine Fresse wiedererkannt. Er hat mir sogar gewunken."
"Wieso ist er so höflich?", fragte ich verdutzt.
"Da stimmt irgendwas nicht", sagte Chibs. "Und ich habe auch eine Ahnung, was hier nicht stimmt."
"Du meinst, er ist hinter Katherine her?"
"Ich meine, dass er was vor hat, wenn nicht, dass er es schon getan hat."
"Du redest von Noemi?"
"Ja, Happy und Juice sind jetzt schon auf den Weg und schauen nach."
"Welches Haus, Chibs?", wollte ich wissen.
"Was hast du vor?"
"Welches Haus am Ende der Stadt?", fragte ich wieder.
"Springfieldroad 6712. Wir beide treffen uns da. Gemma ist eingeweiht und bereits mit Half-Sack auf den Weg zu euch."
"Oh man. Dann hole ich Katherine aus dem Schlaf raus und erkläre ihr das."
"Lass sie schlafen. Eine Person weniger in Panik. Wir haben das alles erledigt, wenn sie wieder aufwacht."

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